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·24. September 2026

1:1! Licht und Schatten beim Klopp-Debüt – die DFB-Auswahl in der Einzelkritik

Artikelbild:1:1! Licht und Schatten beim Klopp-Debüt – die DFB-Auswahl in der Einzelkritik

Am Donnerstagabend begann für die Deutsche Nationalmannschaft nicht nur die nächste Nations-League-Runde, sondern auch mit dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp eine neue Zeitrechnung. Das Debüt des ehemaligen Dortmund- und Liverpool-Trainers verlief mit einem 1:1 in Amsterdam gegen die Niederlande insgesamt durchaus positiv, mit vielversprechenden Ansätzen, aber auch einigen altbekannten Sorgen. Wie gut sich die DFB-Elf im Einzelnen schlug, erfahrt ihr in der LIGABlatt-Einzelkritik. 

Marc-André Ter Stegen: In seinem neuen Heimatstadion in Amsterdam feierte der frühere Barcelona-Keeper insgesamt eine gelungene Rückkehr zwischen die Pfosten der deutschen Nationalmannschaft, hatte aber auch einige merkliche Schwächen in seinem Spiel. Auf der Linie wirkte der inzwischen 34-Jährige flink und aufmerksam wie immer und kratzte vor allem in der zweiten Halbzeit mehrere Hochkaräter der Niederländer raus, konnte beim späten Gegentor aber nichts ausrichten. Mit dem Ball am Fuß zeigte Marc-André Ter Stegen allerdings ungewohnte schwächen und spielte wiederholt dem Gegner den Ball in den Fuß, was zu Chancen führte, die er dann meist selbst wieder ausbügelte. Dennoch lässt sich auf dieser Leistung aufbauen. (Note: 2,5)


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Philipp Treu: Der Freiburger feierte an diesem Abend sein Länderspieldebüt und hinterließ dabei einen richtig guten Eindruck. Laufstark und hartnäckig in den Zweikämpfen ließ er hinten wenig zu. Nach vorne konnte der 25-Jährige mit seinen Hereingaben durchaus Akzente setzen, so war er auch direkt am 1:0 der deutschen Mannschaft durch Felix Nmecha beteiligt, jedoch wirkte er da noch insgesamt zu schüchtern und hätte in der einen oder anderen Situation lieber selbst den Abschluss wählen sollen, anstatt noch einmal abzuspielen. (Note: 2)

Jonathan Tah: In der ersten Halbzeit zunächst hier und da noch etwas unsicher, arbeitete sich der Bayern-Profi immer weiter in die Partie und köpfte hinten raus, was ging. Wenn die Niederländer jedoch flach spielten, stolperte Tah das eine oder andere Mal über die eigenen Beine. (Note: 3)

Nico Schlotterbeck: Mit dem Ball am Fuß der deutlich aktivere der beiden deutschen Innenverteidiger, versuchte der Dortmunder immer wieder von hinten das Spiel aufzubauen, was mal mehr und mal weniger gelang. Hinten machte Schlotterbeck zwar keine großen Fehler, hatte aber mit der Dynamik seiner Gegenspieler ab und an Probleme. (Note: 2,5)

Nathaniel Brown: Viel unterwegs, aber nur selten wirklich ins Spiel eingebunden, zeigte der Neu-Münchner allerdings vor allem in der ersten Halbzeit großen Einsatzwillen und machte auch weite Laufwege, die schmerzten. Im direkten Verteidigen tat er sich allerdings schwer. Nach einem Konter hätte Nathaniel Brown um ein Haar das 2:0 fürs DFB-Team vorbereitet, doch Karim Adeyemi bekam freistehend den Ball nicht aufs Tor. Kurz vor Schluss verlor der ehemalige Frankfurter dann aber das entscheidende Duell gegen Cody Gakpo, der noch den Ausgleich für die Niederlande erzielen konnte. (Note: 3)

Felix Nmecha: Der Dortmunder konnte dank seiner Dynamik immer wieder vielversprechende Vorstöße im Mittelfeld liefern, die aber zu selten ausgespielt wurden. Trotzdem stand Nmecha in der 32. Spielminute genau richtig, als die gegnerische Abwehr die flache Hereingabe von Philipp Treu nicht geklärt bekam und erzielte somit das erste Deutschland-Tor der Ära Klopp. Hiernach viel die Leistung des Achters allerdings etwas ab und er konzentrierte sich primär aufs Verteidigen, was er auch weitestgehend gut löste. Wenn es aber mal schnell wurde, brauchte Felix Nmecha allerdings immer ein wenig, um hinterher zu kommen. In der 64. Spielminute wurde der Torschütze dann ausgewechselt und für ihn kam Anton Stach in die Partie. (Note: 2)

