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·14 de julho de 2026
SV Meppen im Kadercheck: Reicht das für den Ligaverbleib?

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·14 de julho de 2026

Nach drei Jahren voller Provinztouren ist der SV Meppen gekommen, um in der 3. Liga zu bleiben – genau so, wie er es zwischen 2017 und 2023 immerhin für sechs Jahre schaffte. Doch genügt der Kader Drittliga-Ansprüchen? liga3-online.de prüft die Tauglichkeit des SVM-Kaders.
Für Zurückhaltung gibt es in Meppen wenige Gründe. 103 erzielte Tore, 83 Punkte und eine souveräne Meisterschaft ebneten den hochverdienten Weg zurück in den Profifußball – unter Trainer Lucas Beniermann war der SVM 2025/26 eine muntere Tor- und Spaßfabrik. Nun aber ist jener große Sprung erfordert, der zuletzt so vielen Nord-Regionalligisten zum Verhängnis wurde:
Vom Sportplatz-Flair gegen semiprofessionelle Kontrahenten wie Schöningen, Norderstedt oder Lohne geht es plötzlich zurück in eine Liga, in der Namen wie Waldhof Mannheim und Jahn Regensburg gerade einmal im soliden Mittelfeld verortet werden. Rivale Oldenburg, der TSV Havelse, der VfB Lübeck und Hannover II scheiterten in den Vorjahren immer wieder am ersten Klassenerhalt – Meppens Saison 2017/18 ist noch immer die letzte eines RL-Nord-Aufsteigers, die (auf sportlichem Wege) zum Klassenerhalt führte.
In der 3. Liga freut man sich auf die Reise in den dünn besiedelten Nordwesten, auf die charmante Hänsch-Arena, deren Besuch man mit einem Kurztrip in die Niederlande kombinieren kann. Ein Wohlfühl-Wochenende für Gästefans, der aber möglichst selten mit sportlichen Glücksgefühlen enden soll. Nach jetzigem Stand setzt der SV Meppen beim Unterfangen Ligaverbleib auf viele Elemente seiner Aufstiegstruppe, muss aber speziell in der Offensive neue Belegschaft integrieren.
"Er hat uns schon wahnsinnig oft den Arsch gerettet", sagte Trainer Beniermann im Frühjahr über seinen Schlussmann Julius Pünt – just dort hatte er seinen Vertrag bei den Emsländern verlängert. Seit 2019 in der Nachwuchsakademie, seit 2023 in der ersten Mannschaft und längst Stammtorhüter mit 86 Regionalliga-Einsätzen: Pünt wirkt bereit für die größere Bühne. Ersatzmann Noah Overbeck (23) hat zwar auch schon veritable Viertliga-Erfahrung, ist aber in der Hierarchie die klare Nummer zwei.
Große Kaderbewegungen werden in der Defensivreihe vergeblich gesucht: Sportchef Olufemi Smith musste nur den Abgang von Ersatz-Linksverteidiger Daniel Haritonov kompensieren, fand diesen mit Florian Bähr (23/TSG Hoffenheim II), der immerhin 45 Dritt- und fünf Zweitliga-Einsätze für Osnabrück, 1860 München und die TSG-Reserve aufweisen kann. Ein enges Duell mit Positionsrivale Tobias Mißner (26) ist garantiert.
Im 4-2-3-1 unter Beniermann, das gerne auch mal zum 4-3-3 wird, sind die weiteren drei defensiven Startplätze bislang an Arrivierte verteilt: Kapitän Jonas Fedl (26) ist dienstältester Meppener und damit der einzige im Kader, der bereits den Drittliga-Abstieg 2023 miterlebte. Neben ihm läuft Luis Sprekelmeyer (24) immerhin im vierten Jahr für die Niedersachsen auf – er ist kopfballstark und mit stolzen 13 Gelben Karten aus 28 Liga-Einsätzen im Vorjahr auch keiner von der zimperlichen Sorte.
Auf der rechten Seite sollte auf Dominique Domröse geachtet werden: Der 24-Jährige hat das stärkste Karrierejahr hinter sich und überzeugte mit 16 Scorerpunkten, davon 13 Vorlagen. Sein Ersatz, Nikell Touglo (24), ist enorm vielseitig und kann auf allen Defensivpositionen inklusive der Doppelsechs aushelfen.
