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·14. Februar 2026

Bayer Leverkusen vs. FC St. Pauli 4:0 – Das war… ganz schön schlecht

Artikelbild:Bayer Leverkusen vs. FC St. Pauli 4:0 – Das war… ganz schön schlecht

Der FC St. Pauli bietet gegen Bayer Leverkusen nichts an, verliert hochverdient und muss sich sogar bei den Leverkusenern bedanken, dass er nicht viel höher verloren hat.(Titelfoto: Christof Koepsel/Getty Images/via OneFootball)

Joa, das war mal richtig schlecht, was der FC St. Pauli am Samstag in Leverkusen zeigte. In keiner Phase des Spiels war das Team ernsthaft torgefährlich. In keiner Phase des Spiels war das Team defensiv stabil. In keiner Phase war die Energie auf dem Platz, die gegen Stuttgart den Sieg brachte. In keiner Phase war das Team konkurrenzfähig. Am Ende steht eine krachende 0:4-Niederlage – und es lag nur an den Leverkusenern, die bereits früh das Spiel nur noch verwalteten, dass es nicht alles noch viel desaströser für den FC St. Pauli wurde.


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Die Aufstellung

Wie erwartet gab es keine personellen Veränderungen in der Startelf des FC St. Pauli. Viele Optionen hatte Alexander Blessin ja auch nicht. Mathias Pereira Lage (das konnte ebenfalls erwartet werden) wurde nicht rechtzeitig fit, dafür kehrte aber Joel Fujita zurück in den Kader, Nick Schmidt räumte dafür seinen Platz. Immerhin: Nach Abpfiff erklärte der FCSP-Cheftrainer, dass für kommende Woche mit der Rückkehr von Pereira Lage, Eric Smith und vielleicht auch Hauke Wahl gerechnet werden kann.

Aufseiten von Bayer Leverkusen gab es fünf Veränderungen: Robert Andrich, Ernest Poku, Lucas Vázquez, Exequiel Palacios und Ibrahim Maza kamen anstelle von Loïc Badé, Arthur, Equi Fernández, Jonas Hofmann und Malik Tillman in die Startelf. An der Grundformation der Leverkusener, einem 3-4-2-1, änderten diese vielen Wechsel nicht.

Schneller Rückstand, dann fällt alles zusammen

Es könnte an dieser Stelle nun die 3-2-5-Struktur des FC St. Pauli im Spielaufbau beschrieben werden. Und das 5-2-3 gegen den Ball, das sich in tieferen Phasen in ein 5-4-1 verwandelte. Es könnte über die Leverkusener Aufbaustruktur geschrieben werden. Wie und wann Grimaldo seine Position hinten links auflöste, wer diese einnahm und welche Rollen Palacios und Maza dabei einnahmen. Aber wenn die Grundlage, um ein Fußballspiel zu bestreiten auf einer Seite komplett fehlt, dann ist all das egal. Entsprechend lohnt es sich bei dieser Partie überhaupt nicht, einen tieferen Blick auf taktische Dinge und auf den Spielverlauf zu legen. Ich bin schlecht gelaunt, enttäuscht und patzig: Genau so wenig Energie, wie der FC St. Pauli auf dem Platz zeigte, packe ich in diesen Spielbericht.

„Wir haben in keinster Weise die Energie auf den Platz gebracht, die vonnöten ist, um hier etwas zu holen“, erklärte Alexander Blessin im Anschluss an ein Spiel, das es so hoffentlich nur ganz selten noch einmal vom FC St. Pauli zu sehen gibt. Das Team ließ von Anfang an jegliche Bereitschaft vermissen, um es an diesem Samstag mit Bayer Leverkusen – fast bin ich geneigt zu schreiben: überhaupt mit irgendeinem Team der ersten und zweiten Liga – aufzunehmen.

No Energy, No Party

Dem Spiel des FC St. Pauli fehlte es nicht nur an Energie, es war auch durchsetzt von Fehlern. Es könnten hier jetzt exemplarisch einzelne Szenen herausgepickt werden. Das wäre aber ungerecht, denn so könnte der Eindruck entstehen, dass nur einzelne Spieler an diesem Samstag nicht auf der Höhe waren. Das traf aber leider auf alle FCSP-Spieler zu. Nur ganz kurz blitzte so etwas wie Gegenwehr auf, kurz vor der Halbzeit war das. Zu diesem Zeitpunkt stand es aber bereits 2:0 für Leverkusen und das Spiel war schon verloren.

