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·16 de janeiro de 2026
Oliver Glasners Abschied bei Crystal Palace kommt nicht überraschend – aber zur Unzeit

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·16 de janeiro de 2026

Crystal-Palace-Trainer Oliver Glasner hat seinen Abschied zum Saisonende verkündet. Nach dem historischen FA-Cup-Sieg steckt der Klub in einer Krise mit neun Spielen ohne Sieg.
Oliver Glasner geht, und er geht auf seine Art: offen, direkt, ohne Ausflüchte. Der Österreicher hat Crystal Palace bereits im Oktober mitgeteilt, dass er nach der Saison eine neue Herausforderung sucht. Drei Monate lang blieb das Geheimnis gewahrt, jetzt ist es raus. Man kann das professionell nennen. Man kann es aber auch als Symptom einer Beziehung lesen, die ihren Zenit überschritten hat.
Glasner hat bei Palace etwas geschafft, das vor ihm niemandem gelungen war. Der FA-Cup-Sieg gegen Manchester City im vergangenen Mai war der erste Titel in der Geschichte des Klubs. Ein 1:0 gegen den englischen Serienmeister, danach der Community Shield gegen Liverpool. Für einen Verein wie Crystal Palace sind das historische Momente, die Generationen überdauern werden. Glasner hat sich damit ein Denkmal gesetzt, das ihm niemand mehr nehmen kann.
Doch genau hier liegt das Problem: Was kommt nach dem Höhepunkt? Die Antwort liefert die Gegenwart, und sie fällt ernüchternd aus. Neun Pflichtspiele ohne Sieg, dazu das blamable Aus beim Sechstligisten Macclesfield im FA-Cup. Als Titelverteidiger. Die Eagles befinden sich im freien Fall, und Glasner steht mittendrin – mit einem Fuß bereits draußen.
Die Frage drängt sich auf: Hat Glasners Entscheidung im Oktober die aktuelle Krise befeuert? Natürlich wusste die Mannschaft offiziell nichts davon. Aber Fußballprofis haben feine Antennen. Sie spüren, wenn ein Trainer gedanklich schon woanders ist. Sie merken, wenn die letzte Konsequenz fehlt, wenn Entscheidungen nicht mehr mit der gleichen Überzeugung getroffen werden.
Glasner selbst betont, dass er und Klubchef Steve Parish das Beste für Crystal Palace wollen. Das mag stimmen. Aber die Realität sieht anders aus: Ein Trainer, der seinen Abschied verkündet, während sein Team in der tiefsten Krise steckt, sendet ein verheerendes Signal. Die Spieler wissen jetzt, dass ihr Coach in wenigen Monaten weg sein wird. Motivation sieht anders aus.
Für Glasner persönlich ist der Zeitpunkt nachvollziehbar. Nach dem historischen Triumph gibt es bei Palace wenig zu gewinnen, aber viel zu verlieren. Der nächste Schritt muss ein größerer Klub sein, sonst war der FA-Cup-Sieg der Karrierehöhepunkt. Mit 51 Jahren hat er noch genug Zeit für ein ambitioniertes Projekt.
Palace hingegen muss sich neu erfinden. Der Klub braucht einen Trainer, der nicht nur die Saison zu Ende bringt, sondern eine Vision für die Zukunft entwickelt. Glasner wird diese Vision woanders verwirklichen. In London hinterlässt er einen Pokal und eine Mannschaft, die gerade lernen muss, ohne ihn zu funktionieren. Der Abschied kommt nicht überraschend. Aber er kommt zur Unzeit.









































