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·25. September 2026

Stimmen zu Niederlande gegen Deutschland: Was sagen Klopp, Kimmich und Tah nach dem 1:1?

Artikelbild:Stimmen zu Niederlande gegen Deutschland: Was sagen Klopp, Kimmich und Tah nach dem 1:1?

Ein Punkt zum Auftakt, viel Leidenschaft und ein bitterer Ausgleich in der Nachspielzeit: Nach dem 1:1 in den Niederlanden haben Bundestrainer Jürgen Klopp, Kapitän Joshua Kimmich, Jonathan Tah und Debütant Philipp Treu das erste Länderspiel der neuen Ära eingeordnet. Der Tenor: Das neue Gesicht der Mannschaft gefällt, die Schlussphase nicht. Alle Daten zur Partie stehen auf der Seite Niederlande gegen Deutschland.

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Bundestrainer Jürgen Klopp vor seinem ersten Länderspiel in der Johan Cruijff Arena. Nach dem 1:1 gegen die Niederlande sah er viel Leidenschaft, aber auch Luft nach oben. (Foto: Lars Baron / Getty Images)


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Was sagt Jürgen Klopp nach dem 1:1 gegen die Niederlande?

Klopp sah in der Johan Cruijff Arena zwei Mannschaften mit derselben Mission. Gegenüber DFB.de sagte der Bundestrainer: „Es waren zwei sehr gute Fußballmannschaften in derselben Situation. Beide wollten unter Beweis stellen, dass sie nicht so schlecht sind, wie sie gerade gesehen werden, und das hat man dem Spiel angemerkt.“

Den Spielverlauf teilte er in Phasen ein. Die ersten zehn Minuten seien gut gewesen, danach habe seine Mannschaft zehn Minuten lang Probleme gehabt. „Wenn das System noch nicht steht, und damit meine ich nicht mal das taktische, sondern generell, wenn die Abläufe noch nicht komplett drin sind, dann ist das ein Moment, wo du hart darum kämpfen musst, um Zweikämpfe zu gewinnen.“

Unter dem Strich überwog beim 59-Jährigen die Zufriedenheit: „Ich war mit vielen Einzelleistungen sehr zufrieden, war generell mit der gezeigten Leidenschaft sehr zufrieden. Wir können besser und mehr Fußball spielen.“ Selbstkritisch wurde Klopp bei den zweiten Bällen, da habe sich sein Team „an Stellen selber Arbeit verschafft“. Sein Fazit: „Es war ein anstrengendes Spiel für beide Mannschaften.“

Klopp über Nervosität, den Punkt und Serge Gnabry

Bei RTL verriet Klopp, dass er vor dem Anpfiff nicht nervös gewesen sei: „Ich hab da über 1000-mal gestanden, das war ganz natürlich.“ Mit dem Ergebnis hadert er nur ein wenig: „Ich hätte super gerne gewonnen, aber kann mit dem Punkt leben.“ Einen kleinen Tadel gab es für den eingewechselten Serge Gnabry, dessen Ballverlust den Ausgleich einleitete: „Das ist nicht schlimm, kann passieren, kein Thema. Aber Serge muss nach vorne weglaufen, mit dem Ball nach vorne weggehen, das weiß Serge auch.“

Klopp zum aberkannten Tor von Virgil van Dijk

Die Aufregung der Niederländer über den zurückgenommenen Kopfballtreffer ihres Kapitäns teilte Klopp nicht. Brian Brobbey sei „fast viereckig, Marc kommt nicht dran vorbei“, sagte er über die Behinderung von Marc-André ter Stegen: „Es ist eine tolle Ecke, aber es ist ein Foul.“ Auch das Weiterspielen vor dem 1:0 durch Felix Nmecha, während Brobbey am Boden lag, verteidigte er: „Die Regel ist auch da so: Es wird weitergespielt. Die Jungs werden aufgefordert, den Ball nicht rauszuspielen. Wir nutzen die Situation grandios.“ Was Klopp sich vor dem Spiel vorgenommen hatte, steht in unserem Artikel zur Pressekonferenz am Vorabend.

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Debütant Philipp Treu attackiert Cody Gakpo. Der Freiburger wurde nach dem Spiel von Jonathan Tah ausdrücklich gelobt, Gakpo erzielte in der Nachspielzeit den Ausgleich. (Foto: Dean Mouhtaropoulos / Getty Images)

Was sagen Kimmich, Tah und Treu?

Joshua Kimmich

Der Kapitän, der mit seinem 115. Länderspiel an Toni Kroos vorbeizog, sah einen ordentlichen Anfang: „Es war ein intensives Spiel, in dem nicht alles perfekt war, aber vieles sich auf dem Platz gut angefühlt hat, gerade am Anfang des Spiels. Wir haben nach dem 1:0 noch eine Riesenchance.“ Gemeint war die Gelegenheit von Karim Adeyemi, der den Ball über das leere Tor schoss.

