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·29 de maio de 2026
Warum Barças Mega-Transfer von Anthony Gordon völlig überzogen ist

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·29 de maio de 2026

Barça überweist eine Sockelablöse von 70 Millionen Euro an Newcastle United, die durch leistungsbezogene Boni auf bis zu 80 Millionen Euro anwachsen kann. Es ist ein massives finanzielles Statement eines Vereins, der zuletzt jeden Cent zweimal umdrehen musste und sich diesen Deal nur durch die Abgänge von Großverdienern wie Robert Lewandowski ermöglichen kann. Doch eine Frage drängt sich bei diesem irrwitzigen Preisschild unweigerlich auf: Ist Anthony Gordon dieses gigantische finanzielle Risiko überhaupt wert?
Es ist kein Geheimnis, dass Trainer Hansi Flick die treibende Kraft hinter diesem Transfer war. Flick baut an seinem Barça 2.0 und benötigt dafür Spieler, die seine Philosophie des extremen Gegenpressings bedingungslos umsetzen. Gordon bringt dafür auf dem Papier hervorragende Anlagen mit. Mit einer gemessenen Spitzengeschwindigkeit von 37,9 km/h in der Champions League ist er eine absolute Waffe im Umschaltspiel. Er ist der Prototyp des vertikalen Druck-Flügelspielers, der gegnerische Abwehrreihen permanent stresst und ideal als pfeilschnelles Gegenstück zu Lamine Yamal auf der rechten Seite fungieren soll. Zudem bringt der 25-Jährige eine gewisse taktische Flexibilität mit und kann bei Bedarf auch im Sturmzentrum auflaufen.

Muss für den neuen Rekordtransfer wohl weichen: Barça-Leihspieler Marcus Rashford | SOPA Images/GettyImages
Wie hoch der Preis für Gordon tatsächlich ist, zeigt sich jedoch erst im direkten Vergleich mit der hauseigenen Alternative. Um Gordon zu finanzieren und taktisch Platz zu schaffen, lässt der FC Barcelona die 30-Millionen-Euro-Kaufoption für Marcus Rashford wohl verstreichen. Das ist sportlich und wirtschaftlich höchst fragwürdig. Rashford hat eine starke Leih-Saison absolviert, war maßgeblich am Gewinn der Meisterschaft beteiligt und lieferte wettbewerbsübergreifend 14 Tore und elf Vorlagen. Barça tauscht also einen vollintegrierten Meisterspieler, der weniger als die Hälfte gekostet hätte und sogar zu Gehaltseinbußen bereit war, gegen ein 80-Millionen-Experiment aus England.
Auch der FC Bayern München war sich mit Gordon grundsätzlich bereits einig. Max Eberl und die sportliche Führung suchten nach einer Verstärkung für die Offensive, doch an der Säbener Straße siegte am Ende die Vernunft. Die Münchner zogen eine klare rote Linie bei maximal 60 bis 65 Millionen Euro. Als Newcastle stur blieb, stiegen die Bayern aus dem Poker aus. Im Nachhinein war dies die einzig richtige Entscheidung. Intern gab es ohnehin laute und berechtigte Zweifel, ob man auf der linken Außenbahn, auf der Luis Díaz fast nie verletzt ausfällt, überhaupt einen Spieler in dieser Preisklasse benötigt. Die Münchner ließen sich nicht auf das Wettbieten ein – ein Beweis für gesunde wirtschaftliche Vernunft, die man in Barcelona offenbar für Hansi Flicks absoluten Wunschspieler über Bord geworfen hat.
Betrachtet man Anthony Gordons Leistungsdaten der abgelaufenen Saison genauer, wird schnell klar, warum die aufgerufene Summe fernab jeglicher Realität liegt. Seine Statistiken sind ordentlich, aber durch eine auffällige Anzahl an Elfmetern massiv geschönt:
Sechs Tore in 26 Ligaspielen – davon die Hälfte vom Punkt – sind schlichtweg keine Werte eines 80-Millionen-Mannes. Zwar lieferte er in der Königsklasse spektakulär ab, doch auch hier resultierte die Hälfte seiner Treffer aus Strafstößen. Dazu kommen charakterliche Fragezeichen: Gordon eckt an. Er kritisierte nach einer Niederlage gegen Sunderland öffentlich seine eigenen Mitspieler und lieferte sich ein hitziges Wortgefecht mit Kieran Trippier, weil er aus reinem Egoismus auf die Ausführung eines Elfmeters bestand, der eigentlich einem formschwachen Mitspieler überlassen werden sollte, wie der englische The Guardian berichtet. Ein solches Ego in eine ohnehin sensible Barça-Kabine zu integrieren, birgt enormen Zündstoff.
Zweifelsohne: Anthony Gordon ist ein enorm talentierter, wieselflinker Offensivspieler, der mit seiner aggressiven Spielweise hervorragend in das laufintensive System von Hansi Flick passen wird. Er bringt Eigenschaften mit, die das Spiel der Katalanen vertikaler und unberechenbarer machen werden. Doch am Ende des Tages muss sich ein Transfer an seinem Preisschild messen lassen. Und hier lautet das klare Urteil: Anthony Gordon ist ein guter Spieler, der ordentliche Zahlen auflegt, aber diese gigantische Summe von 80 Millionen Euro ist er schlichtweg nicht wert. Dass Barcelona dafür einen bewährten Spieler wie Marcus Rashford opfert und der FC Bayern dankend abwinkte, spricht Bände. Für die Katalanen ist dieser Transfer ein massives finanzielles Risiko – und für Newcastle United der Deal des Jahres.
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