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·12. März 2026

Vorbericht: Borussia Mönchengladbach – FC St. Pauli (26. Spieltag, 25/26)

Artikelbild:Vorbericht: Borussia Mönchengladbach – FC St. Pauli (26. Spieltag, 25/26)

Der FC St. Pauli fährt selbstbewusst zum Spiel gegen Borussia Mönchengladbach und muss dort aktiv bleiben, um den Gegner tief in den Abstiegssumpf zu ziehen.(Titelfoto: Stefan Groenveld)

Im „Vor dem Spiel“-Gespräch hat sich Jutta mit Ernst von der Fohlenbotschaft unterhalten. Hört da gerne rein.Dieses Gespräch ist am Mittwoch veröffentlicht worden, da waren wir beim MillernTon auch teilweise noch mit der Nachbetrachtung des Spiels vom Sonntag befasst. Entsprechend ist diese Woche für den FC St. Pauli schon ungewöhnlich, weil das folgende Spiel bereits am Freitag stattfindet. Das sei, so erklärt es Alexander Blessin auf der Pressekonferenz, schon eine besondere Situation: „Wir sind sofort wieder im Taktik-Training, in der Vorbereitung, haben keinen lockeren Aufgalopp und Mitte der Woche eine Hochbelastung. Jetzt waren wir sofort wieder drin in der Vorbereitung, sind sofort wieder im aggressiven Modus.“Und dieser „aggressive Modus“, von dem Blessin da spricht, der soll dem FC St. Pauli auch in Mönchengladbach etwas Zählbares bringen: „Wir wollen natürlich diese gute Phase, die wir momentan haben, wieder zeigen und haben da aus dem Hinspiel vielleicht auch noch was gut zu machen.“


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FC St. Pauli: Wer kann spielen, wer fehlt?

Fünf Spieler werden dem FC St. Pauli beim Spiel am Niederrhein sicher fehlen: Ricky-Jade Jones wird noch einige Zeit fehlen, genauso wie Simon Spari. Etwas kürzer könnte die Ausfalldauer bei Karol Mets, James Sands und insbesondere Manos Saliakas sein. Blessin äußerte am Mittwoch auf der Pressekonferenz die Hoffnung, dass der Rechtsverteidiger vielleicht sogar schon kommende Woche wieder mit an Bord ist. Bei Sands müsse hingegen noch etwas abgewartet werden, bis man überhaupt eine Aussage zur Ausfallzeit des Sechsers treffen kann. Für den 25-jährigen ist das persönlich extrem bitter, da er sich einige Hoffnungen auf eine Nominierung zur Nationalmannschaft macht und die kommenden Länderspiele (Ende März) eine gute Möglichkeit hätten sein können, um sich für den Sommer zu empfehlen.

Drei Rückkehrer beim FC St. Pauli

Es gibt aber auch gute Nachrichten aus dem Kader des FC St. Pauli. Alexander Blessin erklärte auf der Pressekonferenz, dass gleich drei Spieler aus Verletzungen in den Kader zurückkehren könnten: Matti Rasmussen, David Nemeth und Andréas Hountondji. Im Fall von Nemeth dürfte es vorerst aber auf Spielzeit in der U23 hinauslaufen. Für Hountondji hingegen wurde bereits ein 15-minütiger Einsatz am Freitag in Aussicht gestellt.Welche Auswirkungen die neuesten Verletzungen und die Rückkehrer beim FC St. Pauli auf den Kader haben und wie darauf reagiert werden könnte? Damit haben wir uns im Artikel „Zwei Ausfälle, aber dafür drei Rückkehrer?“ ausführlich befasst.

Borussia Mönchengladbach: Wer kann spielen, wer fehlt?

