90PLUS
·14. September 2026
Arteta tobt gegen eine Regel, die seine Liga selbst verschärft hat

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·14. September 2026

Sein Torhüter hält den Elfmeter, sein Mittelfeldspieler trifft 121 Sekunden später, seine Mannschaft gewinnt zum vierten Mal in Serie. Und Mikel Arteta steht danach vor den Mikrofonen, als hätte er im Stadium of Light zwei Punkte verloren.
54. Minute, 0:0, eine Ecke für Sunderland. Ezri Konsa und Dan Ballard verkeilen sich am kurzen Pfosten, Ballard geht zu Boden, der Unparteiische zeigt auf den Punkt. Der VAR prüft und bestätigt. Das Premier League Match Centre veröffentlichte anschließend den Funkverkehr: Konsa sei dem Gegner mit dem Rücken zum Ball im Weg gewesen, die Videoassistenz habe ein Halten gesehen und die Feldentscheidung bestätigt.
Wichtig für die Einordnung ist der Kontext, den in der Aufregung kaum jemand mitliefert: Die Liga hat die Ansetzungen vor dieser Saison ausdrücklich angewiesen, Zerren und Blocken bei Standards härter zu ahnden. Wer diese Verschärfung fordert – und gefordert haben sie viele, Arsenals Trainer eingeschlossen, wann immer es in die andere Richtung ging –, bekommt irgendwann auch die unangenehmen Pfiffe.
Artetas Reaktion fiel dennoch unmissverständlich aus. Zwanzigmal habe er sich die Szene angesehen, sagte er, und keine Erklärung gefunden – weder für den Pfiff noch für die Art des VAR-Eingriffs. Bei TNT Sports wurde er noch deutlicher: „It’s not a penalty in any case, in any game.“ Ein Judo-Wurf sei das, kein Foul. Er habe fast drei Jahrzehnte im Fußball verbracht und so etwas nirgends als Strafstoß gesehen.
Rückendeckung bekam er vom früheren Schiedsrichter Mark Clattenburg, der die Rollenverteilung umgekehrt las: Ballard habe den Kontakt gesucht, Konsa festgehalten und ihn im Fallen mitgezogen; korrekt wäre ein Freistoß für Arsenal gewesen. Das ist eine ernstzunehmende Gegenposition. Sie ist nur nicht das, was Artetas Wortwahl behauptet – dass es überhaupt keine diskutable Szene gebe.
Sie lautet: Warum spricht ein Trainer nach einem 2:0 zwanzig Minuten lang über einen Elfmeter, der nicht einmal drin war? David Raya lenkte Enzo Le Fées Schuss an den Pfosten, Bruno Guimarães traf zwei Minuten später aus der Distanz, Bukayo Saka machte in der Nachspielzeit vom Punkt alles klar. Der Fehler – falls es einer war – kostete exakt nichts.
Die Erklärung liefert die Vorwoche mit: Die Liga hatte Arsenal kurz zuvor bescheinigt, dass dem Team gegen Aston Villa ein Elfmeter vorenthalten wurde. Zweimal in acht Tagen auf der falschen Seite einer Entscheidung zu stehen, produziert genau diese Tonlage – vorsorglich, laut, an die Adresse künftiger Ansetzungen gerichtet. Das ist Kalkül, kein Kontrollverlust.
Nur hat es einen Preis. Wer nach jedem Sieg das Schiedsrichterwesen zur Hauptfigur macht, gibt irgendwann die Deutungshoheit über die eigene Saison ab. Arsenal steht oben, spielt stabil und hat einen Torhüter in Form. Es wäre eine schöne Geschichte. Sie wird gerade von ihrem eigenen Trainer überschrieben.


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