FC Bayern München
·15 de janeiro de 2026
Wo Leipzig gefährlich wird – und wie Bayern Lösungen findet

In partnership with
Yahoo sportsFC Bayern München
·15 de janeiro de 2026

Mit dem Start in die Rückrunde wartet auf den FC Bayern gleich ein echter Gradmesser. Auswärts bei RB Leipzig kommt es zur Neuauflage eines Duells, das zum Saisonstart ein deutliches Ergebnis hatte: Beim 6:0-Erfolg im Auftaktspiel setzten die Münchner ein frühes Statement. Doch dieses Resultat täuscht nicht darüber hinweg, dass Leipzig eine sehr starke Hinrunde gespielt hat. Trotz einzelner Rückschläge präsentierte sich die Mannschaft von Cheftrainer Ole Werner stabil, intensiv und taktisch klar ausgerichtet – und steht nach 17 Spieltagen auf einem Champions League-Platz. Die Aufgabe bei den Sachsen wird daher eine völlig andere als noch zum Start der Saison. Hier erfahrt Ihr, worauf Michael Olise und Co. im Topspiel am Samstag (18:30 Uhr) achten müssen.
Trotz zweier empfindlicher Dämpfer im Kampf um die Champions League-Plätze steht RB Leipzig nach 17 Spieltagen weiterhin gut da. Die Euphorie nach dem Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale (3:1 gegen Magdeburg) und dem deutlichen 6:0-Heimsieg in der Liga gegen Frankfurt war kurz vor Weihnachten allerdings wieder abgeebbt. Die beiden Niederlagen bei Union Berlin (1:3) und zum Jahresabschluss gegen Leverkusen (1:3) bremsten den Schwung, änderten jedoch nichts an der stabilen Tabellenposition. Leipzig rangiert nach dem 2:0-Heimsieg am Mittwoch gegen den SC Freiburg mit einem Spiel weniger auf Platz drei – und damit aktuell auf einem Königsklassenrang. Cheftrainer Ole Werner sieht eine Entwicklung, an die sich im neuen Jahr anknüpfen lässt: „Wir haben viele Dinge auf den Weg gebracht.“
Dass der 37-jährige Cheftrainer im Topspiel am Samstag an seiner grundsätzlichen Ausrichtung rüttelt, ist eher unwahrscheinlich. Leipzig absolvierte eine weitgehend erfolgreiche erste Saisonhälfte aus einer 4-3-3-Grundordnung heraus, auch personell setzt Werner auf Kontinuität. Vor Keeper Peter Gulacsi verteidigt eine eingespielte Viererkette aus Ridle Baku, Willi Orban, Castello Lukeba und Kapitän David Raum. Davor agiert RB mit einem gut ausbalancierten Mittelfeld: Defensivspezialist Nicolas Seiwald, Box-to-Box-Spieler Xaver Schlager und der technisch versierte, offensivstarke Christoph Baumgartner sorgen für Stabilität und Kreativität. Auch Assan Ouédraogo ist nach seiner Verletzung wieder fit und erweitert die Möglichkeiten. Das Prunkstück des Leipziger Spiels sind die Flügelspieler: Shootingstar Yan Diomande ist nach seiner Teilnahme am Afrika-Cup wieder eine Option sein, ebenso Antonio Nusa. Mit Johan Bakayoko und Tidiam Gomis stehen weitere hochkarätige Alternativen für die Außenbahnen bereit. Im Sturmzentrum ist der physisch starke Brasilianer Romulo gesetzt, die athletischere und technisch versiertere Variante wäre Conrad Harder.
Zwar tritt RB Leipzig meist in einem klassischen 4-3-3 an, interpretiert diese Grundordnung im Ballbesitz jedoch sehr frei. Im Aufbau schieben die Außenverteidiger nicht stumpf die Linie entlang, sondern bewegen sich bewusst diagonal nach innen und vorne. Gleichzeitig lässt sich der zentrale Mittelfeldspieler zwischen oder neben die Innenverteidiger fallen. So entsteht eine flexible Dreierkette mit davor positionierten Verbindungsspielern – ein Aufbau, der viele Passwinkel öffnet und Leipzig erlaubt, früh Präsenz in den Halbräumen herzustellen. Aus dieser Struktur heraus sucht RB gezielt den Weg nach vorne, ohne dabei an Ordnung zu verlieren.
