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·24. Juni 2026

Auf den Rängen viel los – Saisonrückblick 2025/26 Teil 2

Artikelbild:Auf den Rängen viel los – Saisonrückblick 2025/26 Teil 2

Morgen ist Trainingsauftakt. Doch blicken wir ein letztes Mal zurück, was auf den Rängen beim FC St. Pauli in der letzten Saison alles los war. Teil 2 – Die Rückrunde.Titelbild: Stefan Groenveld

Wir gucken weiter, was in der vergangenen Saison auf den Rängen alles so passiert ist. Feststellen können wir schon mal: Der Support der Fans war definitiv erstklassig. Zu Teil 1 geht es hier.


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Rückrunde Saison 2025/26

18. Spieltag: Borussia Dortmund vs. FC St. Pauli (3:2)

Wieder ging es für viele an diesem Spieltag mit dem Sonderzug nach Dortmund. Bereits zweieinhalb Stunden vor Anpfiff öffnete das Stadion, was für ein entspanntes Ankommen sorgte. Auch die Sonne sorgte – und zwar für einen verhältnismäßig warmen Januartag. Die Stimmung war entsprechend gut und mit dem 2:2-Ausgleich nach 2:0-Rückstand war das Spiel ein gegenseitiges Hochpushen zwischen Spielern und Kurve. Über einen ärgerlichen Elfmeter am Ende des Spiels müssen wir nicht mehr sprechen. Die Dortmunder beglückwünschten die Gruppe The Unity zum 25. Jubiläum.

19. Spieltag: FC St. Pauli vs. Hamburger SV (0:0)

Erneut stand das Derby an, diesmal das Heimderby. Und während die Rauten im Gästeblock vergessen hatten, dass da eine Säule ist, präsentierte die Süd eine wunderbare Choreo mit dem Vereinslogo. Der rote Teil ging kurz darauf runter und es gab Konfetti, Fahnen und Pyrotechnik. „Hier schlägt das Herz der Stadt“ hieß es auf dem Spruchband zur ersten Halbzeit. In der zweiten Halbzeit ging der rote Teil des Logos wieder hoch mit dem Spruch „Hamburg sind wir“. Und Stadtmeister sind wir nach dem (langweiligen) Spiel auch weiterhin! Auch im Heimbereich der Nordkurve präsentierte man ein Choreo zu Spielbeginn.

20. Spieltag: FC Augsburg vs. FC St. Pauli (2:1)

Mit einer Schalparade begrüßte man die Mannschaft, die per Elfmeter in Führung ging. Doch die dann geschenkten Gegentore sorgten auch im Block für Schwierigkeiten, die Stimmung hochzuhalten. Die Kurve der Augsburger zeigte zu Spielbeginn eine Choreo zur Ulrich-Biesinger-Tribüne mit argentinischen Bändern und weißen Ballons.

DFB-Pokal Viertelfinale: Leverkusen vs. FC St. Pauli (3:0)

Wenigstens der DFB-Pokal kann noch Überraschungen bringen, oder? Nicht unbedingt, wenn man Mitte der Woche ausgerechnet nach Leverkusen muss. Trotzdem: im Gästeblock gab es zu Beginn eine Choreo zu sehen, ein Spruchband am Zaun „Keinen Schritt zurück“ und dazu ein Freak, der einen Schal hält, aus Teilen unterschiedlichster Schals der Südkurve. In der Heimkurve waren die Zaunfahnen verkehrt herum aufgehängt. Warum, könnt Ihr hier nachlesen. Am Ende war leider der DFB-Pokal-Traum ausgeträumt.

21. Spieltag: FC St. Pauli vs. VfB Stuttgart (2:1)

Bereits beim Aufwärmen wurde der Mannschaft an diesem Spieltag ein ordentlicher Push gegeben. Das sollte am Ende Wirkung gezeigt haben. Eines der wenigen Spiele, die wir diese Saison gewonnen haben. In den Kurven war wirklich gute Stimmung, da nahm man das Gegentor der Stuttgarter kaum war. Einer der glücklicheren Spieltage in dieser Saison.

22. Spieltag: Bayer 04 Leverkusen vs. FC St. Pauli (4:0)

Und schon wieder musste man nach Leverkusen reisen, nachdem man doch vor kurzem erst da war… Ein Funken Hoffnung mag nach dem Sieg gegen Stuttgart vielleicht da gewesen sein, doch der wurde nach der Leistung auf dem Platz schnell wieder gelöscht. Anders als auf dem Platz war die Leistung auf den Rängen aber eine ganz besondere. Denn man war trotzdem 90 Minuten unfassbar laut, feierte sich selbst für den erstklassigen Support. Was soll man bei einem solchen Spiel auch anderes machen?