Kimmich erklärte auch, woran in den Trainingstagen gearbeitet wurde: „Der Fokus lag in den letzten Tagen auf dem Defensiven. In der zweiten Halbzeit haben wir uns darauf konzentriert, tiefer zu stehen, aber eine gewisse Grundordnung zu finden, wie wir gegen den Ball spielen wollen.“ Bei RTL räumte er ein, dass die Niederländer nach der Pause stärker wurden und Deutschland den einen oder anderen Konter nicht sauber ausspielte. Sein Urteil: „Zum Schluss war es ein verdientes Unentschieden.“

Jonathan Tah

Der Innenverteidiger trauerte dem Sieg etwas mehr nach: „Wir hätten gerne das Spiel gewonnen. Es gab auf beiden Seiten Chancen, aber wenn du führst, willst du es auch über die Bühne bringen.“ Trotzdem sprach er von einem guten ersten Schritt in einem „brutal intensiven“ Spiel: „Es war nicht alles gegen und mit dem Ball perfekt, aber darum ging es nicht. Es ging darum, zu zeigen, dass wir ein anderes Gesicht zeigen wollen.“ Über den neuen Trainer sagte Tah bei RTL: „Jürgen Klopp kann eine Mannschaft mitreißen, das hilft uns auf jeden Fall.“

Ein Sonderlob hatte Tah für seinen Nebenmann auf der rechten Seite: „Ich würde gerne Pippo herausheben, Philipp Treu. Wie er die Linie rauf und runter gerannt ist, war top, genau das brauchen wir!“

Philipp Treu

Der Freiburger war einer von drei Debütanten neben Yannik Engelhardt und Younes Ebnoutalib und stand als einziger von Beginn an auf dem Platz. Er beschrieb den Plan so: „Am Anfang wollten wir vorne draufgehen, wollten sie stressen und eklig in den Zweikämpfen sein, Powerfußball spielen. Das hat auch am Anfang gut geklappt. Wir hatten auch super Umschaltmomente, wenn ich an die Chance von Karim Adeyemi denke.“ Kritik sparte er nicht aus: „Gerade hinten raus war es zu passiv meiner Meinung nach, gerade im tiefen Block, aber die Niederländer sind auch eingespielt vorne.“ Und: „Jeder hat sich reingehauen. Das muss auch in den nächsten Wochen Auftrieb geben, genau so muss man spielen.“

Persönlich war es für den 25-Jährigen ein besonderer Abend. Unfassbar sei es gewesen, als seine Eltern „mit ganz viel Stolz nach dem Spiel von der Tribüne“ winkten. Sein erstes DFB-Trikot soll zu Hause aufgehängt werden, „vielleicht im Wohnzimmer“, allerdings wolle er erst noch „die Freundin mal fragen, ob das da hängen darf“. Wie Treu und die anderen benotet wurden, steht in unserer Einzelkritik.

Wie urteilen Völler, Matthäus und die Niederländer?

Rudi Völler

Der DFB-Sportdirektor fand das Ergebnis fair: „Wenn man lange 1:0 führt, will man es auch über die Zeit bringen, aber das 1:1 ist gerecht.“ Wichtiger war ihm die Stimmung: „Die Aufbruchstimmung ist da, seit vielen Wochen. Man konnte sehen, auch im Training, mit welcher Euphorie Jürgen agiert. Wird schon. Wir sind alle froh, dass er die Nationalmannschaft übernommen hat.“ Die Premiere der Neulinge nannte Völler „mehr als erfreulich“, sie mache „Geschmack auf mehr. Jeder hat die Chance, sich nach vorne zu spielen.“

Lothar Matthäus

Der Rekordnationalspieler, bei RTL als Experte im Einsatz, sah vor allem eine neue Einstellung: „Klopp hat der Mannschaft etwas eingehaucht, den Kampf. Das war wichtig, sie hat sich dagegengestemmt. Das war ein guter Anfang, beim stärksten Gegner. Man kann mit dem Ergebnis und der Einstellung zufrieden sein. Aber natürlich gibt es auch Sachen zu verbessern.“

Virgil van Dijk und die Experten der NOS

Auf der anderen Seite ärgerte man sich vor allem über den Schiedsrichter. Kapitän Virgil van Dijk fand, sein Tor sei „sehr leichtfertig“ aberkannt worden. Noch deutlicher wurde Rafael van der Vaart als Experte der NOS: „Das ist eine absolute Schande.“ Brobbey mache „ja kaum etwas“, es sei „einfach eine sehr schwache Torwartleistung“ gewesen. Das deutsche Weiterspielen vor dem 1:0 nannte er „unsportlich“. Ronald de Boer schloss sich an: „Das war kein grobes Foul, das ist völlig unfair.“ Wie die Zeitungen in den Niederlanden, England, Spanien und Frankreich das Spiel sehen, lesen Sie in unseren Pressestimmen zu Niederlande gegen Deutschland.

Wie geht es nach dem 1:1 weiter?

Die größte Sorge nach dem Abend betrifft zwei Offensivspieler. Jamal Musiala verletzte sich beim Aufwärmen am Oberschenkel, für ihn begann Nadiem Amiri. Kai Havertz musste nach einem Foul von Quinten Timber nach einer halben Stunde vom Platz. „Bei beiden ist es muskulär. Es sind beide im MRT. Ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist und die Jungs relativ zügig wieder einsatzfähig sind. Für das Spiel am Sonntag sind sie wahrscheinlich raus“, sagte Klopp.

Der Bundestrainer kündigte an, personell zu reagieren: „Wir warten erst einmal ab. Aber dass wir neu nachdenken, ist klar. Wir können es und sollten es auch machen.“ Als Kandidaten gelten laut SID Jonathan Burkardt und Nick Woltemade, die eigentlich erst für den zweiten Teil des DFB-Kaders vorgesehen waren. Ohne Musiala und Havertz hätte Klopp nur noch 22 Spieler zur Verfügung, erlaubt sind 20 Feldspieler und drei Torhüter pro Partie.

Weiter geht es am Sonntag, 27. September 2026, um 20.45 Uhr mit Deutschland gegen Griechenland in Augsburg. Die Griechen reisen mit Selbstvertrauen an, sie drehten ihr Auftaktspiel in Serbien spät zu einem 2:1. Die ARD überträgt das Spiel live.

  • Ergebnis: Der Spielbericht zum 1:1 in Amsterdam
  • Einzelkritik: Die Noten für alle deutschen Spieler
  • Pressestimmen: Was die Medien zu Klopps Debüt schreiben
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