Das Leipziger Spiel ist klar auf die Außen zugeschnitten. Die Flügelstürmer halten zunächst konsequent die Breite, um das Feld maximal zu strecken. Dahinter werden gezielt Bewegungen im Halbraum ausgelöst: Ein Flügelspieler kippt ein, ein Außenverteidiger startet diagonal in die Tiefe oder ein Achter schiebt nach. Ziel ist es, den gegnerischen Defensivverbund auseinanderzuziehen und anschließend isolierte Duelle in hoher Geschwindigkeit zu erzeugen. Gerade nach Seitenwechseln entfaltet dieses Vorgehen seine Wirkung, weil Leipzig dann mit Tempo und Dynamik auf eine noch ungeordnete Defensive trifft.
Für den FC Bayern bedeutet das vor allem eines: Die Absicherung der Außenbahnen darf nicht allein Aufgabe der Außenverteidiger sein. Rückwärtspressing und sauberes Verschieben der ballnahen Mittelfeldspieler werden entscheidend, um nicht permanent in Unterzahlsituationen zu geraten.
Dabei ist das Pressing der Sachsen eng mit dem eigenen Ballbesitz verzahnt. Hohe Ballgewinne sind ausdrücklich gewollt, weil sie kurze Wege zum Tor ermöglichen. Tiefe Läufe ohne Ball, aggressives Nachsetzen und klar definierte Pressingzonen sorgen dafür, dass Leipzig nach Ballverlusten sofort wieder Zugriff bekommt. Durch die eingerückten Außenverteidiger stehen viele Spieler in Zentrumsnähe – ein Vorteil im Gegenpressing, der es dem Gegner schwer macht, sich sauber zu befreien. Daraus leiten sich für die Kompany-Elf klare Anforderungen ab: ein sauberer erster Kontakt und eine klare Entscheidungsfindung, um nicht in diese Drucksituationen zu geraten.
Leipzig ist dabei keineswegs starr, sondern kann seine Struktur auch während des Spiels anpassen. Phasenweise agiert ein Außenverteidiger deutlich tiefer und wird Teil der Dreierkette, während der Sechser höher ins Mittelfeld rückt. Dadurch verändert sich nicht nur die Aufbauordnung, sondern auch das Pressing des Gegners wird vor neue Aufgaben gestellt. Flügelspieler müssen andere Wege aufnehmen, Zuordnungen verschieben sich. Für die Münchner ergibt sich daraus, flexibel zu bleiben und die eigene Pressinghöhe situativ anzupassen, statt sich auf feste Muster zu verlassen.
Jonathan Tah und Co. können hier mit eigenem Mut gegen den Ball ansetzen. Mit einem hohen, intensiven Pressing lässt sich versuchen, Leipzigs Aufbau früh zu lenken und die diagonalen Bewegungen der Außenverteidiger zu isolieren. Wichtig wird sein, dass die vorderste Linie nicht nur anläuft, sondern auch Passwege ins Zentrum konsequent schließt. Gelingt es, Leipzig auf lange Bälle oder unkontrollierte Zuspiele zu zwingen, verliert das RB-Spiel an Struktur – und damit an Durchschlagskraft.
Im eigenen Ballbesitz könnten die Münchner ihre Stärken gezielt ausspielen. Eingerückte Außenverteidiger im Aufbau helfen, Leipzigs erstes Pressing zu überspielen und Kontrolle im Zentrum zu gewinnen. Von dort aus kann das Spiel bewusst auf die Flügel verlagert werden, um Leipzigs Außenstürmer sowie die beiden Achter im Halbraum defensiv zu binden. Zudem kann ein spielstarker Mittelstürmer wie Harry Kane als Verbindungsspieler zwischen den Linien fungieren und so das Leipziger Gegenpressing ins Leere laufen lassen. Entscheidend wird sein, nach Ballverlusten sofort geschlossen nachzuschieben – denn nur wer Leipzigs Umschaltmomente erstickt, nimmt dem RB-Spiel einen seiner wichtigsten Hebel.
Alle Infos, wie Ihr das Topspiel in Leipzig verfolgen könnt:









