23. Spieltag: FC St. Pauli vs. SV Werder Bremen (2:1)

Ein Spiel unter Freunden kann wohl angespannter nicht sein, wenn beide tief im Tabellenkeller stecken. Mit glücklicherem Ausgang für uns. Als die Mannschaft zum Aufwärmen auf das Feld kam, hielt sie vor der Südkurve gemeinsam das Klassenkampf-Banner hoch, während die Süd für den nötigen Push sorgte. Beide Kurven erinnerten außerdem gemeinsam an die Opfer des rassistischen Anschlags in Hanau. Nach dem Spiel rannte Fujita, der auch sein erstes Bundesliga-Tor erzielte, im Vollsprint von der Bank zur Kurve. Ein schöner Moment!

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Die Spieler des FC St. Pauli halten vor Anpfiff ein Banner mit der Aufschrift „Klassenkampf“ hoch. // (c) Stefan Groenveld

24. Spieltag: TSG Hoffenheim vs. FC St. Pauli (0:1)

Man könnte meinen, die Mannschaft hat auf einmal einen ziemlichen Lauf, als man auch aus Hoffenheim drei Punkte mit nach Hamburg brachte. Entsprechend gut war die Stimmung im Gästeblock, der das gesamte Spiel über lautstark für Support sorgte. Das Stadion in Hoffenheim war wie erwartet ziemlich leer, bis auf die Gästekurve. Von der Heimseite hat man kaum bis gar nichts gehört. Sieg einfahren und dann schnell wieder weg aus dem Loch.

25. Spieltag: FC St. Pauli vs. Eintracht Frankfurt (0:0)

Dieser Spieltag stand ganz im Rahmen des feministischen Kampftages. Vor dem Spiel gab es einen FLINTA*-Fanmarsch, Schals und T-Shirts wurden verkauft, um Projekte und Organisationen zu finanzieren, die FLINTA*-Personen stärken wollen. Entsprechend auch die Stimmung im Stadion, von einem kurzem Film an der Leinwand über Musik von weiblichen Musikerinnen und mehr. In der ersten Halbzeit zeigte die Südkurve eine Choreo mit einem weiblichen Freak, die auf das St. Pauli-Logo ihres Shirts zeigte. Umrahmt von braunen und roten Fahnen sowie den Sprüchen „Hörtst du die Kurve, sie bebt“ (oben) und „Sie gibt ihr Herz für dich“ (unten). Im Gästeblock feierte man die Gründung des Vorgänger Clubs der Eintracht, Victoria, mit einer Choreo. In der zweiten Halbzeit gab es in jeder Kurve Spruchbänder zum 8. März. Unter anderem „FLINTA* zusammen immer weiter vor“ auf der Gegengrade.

26. Spieltag: Borussia Mönchengladbach vs. FC St. Pauli (2:0)

Mal wieder in Gladbach (leider) und dieses mal mit einem deutlich volleren Gästeblock als beim Pokalspiel. Die Stimmung im Block leider weniger gut. Auch durch eine sehr schwache Leistung der Mannschaft auf dem Platz. Da fuhr man doch eher gekränkt wieder nach Hause.

27. Spieltag: FC St. Pauli vs. SC Freiburg (1:2)

Mit einem Busempfang sollte die Mannschaft für das Spiel ordentlich motiviert werden. Wie schon der vorherige Busempfang gegen Hoffenheim in der Saison 24/25, war dieser durchaus gelungen. Zu einem Sieg führte es gegen Freiburg leider nicht. Auf beiden Seiten gab es noch Tapeten für fangerechte Anstoßzeiten, denn Sonntags um 17:30 ist für die Freiburger wirklich nicht einfach.

28. Spieltag: Union Berlin vs. FC St. Pauli (1:1)

Union Berlin ist mit dem großen Gästeblock in der Regel eine Auswärtsfahrt wert. Bloß die Einlass-Situation lässt zu wünschen übrig, besonders wenn man eh schon spät dran ist. Trotzdem: der Gästeblock war voll, die Stimmung gut – aber man fuhr mit nur einem Punkt nach Hause, obwohl die Tabellensituation so langsam immer enger wurde.

29. Spieltag: FC St. Pauli vs. FC Bayern München (0:5)

Wieder einmal waren Freunde zu Gast am Millerntor, so verbrachten die beiden Fanszenen den Tag vor dem Spiel zusammen. Beide Vereine organisierten einen Workshop „Gegen jegliche Diskriminierung“ und gemeinsame Tapeten wurden während des Spiels gezeigt. So wurde zum Beispiel mit Tapeten und Spruchbändern auf beiden Seiten Kiste gedacht, dessen Todestag sich zum zweiten Mal jährte. Michael Olise machte sich im Millerntor nicht sonderlich beliebt und über das restliche Spiel brauchen wir nicht zu sprechen…

30. Spieltag FC St. Pauli vs. 1. FC Köln (1:1)

Während die Südkurve zum Einlauf die schönsten Zaunfahnen auspackte und die Kurve mit etwas Pyrotechnik zum Leuchten brachte, gab es auch im Gästeblock mal wieder eine Choreo zu sehen. Die wohl denkwürdigste Choreo der Saison im Gästeblock des Millerntors: die Kölner Testo-Knast-Ziege. Und ich dachte den aufgepumpten Storch von Kiel kann nichts mehr toppen…Naja, das Spiel war mal wieder nur so mittelmäßig, St. Pauli holte den letzten Punkt der Saison. Was bleibt, ist die starke Stimmung auf den Rängen.