Die Pressekonferenz von Borussia Mönchengladbach findet am Donnerstagmittag statt (13:30 Uhr, FohlenTV), also nach Erscheinen dieses Artikels. Entsprechend müssen wir uns in Sachen Personal mit dem zufriedengeben, was bis Donnerstagmorgen bekannt war. Und das ist gar nicht so wenig:

Borussia Mönchengladbach muss am Freitag auf zwei seiner wichtigsten Spieler verzichten. Zum einen ist Angreifer Tim Kleindienst auch weiterhin verletzt. Der Nationalstürmer hatte Ende November zwei Einsätze, fehlt aber seitdem erneut aufgrund von Knieproblemen, musste sogar operiert werden. Mit Robin Hack und Nathan Ngoumou fehlen zudem weitere Offensivkräfte und mit Kota Takai ein Winter-Neuzugang für die Innenverteidigung.Ähnlich schwer, wenn nicht sogar noch schwerer, wiegt der Ausfall von Mittelfeldspieler Rocco Reitz, der eine Rotsperre absitzen muss. Reitz würde ich als nicht weniger als DEN zentralen Spieler in Mönchengladbach bezeichnen, der extrem wichtig ist, nicht nur für aggressive Arbeit gegen den Ball, sondern insbesondere für kreative Momente im Aufbauspiel. Zumindest für die Arbeit gegen den Ball gibt es aber auch einen Rückkehrer, der helfen wird: Sechser Yannik Engelhardt hat zuletzt eine Gelbsperre abgesessen und wird ziemlich sicher in die Startelf zurückkehren.

Was haben die Fohlen zu bieten?

Wie wichtig Rocco Reitz für Borussia Mönchengladbach ist, davon konnten wir uns Anfang November am Millerntor mit eigenen Augen überzeugen. Der 23-jähige hatte mit seinen Bewegungen (zusammen mit Flo Neuhaus) großen Anteil daran, dass Mönchengladbach das Hinspiel deutlich gewann. Den anderen Löwenanteil hatte der FC St. Pauli höchstselbst, wie Alexander Blessin auf der PK erklärte: „Im Hinspiel lief alles schief, was schieflaufen kann: Slapstick-Gegentore, Geschenke – es war wirklich eines unserer schlechtesten Spiele, nicht nur der Saison, sondern in meiner Tätigkeit hier als Trainer.“Auf diesen Tiefpunkt folgte dann aber das Pokal-Achtelfinale in Möcnhengladbach, das der FCSP mit 2:1 gewann. Blessin: „Wir haben uns dann eingeschworen, die Köpfe zusammengesteckt und die richtige Reaktion gezeigt. Da ging es auf der einen Seite darum, wie wir es taktisch gelöst haben, aber auch, wie wir unsere Idee besser mit Leben gefüllt haben. Mit dieser Energie, die wir einfach brauchen und die uns in den letzten Wochen getragen hat.“

Artikelbild:Vorbericht: Borussia Mönchengladbach – FC St. Pauli (26. Spieltag, 25/26)

Das Hinspiel des FC St. Pauli gegen Borussia Mönchengladbach war sicher einer der absoluten Tiefpunkte. // (c) Stefan Groenveld

Back im Abstiegskampf

Borussia Mönchengladbach war damals als Abstiegskandidat ans Millerntor gereist. Doch unter der Leitung des damals noch recht frischen Eugen Polanski an der Seitenlinie kämpften sich die Fohlen unten raus, holten nach dem 4:0-Erfolg am Millerntor noch zehn Punkte aus den folgenden vier Spielen. Als es zum Auftakt nach der Winterpause einen 4:0-Sieg gegen den FC Augsburg gab, hätten wohl nur noch wenige damit gerechnet, dass Mönchengladbach nochmal unten reinrutscht. Doch von den letzten neun Spielen konnte nur eines gewonnen werden, in den acht Partien nach dem 4:0 gegen den FCA erzielte Mönchengladbach nur noch sechs eigene Treffer. Und plötzlich befindet sich das Team von Polanski wieder in einer prekären Tabellensituation.

Wie konnte Mönchengladbach da wieder reinrutschen, Alexander Blessin? Der Cheftrainer des FC St. Pauli betont zwar, dass er zu weit weg sei, um abschätzen zu können, was intern in Mönchengladbach abgeht. Aber er vermutet, dass das zwischenzeitliche Hoch nicht unbedingt hilfreich war, um die jetzige Situation zu vermeiden: Die Ansprüche in Mönchengladbach sind womöglich ein Problem. Denn nachdem sich die Fohlen von unten bereits etwas abgesetzt hatten, könnte es dazu gekommen sein, dass „man eben doch nicht mehr zu 100 Prozent in die Zweikämpfe geht“, wie Blessin erklärt.Und so ist Mönchengladbach plötzlich wieder mittendrin im Abstiegskampf und könnte genau das Team sein, das nicht mehr damit gerechnet hat unten reinzurutschen und genau deshalb besonders große Probleme bekommen könnte. Blessin schlägt jedenfalls selbstbewusste Töne an: „Im Grundsatz ist es schon eine Mannschaft, die ihre Qualitäten und Muster hat. Aber wenn wir unsere Leistungen abrufen, die wir in den letzten Wochen abgerufen haben, dann ist da schon was zu holen für uns.“

