MillernTon
·01 de abril de 2026
Was der FC St. Pauli von der WM 2026 hat

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Ein halbes Dutzend Spieler des FC St. Pauli könnte im Sommer an der Fußball-Weltmeisterschaft teilnehmen. Der Verein wird dadurch signifikante Einnahmen erhalten.(Titelfoto: Stefan Groenveld)
Ja, die Fußball-Weltmeisterschaft in diesem Sommer ist kritisch zu betrachten. Mehr noch: Wir sollten über einen Boykott diskutieren, so wie es Oke Göttlich vor einigen Wochen öffentlichkeitswirksam erklärte. Sicher ist aber auch allen klar, dass diese Boykott-Aufrufe zumindest ihre Wirkung derart verfehlen, dass die WM von den Nationalteams nicht boykottiert werden wird. Trotzdem: Dass diese Weltmeisterschaft unter anderem in den USA ausgetragen wird, muss kritisiert werden. Der Fußball darf nicht dafür herhalten, die politischen Haltungen und Handlungen einer rechtsextremen US-Regierung nicht nur zu normalisieren, sondern auch in Form von „Friedenspreisen“ zu hofieren. Das wird er diesen Sommer aber leider.Entsprechend werden wir beim MillernTon einen größtmöglichen Bogen rund um diese Weltmeisterschaft machen. Wenn die Themen aber den FC St. Pauli betreffen, dann machen wir Ausnahmen (ja, diesen Widerspruch halten wir aus).
Nach den am Dienstag absolvierten Play-Off-Spielen ist sehr wahrscheinlich, dass sich die Rekordzahl von bis zu sechs Spielern des FC St. Pauli im Sommer zur Weltmeisterschaft aufmacht. 2022 war Jackson Irvine der einzige Spieler des FCSP, der bei der WM aktiv war, 2014 war es mit Aziz Bouhaddouz ebenfalls „nur“ ein Spieler. Nun ist also davon auszugehen, dass Jackson Irvine, Connor Metcalfe, Joel Fujita, Tomoya Andō, Nikola Vasilj und vielleicht auch Eric Smith im Sommer mit ihren Nationalteams einmal über den großen Teich reisen.
Theoretisch ist es auch möglich, dass noch weitere Spieler des FC St. Pauli zur WM fahren. Dass Hauke Wahl wohl erneut nicht eingeladen wird, halten wir nach wie vor für ein großes Versäumnis des deutschen Nationaltrainers (nein, das ist kein Spaß! Hauke würde jedem Team guttun). Möglich, aber eher unwahrscheinlich ist, dass Mathias Rasmussen und David Nemeth ausgerechnet zur WM ihr Debüt im Trikot ihrer Nationalteams feiern. Ebenfalls eher unwahrscheinlich ist leider, dass James Sands seine Verletzung rechtzeitig auskuriert und dann auch noch eingeladen wird.
Die Teilnahme von so vielen Spielern an der Weltmeisterschaft würde für sich für den FC St. Pauli bezahlt machen. Für die Teilnahme an der WM 2022 bekam jeder Club, bei dem die teilnehmenden Spieler unter Vertrag standen, rund 10.000,-€ pro Tag ab Beginn der Abstellungspflicht bis zum Ausscheiden der Spieler beziehungsweise ihrer Nationalteams aus dem Turnier. Bevor nun eine Rechnung angestellt wird, müssen wir uns erstmal mit der Abstellungspflicht befassen. Denn diese beginnt am 25. Mai. Das ist der Tag, an dem das Rückspiel der Bundesliga-Relegation stattfindet. Muss der FC St. Pauli also darum fürchten, dass er, sollte er in die Relegation müssen/dürfen, auf die halbe Stammelf verzichten muss, weil diese bereits bei ihren Nationalteams weilt?
Ja, mich packte auch die Angst, als ich von der Abstellungspflicht las und dass es nur ganz vereinzelte durch FIFA und Kontinentalverbände vereinbarte Ausnahmen gibt (das CL-Finale gehört wohl dazu, es findet erst am 30. Mai statt). Entsprechend haben wir uns mal beim FC St. Pauli umgehört, wie es um die Abstellungspflicht steht. Kurz gefasst: Ja, es gibt diese Abstellungspflicht, die Relegation stellt keine Ausnahme dar. Sollten die Nationalverbände verlangen, dass die Spieler bereits am 25. Mai abgestellt werden, dann dürfen sie nicht in der Relegation spielen.
