DFB-Frauen
·15. Mai 2026
Alex Popp: "Ich bin nach dem Schlusspfiff in Tränen ausgebrochen"

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·15. Mai 2026

Als die Sonne langsam unterging und der Konfettiregen gleichzeitig vom Himmel fiel, verließ Alexandra Popp die große Bühne. Vermutlich zum letzten Mal. Diesmal geschlagen, diesmal als Verliererin. Zum ersten Mal als Verliererin. Immer, wenn sie bisher mit dem VfL Wolfsburg das DFB-Pokalfinale erreicht hatte, hatte sie dieses auch gewonnen. Diesmal nicht. Bei ihrer Abschiedstour musste sie zum ersten Mal eine Niederlage hinnehmen. Ein verdientes 0:4 gegen den FC Bayern. Die Münchnerinnen waren im ausverkauften Rhein-Energie-Stadion vor 46.064 Zuschauerinnen und Zuschauern die bessere Mannschaft. Die Wolfsburgerinnen fanden über 90 Minuten lang kaum Mittel gegen die starke Defensive des Doublesiegers.
Popp lief direkt nach der Ehrung der Siegerinnen und der Zweitplatzierten in die Kabine. Erst mal etwas Ruhe, raus aus dem Trubel. Die Tränen, die sie nicht mehr zurückhalten konnte, mussten zunächst getrocknet werden. Später kam sie natürlich zurück. Sie wusste ja, dass sie an diesem Nachmittag im Mittelpunkt stehen würde.
"Jeder hat gesehen, wie emotional dieses Spiel für mich war und dass ich nach dem Schlusspfiff in Tränen ausgebrochen bin", sagte Popp später im Bauch des Rhein-Energie-Stadions. "Auf der einen Seite, weil die Enttäuschung extrem groß ist. Auf der anderen Seite auch, weil es mein letztes Pokalfinale gewesen sein könnte." Die 35-Jährige wird den VfL nach 14 Jahren verlassen und künftig für Borussia Dortmund spielen: "Ich habe einfach eine enge Bindung zum DFB-Pokal und zu diesem Endspiel in Köln aufgebaut. Es ist einfach extrem viel zusammengekommen."
Es war die vierte Niederlage der Wolfsburgerinnen gegen den FC Bayern in dieser Saison - zweimal in der Google Pixel Frauen Bundesliga, einmal im Google Pixel Supercup und nun auch im DFB-Pokalfinale. "Man muss neidlos anerkennen, dass die Bayern uns im Moment überholt haben", betonte Popp. "Trotzdem haben wir eine starke Saison gespielt und werden heute Abend sicher das eine oder andere Getränk zu uns nehmen."
Die Wolfsburgerinnen, die den DFB-Pokal bereits elfmal gewonnen hatten, starteten gut in die Partie und hatten in der ersten Halbzeit auch die eine oder andere gute Gelegenheit. Aber kurz vor der Pause kippte die Partie. Georgia Stanway erzielte per Foulelfmeter die Halbzeitführung. Im zweiten Durchgang erhöhten Pernille Harder (59.), Momoko Tanikawa (77.) und Arianna Caruso (84.). Die Wolfsburgerinnen waren trotz großer Gegenwehr geschlagen.
"Wir haben heute nicht die Leistung gebracht, die wir hätten bringen müssen, um die Bayern in dieser Form zu besiegen", erklärte Torhüterin Stina Johannes. "Wir haben alles versucht, aber es hat am Ende nicht gereicht. Ich bin dennoch stolz auf die Mannschaft. Wir haben wieder eine super Pokalserie gespielt. Nächste Saison geht es wieder von vorne los." Während sie das sagte, ging ihr Blick immer wieder zum Monitor an der Wand, auf dem in gnadenloser Deutlichkeit das Ergebnis zu lesen war: 0:4. Aus der Kabine der Siegerinnen dröhnte bereits die Musik, die Party hatte begonnen.
Auch Stephan Lerch zeigte sich als verdienter Verlierer. "Glückwunsch an den FC Bayern, der Sieg ist hochverdient", sagte der 41 Jahre alte Trainer des VfL Wolfsburg. "Das Ergebnis ist am Ende leider sehr deutlich. Wir haben es uns anders vorgestellt. In der ersten Halbzeit haben wir es gut gemacht, aber wir haben unsere Chancen nicht genutzt. Und dann kam der Elfmeter, der sehr ungünstig für uns war. Nach dem Rückstand war es sehr schwierig, unseren Plan weiter auszuführen. Die Bayern haben dann eiskalt zugeschlagen. Uns tut die Niederlage natürlich weh."
Danach zog sich der Tross des VfL Wolfsburg zurück. Um Popps Hals baumelte die Silbermedaille, die Auszeichnung der Zweitplatzierten. "Auch die wird einen Ehrenplatz in meiner Sammlung bekommen, zusammen mit den Goldmedaillen, die wir in den vergangenen Jahren gewonnen haben", sagte sie und verschwand zunächst in die Kabine, später dann in die Kölner Nacht.
Das Stadion war zu diesem Zeitpunkt wieder leer. Die letzte Ehrenrunde der Siegerinnen und auch der Verliererinnen war gelaufen. Die Musik war verstummt. Das silberne Konfetti, das eben noch fröhlich durch die Luft getanzt war, hatte der Sauger vom Rasen entfernt. Es war vorbei. Der FC Bayern hatte seinen Titel verteidigt, die Wolfsburgerinnen nehmen in der nächsten Saison einen neuen Anlauf. Dann ohne Alexandra Popp.







































