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·4. Oktober 2026

Bei Huths Jubiläum: Wolfsburg bezwingt HSV 2:1

Artikelbild: Bei Huths Jubiläum: Wolfsburg bezwingt HSV 2:1

Der aktuelle Vizemeister VfL Wolfsburg kletterte in der Google Pixel Frauen-Bundesliga auf den zweiten Tabellenplatz. Das Team von Trainer Stephan Lerch bezwang den Hamburger SV in einem intensiven und am Ende auch umkämpften Nordduell 2:1 (1:0) und fuhr damit am 6. Spieltag den fünften Saisonsieg ein. Mit jetzt 15 Zählern müssen die Wölfinnen nur den verlustpunktfreien Titelverteidiger FC Bayern München vor sich dulden.

Vor 2875 Zuschauer*innen im AOK Stadion ging der VfL unmittelbar vor der Pause durch das fünfte Saisontor von Ella Peddemors (45.+1) erstmals in Führung. Camilla Linberg (48.) glich in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit für den HSV aus, doch die eingewechselte Anny Kerim-Lindland (80.) ließ in der Schlussphase die Gastgeberinnen über den zweiten Dreier im erst zweiten Heimspiel jubeln. Der HSV steht nach sechs absolvierten Partien weiterhin bei fünf Punkten.


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Lerch: "Sind ruhig geblieben"

"Wir freuen uns sehr darüber, dass wir die drei Punkte hier in Wolfsburg behalten konnten", sagte Trainer Stephan Lerch. "Zum Abschluss dieses ersten Blocks mussten wir noch einmal alles geben. Ich finde, dass wir in der ersten Halbzeit sehr dominant aufgetreten sind und die Umschaltmomente gut verteidigen konnten. Umso schöner war es, dass wir uns am Ende der ersten Halbzeit für unseren guten Auftritt belohnen konnten. In der zweiten Halbzeit haben wir den Start ein wenig verschlafen und Hamburg dadurch zurück ins Spiel geholt. Danach war es eine offenere Partie. Bei den Umschaltmomenten, auf die Hamburg gelauert hat, kann natürlich auch mal Gefahr entstehen. Gut war, dass wir grundsätzlich ruhig geblieben sind und den Druck gegen eine leidenschaftlich auftretende Hamburger Mannschaft hochgehalten haben."

HSV-Trainer Rodolfo Cardoso meinte: "Es war ein etwas verrücktes Spiel. In der ersten Halbzeit war Wolfsburg dominant und hatte viele Torchancen. Wir haben aber ganz gut verteidigt. Wir wussten schon vor dem Spiel, dass es eine schwierige Partie wird. Dennoch haben wir uns darauf gefreut und sind mit viel Mut ins Spiel gegangen. In der zweiten Halbzeit haben wir das eine oder andere korrigiert und sind besser ins Spiel gekommen. Danach ging es viel hin und her und es gab viele Zweikämpfe. Wir hatten einen Punkt vielleicht verdient, obwohl Wolfsburg an der einen oder anderen Stelle besser war."

Unverhofftes Debüt für Baum

Im Vergleich zum Rückspiel im UEFA Women's Europa Cup gegen den SK Sturm Graz (2:0) nahm VfL-Trainer Stephan Lerch sechs Veränderungen in seiner Anfangsformation vor. Für Thea Bjelde, Sophia Kleinherne, Lou Bogaert, Lena Lattwein, Smilla Vallotto und Mara Alber starteten diesmal Joelle Wedemeyer, Lieske Carleer, Sarai Linder, Ella Peddemors, Katharina Piljic und Kapitänin Svenja Huth, die damit ihren 350. Einsatz in der höchsten deutschen Spielklasse bestritt. In der Liste der Rekordspielerinnen liegen nur noch Kerstin Garefrekes (360 Partien), Sandra Smisek (378) und Melanie Hoffmann (395) vor ihr.

Beim HSV gab es gegenüber dem DFB-Pokalspiel beim SV Meppen (2:1) fünf Umstellungen in der Startelf. Magou Doucouré, Annaleen Böhler, Svea Stoldt, Carla Morich und Nikola Karczewska rückten neu ins Team. Dafür nahmen Nigar Mirzaliyewa, Celainy Obispo, Melanie Brunnthaler, Lena Martens und Lotta Wrede zunächst auf der Bank Platz.