Ist dein Puls jetzt hoch genug? Gut, dann können wir ja weitermachen. Denn obwohl die Abstellungspflicht völlig eindeutig ist und die Clubs im Zweifel überhaupt keine Chance hätten, ist es extrem unwahrscheinlich, dass der FC St. Pauli in einem möglichen Relegations-Rückspiel auf Spieler verzichten muss, weil diese bereits in der WM-Vorbereitung sind. Wie zu hören ist, sei es gelebte Praxis, dass Nationalverbände von der Abstellungspflicht keinen Gebrauch machen, wenn die Clubs noch wichtige Spiele zu bestreiten haben. Es droht also kein Abstellungsdrama – und sowieso: Der FC St. Pauli schafft ja eh den direkten Klassenerhalt, muss also nicht in die Relegation.

Igor Matanović kann sich ziemlich sicher, dass er im Sommer mit dem kroatischen Nationalteam zur Weltmeisterschaft fährt. Ob auch Eric Smith die Reise über den großen Teich antreten kann? Nach all dem Drama um wiederkehrende Verletzungen, die sein Debüt in der schwedischen Nationalmannschaft immer wieder verhindern, wäre es ihm zu wünschen.
// (c) Stefan Groenveld
Zurück zu den Abstellungsprämien. Theoretisch werden diese Abstellungsprämien anteilig an alle Clubs ausgeschüttet, bei denen WM-Fahrer innerhalb der letzten zwei Jahre gespielt haben. Somit könnte der FC St. Pauli auch im Fall von Elias Saad Prämien erhalten, der aller Voraussicht nach mit Tunesien an der WM teilnehmen wird. In den allermeisten Fällen ist aber in den Vertragswerken bei Transfers geregelt, dass solche Prämien alleinig an den Club gehen, bei dem der Spieler aktuell unter Vertrag steht (weil der aktuelle Club ja auch das Verletzungsrisiko trägt). Wir können davon ausgehen, dass das beim FC St. Pauli auch der Fall ist und das macht die Rechnung einfacher – und für den FCSP auch attraktiver, weil somit eine Prämien-Aufsplittung bei Fujita und Andō wegfallen würde.
Ende letzten Jahres vermeldete die FIFA, dass die ausgeschütteten Gelder deutlich erhöht werden. Statt der rund 200 Millionen Euro, die 2022 ausgeschüttet wurden, sind es nun mehr als 300 Millionen Euro. Allerdings bedeutet das nicht, dass die Prämien pro Tag höher werden dürften. Denn nicht nur die Prämien, sondern auch die Teilnehmeranzahl wurde zu fast gleichen Teilen erhöht (48 statt 32 Teams). Zudem ist die Abstellungsperiode länger als sie es 2022 war, als die WM im Winter ausgetragen wurde und die Vorbereitungszeit, aber auch das Turnier selbst extrem kurz gewesen ist. Grob überschlagen kann wohl erneut mit einer Summe von 10.000,- Euro pro Spieler und Tag der Abstellung gerechnet werden.
Rechnen wir das also mal vorsichtig durch: Zwischen Beginn der Abstellungspflicht am 25. Mai und dem Ende der Vorrunde liegen je nach Nation entweder 31 Tage (Bosnien-Herzegowina) oder 33 Tage (Japan, Schweden (die spielen gegeneinander), sowie Australien). Das bedeutet, dass mit einer Summe von um die 300.000,- Euro pro Spieler gerechnet werden kann, sofern diese mit ihren Teams die Vorrunde nicht überstehen. Bei fünf Spielern, die teilnehmen wären das dann bemerkenswerte 1,5 Millionen Euro – eine Summe, die für den FC St. Pauli ligaunabhängig eine signifikante Einnahme bedeutet.Sicher ist aber, egal, ob es nun Geld für den FCSP gibt oder nicht: Weltmeisterschaften in Ländern, die Demokratien zerstören und von Faschisten regiert werden, sind generell abzulehnen. Auf persönlicher Ebene wünschen wir aber allen WM-Fahrern des FC St. Pauli alles Gute. Kommt gesund zurück!// Tim
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