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·24. Februar 2026
90.+11-Frust nach 90.+5-Jubel: Tedesco zählt Flanken-Gegentore auf – Fenerbahce mit Verletzungs-Krise nach 1:1

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Fenerbahce hat am 23. Spieltag der Trendyol Süper Lig zu Hause gegen Kasimpasa nur 1:1 gespielt und den Sieg trotz spätem Führungstreffer noch aus der Hand gegeben. Trainer Domenico Tedesco zeigte sich auf der Pressekonferenz enttäuscht, sprach aber auch Klartext über wiederkehrende Probleme in der Defensive. Besonders das Muster bei Gegentoren nach Flanken beschäftigt den Coach – ebenso wie die wachsende Liste verletzter Spieler.
Zum späten Ausgleich erklärte Domenico Tedesco zunächst die Entstehung der Szene: „Der Torwart stand sehr weit vorne und spielte einen diagonalen Ball, den wir nicht abwehren konnten. Das ist unser Problem.“ Der Trainer verwies dabei auf ähnliche Gegentore in mehreren Partien und nannte Spiele gegen Corendon Alanyaspor, Besiktas, Göztepe und RAMS Basaksehir als Beispiele.
Seine Diagnose blieb deutlich: „Heute haben wir nach einer Flanke ein Gegentor kassiert. Wir kassieren zu viele Gegentore nach Flanken. Wir sprechen darüber, analysieren es, aber auf dem Platz schaffen wir es nicht. Das ist sehr enttäuschend.“ Daraus leitete er eine klare Aufgabe ab: „Wir müssen alles tun, um Flanken zu verhindern.“ Zugleich betonte er, dass sein Team nicht bewusst tief stand: „Wir haben uns nicht zurückgezogen. Wenn man solche Flanken schlägt, zieht man sich automatisch in die Verteidigung zurück.“
Tedesco erinnerte daran, dass die Personalsituation seine Wechselstrategie beeinflusste. „Zunächst wollten wir Anderson Talisca und Dorgeles Nene zusammen spielen lassen. Als wir in die zweite Halbzeit gingen, hatten wir keinen Innenverteidiger mehr. Deshalb haben wir uns so entschieden“, sagte er. Dadurch habe er Wechsel nicht so früh nutzen können, wie ursprünglich geplant.
Ursprünglich habe er Kerem Aktürkoglu für die zweite Halbzeit vorgesehen, entschied sich dann aber für Fred und Sidiki Cherif. „Wir hatten nur noch eine Auswechslung übrig, da wir in der ersten Halbzeit bereits zweimal wechseln mussten“, erklärte Tedesco. In der zweiten Halbzeit sei zudem das System umgestellt worden: „Dieses System hatten wir noch nie trainiert. Wir hatten noch nie mit einer Dreierkette gespielt, aber meine Spieler haben das gut umgesetzt.“
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Auf die Frage nach den Ausfällen reagierte Tedesco offen. Milan Skriniar und Caglar Söyüncü hätten sich in den letzten beiden Spielen verletzt. „Diese Spieler werden eine Weile ausfallen. Auch Ederson und Talisca sind verletzt“, sagte der Trainer. Sein Appell: „Wir müssen unter den gegebenen Umständen das Beste aus der Situation machen. Wir müssen zusammenhalten. Wir müssen während der Länderspielpause eine Lösung finden.“
Die Dramaturgie der Schlussminuten sei schwer zu schlucken gewesen: „Wenn man in der 90.+5 Minute ein Tor schießt und in der 90.+11 Minute ein Gegentor kassiert, ist es normal, dass man enttäuscht ist.“ Er habe den Spielern jedoch klar vermittelt, „dass wir den Kopf nicht in den Sand stecken dürfen“. Tedesco betonte seine Rolle: „Als Lokomotive dieses Zuges werde ich diese Energie geben, und gemeinsam werden wir es schaffen.“
Tedesco richtete auch eine Botschaft an die gelb-blaue Gemeinschaft: „Wir werden bis zum Ende weiterkämpfen.“ Er verwies auf den Umfang der Ausfälle: „Momentan haben wir vielleicht sechs, sieben Verletzte, aber das gehört zu unserem Job dazu. Wir müssen zusammenhalten.“ Nach der Länderspielpause stellte er Rückkehrer in Aussicht: „Nach der Länderspielpause werden Edson Alvarez und Milan Skriniar zurückkehren. Wir müssen mit den Spielern zusammenhalten, die wir haben.“
Gleichzeitig machte er deutlich, wie bitter das Remis ist: „Wir haben Druck gemacht und ein Tor erzielt, aber es ist sehr schade, dass wir dieses Spiel nicht gewinnen konnten. Ein Sieg wäre der schönste Sieg der Saison gewesen.“
Auf die Frage nach einem Stürmer-Transfer antwortete Tedesco nüchtern: „Natürlich kann ich mit dieser Situation umgehen. Wir schießen in jedem Spiel Tore.“ Er verwies dabei auch auf Treffer gegen Trabzonspor und gegen Kocaeli sowie auf das Tor im aktuellen Spiel. Sein Fazit: „Ich glaube nicht, dass das das Problem ist.“
Er ordnete Kritik als Teil des Berufs ein: „Ich finde Kritik normal. Das ist so, wenn man nicht gewinnt.“ Entscheidend sei die Blickrichtung: „Man muss immer nach vorne schauen, nicht zurück. Wir haben keine Zeit, zurückzuschauen.“
Zu den Ursachen der vielen Verletzungen sagte Tedesco: „Ich schreibe diese Situation den vielen Spielen zu. Seit meiner Ankunft haben wir 34 Spiele bestritten. Der Stress hängt auch mit den Reisen zusammen.“ Über Ederson erklärte er: „Ederson ist ausgerutscht und wird drei Wochen lang nicht bei uns sein können.“
Der Trainer nannte weitere Punkte für die kommenden Tage: „Mert steht nicht auf der Liste. Unter der Woche werden wir mit Tarik Cetin spielen. Talisca hat sich verletzt. Jayden Oosterwolde hatte nach einem Einwurf Probleme mit der Achillessehne.“ Seine Kernbotschaft blieb dabei klar: „Wichtig ist, dass wir nicht den Mut verlieren. Das ist unsere Aufgabe.“
Auch Spieler von Fenerbahce äußerten sich nach dem 1:1 deutlich. Ismail Yüksek sagte: „Wir haben in den letzten zehn Minuten zwei unterschiedliche Gefühle erlebt. Es ist eine enttäuschende Situation.“ Besonders bitter sei der Punkteverlust: „In beiden Spielen haben wir vier Punkte an einen Gegner verloren, der mit zehn Mann spielte. Das ist eine Situation, die diesem Team nicht würdig ist. Wir sind traurig.“
Fred beschrieb seine Gefühlslage ähnlich: „Ich fühle mich schrecklich. Ich bin sehr schlecht, es ist sehr schwer.“ Gleichzeitig forderte er, aus dem Spiel zu lernen: „Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen. Dieses Spiel muss uns eine Lehre sein, damit wir die nächsten Spiele gewinnen und besser werden.“
Das 1:1 gegen Kasimpasa legt für Fenerbahce mehrere Themen offen: die Anfälligkeit bei Flanken, die Folgen zahlreicher Verletzungen und die Notwendigkeit, späte Führungen über die Zeit zu bringen. Domenico Tedesco setzt auf Zusammenhalt und Arbeit in der Länderspielpause. Entscheidend wird sein, ob die Mannschaft die angesprochenen Muster auf dem Platz durchbricht – und aus der bitteren Schlussphase echte Stabilität gewinnt.









































