Vertikalpass
·17. Mai 2026
Alles auf Rau(s)ch!

In partnership with
Yahoo sportsVertikalpass
·17. Mai 2026

Nach dem Fastabstieg 2023 fühlte sich die Vizemeisterschaft eine Saison später komplett surreal an. Genauso surreal wie der erste Auftritt in der Champions League nach 15 Jahren – ausgerechnet im Estadio Bernabeu.
Bei vielen Fans kickte das Imposter-Syndrom: Gehörte der VfB Stuttgart auf einmal wirklich in die Beletage des europäischen Fußballs? Spiele wie jenes gegen Real Madrid oder gegen Juventus Turin zeigten, was unser Club gegen die besten Teams der Welt ausrichten kann. Partien gegen Atalanta Bergamo und PSG legten offen, wie viel noch fehlte und warum es schlussendlich nicht für die Play-off Spiele reichte.
Nach dem Ausscheiden aus der Königsklasse machte sich der Champions League Blues breit: Nur Platz 10 in der Rückrundentabelle und eine historische Heimpleitenserie machten das Pokalfinale gegen den Drittligisten Arminia Bielefeld zum Gradmesser, wie die Saison 24/25 in die Geschichtsbücher eingehen würde. Zum Glück mit dem Pokalsieg und der Qualifikation für die Europa League.
Nimmt man die Spielzeit 24/25 als Maßstab, kann man Sebastian Hoeneß und seinem Team attestieren, dass die Saison 25/26 von Kontinuität geprägt war: Nur an den Spieltagen 12 und 13 gab es zwei Niederlagen am Stück. Nach dem vierten Spieltag rangierte der VfB in der Tabelle nie schlechter als auf Rang 6.
Insofern ist der vierte Platz in der Abschlusstabelle und die erneute Qualifikation für die Champions League nichts anderes als die logische Konsequenz einer stabilen Saison. Dass dafür im Saisonendspurt ein Sieg aus den letzten fünf Spielen reichte, ist natürlich auch der schwächelnden Konkurrenz aus Hoffenheim und Leverkusen zu verdanken. Unabhängig vom Ausgang des Pokalfinals ist diese abgelaufene Spielzeit schon jetzt ein Riesenerfolg für den Club. Schließlich dürfte die Königsklasse für viele Spieler ein gutes Argument sein, um in Bad Cannstatt zu bleiben oder nach Stuttgart zu wechseln. Zudem dürfte der Geldregen der UEFA die Arbeit von Sportvorstand Fabian Wohlgemuth erleichtern, wenn es darum geht, mit Schlüsselspielern zu verhandeln.
Und ganz grundsätzlich ist der VfB Stuttgart wieder da, wo er vor 20 Jahren einmal stand: In den oberen Gefilden der Tabelle und regelmäßig international vertreten: Europapokal statt Abstiegskampf!

Schwache Standards, mangelnde Effizienz, unausgewogene Kaderzusammensetzung, fehlende NLZ-Talente: Zu bruddeln gab es auch in der vergangenen Saison so einiges. Andererseits kann man festhalten, dass der VfB in der Saison 25/26 fast das Optimum aus seinen Möglichkeiten gemacht hat. Ein Blick auf die Tabelle zeigt: Platz drei wäre vermutlich machbar gewesen, aber wo hätte man die elf Punkte auf Dortmund erspielen sollen?
Nicht vergessen sollte man dabei, dass der Abgang von Nick Woltemade nicht kompensiert wurde, und dass Deniz Undav in der Hinrunde verletzungsbedingt wettbewerbsübergreifend sechs Spiele ausfiel, Ermedin Demirovic gar neun Partien. Dennoch stellt der VfB Stuttgart die zweitbeste Offensive der Liga hinter den Bayern und mit Deniz Undav den zweitbesten Torschützen der Liga.

Fast genau so wichtig wie Tabellen und Statistiken ist das Auftreten aller Verantwortlichen auf und neben dem Platz. Diese Mannschaft hat Attitüde und Resilienz. Es macht fast immer Spaß, dieser Mannschaft zuzugucken. Und es fühlt sich unfassbar gut an, zu wissen, dass ein Spiel noch nicht gelaufen ist, nur weil der VfB in Unterzahl zurückliegt.
In der Liga hat der VfB wieder gezeigt, dass man (fast) jeden schlagen kann, doch auf internationalem Parkett musste man erneut Lehrgeld zahlen. Gerade die Auswärtsspiele in Istanbul und Rom zeigten deutlich, wo es dem Team vor allem noch an Effizienz und Cleverness fehlt. Und die wird es brauchen, um sich in der kommenden Saison in der Champions League erfolgreicher zu behaupten als 24/25.

Doch die Chance scheint nicht unrealistisch, dass es nach dieser Saison keinen größeren Umbruch wie zuletzt (Woltemade, Millot) oder davor (Guirassy, Anton, Ito) gibt. Trainer Sebastian Hoeneß macht zumindest den Eindruck, als sei das Projekt VfB Stuttgart für ihn alles andere als vollendet. Er wird wissen, welche Puzzlestücke noch fehlen, um das Team weiter zu verbesern. Und der Club dürfte die Mittel haben, ihm diese Wünsche zu erfüllen.
In der Spielzeit 24/25 mussten wir auf den Ausgang des Pokalfinals warten, um die Saison zu bewerten. Diesmal kann man das Spiel gegen die Bayern tatsächlich als – Achtung! – Bonusspiel bezeichnen.
Denn egal, ob mit oder ohne Pokalsensation: Wir spielen schon wieder Champions League, verdammte Scheiße! Photos by Alex Grimm/Getty Images
Der VfB Stuttgart steht erneut in der Champions League – schlechtes Timing für das Comeback des schwierigen Umfelds, oder? Aber, hey, lasst uns mal die Nominierung des WM-Kaders abwarten!
Unser neuer Sweater, der in enger Kooperation mit mystu entstanden ist, wäre dazu das perfekte Statement! Also holt Euch das Teil – und vergesst den Code “vp10” nicht!
Live


Live






Live


Live


Live



























