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·5. September 2026

„Aus der Kontrolle müssen wir torgefährlicher werden“

Artikelbild:„Aus der Kontrolle müssen wir torgefährlicher werden“

Der FC St. Pauli spielt auswärts in Bielefeld 2:2, fängt sich zu einfach Gegentore und erspielt sich trotz viel Kontrolle zu wenige Chancen. Die Stimmen und Statistiken zur Partie.(Titelfoto: Lars Baron/Getty Images/via OneFootball)

Der FC St. Pauli trennte sich am vierten Spieltag der 2. Bundesliga mit einem 2:2 von Arminia Bielefeld. Der FCSP musste dabei zweimal einem Rückstand hinterherlaufen. Jannik Rochelt brachte die Bielefelder in der 13. Minute in Führung, doch Taichi Hara glich wenig später (20.) für St. Pauli aus. Nach der Pause erzielte Joel Grodowski erneut früh den Führungstreffer zum 2:1 (51.) für die Arminia. Abdoulie Ceesay war es dann mit seinem zweiten Saisontreffer im zweiten Spiel, der für den FC St. Pauli ausglich. Insgesamt zeigte der FCSP eine engagierte und über weite Strecken dominante Leistung, konnte sich aber erneut nicht mit dem ersten Saisonsieg belohnen.


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Trainerstimmen

Oliver Kirch: „Denke, dass es ein leistungsgerechtes Unentschieden war.“

Oliver Kirch, Cheftrainer der Bielefelder, beschrieb die Startphasen beider Halbzeiten eigentlich sehr positiv, ging aber auch auf die schwächeren Phasen seines Teams nach Führungen ein: „Wir sind jeweils gut aus der Kabine gekommen, wir hatten da gute Phasen. Aber wir haben uns dann gerade nach unseren Toren zu leicht das Spiel aus der Hand nehmen lassen, hatten dann eine Phase wo wir zu passiv geworden sind.“ Besonders in diesen Phasen würde Kirch sich wünschen, „dass wir dann auch stabil bleiben, weiter oben pressen. Das war dann alles einfach ein bisschen zu defensiv.“ Sich zweimal nach Führung einen Ausgleich zu fangen ist selbstverständlich bitter, das merkte auch Kirch an: „Wir machen ein Tor und hätten dann eigentlich auch mit breiter Brust weiterspielen müssen. Da merkt man vielleicht, dass wir mental noch nicht so stabil sind gerade, um da einfach dran zu bleiben. Das ist schade und das ist unnötig da dieses Momentum abzugeben.“ Letztlich wirkte er mit dem Ergebnis vielleicht nicht gerade zufrieden, aber schien es dem Spiel gegenüber fair zu finden: „Es war ein sehr intensives Spiel, mit einer unfassbar guten Stimmung. Ich denke auch, dass es dann ein leistungsgerechtes Unentschieden war am Ende.“

Marcel Rapp: „Zu wenige Chancen kreiert, so dass wir dann mit dem 2:2 rausgehen“

„Wir starten in beide Halbzeiten natürlich maximal schlecht, weil wir hinten liegen und dem Rückstand hinterherlaufen. Dann haben wir eine ordentliche Spielkontrolle, haben aber daraus am Ende zu wenige Chancen kreiert, so dass wir dann mit dem 2:2 rausgehen“, erklärte der Cheftrainer der St. Paulianer. Was unter Marcel Rapp nun schon seit einiger Zeit ein Thema ist, sind die unglücklichen Gegentore. Auch gegen Bielefeld erklärte er trotzdem wieder: „Die Jungs haben alles gegeben, haben natürlich zu einfache Gegentore bekommen. Trotzdem sind es alle Menschen, die können Fehler machen.“ Zudem betonte er, dass man einige positive Elemente gesehen habe und auch schon die Aufgabe für die kommende Trainingswoche: „Ich glaube, was wir mitnehmen können, ist eine gute Energie in der Mannschaft. Alle gehen mit, es ist eine ordentliche Spielkontrolle, aber aus der Kontrolle müssen wir einfach torgefährlicher werden. Das ist dann die Aufgabe für nächste Woche.“

Kernstatistiken

Endlich mal wieder Rekorde

Obwohl der FC St. Pauli über weite Strecken die Ballkontrolle hatte, schaffte die Mannschaft es nur auf sechs Abschlüsse, fünf davon gingen aufs Tor. So wenige waren es in dieser Saison bisher noch nicht. Dafür kann sich der Wert der Pässe ins letzte Drittel durchaus sehen lassen. 84 Mal spielten die St. Paulianer in die letzten 35 Meter des Feldes und 58 dieser Pässe kamen an. Das sind gar nicht so schlechte Werte, denn diese Saison spielte der FCSP noch nie so viele Pässe ins letzte Drittel. Zwar war die Erfolgsquote gegen Greuther Fürth (86,3%) und gegen Kaiserslautern (71,1%) besser als gegen Bielefeld (69%), aber der Faktor, dass es viel Bewegung nach vorne gibt, lässt sich positiv bewerten. Allerdings bringen auch erfolgreiche Pässe nach vorne nicht so viel, wenn die Offensivduelle nicht konsequent ausgenutzt werden. Dieses Spiel erreichte der FC St. Pauli in den offenisven Zweikämpfen einen Negativrekord mit einer “Erfolgsquote” von nur 29,3% bei den Offensivzweikämpfen.

