MillernTon
·27 de janeiro de 2026
Vorbericht: FC St. Pauli – RaBa Leipzig (16. Spieltag, 25/26)

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Am Dienstagabend empfängt der FC St. Pauli RaBa Leipzig zum Nachholspiel und möchte nicht nur punkten, sondern nach dem Derby auch die Stimmung drehen.(Titelfoto: Stefan Groenveld)
Als am Montagmorgen dicke weiße Flocken vom Himmel herunterrieselten, hat die eine oder der andere sicher schon gedacht: „Boah, hoffentlich fällt das nicht schon wieder aus!“ Doch die Partie zwischen dem FC St. Pauli und RaBa Leipzig findet aller Voraussicht nach statt. So erklärte es der Verein bereits Montagmittag und da der Schneefall weit geringer ausfällt als noch vor drei Wochen, dürfte dem Anpfiff am Dienstagabend nichts im Wege stehen.Da der erste Termin zwar ausgefallen, aber nicht lange her ist, sahen wir keine Notwendigkeit, ein neues „Vor dem Spiel“-Gespräch aufzuzeichnen. Falls noch nicht geschehen, hört gerne beim Gespräch von Michael rein, der sich Ronny vom Bullenfunk eingeladen hatte.
David Nemeth, Adam Dźwigała, Andréas Hountondji und Connor Metcalfe werden dem FC St. Pauli heute Abend fehlen. Während Nemeth weiterhin noch nicht wieder im Team-Training ist, Dźwigała hingegen schon, aber eine Sperre absitzen muss, ist die Situation bei Metcalfe schwieriger. Die Schmerzen im Knie haben es Anfang dieser Woche erstmals wieder zugelassen, dass er dem vollen Team-Training einen Schritt näher gekommen ist, von einem Einsatz ist er aber noch ein Stück weit entfernt. Gleiches gilt für Hountondji: Blessin erklärte, dass eine MRT-Aufnahme Ende letzter Woche gezeigt habe, dass es gute Fortschritte im Heilungsprozess gegeben habe, was aber nicht bedeute, dass der aktuelle Top-Torschütze des FC St. Pauli kommende Woche wieder fit sei. Vielmehr könne es noch Wochen dauern, bis er wieder ins Training einsteigen kann.
Noch nicht einmal eine Woche ist Mathias Rasmussen beim FC St. Pauli angestellt. Trotzdem ist davon auszugehen, dass er gegen Leipzig im Kader stehen wird. Blessin sagte auf der Pressekonferenz, dass dies mehr oder weniger nur davon abhänge, ob es mit der Spielgenehmigung rechtzeitig klappt, erklärte, was die Stärken von „Matti“ sind und wie der Transfer das Gefüge im zentralen Mittelfeld verändern kann: Soforthilfe mit ausgeprägtem Raumgefühl
Die Leipziger werden sicher ohne drei Spieler nach Hamburg reisen: Der starke Assan Ouédraogo fehlt mit einer Knieverletzung schon einige Zeit und wird auch noch einige Zeit ausfallen. Ebenfalls Probleme mit dem Knie hat Innenverteidiger Castello Lukeba, der aufgrund einer Kapselverletzung zuletzt aussetzen musste und auch am Millerntor nicht dabei sein wird.In der Offensive wird Johan Bakayoko fehlen, der nach einer Muskelverletzung erst zu Beginn der Woche wieder ins Team-Training eingestiegen ist. Wieder mit an Bord ist hingegen Benjamin Henrichs, der in Heidenheim nach über einem Jahr Pause (Achillessehnenriss) erstmals wieder auf dem Rasen stand.
Rückblickend betrachtet wäre es womöglich besser gewesen, wenn das Spiel am 10. Januar nicht den Witterungsbedingungen zum Opfer gefallen wäre. Denn RaBa Leipzig ist aktuell ziemlich gut in Form. Zwar konnte das Team nur zwei von drei Ligaspielen nach der Winterpause gewinnen, doch das 1:5 gegen Bayern München ist durchaus unglücklich zustande gekommen, hatte Leipzig doch eine wirklich beeindruckend starke erste Halbzeit gespielt. Nun müssen Alexander Blessin und sein Team aber gegen einen Gegner ran, der gut ins Rollen gekommen ist. Da waren die Fragezeichen vor drei Wochen deutlich größer, schließlich hatte Leipzig die beiden Ligaspiele vor der Winterpause verloren.