Wohl jede Mannschaft benötigt einen Spieler wie Ersin Zehir. Der 28-Jährige ist viel herumgekommen, spielte in Lübeck, St. Pauli, Antalya, Dordrecht, Tuzla, Trier, Norderstedt – und seit 2025 eben in Meppen. Als Sechser oder Achter kann er das Spiel lesen, organisieren, schießen, vorbereiten, Zweikämpfe führen. Alles eben, und damit ist er derzeit unersetzbar. Neben ihm würde der 106-fache Zweitligaprofi Erik Zenga (33) gerne seinen zweiten Frühling im Profifußball erleben. Thorben Deters (30) ist dagegen eher auf der Zehn zu verorten und trägt als gebürtiger Meppener mit tiefer familiärer Verwurzelung – Papa Bernd ist mit 544 Einsätzen SVM-Rekordspieler – das Parfüm mit Marke Stallgeruch.
Einer der wenigen schmerzhaften Abgänge ist der von Jonathan Wensing, der nach einer guten Saison überraschend gleich zwei Ligen aufstieg (VfL Osnabrück). Ein mutiger Schritt, der im Emsland genau verfolgt werden dürfte. Aus seinem Schatten heraus könnte mit Niclas Wessels (21) das nächste Eigengewächs treten, Wessels kam in der Rückrunde zu immer mehr Einsätzen, wird aber auf Profi-Niveau dazulernen müssen. Als externe Verstärkung stieß Kasra Ghawilu (27/Jeddeloh II) hinzu, schnappte sich gleich selbstbewusst die Trikotnummer 10. Doch der Deutsch-Iraner, der in nur 17 Partien 2025/26 sagenhafte 20 Torbeteiligungen sammelte und überregional dennoch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt ist, droht den Saisonstart mit einer Muskelverletzung zu verpassen.
Die Frage, wo der SV Meppen in der finanziellen Drittliga-Nahrungskette anzusiedeln ist, beantwortete ein Transfer: Torjäger Julian Ulbricht, der in zwölf Monaten im Emsland einschlug wie ein Komet und nach der 27-Tore-Saison direkt weiterzog, schloss sich dem SV Waldhof an. Es genügte das Ziehen einer Ausstiegsklausel, die Ulbricht & Meppen etwa durch eine vorherige Vertragsverlängerung hätten nichtig machen können. Doch wer soll ihn ersetzen?
Nun fehlt nicht nur Ulbricht als typischer kompletter Stürmer, sondern auch Mika Stuhlmacher (Münster), der mit seinen 197 Zentimetern in Nick-Woltemade-Manier sogar oft auf den Flügeln technisch starke Momente hatte. Wenigstens ist Linksaußen Oliver Issa Schmidt (25) noch da: Schmidt hat mit 27 Scorern in 29 Partien ein Durchbruchsjahr hinter sich, wagt nach erfolglosen Leihen zum SC Verl (2021 bis 2023) einen neuen Anlauf im Profifußball. Nominell sind die Ersatzleute längst unter Dach und Fach, qualitativ müssen sie ihre Fähigkeiten erst beweisen. So holte Sportchef Smith für die Flügelpositionen Jannic Ehlers (23) aus Aue, er ist mit 34 Drittliga-Einsätzen im Vorjahr wohl schon der prominenteste Neuzugang. Für Rechtsaußen Luca Prasse (22), Leihgabe von Zweitligist Kiel, ist es eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte, Profi-Erfahrung hat er quasi keine.
Die größten Zweifel liegen in der Besetzung der zentralen Position: Richard Meier (22/Bayern II) und Cyrill Akono (26/Chemie Leipzig) kennen die Spielklasse zwar, ihre Karriere- und Leistungskurven bewegten sich zuletzt aber in die falsche Richtung. Der 37-jährige Simon Engelmann netzte als Joker in der Regionalliga schließlich recht zuverlässig – für mehr als Kurzeinsätze dürfte der langjährige Viertliga-Bomber aber im Spätherbst der Karriere auf Drittliga-Niveau nur noch ganz selten in Frage kommen.







