Joshua Kimmich: Vorm 1:0 spielte den Ball trotz des verletzt am Boden liegenden Brian Brobbey nicht raus, sondern leitete den Angriff ein, der dann auch zur deutschen Führung führte. Dies war allerdings der auffälligste Moment des deutschen Kapitäns, der drum aber keine schlechte Partie machte, sondern wie gewohnt im Mittelfeld die Bälle verteilte. Nach vorne allerdings hatte der 31-Jährige nicht wirklich die zündenden Ideen, die zu großen Chancen hätten führen können. In der Arbeit gegen die Kugel allerdings tat sich Joshua Kimmich gegen die physisch starken Niederländer sehr schwer. (Note: 3)

Karim Adeyemi: Ein wenig war der neue Barcelona-Profi der Pechvogel der Partie, indem er eine hundertprozentige Gelegenheit zum 2:0 nach einem Konter über Nathaniel Brown nicht verwandelte. Dennoch war der ehemalige Dortmunder sehr engagiert und versuchte viel, gelingen wollte Karim Adeyemi allerdings nur wenig. Die Einstellung stimmte, die Füße waren im Weg. In der 80. Spielminute ging der 24-Jährige dann für Serge Gnabry vom Platz. (Note: 4)

Nadiem Amiri: Durch die Verletzung von Jamal Musiala beim Aufwärmen sehr kurzfristig in die Startelf gerückt, war dies leider nicht die beste Leistung des Mainzers im DFB-Dress. Amiri fand einfach keine Bindung zum Spiel, konnte in Kombinationen nicht eingebunden werden und hatte bei seinen progressiven Pass-Versuchen nur selten Erfolg. In den Zweikämpfen wurde der 30-Jährige von seinen Gegenspielern regelrecht aufgefressen. Nach knapp 80 Minuten durfte wurde er dann gegen den Debütanten Yannick Engelhardt ausgewechselt. (Note: 4,5)

Kevin Schade: Auf seiner linken Seite versuchte der Außenstürmer zwar durch Tiefenläufe für Gefahr zu sorgen, wurde aber nur selten mit den entsprechenden Pässen in die Spitze gefüttert. So hatte der Brentford-Profi nur wenig Einfluss aufs deutsche Angriffsspiel, auch wenn ihm der Wille nicht abzusprechen war. In der 64. Spielminute wurde Kevin Schade dann runter genommen und für ihn kam Chris Führich in die Begegnung. (Note: 3,5)

Kai Havertz: Der Arsenal-Stürmer war zu Spielbeginn vor allem defensiv gefordert, wo er seine Sache tatsächlich auch gut machte und wichtige Zweikämpfe gewann, vorne hingegen konnte er keine echten Akzente setzen. Wegen einer Oberschenkelverletzung wurde Havertz dann aber schon in der 30. Spielminute gegen Younes Ebnoutalib ausgewechselt. (Note: 3)

Younes Ebnoutalib: Der Frankfurter kam aufgrund der Verletzung von Kai Havertz eher unverhofft zu seinem Debüt in der deutschen Nationalmannschaft, brachte aber direkt eine tolle Energie mit, die das Momentum der Begegnung komplett drehte, denn bis dahin hatte die deutsche Mannschaft große Probleme. Nach seiner Einwechslung jedoch, hatte Younes Ebnoutalib zunächst gleich die erste Chance für die DFB-Elf, auf die dann kurz darauf auch die deutsche Führung folgte. Hiernach hatte der 23-Jährige zwar nicht unglaublich viele Aktionen, doch hatten viele davon Hand und Fuß, indem er sich oft fallen und ins Kombinationsspiel einbeziehen ließ, Bälle ablegte, oder den Gegner anlief. So war es ein insgesamt sehr gelungenes Debüt für den jungen Angreifer. (Note: 2,5)

Anton Stach: Der Mittelfeldmann von Leeds United, der für Torschütze Felix Nmecha in die Partie kam, hatte leider keinen guten Abend erwischt und schaffte es nicht, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Nur selten hatte der 27-Jährige den Ball und nur wenig wollte ihm mit der Kugel anfangen. Vor dem späten Gegentreffer verlor Anton Stach einen wichtigen Zweikampf, der dann das 1:1 ermöglichte. (Note: 5)

Chris Führich: Der Stuttgarter versuchte nach seiner Hereinnahme über seine linke Seite wieder mehr Druck aufzubauen und zeigte dabei ganz gute Ansätze, war aber insgesamt zu zögerlich und traute sich nicht, auch mal selbst ins Dribbling zu gehen, oder den Abschluss zu suchen. (Note: 3)

Yannick Engelhardt: Für Nadiem Amiri in die Partie gekommen, hatte der Debütant vom SC Freiburg aber kaum die Gelegenheit, sich zu zeigen und war nur wenig am Ball. Eine Benotung entfällt dementsprechend.

Serge Gnabry: Auch der Bayern-Angreifer hatte aufgrund seiner kurzen Einsatzzeit nicht wirklich Gelegenheit, sich zu zeigen und eine Bewertung entfällt auch hier, jedoch muss angemerkt werden, dass der Ballverlust Serge Gnabrys letztlich zum späten Ausgleich der Niederländer führte.

Foto: Dean Mouhtaropoulos / Getty Images 

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