Expected Goals

Ein Standardtor würde dem Spiel gut tun

Nach einem 2:2 sehen die xG-Werte der Partie gar nicht aus. Denn beide Teams kamen nicht über die Marke von 1,0 bei den xG-Werten. Das ist übrigens auch für beide Mannschaften ein neuer Negativrekord. Ziemlich deutlich zu erkennen sind die ähnlichen Werte, wo sich gleiche Stärken und auch gleiche Schwächen ablesen lassen. Dabei sind besonders die xG-Standard-Werte sehr auffällig. Der FC St. Pauli hatte über 90 Minuten fünf Ecken und einen Freistoß, die insgesamt nur zu seinem xG von 0,07 führten. Auch Bielefeld kommt dabei nicht unbedingt besser weg, denn drei Ecken und vier Freistöße führten insgesamt nur zu einem xG von 0,14. Allerdings führte eine dieser Szenen zum zwischenzeitlichen 2:1… 

Spielerstimmen: „We conceded to easy and we don’t create enough.“

„Wir sind gut reingekommen in die Partie, haben gute Zweikämpfe gehabt, die Kontrolle war da und dann kam das Gegentor. Dann läufst du wieder hinterher“, erklärte Louis Oppie nach dem Spiel. Weiter beschrieb er: „Jetzt stehst du wieder ohne Sieg da. Das nervt natürlich schon ein bisschen, auch wenn man natürlich die positiven Dinge sieht, wie wir wieder zurückgekommen sind, aber es nervt trotzdem einfach.“ Auch Ben Voll stimmte ihm dabei zu: „Ich habe gemischte Gefühle. Natürlich ist es gut, dass wir nach Rückstand zurückgekommen sind. Ärgerlich ist es aber trotzdem, weil wir das Spiel auf jeden Fall gewinnen wollten.“ Mathias Rasmussen betonte trotz unbefriedigendem Ergebnis, was der doppelte Ausgleich des FC St. Pauli für das Team bedeute: „Wir haben nach zweifachem Rückstand eine gute Moral gezeigt, schon gegen Kaiserslautern haben wir nach dem Rückstand eine gute Moral bewiesen.“

Um gegen Arminia Bielefeld mehr als „nur“ ein Unentschieden zu holen, hätte es entweder mehr Torgefahr oder eine stabilere Defensive benötigt. Das sahen auch die Spieler so, Marcus Mathisen erklärte: „We conceded to easy and we didn’t create enough.“ Rasmussen ging dabei noch konkreter auf die Offensive des FCSP ein: „Wir müssen klarer mit den Torchancen in guten Phasen des Spiels sein.“ Zum Halten der Null hinten erklärte Ben Voll: „Das ist absolut ein Ziel von uns. Momentan kassieren wir zu einfache Gegentore, haben dann auch ein bisschen Pech auf unserer Seite.“ Eric Smith ging es zum Abschluss noch um die Leistung der Mannschaft und das Ergebnis des Spiels, wobei er sich durchaus zuversichtlich für die Zukunft zeigte: „Same like last week: We don’t get what I think we deserve, but it will come. Like I said last week: If we play like this we will win games.

„Es ist schon wichtig, dass jetzt ein Dreier kommt“

Drei Punkte nach vier Spielen… Ich hatte mir den Saisonstart auch etwas anders vorgestellt. Was dabei nicht ganz leicht fällt (mir auch nicht), ist positiv und weiterhin unterstützend zu bleiben. Marcus Mathisen hob nach dem Spiel hervor, worauf es nun ankomme: „Es ist schon wichtig, dass jetzt ein Dreier kommt. Aber wenn wir weitermachen, dann kommt das. Jede Woche sind wir richtig gut und man sieht auch am Spiel, dass es jede Woche besser wird.“ Nächsten Samstag geht es im Topspiel um 20:30 Uhr gegen Bundesliga-Absteiger und Aufstiegs-Topfavorit Wolfsburg. Das ist sicherlich kein einfaches Spiel, aber die Mannschaft zeigte sich zuversichtlich, dass auf gute Leistung gute Ergebnisse folgen werden. Also gilt wie sonst auch:

Immer weiter vor!// Nike

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