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·15. September 2026
Baumann fliegt, ter Stegen kehrt zurück: Klopps erste Torwart-Entscheidung ist gefallen – bevor er sie verkündet

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·15. September 2026

Oliver Baumann hat am Wochenende drei Sätze gesagt, die man erst jetzt versteht. „Ja, ich hatte mit ihm Kontakt. Alles Weitere wird er am Donnerstag sagen. Das soll er dann machen.“ Es war die Antwort eines Torhüters, der wusste, was am Donnerstag gesagt wird – und es nicht selbst sagen wollte. Nach Informationen von „Bild“ und „Welt“ gehört Baumann nicht zu Jürgen Klopps erstem Kader. Für den 36-Jährigen aus Hoffenheim wäre es das Ende einer Nationalmannschaftskarriere, die spät begann und zweimal abrupt endete.
Die Vorgeschichte macht die Absage bitterer. Baumann hatte 14 Jahre auf sein erstes Länderspiel gewartet, im Oktober 2024 in Zenica debütiert und war in der WM-Qualifikation, in Abwesenheit des verletzten Marc-André ter Stegen, die Nummer eins unter Julian Nagelsmann. Als klare Nummer eins fuhr er nach Nordamerika. Kurz vor dem Turnier holte Nagelsmann Manuel Neuer aus der DFB-Rente zurück und setzte Baumann auf die Bank. Deutschland schied im Sechzehntelfinale gegen Paraguay aus. Neuer trat endgültig zurück. Nagelsmann ging.
Und Klopp entscheidet jetzt, ohne Neuer und ohne Baumann. Zwei Torhüter, die bei der WM im Kader standen, sind drei Monate später keine Option mehr – einer, weil er nicht mehr will, einer, weil der Trainer nicht mehr will. Was bleibt, ist eine Position ohne Hierarchie.
Ter Stegen ist der Name, den alle Berichte an erster Stelle nennen. 34 Jahre, nach der EM 2024 zur Nummer eins erklärt, dann von Verletzungen zurückgeworfen, bei Barcelona aussortiert, im Sommer per Leihe zu Ajax – wo er, so Goal, „fit und gesetzt“ ist. Es wäre seine erste Nominierung seit Juni 2025. Ter Stegen war nach dem ersten Gespräch mit Klopp „begeistert“, schreibt n-tv, und „vieles deutet darauf hin“, dass er die besten Aussichten auf den Stammplatz hat. Sein Debüt unter Klopp fände, falls es dazu kommt, in Amsterdam statt. In seinem Stadion.
Dahinter zwei Torhüter, die bei der WM dabei waren, aber nicht spielten: Alexander Nübel, 29, seit dieser Saison bei Beşiktaş Istanbul und in elf Spielen siebenmal ohne Gegentor – nach drei Jahren als Stuttgarter Stammkraft. Und Jonas Urbig, 23, Bayerns Ersatztorhüter, der bei der WM als Trainingstorwart dabei war und am Sonntag in Elversberg sein erstes Saisonspiel machte. Urbig sprach von einem „guten Gespräch“ mit Klopp, „dessen Inhalt nicht für die Öffentlichkeit bestimmt“ sei.
Und dann die Frage nach dem vierten Mann. Klopp plant einen großen Kader – n-tv spricht von bis zu 30 Spielern, 90min unter Berufung auf Sky und Sportschau von bis zu 40 –, und damit womöglich mehr als drei Torhüter. Finn Dahmen vom FC Augsburg, 28, darf sich laut „Bild“ Hoffnungen machen. Und Loris Karius, der Schalke-Torwart, den Klopp 2016 nach Liverpool holte und der in zwei Bundesliga-Spielen zweimal Spieler des Spiels war, ist das Thema, das seit einer Woche über allen anderen liegt. Matthäus: „Wenn jemand so spielt wie Karius und noch ein paar Spiele so, dann rückt er automatisch ins Rampenlicht.“ Hamann nennt ihn „den größten Trumpf, den Schalke hat“. Karius selbst: „Ich schätze weder irgendetwas realistisch noch unrealistisch ein.“
Baumanns Absage ist die erste konkrete Personalie aus Klopps Kader – und sie ist ein Signal. Nicht gegen Baumann, der als Bundesliga-Torwart über jeden Zweifel erhaben ist, sondern für eine Richtung: Der neue Bundestrainer baut keine Übergangslösung mit dem, was Nagelsmann hinterlassen hat. Er setzt auf ter Stegen, der noch drei, vier Jahre auf diesem Niveau spielen kann, und auf Torhüter, die 2028 in ihren besten Jahren sind. Baumann, 36, passt in keine dieser Kategorien. Das ist die Logik, und sie ist kalt.
Ob es die richtige ist, entscheidet Amsterdam. Ter Stegen hat seit Juni 2025 kein Länderspiel bestritten und in dieser Zeit eine Rückenoperation, eine Degradierung und einen Vereinswechsel hinter sich gebracht. Ein Trainer, der ihn nach einem Gespräch und wenigen Ajax-Spielen zur Nummer eins macht, setzt auf Erfahrung, die er selbst nicht überprüft hat. Klopp hat das in Liverpool mit Alisson getan, nachdem er es mit Karius versucht hatte. Er weiß, was ein Torhüter für eine Mannschaft bedeutet. Am Donnerstag erklärt er, welchen er meint.







































