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·30 de junho de 2026
Warum beim 1. FC Köln aktuell wichtige Entscheidungen ihren Preis haben

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Simon Bartsch
28 Juni, 2026
Der Eindruck hält sich hartnäckig. Während die Konkurrenz bereits den ein oder anderen Transfer an Land gezogen hat, ist es beim FC weiterhin ruhig. In den Sozialen Medien wächst die Ungeduld, Kessler bekommt sein Fett weg. Der Eindruck täuscht und erklärt, wo die aktuellen Schwierigkeiten stecken könnten.
Thomas Kessler am Telefon
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Als sich die Spieler des 1. FC Köln vor einem guten Monat in den Urlaub verabschiedeten, witzelte Thomas Kessler, dass er in den kommenden Tagen und Wochen wohl hauptsächlich am Geißbockheim anzufinden sei. Tatsächlich häufen sich in den Sozialen Medien nun aber die skeptischen Posts gegen den Kölner Geschäftsführer. Einige Anhänger wähnen den ehemaligen Keeper der Geißböcke dann doch im Urlaub oder nicht anwesend – zu wenig ist – jener Meinung nach – zuletzt rund um das Geißbockheim passiert. Auch wenn der Eindruck (wie berichtet) täuscht, wirkt es so, als sei dieser Transfersommer deutlich ereignisärmer als der des Vorjahrs. Zur Wahrheit gehört, dass auch im Sommer 2025 – abgesehen von Isak Johannesson und Ragnar Ache – die Transferaktivitäten eigentlich erst im Juli begannen. Tatsächlich sind schon einige Entscheidungen getroffen worden und es ist davon auszugehen, dass am Geißbockheim am kommenden Kader gefeilt wird.
Grundsätzlich steht Kessler vor einigen Aufgaben, die sich gefühlt strukturell widersprechen. Auf der einen Seite den Kader konkurrenzfähig machen, auf der anderen Seite wirtschaftlich haushalten. Hier Talente entwickeln und ihnen eine Perspektive bieten, dort den Kader punktuell stärken, auf junge externe Spieler setzen, die mittelfristig wirtschaftliche Entwicklung bedeuten. Auf dem Transfermarkt Stärke und Geduld beim Verkauf der Schlüsselspieler beweisen, gleichzeitig in Kauf nehmen, nicht das ganz große Geld für die weitere Kaderplanung adhoc zur Verfügung zu haben. Die Haltung im Fall von Said El Mala ist beispielsweise klar, aber konsequent. Unter 50 Millionen wollen die Kölner den Spieler nicht abgeben. Das ist eine starke Position, die auf der anderen Seite aber ihren Preis hat. Solange kein Geld fließt, kann es nicht wirklich in den neuen Kader investiert werden.
Bei Jakub Kaminski ist die Situation eine andere, aber nicht unbedingt die bequemere. Zwar haben die Kölner erwartungsgemäß die Kaufoption gezogen, doch die Ausstiegsklausel ermöglicht es halt Interessenten, Kaminski ohne Rücksprache mit dem FC zu verpflichten. Die Kölner werden einen Leistungsträger verlieren, ohne etwas dagegen tun zu können. Dennoch war die Entscheidung damals die absolut richtige – und auch hier wartet ein Batzen Geld. So muss der FC Lösungen suchen, die dem aktuellen Budget entsprechen. Vielleicht ein José Marsà, den die Kölner dem Vernehmen nach für einen niedrigen Millionenbetrag unter Vertrag nehmen wollen. Und eben nicht Abubacarr Sedi Kinteh, der für mehr als sechs Millionen Euro nach Saudi Arabien wechselt. Eine Summe, die man ohne den El-Mala-Deal wahrscheinlich nicht mitgehen wollte.
Dabei könnte ein Marsà-Deal ins Kessler-Konzept passen. Kaminski, Jahmai Simpson-Pusey und in gewisser Weise auch El Mala – der Geschäftsführer hat schon einige Spieler unter Wert verpflichtet (oder langfristig gebunden), die aber besser performt haben als gedacht. Der wirtschaftliche Erfolg ist enorm. Doch das Konzept hat Grenzen, wenn der Kader ausgedünnt ist, zu viele Abgänge verzeichnet. Und besonders bitter: Ausgerechnet wichtige Spieler, die diese Handschrift tragen, drohen nun zu gehen. Auf der einen Seite also ein Beleg für die gute Kaderarbeit, auf der anderen Seite die empfindliche Kader-Schwächung. Wirtschaftliches Modell versus immer wieder sportlicher Neuanfang. Und irgendwie wird es dann sogar paradox. Je besser die Arbeit, umso größer die Gefahr, die guten Spieler wieder zu verlieren.
Das alles hört sich nach großen Herausforderungen an. Es ist die Realität. Der FC kann in jenem Wettkampf nur mithalten, wenn er gut scoutet, schnell handelt. Das ist im Widerspruch manchmal dann aber nicht möglich. Hinter den Kulissen geht es wohl längst nicht mehr nur darum, den nächsten Spieler zu verpflichten. Es geht vielleicht auch darum, jede Entscheidung gegen ihre Folgen abzuwägen.







