Immer schön aktiv bleiben

Damit der FC St. Pauli in Mönchengladbach tatsächlich etwas Zählbares holt, ist es wichtig, möglichst aktiv zu sein. Das zeigt der Vergleich zwischen dem Hinspiel und dem Pokal-Achtelfinale. Im Hinspiel ist das Team oft in ein tieferes (und passives) 5-4-1 gefallen. Nicht ohne Folgen: Im Verlauf der Partie konnte man dabei zuschauen, wie aus verunsicherten Gladbachern plötzlich selbstbewusste Spieler wurden. Im Pokalspiel war der FCSP dann aber viel aktiver und auch aggressiver im Pressing, agierte öfter aus einem 5-2-3 heraus. Womöglich ist so eine aktive Spielweise besonders gegen Mönchengladbach wichtig. Denn das Team von Polanski möchte den Ball haben und aus geordneten Spielsituationen Torgefahr erzeugen, spielt oft abwartend und versucht, sich die Lücken zu erarbeiten. Dabei agiert das Team zumeist in einem 4-1-5 oder sogar (im schlechteren Fall) im 4-6, also auf jeden Fall sehr oft mit einer Viererkette im Aufbau. Und wenn es auf die Viererkette nicht genug Druck gibt, dann kann Mönchengladbach schon einiges auf die Beine stellen. Dann werden Räume situativ überladen, Gegenspieler aus ihren Positionen herausgezogen und die letzte Kette wird durch gegenläufige Bewegungen permanent gestresst. Wie das aussieht, hat Union Berlin (die sich üblicherweise in einem sehr passiven 5-4-1 aufstellen) vor zwei Wochen erfahren, es war der bisher einzige Sieg der Gladbacher in der Rückrunde.

Es geht darum, mutig zu sein

Könnte es also besonders gegen Mönchengladbach ein ein Problem sein, wenn man zu tief fällt? Das sieht Alexander Blessin etwas anders: „Es geht um ein gutes Game-Management“, so der FCSP-Chefcoach, der zudem betonte, wie wichtig es sei, dass man sich als Team auch mal kollektiv fallen lasse, wenn es das Gefühl gibt, dass man keinen Zugriff auf den Gegner habe. Das habe die Mannschaft gegen Frankfurt gut umgesetzt, so Blessin. Entsprechend gehe es nicht generell darum, ob das Team nun tiefer stehe oder höher presse, sondern „immer um die Abstände. Egal, ob im tiefen Block, im Mittelfeld oder mal im Angriffspressing – die Abstände zueinander müssen immer so gehalten werden, dass die Zwischenräume relativ schnell abgedeckt werden können, dass wir uns sehr schnell untereinander helfen können.“Genau das war eines der großen Probleme im Hinspiel: „Im Hinspiel haben wir Räume zugelassen, die waren einfach so groß, die sind dann schwierig zu verteidigen.“ In der Verteidigungsarbeit des FC St. Pauli gehe es um „Abstände und Disziplin“, so Blessin, der ergänzte: „Es geht darum, wie weit ich einrücke, welche Räume ich ihnen eröffne und dann natürlich – und auf diesen Punkt komme ich immer wieder – wie mutig ich darin bin, in den Zwischenräumen die Räume zu verteidigen.“

Es darf also ein Spiel mit einer klaren Rollenverteilung erwartet werden: Borussia Mönchengladbach wird allein aufgrund der Tatsache, dass zu Hause gespielt wird, versuchen, das Spiel zu diktieren. Wie gut den Fohlen das gelingt, hängt davon ab, wie aktiv, mutig und gut abgestimmt der FC St. Pauli gegen den Ball agiert. Gelingt es nicht nur, das Gladbacher Offensivspiel möglicht lahmzulegen, sondern mit denn dann logischen Ballgewinnen auch direkt auch selbst Gefahr zu erzeugen, dann ist tatsächlich etwas drin für den FCSP.

