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·2. September 2026
100-Millionen-Wette: Jetzt muss Kovac beim BVB liefern

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Vizemeister und beste Defensive reichten den Dortmundern nicht. Wer den Kader mitbaut, kann fehlende Qualität nicht mehr als Ausrede nutzen.
73 Punkte, Vizemeister, beste Defensive der Bundesliga – und Borussia Dortmund investiert trotzdem mehr als 100 Millionen Euro in neue Spieler. Der Grund ist offensichtlich: Gut war dem BVB nicht gut genug. Der Kader soll jünger, kreativer und in der Breite stärker werden. Für BVB-Experte Christian Woop (Funke) ist die Konsequenz im Fever Pit'ch Podcast eindeutig: „Jetzt ist der Kader, wie ich finde, besser geworden. Dementsprechend ist auch das Maximum, was man erreichen kann, höher.“ Das ist der neue Maßstab in Dortmund. Es geht nicht mehr allein darum, die Ergebnisse der Vorsaison zu bestätigen. Dieser BVB muss den nächsten Schritt machen – und dafür steht vor allem Trainer Niko Kovac in der Verantwortung.
Denn Kovac hat diese Mannschaft mitgebaut. Woop betont, dass Sportdirektor Ole Book, Geschäftsführer Sport Lars Ricken und der Trainer die Transferentscheidungen gemeinsam getroffen hätten: „Es ist auch Niko Kovacs Kader, definitiv.“ Das ist ein wichtiger Unterschied zur vergangenen Saison. Damals holte Kovac aus einer defensiv starken Mannschaft sehr viel heraus, spielerisch fehlte Dortmund jedoch häufig eine erkennbare Handschrift. Nun stehen ihm zusätzliche Kreativität, individuelle Klasse und mehr Alternativen zur Verfügung. Was vorher noch mit fehlender Qualität erklärt werden konnte, muss Kovac jetzt auf dem Platz lösen.
Dabei darf Fortschritt nicht nur an ein paar zusätzlichen Punkten gemessen werden. „Auch die B-Note muss jetzt ein bisschen besser werden“, fordert Woop. Er will „mehr mitreißenden Fußball, mehr Spektakel, mehr Variabilität“ sehen. Beim 2:0 gegen den HSV war davon bereits etwas zu erkennen. Entscheidender ist aber, ob daraus eine dauerhafte Handschrift entsteht. Woop registriert schon jetzt eine Veränderung im Umfeld: „Man hat wieder Lust auf den BVB.“ Genau diese Lust war Dortmund trotz sportlich guter Ergebnisse zuletzt zu häufig abhandengekommen.
Eine Meisterpflicht ergibt sich daraus trotzdem nicht. Bayern bleibt der klare Maßstab, aber dessen Punktzahl kann Dortmund nicht beeinflussen. „Wenn die auf die 90 Punkte zusteuern … was willst du dann machen?“, sagt Woop. Der sinnvollere Vergleich ist deshalb der BVB mit sich selbst: In der vergangenen Saison ließ Dortmund gegen direkte Konkurrenten zu viele Punkte liegen, verabschiedete sich früh aus dem DFB-Pokal und enttäuschte in der entscheidenden Phase der Champions League. Genau dort muss sich zeigen, ob die Investitionen tatsächlich sportlichen Fortschritt erzeugen. Bayern herauszufordern wäre das mögliche Ergebnis dieser Entwicklung – nicht ihr einzig zulässiger Beweis.
Damit wird diese Saison vor allem zu Kovacs Bewährungsprobe. Die Dortmunder Verantwortlichen haben den Kader verändert, auf Konstantelias’ schwere Verletzung schnell mit Ethan Nwaneri reagiert und Kovac deutlich mehr Optionen gegeben. Woop erkennt darin bereits klar „die Ole-Book-Handschrift“. Nun muss Kovac daraus eine Mannschaft formen, die ihre Möglichkeiten häufiger ausschöpft – gegen Hoffenheim genauso wie später in den großen Spielen und den Pokalwettbewerben. 100 Millionen Euro garantieren keinen Titel. Sie machen aber die Frage unausweichlich, ob der BVB tatsächlich besser geworden ist. Die Antwort darauf muss Kovac auf dem Platz geben.
Den kompletten Fever Pit'ch Talk gibt's zu sehen unter diesem Link.
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