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·08 de maio de 2026
Oliver Glasner und der Abschiedskandidat, der trotzdem Pokale sammelt

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Glasner führt Palace nach 2:1 gegen Schachtar ins Endspiel nach Leipzig – trotz angekündigtem Sommer-Abschied winkt der vierte Titel in vier Jahren.
Man stelle sich vor: Ein Trainer kündigt im Januar seinen Abschied an, rechnet mit der Klubführung ab – und steht vier Monate später im Finale eines europäischen Wettbewerbs. Oliver Glasner hat nach dem 2:1 gegen Schachtar Donezk im Halbfinal-Rückspiel der Conference League genau das geschafft. Mit dem komfortablen 3:1 aus dem Hinspiel im Rücken reicht Crystal Palace das Ergebnis, um in Leipzig gegen Rayo Vallecano um die erste europäische Trophäe der 120-jährigen Vereinsgeschichte zu spielen. Der Österreicher strahlte, als er über die Aussicht sprach, seine vierte Trophäe in vier Jahren zu gewinnen. „Für mich persönlich ist das eine riesige Sache", sagte er bei TNT-Sports.
Rechnet man Glasners Ernte zusammen, ergibt sich eine bemerkenswerte Reihe: der Europa-League-Titel 2022 mit Eintracht Frankfurt, im Vorjahr der FA Cup mit Palace, dazu der Community Shield. Nun also Leipzig, das Finale der Conference League, und die Chance, dieser Serie einen weiteren Eintrag hinzuzufügen. Dass solche Trophäen-Frequenzen im Trainergeschäft keine Selbstverständlichkeit sind, muss man kaum betonen. Dass sie sich bei einem Trainer häufen, der in diesem Januar öffentlich mit seinem Arbeitgeber brach, ist die eigentliche Pointe.
"Ich will kein Denkmal, darauf scheißen ja nur die Tauben." Oliver Glasner
Denn Glasner hatte im Januar seinen Abschied im Sommer verkündet und mit der Klubführung abgerechnet. Dass er das Team seither nicht in Resignation führt, sondern durch eine europäische K.-o.-Runde bis ins Finale, spricht für ein Arbeitsverhältnis, das jenseits der Vertragsfrage funktioniert. „Ein großes Lob an meine Spieler", sagte Glasner. „Das ist es, warum wir alle als kleine Jungs Fußballprofis werden wollten. Das ist es, was du dir nicht kaufen kannst." Der Satz liest sich wie eine nüchterne Bilanz.
Das Halbfinal-Rückspiel selbst lief für Palace nicht geradlinig. Ein Treffer von Yeremy Pino wurde aberkannt, dann brachte ein Eigentor von Pedro Henrique in der 25. Minute die Gastgeber in Führung. Eguinaldo glich in der 35. Minute sehenswert aus, ehe Ismaila Sarr in der 52. Minute konterte. Mehr brauchte es nicht, um den Vorsprung aus dem Hinspiel über die Zeit zu bringen. Ein Spiel, das Palace mehr verwaltete als dominierte – und das am Ende trotzdem reichte.
Was Glasner in Leipzig erwartet, ist ein Gegner, der ebenfalls eine ungewöhnliche Geschichte ins Finale mitbringt. Rayo Vallecano setzte sich gegen Racing Straßburg durch, nach dem 1:0 im Hinspiel folgte ein 1:0 auswärts. Der spanische Erfolg hat einen Nebeneffekt, der über den Wettbewerb hinausreicht: La Liga sicherte sich damit den fünften Startplatz für die Champions League. Zwei Klubs also, für die dieses Finale keine Routine ist, sondern die größte Bühne, die sie derzeit erreichen können.
„Wir haben jetzt drei Wochen um uns vorzubereiten", sagte Glasner. „Es wird ein fantastisches letztes Spiel. Ich verspreche, dass wir alles geben werden, um die Silberware zu Palace zu bringen." Es ist das letzte Spiel in einem europäischen Wettbewerb für diesen Trainer in dieser Konstellation, vielleicht das letzte überhaupt bei diesem Klub. Ein Titel in Leipzig wäre, so Glasner, der Beleg dafür, was möglich ist, „wenn du hart arbeitest und zusammenhälst – auch in harten Momenten". Die Aussage klingt unprätentiös. Sie passt zu einem Trainer, der in vier Jahren drei Pokale gewonnen hat und nun am vierten arbeitet.
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