Teams von RaBa Leipzig sind von den Spielertypen her eigentlich seit Jahren recht ähnlich zusammengestellt und verfolgen die mehr oder weniger gleiche Spielidee: Alles findet in möglichst höchstem Tempo statt. Doch seit dieser Saison gibt es auch noch den Einfluss eines Trainers, der für andere klare Abläufe steht: Ole Werner wurde in der Vorsaison von Alexander Blessin dafür gelobt, dass man bei seinem Team, Werder Bremen, eine „klare Handschrift“ des Trainers erkennen könne. Diese beinhaltet auch ruhigere Phasen, in denen sein Team tiefer steht. Das aber widerspricht dem „Gegenpressing-Monster“, das Leipzig Woche für Woche auf dem Platz sein möchte. Blessin erklärt, wer sich durchsetzen wird: „Letztendlich steht dieser Verein für eine Art von Fußball und die ist nicht diskutabel.“
Aber es ist nicht so, dass man nicht trotzdem zumindest ein wenig „Werner-Ball“ in Leipzig erkennen würde. Blessin ergänzte, dass der neue Leipzig-Trainer durchaus versuche, seine Handschrift reinzubringen und sich dadurch das gesamte Team in einem Prozess befinde. Dieser lässt sich auch an den Zahlen ablesen: Der PPDA-Wert – ein Maß für Pressing-Intensität (nicht ganz exakt, aber die beste Methode, um zumindest Hinweise zu erhalten) – der Leipziger ist so hoch wie noch nie, seit das Team in der Bundesliga spielt. Das bedeutet, dass das Team den Gegnern etwas mehr Raum lässt, wenn diese im Ballbesitz sind. Ein durchgehender Fokus auf das Gegenpressing würde diesen Wert massiv nach unten drücken.
Etwas „Werner“ scheint in Leipzig also schon zu erkennen sein. Erfolgreich ist das Team unter seiner Leitung so oder so. Zwei deutliche Niederlagen gab es gegen den FC Bayern München, sowie drei ärgerliche, weil unglückliche Niederlagen gegen Hoffenheim, Union und Leverkusen (interessant: 20 ihrer 24 Gegentreffer in dieser Saison sind in nur diesen fünf Spielen zusammengekommen) – ansonsten ist Leipzig sehr erfolgreich in der Liga und ist im Pokal auch noch mit dabei.
Das ist schon bemerkenswert, weil die Leipziger vor der Saison ihre drei besten Offensivspieler (Openda, Sesko, Simons) abgegeben haben und dann ja auch ein neuer Trainer an die Seitenlinie gekommen ist. Die neuen Stars des Teams heißen Rômulo, Conrad Harder und Yan Diomande. Besonders Diomande ist hervorzuheben. Der 19-jährige kam mit der Empfehlung von gerade einmal etwas mehr als 500 Einsatzminuten in der ersten spanischen Liga (zwei Treffer) von CD Leganés und war Leipzig mal eben schlappe 20 Millionen Euro Ablöse wert. Wenige Monate später ist klar warum: Auf elf Torbeteiligungen in 17 Einsätzen bringt er es, was umso beeindruckender ist, weil ihm seine erste Torbeteiligung erst am achten Spieltag gelang.
Sicher ist, dass der FC St. Pauli in Sachen Tempo gefordert sein wird. RaBa Leipzig zieht mit einigem Abstand die höchste Anzahl an Sprints pro Spiel in der Bundeliga an und die Offensiv-Idee beruht auf dieser Bereitschaft, viele Tempoläufe zu machen. Naturgemäß ist es bei so einem Tempofußball, wie RaBa Leipzig ihn spielt, oft so, dass vor allem auf die Qualitäten in der Offensive geachtet wird. Das Team hat den dritthöchsten xG-Wert der Bundesliga und erspielte sich die zweitmeisten Torabschlüsse. Dies gelingt meist durch vorherige Dribblings. Die Leipziger Spieler haben sowohl die meisten Dribblings vorzuweisen (knapp 23 pro Spiel, der FCSP liegt bei knapp 12), als auch die höchste Erfolgsquote bei Dribblings. Das ist eine durchaus seltene Kombination von Statistiken – und eine, die Gegner schaudern lässt.

Wimmelbild der Enttäuschung beim letzten Aufeinandertreffen zwischen dem FC St. Pauli und RaBa Leipzig am Millerntor: Oladapo Afolayan, Jackson Irvine, Johannes Eggestein, Elias Saad und Hauke Wahl können es nicht fassen, Leipzigs Willi Orban ist hingegen die Ruhe selbst.