Verloren, weil sich der FC St. Pauli zwei Gegentore fing, die so einfach nicht fallen dürfen. Das erste war ärgerlich, prallte es schließlich von der Latte ans Hinterbein von Vasilj. Doch es kann und darf nicht als Pech bezeichnet werden, wenn das Team Standardsituationen unzureichend verteidigt. So eine Situation führte nämlich auch zum 0:3 und es war bezeichnend, dass Leverkusen-Angreifer Patrik Schick bereits vor Anpfiff offen am Sky-Mikro erklärte, dass man sich für die Partie ganz besonders auf Standardsituationen vorbereitet habe, weil man sich dort etwas ausrechne. Hat unter gütiger Mithilfe des FC St. Pauli geklappt …

Nur wenige Momente nach dem 0:1 fing sich der FC St. Pauli direkt das 0:2. Und dabei waren alle Elemente des schlechten Spiels des FCSP in einer Szene zu erkennen. Ein brutaler Fehlpass im Aufbauspiel, total behäbige Rückwärtsbewegungen nach Ballverlust (hab ich mich darüber aufgeregt, ey!), schlechte Abstimmung in der Restverteidigung, Aus-den-Augen-verlieren des Gegenspielers und zu all dem dann auch noch etwas Pech beim Abwehren des Torschusses. Wer so etwas anbietet, hat sich einen Gegentreffer redlich verdient.

Schlecht war die erste, bodenlos die zweite Halbezeit

Rückblickend betrachtet war es fast schon ein Segen, dass der FC St. Pauli bereits früh mit 0:2 hinten lag. Denn Bayer Leverkusen ist am Mittwoch in der Champions League in Piräus gefordert, schaltete nach der frühen Führung merklich ein paar Gänge zurück. Leider war das Team aber noch mit genug Power unterwegs, um den Bemühungen des FCSP entgegenzutreten. Die zweite Hälfte war einfach scheiße, da dürfen wir nichts beschönigen und ich habe noch viel weniger Bock, darüber zu schreiben, als schon über die erste Hälfte. Nur so viel: Es schmerzt sehr, aber der Aussage von Robert Andrich nach dem Pokalspiel ist leider zuzustimmen. Der FC St. Pauli hatte einfach nicht die Qualität, um den Leverkusenern gefährlich zu werden.

Solche Spiele tun weh, richtig, richtig doll. Es macht keinen Spaß, sie vor dem Fernseher zu verfolgen und ich habe größten Respekt vor den vielen Menschen im Gästeblock, die ihr „Duell“ auf den Rängen auf jeden Fall gewonnen haben. Allein diese Performance hätte es verdient, dass der FC St. Pauli mehr Energie auf den Platz bringt. Doch die gab es nicht. Am Ende muss leider festgestellt werden, dass der FCSP mit dem 0:4 noch recht gut bedient gewesen ist. Nicht, weil Leverkusen Chancen in Hülle und Fülle vergab. Aber dem Team von Trainer Kasper Hjulmand gelang es mit deutlich zurückgefahrenem Aufwand, in der zweiten Hälfte noch zwei Treffer zu erzielen. Der FC St. Pauli hat in dieser Phase sogar noch viel weniger auf den Platz gebracht, als im ersten Abschnitt. Für zwei weitere Treffer hat es trotzdem gereicht.

Zwölf Endspiele noch

Dieses Spiel war ein Totalausfall. Es geht hier nicht um einzelne Situationen, in denen der FCSP nicht das notwendige Level erreichte, spielentscheidende Fehler machte. Es erinnerte schmerzlich an die Hinrunde, als man am Millerntor mit 0:4 gegen Mönchengladbach unterging.Klar, der FC St. Pauli kann nicht alles gewinnen. Klar, der FCSP hat in dieser Saison mehr Schwierigkeiten als im Vorjahr. Aber am Samstag in Leverkusen wurde nichts angeboten, was in Form von Punkten hätte belohnt werden können. Auch wenn eingepreist werden muss, dass in der Bundesliga Spiele verloren gehen, dass nicht immer das Leistungslimit erreicht werden kann, besonders unter den aktuellen personellen Umständen, mit denen der FCSP klarkommen muss: So eine Leistung ist nicht akzeptabel.

Es ist, wie es ist. Für die Niederlage in Leverkusen gibt es neben einem um vier Treffer schlechteren Torverhältnis auch „nur“ null Punkte, die Leistung wird nicht mit Minuspunkten bewertet. Somit ist es nur eine von 13 verpassten Chancen auf Punkte, die der FC St. Pauli vertan hat. Zwölf bleiben noch. Und direkt die nächste ist eine von größter Wichtigkeit: Mit einem Sieg gegen Werder Bremen kommendes Wochenende kann der FC St. Pauli die direkten Abstiegsplätze verlassen. Der Blick geht nur noch nach vorne.

Immer weiter vor!// Tim

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