Mögliche Aufstellung

Aufseiten von Borussia Mönchengladbach gerät spätestens durch den Ausfall von Reitz ein 17-jähriger in den Fokus: Wael Mohya erzielte gegen Bayern München sein erstes Tor in der Bundesliga und ist ein durchaus erfrischendes Element im Gladbacher Offensivspiel. Er dürfte auf der linken Offensivseite zum Einsatz kommen. Auf rechts ist Franck Honorat gesetzt, dessen Flanken bekanntlich ziemlich schmerzhaft für Gegner sein können, vor allem, wenn es im Zentrum mit Haris Tabaković (schon elf Saisontore) eine kopfballstarken Abnehmer gibt. Fraglich ist, wer neben Rückkehrer Engelhardt auf der Sechs agieren wird. Zuletzt war dort Kevin Stöger zu finden, der aber nicht überzeugen konnte. Im Hinspiel spielte Flo Neuhaus auf dieser Position, der nun aber längere Zeit gar nicht zum Einsatz kam. Es gibt also ein paar Fragezeichen in Sachen Startaufstellung der Gladbacher.

Artikelbild:Vorbericht: Borussia Mönchengladbach – FC St. Pauli (26. Spieltag, 25/26)

Nicht unwahrscheinlich, dass nach unter anderem dem VfB Stuttgart auch Borussia Mönchengladbach unangenehme Bekanntschaft mit Adam Dźwigała macht. // (c) Stefan Groenveld

Rücken Ritzka und Dźwigała in die Startelf?

Und die gibt es auch aufseiten des FC St. Pauli, der die Ausfälle von Sands und Saliakas kompensieren muss. Die Rechtsverteidiger-Position wird Arek Pyrka einnehmen, der damit seinen Platz auf der linken Seite frei macht. Und diesen dürfte Lars Ritzka einnehmen, so wie er es gegen Frankfurt gemacht hat. Allerdings hat Ritzka das letzte Mal im Oktober 2024 ein Bundesligaspiel über 90 Minuten bestritten, oft streikte der Körper nach rund einer Stunde Spielzeit. Die Wahrscheinlichkeit ist also recht hoch, dass auch Louis Oppie wieder auf dem Platz stehen wird.

Größer sind die Fragezeichen beim Ersartz für Sands. Logisch wäre ein Vorziehen von Eric Smith, den dann freien Platz in der Innenverteidigung würde Adam Dźwigała einnehmen. Gerade da die Kombination Tabaković-Smith in Sachen Kopfballspiel nicht so richtig super für den FC St. Pauli war im Hinspiel, gibt es hierfür gute Argumente. Zudem ist das Duo Smith-Irvine auf der Doppelsechs eingespielt.Eine andere Möglichkeit wäre ein Zurückziehen von Joel Fujita auf die Sechs. Connor Metcalfe oder Matti Rasmussen könnte die dann freie Position vorne einnehmen. Das Duo Fujita-Irvine hat es so allerdings noch nicht gegeben. Mir persönlich gefällt Fujita auf einer zentralen Position immer sehr gut. Allerdings muss es da auch mit der Abstimmung passen und da hatte das Duo Sands-Irvine klare Vorteile. Ich halte beide Varianten für möglich, würde mit Letztere wünschen, halte Erstere aber für wahrscheinlicher.

Stürzt Mönchengladbach in die Krise!

Der FC St. Pauli reist zu Borussia Mönchengladbach und rechnet sich dort aufgrund der eigenen und gegnerischen Form etwas aus. Dass der FCSP mit einem Sieg an den Fohlen vorbeiziehen kann, ist zwar für Blessin uninteressant: „Ein Verweis auf eine Tabellensituation hat mich als Spieler nicht erreicht und ich denke, dass ich damit auch meine Spieler nicht erreiche.“ Für den weiteren Verlauf im Abstiegskampf wäre er aber total wichtig. Denn wie ist wohl die Stimmung in Mönchengladbach, wenn der vermeintliche „Pflichtsieg“ gegen den FC St. Pauli nicht geholt wird? Richtig, der FCSP kann Mönchengladbach in die Vollkrise stürzen. Das allein sollte Ansporn genug sein.Forza!// Tim

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