Artikelbild:Auf den Rängen viel los – Saisonrückblick 2025/26 Teil 2

Am Freitagabend um 20:30 Uhr empfängt der FC St. Pauli den 1. FC Köln, während parallel der Hamburger Dom auf dem Heiligengeistfeld stattfindet.

31. Spieltag: 1. FC Heidenheim vs. FC St. Pauli (2:0)

Das vorletzte Auswärtsspiel vor Saisonende und nie waren Punkte so wichtig wie jetzt. Zur ersten Halbzeit gab es eine zweiteilige Choreo im Gästeblock zu sehen, mehrere selbstbedruckte kleine Dreicksfahnen wurden im Block verteilt. Das erste Bild waren rote Fahnen mit einem gelben Stern, vorne am Zaun „Lotta Continua“. Das zweite Bild wechselte zu braunen Fahnen mit den Vereinslogo, vorne der Spruch „Forza St. Pauli“. Schon früh geriet die Mannschaft in Rückstand und sie zeigte leider nicht die Leistung, die man für den Klassenerhalt braucht. Entsprechend betrübt war die Stimmung nach dem Spiel, so schickte man die Mannschaft lieber zurück in die Kabine.

32. Spieltag: FC St. Pauli vs. FSV Mainz 05 (1:2)

Vor dem Spiel gegen Mainz 05 startete die Fanszene noch einen Versuch. die Mannschaft zu pushen – für die letzte Hoffnung auf wichtige Punkte im Klassenkampf. So stellte man sich auf die Treppe der Süd, die an die Mixed Zone grenzt und heizte die Mannschaft mit Gesängen und Pyrotechnik ein, bevor es auf den Platz ging. Im Millerntor wurde auch auf den Rängen für gute Stimmung gesorgt, die Skins feierten mit einer Choreo ihr 30-jähriges Bestehen. Zur zweiten Halbzeit wurden im Stadion Zettel verteilt und hochgehalten, erneut zum Protest gegen die IMK, „No IMK“ stand auf den Zetteln und der Blockfahne auf der Süd. Auch die Mainzer beteiligten sich mit diversen Spruchbändern.

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Banner vor der Südkurve am Millerntor: „Wir lassen uns nicht spalten – Innenminister*innen: Feinde der Fankultur“

Dazu zahlreiche kleine Zettel mit „NO IMK“.

03.05.2026 // (c) Stefan Groenveld

33. Spieltag: RaBa Leipzig vs. FC St. Pauli (2:1)

Für das letzte Auswärtsspiel musste man dann auch noch nach Leipzig. Wenigstens zum Abschluss gemeinsam im Sonderzug, was den Spaßfaktor der Auswärtsfahrt in der Regel erhöht. Dass wir irgendwie Punkte in Leipzig holen, daran hatten sowieso nur wenige geglaubt, so konnte man ohne Erwartungen einfach die Fahrt genießen. Im Stadion sang man die Heimseite an die Wand und zeigte noch ein „Scheiß RB„-Spruchband. Zwischendurch musste man leider hart cringen bei dem Spieltagsprogramm dort und vor allem beim KI-generierten Bild and der Leinwand am Ende des Spiels, da RaBa nun (leider) wieder europäisch spielt. Schnell wieder weg.

34. Spieltag: FC St. Pauli vs. VfL Wolfburg (1:3)

Endspiel, letzte Chance auf den Relegationsplatz und dann auch noch gegen Wolfsburg, denen es genauso geht. So ’ne Scheiße. Eine letzte Choreo gab es auf der Süd zu sehen „Klassenkampf bis zum Ende“. Die Stimmung war angespannt und sobald man merkte, das Spiel kann nicht mehr gedreht werden, herrschte unangenehme Stille im Millerntor. Nach dem Spiel eine Liedwahl, die sich bereits auf den Abstieg vorbereitet hatte, alles doof, Saison vorbei.

Weiter gehts in Liga 2

So langsam hat man die vergangene Saison verdaut und wenn wir so zurückblicken, waren auch viele schöne Momente dabei. Wenn es auf dem Platz nicht läuft, kann man sich trotzdem auf die Fans verlassen, die wirklich alles gegeben haben, um den FC St. Pauli erstklassig zu halten. Jetzt muss man sich wieder an die zweite Liga gewöhnen, Abgänge in Kauf nehmen, auch wenn sie wehtun – und dann kann man sich vielleicht auf neue Spieler freuen. Vor allem freuen kann man sich aber darauf, dass wir als Fanszene unsere Erstklassigkeit auch in der zweiten Liga präsentieren dürfen. Wer auch immer uns am Millerntor besuchen kommt oder wohin es für uns auch geht. Spannende Duelle sind auf jeden Fall dabei. Ich freue mich so langsam drauf.

Immer weiter vor!// Nina

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