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·21. Juli 2026
6 Erkenntnisse aus der WM 2026 für Klopp und das neue DFB-Team

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Bild: Michael Reaves/Getty Images
Das Gesamtbild der WM 2026 zeigt, dass Deutschland weit hinter der Weltspitze liegt. Auf Jürgen Klopp wartet viel Arbeit.
Die WM 2026 ist vorbei, weshalb man sich nun noch einmal ein Gesamtbild über das Abschneiden von Deutschland bei der WM 2026 machen und daraus sechs wesentliche Erkenntnisse ziehen kann. Es ist kein Geheimnis: Auf Deutschland und den künftigen Bundestrainer Jürgen Klopp warten viel Arbeit.
Nahezu alle Mannschaften, die bei der WM 2026 weit gekommen sind, waren eingespielte Teams. Das Paradebeispiel ist natürlich Weltmeister Spanien, das wie ein Uhrwerk funktioniert, weil die Spieler sich schon aus den Jugendauswahlen kennen.
Die deutschen Spieler waren der WM physisch nicht gewachsen. Die Zweikampfhärte von Ecuador und Paraguay setzte Deutschland schon zu. Was wäre gewesen, wenn es gegen Argentinien gegangen wäre? Zudem sind zahlreiche deutsche Profis zu langsam für den internationalen Top-Fußball. Stürmer kommen auf 36 bis 38 km/h, Verteidiger bringen im Bestfall auch 35 bis 36 km/h mit. Da muss man beim WM-Kader 2026 von Deutschland schon mit der Lupe suchen.
Die deutschen Probleme sind bekannt, unter anderem wurde Joshua Kimmich nicht auf seiner geliebten Stammposition im Mittelfeld eingesetzt, sondern er musste als Rechtsverteidiger ran. Flügelstürmer Leroy Sané war eher Abwehrspieler als Angreifer. Und Florian Wirtz hat seine Lieblingsposition im Zentrum. Wenn Jamal Musiala nicht komplett fit ist, gehört Wirtz auf diese Position. Bei zahlreichen anderen Nationen trumpften die Stars auf ihren Lieblingspositionen auf. Keiner würde auf die Idee kommen, mit ihnen Experimente zu wagen, denn wenn man nicht auf seiner Lieblingsposition spielt, gehen Kräfte und Energie für das gesamte Team verloren.
Zahlreiche Nationalmannschaften legten bei der WM eine unglaubliche Leidenschaft an den Tag. Man muss fragen, woher diese kommt. Dabei geht es meist darum, dass die Spieler nicht in erster Linie für ihren eigenen Marktwert spielen, sondern gemeinsame Werte und einen gewissen Pathos für ihr Land vertreten, unabhängig von politischen Richtungen. Aufgrund der Historie ist dies für Deutschland natürlich kein einfaches Thema. Generell bleibt die Frage aber: Wie kann eine deutsche Mannschaft wieder zu großer Leidenschaft zurückfinden, zu gemeinsamen, positiven Emotionen, um ein WM-Spiel nicht als simples Fußballspiel auf dem Bolzplatz zu betrachten. Denn nur mit Leidenschaft können die Spieler ihre gewöhnliche Leistungsgrenze überschreiten und die besonderen Leistungen abliefern, die zu einer WM gehören.
Fußball war auch immer eine Sache von Macht und Verbindungen. Über die Bevorzugung Argentiniens wurde während der WM 2026 viel diskutiert. Bei der deutschen Nationalmannschaft und deutschen Top-Klubs wie dem FC Bayern fällt auf, dass in den vergangenen Jahren nahezu alle wichtigen Entscheidungen gegen sie ausgefallen sind (u.a. kein Elfmeter im EM-Viertelfinale 2024, CL-Halbfinale 2025/26 kein Platzverweis gegen PSG-Star, aberkanntes Tor im Sechzehntelfinale gegen Paraguay). Lobbyarbeit bedeutet nicht automatisch Korruption. Es geht auch nicht um eine Verschwörung. Es geht zunächst mal um Beziehungsarbeit. Und über Beziehung stellt man eine gute Chemie her. Es geht darum, mit Verbänden und Funktionären, auch im Schiedsrichterbereich, in gutem Austausch zu sein. Medial geht es darum, Spieler zu Superstars aufzubauen, damit sie auf dem Feld eine besondere Aura haben. Das muss man alles nicht mögen, aber es gehört zum Erfolg dazu. Andere Nationen tun es auf vielen Ebenen.
Deutschland stellte mit Julian Nagelsmann den mit Abstand jüngsten Trainer bei der WM. Seine Co-Trainer waren für Fußball auf Top-Niveau ebenfalls Rookies. Dies machte sich deutlich bemerkbar in einer inkonsequenten Teamführung und Kommunikation sowie in sprunghaftem und harmoniebedürftigem Verhalten. Auch den Nationalspielern fehlte Turniererfahrung. Die meisten Profis spielten ihre erste WM, bis auf Torwart Manuel Neuer wusste niemand, wie sich ein Spiel in einer K.o.-Runde der WM anfühlt. England ist dagegen seit fast zehn Jahren stets in Halbfinals und Finals zu Gast, Frankreich und Argentinien ebenso. Selbst Spanien brachte mehr WM-Erfahrung mit. Diese Erfahrung kann man sich leider nicht kaufen, man muss sie sich über Jahre erkämpfen. So wird es auch für Jürgen Klopp ein Makel sein, den er vorerst nicht ausgleichen kann.
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