RB Leipzig
·15 de abril de 2026
Tatjana Haenni: „Wir sind maximal ambitioniert“

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·15 de abril de 2026

Seit Januar führt Tatjana Haenni RB Leipzig – als erste CEO im deutschen Profifußball. Die 59-Jährige bringt internationale Erfahrung, strategischen Blick und einen klaren Anspruch an ihre neue Aufgabe mit. In ihren ersten Monaten am Cottaweg geht es ihr vor allem darum, den Club in all seinen Facetten kennenzulernen, Strukturen zu verstehen und ein Gefühl für Menschen, Umfeld und Erwartungen zu entwickeln.
„Ich empfinde es als großes Privileg, als CEO einen so großen und spannenden Fußball-Club führen zu dürfen“, sagt Haenni in der Sport Bild. Sie hat Mitarbeitende kennengelernt, Town Hall Meetings veranstaltet, Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern aus Stadt, Land, Wirtschaft und Verbänden geführt, die Mannschaft getroffen und fast alle Spiele vor Ort verfolgt.
Ihr Ziel in dieser Anfangsphase bringt sie auf einen prägnanten Nenner: „Ich wollte die ersten 100 Tage vor allem nutzen, um eines zu schaffen: RB Leipzig zu inhalieren.“

Haennis Vita liest sich wie die Laufbahn einer Gestalterin des internationalen Fußballs. Zwischen 1981 und 1998 ist sie selbst als Spielerin aktiv und trägt auch das Trikot der Schweizer Nationalmannschaft. Danach wechselt sie zur UEFA und wird dort die erste Mitarbeiterin, die sich ausschließlich um Frauenfußball kümmert.
Es folgen fast zwei Jahrzehnte beim Weltverband FIFA in verschiedenen Funktionen, in denen sie unter anderem die Frauen-Weltmeisterschaften 2011 in Deutschland und 2015 in Kanada mitorganisiert. Später prägt sie den Schweizer Fußballverband in leitender Rolle.
Vor ihrem Wechsel nach Leipzig arbeitet sie in den USA als Sportliche Direktorin der National Women’s Soccer League. Haenni kennt Aufbauarbeit, Entwicklungsschritte und strategische Prozesse aus unterschiedlichsten Perspektiven – und genau diese Erfahrung bringt sie nun bei RB Leipzig ein.

Die sportliche Richtung ist klar formuliert – ambitioniert, offensiv und langfristig. „Wir wollen sportlich wieder konstant ein Top-Vier-Klub in Deutschland und in Zukunft ein Top-Zehn-Klub in Europa sein“, sagt die CEO. Der Anspruch sei eindeutig: „Wir sind maximal ambitioniert.“
Daraus leitet sich für sie auch der Stellenwert der Königsklasse ab. „Die Champions League ist grundsätzlich unser Anspruch“, betont Haenni. Gleichzeitig blickt sie über das Tagesgeschäft hinaus und macht deutlich, dass sich der Club nicht nur mit internationalen Teilnahmen zufriedengeben will. „Dazu gehört, dass wir natürlich nach Möglichkeit auch in Zukunft mal um die Meisterschaft mitspielen.“

Für die kommenden Jahre benennt Haenni drei zentrale Aufgaben. An erster Stelle steht die wirtschaftliche Weiterentwicklung des Clubs. „Wir müssen unsere Einnahmesituation verbessern“, sagt sie offen und verweist auf Potenziale bei VIP-Bereichen, Ticketing, Merchandising und Sponsoring. Wer dauerhaft auf höchstem Niveau mithalten will, braucht eine entsprechend starke Basis.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf dem Nachwuchs. Die 59-Jährige will die Infrastruktur am Standort noch gezielter nutzen. Talente sollen den Weg in die Bundesliga-Mannschaft finden, zugleich soll der Club wirtschaftlich stärker davon profitieren, junge Spieler erfolgreich zu entwickeln.
Der dritte Punkt reicht über den Fußball hinaus. „Wir wollen unsere lokale Verankerung vertiefen“, sagt Haenni. RB Leipzig versteht sie klar als Klub der Region: „Wir sind ein Club aus Leipzig, aus Sachsen, aus dem Osten. Darüber wollen wir Begeisterung sichtbar machen und weiter in die Bevölkerung tragen.“

Auch privat ist Haenni inzwischen in Leipzig angekommen. Sie habe schnell eine schöne Wohnung gefunden und fühle sich „sehr, sehr wohl“. Abschalten kann sie beim Sport und mit Freundinnen und Freunden. Tennis, erste Versuche im Golf und Einheiten im Gym sind ihr Ausgleich.
Ihre Lebenspartnerin lebt in Zürich, durch deren berufliche Flexibilität als Selbstständige sei gemeinsame Zeit dennoch gut möglich. Dann sind es oft die einfachen Momente, die zählen: „Spaziergänge durch die Stadt oder gemeinsames Kochen“.
Vielleicht passt genau das zu dem Bild, das Haenni in ihren ersten Monaten bei RB Leipzig vermittelt: jemand, der ankommt, genau hinschaut, sich vernetzt und zugleich klar formuliert, wohin die Reise gehen soll. Mehr sportliche Konstanz, mehr wirtschaftliche Stärke, mehr Strahlkraft in der Region.
Oder, wie sie es selbst sagt: „Wir sind maximal ambitioniert.“
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