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·30 de março de 2026

Tottenham Hotspur hat kein Trainerproblem – der Klub hat ein Identitätsproblem

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Igor Tudor ist nach sieben Spielen und nur einem Sieg weg. Tottenham steht auf Platz 17, 13 Ligaspiele ohne Sieg – und sucht den dritten Trainer der Saison.

Sieben Spiele, 44 Tage, ein einziger Sieg – und der kam im bedeutungslosen Champions-League-Rückspiel gegen Atlético Madrid, als das Aus längst besiegelt war. Igor Tudor ist Geschichte bei Tottenham Hotspur, und wer glaubt, das Problem sei damit gelöst, hat nicht verstanden, was in North London passiert. Die Spurs stehen auf Platz 17 der Premier League, einen Punkt vor dem Abgrund. Es ist der dritte Trainerwechsel in einer Saison, die als Europa-League-Sieger begann: Das ist kein Pech, das ist System.


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Der Konfliktkern liegt nicht bei Tudor. Nicht bei Thomas Frank, der vor ihm scheiterte. Und auch nicht bei Ange Postecoglou, der die Europa League gewann und trotzdem gehen musste. Der Konfliktkern liegt in einer Vereinsführung, die auf jede Krise mit derselben Reflexbewegung reagiert – Trainer raus, nächster rein – und sich damit jedes Mal selbst das Fundament wegschlägt. Tudor holte in fünf Ligaspielen einen einzigen Punkt, ein Remis in Liverpool. Vier Niederlagen, null Siege, null Hoffnung. Aber was sollte ein Trainer ausrichten, der eine Mannschaft übernimmt, die seit Ende Dezember kein Premier-League-Spiel mehr gewonnen hat? 13 Ligaspiele ohne Sieg: Das ist kein Formloch, das ist ein freier Fall.

Tottenham Hotspur: Der Widerspruch, der alles über diesen Klub erzählt

Tottenham hat in dieser Saison das Achtelfinale der Champions League erreicht – als Vierter der Ligaphase. Und derselbe Verein taumelt dem Abstieg entgegen, mit 30 Punkten nach 31 Spieltagen und sieben verbleibenden Partien. Dieser Widerspruch ist kein Zufall, er ist das Ergebnis eines strukturellen Vakuums. Daniel Levy trat im September nach fast 25 Jahren als Chairman zurück. Sportdirektor Fabio Paratici kam im Oktober zurück, nur um im Januar wieder Richtung Florenz zu verschwinden. Wer trifft die Entscheidungen? Wer trägt Verantwortung? Wer hat Tudor geholt – einen Trainer, der zuvor bei Juventus acht Ligaspiele ohne Sieg geblieben war und im Oktober entlassen wurde? Über beide Stationen hinweg steht Tudor bei zehn Ligaspielen ohne Sieg in Folge. Das hätte eine seriöse sportliche Leitung wissen müssen, bevor sie ihm einen Vertrag gab.

Was die Trennung von Tudor endgültig zum Sinnbild macht, ist der Zeitpunkt. Unmittelbar nach der 0:3-Heimniederlage gegen Nottingham Forest – Igor Jesus, Gibbs-White, Awoniyi trafen vor 61.519 Zuschauern – erfuhr Tudor vom Tod seines Vaters. Der Klub teilte mit, die Trennung sei „einvernehmlich" erfolgt, und sprach Tudor seine „Unterstützung in dieser schweren Zeit" aus. Es ist nicht verboten, einen erfolglosen Trainer zu entlassen. Aber die Art, wie Tottenham kommuniziert, wie Mitgefühl und Kündigung im selben Absatz stehen, offenbart eine Führungskultur, die den menschlichen Kompass verloren hat. Wer so mit Menschen umgeht, wird keinen Trainer finden, der sich mit voller Überzeugung an dieses Projekt bindet.

Jetzt suchen die Spurs also ihren dritten Teammanager der Saison, das nächste Spiel steht am 12. April in Sunderland an. Die Frage ist nicht mehr, wer auf der Bank sitzt. Die Frage ist, ob dieser Verein in seinem Innersten überhaupt noch weiß, was er sein will: Ein Klub, der die Europa League gewinnt und gleichzeitig absteigt, hat kein Trainerproblem – er hat ein Identitätsproblem.

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