Eigentlich war noch ein sechster Wechsel vorgesehen. Die etatmäßige Stammtorhüterin Kinga Szemik sollte eigentlich wieder zwischen die Pfosten rücken, musste aber kurz vor dem Anpfiff wegen muskulärer Probleme passen. Für sie kam Jule Baum zu ihrem Einstand in der Google Pixel Frauen-Bundesliga. Vorerst verzichten muss HSV-Trainer Rodolfo Cardoso auch auf Andrea Svibkova. Die Angreiferin zog sich unter der Woche im Training eine Oberschenkelverletzung zu und wird mehrere Wochen ausfallen.

Zehn Ecken - zweimal Pfosten

Bei ihrem Punktspieldebüt im HSV-Trikot stand Torfrau Jule Baum direkt im Blickpunkt, denn der VfL Wolfsburg übernahm von Beginn an die Initiative. So parierte die 26-Jährige bereits in der Anfangsphase einen Schlenzer von Nationalspielerin Cora Zicai, einen Abschluss von Katharina Pilijc und einen Kopfball von DFB-Vizekapitänin Janina Minge. Dazu strich ein Flachschuss von Ella Peddemors aus der Distanz knapp am Tor vorbei.

Die Hamburgerinnen versteckten sich aber nicht und suchten ebenfalls ihre Chance. Oft war das letzte Abspiel aber nicht präzise genug, um die Hintermannschaft der Gastgeberinnen ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Die beste Möglichkeit hatte Mittelstürmerin Nikola Karczewska mit einem Kopfballaufsetzer nach einer Freistoßflanke von Camilla Linberg. VfL-Torhüterin Stina Johannes hielt die Kugel im Nachfassen.

Ab Mitte der ersten Halbzeit erhöhten die Wölfinnen den Druck und erarbeiteten sich eine Serie von Eckbällen, die mehrfach für Gefahr sorgten. Einen Kopfball von Cora Zicai wehrte Jule Baum ab - und hatte wenig später Glück, dass ein Abschluss von Sarai Linder an den Pfosten prallte. Auch Cora Zicai traf nach einer von insgesamt zehn Eckbällen vor der Pause mit einem abgefälschten Schuss Aluminium, ehe doch noch der Wolfsburger Führungstreffer fiel. Nach einer Flanke von Cora Zicai lieferten sich Ella Peddemors und HSV-Verteidigerin Magou Doucouré ein Kopfballduell. Von Peddemors prallte die Kugel nach Ansicht des Schiedsrichter*innen-Teams zum 1:0 (45.+1) hinter die Linie.

Jokerin Kerim-Lindland trifft

Die Gäste antworteten unmittelbar nach der Pause. Nach einem langen Ball von Magou Doucouré lief Camilla Linberg alleine in Richtung VfL-Tor und überraschte Stina Johannes mit einem Schuss aus spitzem Winkel zum 1:1 (48.) in die kurze Ecke.

Nun entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Erst beförderte Paulina Bartz einen Kopfball von Wolfsburgs Nationalspielerin Camilla Küver von der Torlinie. Nur wenige Augenblicke später war es auf der Gegenseite genau umgekehrt. Dort klärte Camilla Küver kurz vor dem Tor nach einem Versuch von Paulina Bartz für die schon geschlagene Stina Johannes und bewahrte ihr Team vor einem Rückstand.

Spannung bis zum Schluss

Danach hatte der VfL Wolfsburg wieder mehr vom Spiel. Camilla Küver schoss über das Tor, bei einem Abschluss von Janina Minge stand erneut Paulina Bartz auf der Torlinie genau richtig. Die eingewechselte Lena Lattwein scheiterte an Jule Baum. Eine Co-Produktion von zwei Einwechselspielerinnen brachte dann das entscheidende Tor: Kessy Bussya legte uneigennützig quer, Anny Kerim-Lindland drückte den Ball im Fallen zum 2:1 (80.) ins Netz.

Die Gästinnen versuchten zwar in der Schlussphase noch einmal alles, wurden aber nicht belohnt. Bei der letzten Möglichkeit setzte Svea Stoldt ihren Schuss von der Strafraumgrenze zu hoch an. Zusätzliches Pech für den HSV: Mit der erst eingewechselten Lotta Wrede (Sprunggelenk) sowie Nikola Karczewska (Kopf) mussten gleich Spielerinnen den Platz verletzungsbedingt vorzeitig verlassen.

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