// (c) Stefan Groenveld
Bei diesen Zahlen ist der Fokus auf die Offensive auch gerechtfertigt und der FCSP sollte natürlich genau darauf schauen, wie er dafür sorgen kann, dass sich diese offensive Wucht am Millerntor nicht entfalten kann. Sicherlich hat sich Alexander Blessin zusammen mit seinem Team aber auch angeschaut, wie Leipzig Gegentreffer zulässt. Denn Tempo und Wucht in der Offensive sind oft gleichbedeutend mit Löchern in der Defensive. Wer einen Fokus auf intensives Gegenpressing setzt, ist mit vielen Beinen in Ballnähe – und bekommt Probleme, wenn es dem Gegner gelingt, den Ball aus dieser Zone kontrolliert heraus zu befördern. Es ist zu hoffen, dass dem FCSP genau das gelingt.
Mut macht der Blick auf die letzten Spiele gegen Top-Teams. Diese haben dem FC St. Pauli eigentlich ganz gut gelegen. Es gab bisher knappe Niederlagen gegen Leverkusen, München und Dortmund, sowie einen Punktgewinn gegen den BVB zum Saisonauftakt. Das zeigt, dass das Team von Blessin mit solchen Teams klarkommt, vielleicht sogar besser, als gegen jene, die sich hinten reinstellen. Blessin: „Gegen solche Top-Teams als klarer Außenseiter reinzugehen, ist manchmal einfacher. Es geht darum, sich auf die eigene Basis zu konzentrieren, aber die Momente mit dem Ball dann auch zu nutzen. Das haben wir in den genannten Spielen geschafft.“
Es ist durchaus möglich, dass RaBa Leipzig aufgrund der Englischen Woche in der Startaufstellung etwas rotieren wird. Allerdings hat Ole Werner in dieser Saison in Abwehr und Mittelfeld eher wenig rotiert, meistens fanden sich die gleichen Spieler auf dem Platz ein. Nur ganz vorne wechselte das Personal wesentlich häufiger. Sicher ist auf jeden Fall, dass wir eine Vierer-Abwehrkette zu sehen bekommen werden und davor vermutlich sowohl ein Dreier-Mittelfeld als auch einen Dreier-Angriff.
Beim FC St. Pauli ist völlig offen, wie auf die Sperre von Adam Dźwigała reagiert wird. Möglich ist, dass Jackson Irvine, sofern sein Fuß es zulässt, wieder in die Startelf zurückkehrt. Dann würde Eric Smith wieder in die Innenverteidigung zurückkehren. Möglich ist aber auch, dass Smith auf der Sechs bleibt und Tomoya Andō sein Startelfdebüt feiert. Und sollte Matti Rasmussen schon für einen Startelf-Einsatz infrage kommen, dann könnte auch er die „Irvine-Position“ einnehmen. Ich habe wirklich keine Ahnung, tippe aber mal auf Andō.
Eine weitere personelle Veränderung hat mit dem Zaunpfahl gewunken, sowohl auf der Pressekonferenz als auch in den letzten beiden Spielen: Ricky-Jade Jones hat gegen den BVB und HSV nach seinen Einwechslungen für ordentlich Betrieb gesorgt, hat die Offensive spürbar belebt. Dass Alexander Blessin auf ihn in der Startelf verzichten wird, ist unwahrscheinlich, das deuten auch seine Worte auf der PK an (schmunzelnd sagte er: „Er hat es gutgemacht. Wenn der Trainer nichts dagegen hat, steht einem Einsatz von Beginn an nichts im Wege, mal gucken …“). Somit dürfte Martijn Kaars aus der Startelf rausrotieren. Ob auch Mathias Pereira Lage eine „Startelfpause“ bekommen wird und stattdessen Danel Sinani wieder in eben jene rückt? Das ist angesichts des tempoharten Gegners eher unwahrscheinlich, aber natürlich ebenfalls möglich.
Egal, wer da nun auf dem Platz in der Startelf stehen wird, der FC St. Pauli muss ein anderes Gesicht zeigen als vergangenen Freitag. Blessin ist sich dessen bewusst, er möchte das Derby vergessen machen: „Wir wissen alle, dass wir uns da nicht mit Ruhm bekleckert haben. Beide Mannschaften wollten partout nicht verlieren und dieser Gedanke hat letztlich gesiegt. Wir waren nicht zufrieden, deswegen wollen wir es gegen Leipzig besser machen.“Mir persönlich ist das ehrlich gesagt inzwischen völlig egal, wie die Leistung ist, solange der FC St. Pauli punktet. Und da es in dieser Saison bereits zu viele punktlose Spiele gegeben hat, müssen nun auch in Spielen gegen solche Top-Teams wie Leipzig Punkte her. Egal wie.Forza!// Tim
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