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·12. September 2026

1.225 Tage, ein Schuss, kein Jubel: Gosens erlöst Schalke gegen seinen alten Klub

Artikelbild:1.225 Tage, ein Schuss, kein Jubel: Gosens erlöst Schalke gegen seinen alten Klub

Berlin. Robin Gosens hob nicht die Arme. Er drehte sich nach seinem Tor in der 25. Minute weg vom Jubel seiner Mitspieler, in Richtung der Tribüne, auf der er zwei Jahre lang gefeiert worden war. „Das war sehr besonders für mich, ein doller Mix der Gefühle“, sagte er später bei Sky. „Ich habe sehr viel Respekt vor Union – auf der anderen Seite war es aber auch das erste Schalke-Tor, und das für mich als Schalke-Fan.“ Das erste Bundesliga-Tor des FC Schalke 04 seit 1.203 Tagen. Und der Beginn eines 3:1 (1:0), das den ersten Bundesliga-Sieg seit dem 5. Mai 2023 bedeutete – 1.225 Tage nach dem 3:2 in Mainz in der Abstiegssaison.

Eine erste Halbzeit wie ein Statement

Wer das 0:0 gegen Bayern eine Woche zuvor als Mauerwerk abgetan hatte, bekam an der Alten Försterei die andere Seite dieser Mannschaft zu sehen. Miron Muslić hatte zweimal gewechselt – Kenan Karaman und Junior Adamu für Moussa Sylla, der zum ersten Mal Vater geworden war und nicht im Kader stand, und Dina Ebimbe. Und Schalke spielte von Beginn an nach vorn. Karaman köpfte nach 18 Minuten knapp vorbei, Adil Aouchiche zwang Frederik Rönnow aus 20 Metern zur Parade (20.). Union wirkte, wie die Sportschau schrieb, „zeitweise überfordert“.


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Dann das Tor. Soufiane El-Faouzi flankte, Leopold Querfeld verlängerte unglücklich, und Gosens nahm den hohen Ball am langen Pfosten aus acht Metern direkt mit einer Drehung – „fast artistisch“, so die Sportschau. Der Ball schlug ein, Gosens schwieg. Aouchiche hätte in der 33. Minute erhöhen können, lief allein auf Rönnow zu, der mit dem Fuß rettete. Zur Pause hätte es 2:0 oder 3:0 stehen können. Es stand 1:0, und Unions Expected-Goals-Wert lag bei 0,16.

46. Minute: Aouchiche macht es besser

Der zweite Durchgang war 60 Sekunden alt, als Schalke nachlegte. Aouchiche, in der ersten Halbzeit noch der Mann der vergebenen Chancen, traf zum 2:0. Es war der Moment, in dem das Spiel entschieden schien – und in dem Schalke begann, sich auf der Führung auszuruhen. Sport.de formulierte es so: Die Königsblauen „ruhten sich zu sehr auf der komfortablen Führung aus“ und hatten „großes Glück“.

Denn Union wachte auf. Mauro Lustrinellis Mannschaft, nach dem 3:3 gegen Frankfurt und dem 0:4 in Leverkusen ohne Sieg, schraubte ihren xG-Wert in der zweiten Halbzeit auf 1,87 – und scheiterte an derselben Person wie Bayern eine Woche zuvor. Loris Karius, laut sport.de „erneut überragend“, „vernagelte den Kasten“. Was er nicht hielt, ging vorbei oder wurde geblockt.

Zwölf Minuten Nachspielzeit, zwei Tore

Eine Verletzung des Schiedsrichters hatte für lange Unterbrechungen gesorgt, und die Nachspielzeit wurde zum eigenen Spiel. In der 96. Minute traf Tim Skarke zum 1:2 – Union hatte noch sechs Minuten, und die Alte Försterei glaubte daran. Doch mit der letzten Aktion des Spiels, in der zwölften Minute der Nachspielzeit, schloss Maximilian Wöber nach Vorlage von Hee-Chan Hwang mit links zum 3:1 ab. Der Verteidiger, dessen Fehler in Augsburg das zweite Gegentor eingeleitet hatte, machte den Deckel drauf.

Was der Sieg bedeutet

Schalke hat nach drei Spieltagen vier Punkte, steht im Tabellenmittelfeld und hat innerhalb von sieben Tagen dem Meister die Null aufgezwungen und einen Erstligisten auswärts geschlagen. Muslić sagte danach: „Wir sind in der Bundesliga angekommen – schon in der vergangenen Woche gegen die Bayern. Der Sieg fühlt sich fantastisch an. Auf diesen Moment haben wir als FC Schalke 04 lange warten müssen. Mit dem Dreier bei Union haben wir bewiesen, dass unser Auftritt in der Vorwoche keine Eintagsfliege war.“

Es ist eine Mannschaft, die zwei Gesichter gezeigt hat: das tiefe, verbissene gegen Bayern und das schnelle, umschaltende in Berlin. Beides funktioniert, und beides hängt an einem Torwart, der in zwei Spielen zweimal Spieler des Spiels war. Am Sonntag kommt Elversberg nach Gelsenkirchen – der andere Aufsteiger, der mit zwei Siegen gestartet ist. Ein Aufsteigerduell um Platz fünf. Vor drei Wochen hätte das in Gelsenkirchen niemand aufgeschrieben.

Union dagegen steht früh unter Druck: ein Punkt aus drei Spielen, und am Freitag geht es zu Bayern. Lustrinelli hatte nach Leverkusen die Schuld auf sich genommen. Nach Schalke wird er es wieder tun müssen.

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