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·29 de julho de 2026
WM-Regeln in der Bundesliga: Gelb statt Rot

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Bei der WM flogen zwei Spieler vom Platz, weil sie im Streit mit einem Gegner die Hand vor den Mund hielten. In der Bundesliga hätten beide weitergespielt. Die Liga übernimmt fast alle Neuerungen aus dem Turnier – nur die spektakulärste hat den Weg über den Atlantik nicht überstanden.
Das Herzstück der Reform ist der sichtbare Countdown. Erkennt der Schiedsrichter bei einem Einwurf oder einem Abstoß eine absichtliche Verzögerung, zählt er die letzten fünf Sekunden per Hand herunter. Ist der Ball dann noch nicht im Spiel, wechselt beim Einwurf das Ausführungsrecht, beim Abstoß gibt es Eckstoß für den Gegner.
Die bereits eingeführte Acht-Sekunden-Regel für Torhüter bleibt unverändert bestehen, samt Eckstoß als Sanktion. Zwei Uhren also, die künftig gegen dieselbe Sache laufen: das Zeitspiel.
Der zweite Block trifft ein Ritual, das jeder Zuschauer kennt. Wird ein Spieler auf dem Feld behandelt oder verursacht er eine verletzungsbedingte Unterbrechung, muss er das Spielfeld verlassen und darf erst nach einer Minute zurückkehren. Ausgenommen sind Behandlungen nach Zusammenprällen, nach Kopfverletzungen und nach Fouls, die eine Karte nach sich ziehen.
Bei Auswechslungen haben Spieler zehn Sekunden Zeit, den Platz zu verlassen. Dauert es länger, darf der Eingewechselte erst bei der nächsten Unterbrechung nach Ablauf einer Minute aufs Feld – die Mannschaft spielt so lange in Unterzahl. Ein Trainer, der in der 89. Minute den letzten Wechsel als Zeitfresser einplant, plant künftig gegen sich selbst.
Bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada war das Verdecken des eigenen Mundes im Wortgefecht mit einem Gegenspieler ein glatter Platzverweis. Miguel Almirón aus Paraguay und Ecuadors Piero Hincapié mussten deshalb runter. Die Regel soll verhindern, dass Spieler Beleidigungen absetzen, die weder Schiedsrichter noch Kameras rekonstruieren können.
Für die Bundesliga hat die DFB-Schiedsrichter-GmbH um Geschäftsführer Knut Kircher gemeinsam mit der Kommission Fußball der Bundesliga entschieden: nur Gelb. Der DFB bestätigte das der Deutschen Presse-Agentur, zuerst hatte die „Bild“ berichtet. Deutschland folgt damit, wie meistens, der Linie der UEFA – und die lehnt gleich mehrere WM-Regeln ab.
Die Frage ist nicht, ob die Geste bestraft gehört. Sie gehört bestraft. Die Frage ist, ob eine Rote Karte für eine Handbewegung im Verhältnis zu dem steht, was auf deutschen Plätzen ansonsten für Rot reicht. Kircher und die Kommission haben sie mit Nein beantwortet.
Der Video-Assistent bekommt zwei neue Zuständigkeiten. Er darf eingreifen, wenn eine Gelb-Rote Karte auf einer eindeutig falschen zweiten Verwarnung beruht. Und er darf korrigieren, wenn der Falsche verwarnt wurde, weil ein anderer Spieler das Vergehen beging.
Nicht bekommen hat er die Eckball-Kompetenz. Das IFAB erlaubt es, einen klar zu Unrecht gegebenen Eckstoß per Video zurückzunehmen; bei der WM wurde das genutzt. DFB, DFL und die Bundesliga-Klubs entschieden am 27. Juli dagegen. Falsche Ecken bleiben in Deutschland außerhalb des Protokolls.
Dazu kommen zwei Details zur Vorteilsauslegung: Wer eine klare Torchance vereitelt, es fällt aber nach Vorteil trotzdem ein Tor, sieht keine Verwarnung mehr. Und Schiedsrichter dürfen den Vorteil künftig auch bei fehlerhaften Spielfortsetzungen laufen lassen, etwa bei falschem Einwurfort oder nicht ruhendem Ball.
Die Trinkpausen, die jedes WM-Spiel faktisch in Viertel zerlegten, kommen weder in die Bundesliga noch in den DFB-Pokal. Auch der englische Testversuch, bei dem nach der Behandlung eines Torhüters ein Feldspieler für eine Minute vom Platz muss, wird in Deutschland nicht übernommen.
Was bleibt, ist eine Liga, die ab dem ersten Spieltag Ende August anders getaktet ist als die vergangene. Mehr Nettospielzeit, weniger Liegezeit, ein Schiedsrichter, der mit der Hand mitzählt. Die ersten Wochen werden hässlich – jede neue Zeitregel produziert zunächst Empörung, dann Gewöhnung. Interessant wird erst der Moment, in dem ein Team wegen fünf Sekunden einen Eckstoß kassiert und daraus ein Gegentor entsteht.







































