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·26. Februar 2026
Bergamo offenbart das wahre Problem des BVB

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·26. Februar 2026

Borussia Dortmund verspielt 2:0-Vorsprung aus dem Hinspiel und verliert 1:4 bei Atalanta Bergamo. Platzverweis für Bensebaini besiegelt das Aus.
Ein 2:0 aus dem Hinspiel. Zwei Tore Vorsprung gegen Atalanta Bergamo. Und dann das: 1:4 im Rückspiel, raus aus der Champions League in den Playoffs. Ich habe in meiner Zeit als Fußballjournalist viele Zusammenbrüche gesehen, aber was Borussia Dortmund in Bergamo abgeliefert hat, gehört in die Kategorie der selbstverschuldeten Katastrophen.
Niko Kovac hatte gewarnt. Der Trainer sprach vor dem Spiel von einem trügerischen Gefühl der Sicherheit, das der souveräne Hinspielsieg erzeugt haben könnte. Seine Mannschaft hörte offenbar nicht zu. Nach fünf Minuten stand es 0:1 durch Gianluca Scamacca, und der BVB fand nie mehr in dieses Spiel. Das ist keine Pechsträhne, das ist ein Mentalitätsproblem, das sich durch diese Saison zieht wie ein roter Faden.
Die Umstände in Bergamo waren zweifellos schwierig. Die organisierten Fans hatten wegen scharfer Sicherheitsvorkehrungen und harter polizeilicher Maßnahmen auf die Reise verzichtet. Dortmund musste ohne seine gewohnte Unterstützung auskommen, in einem kleinen, engen Stadion, in dem Atalanta von seinen Anhängern nach vorne gepeitscht wurde. Doch diese Erklärung greift zu kurz. Eine Mannschaft mit dem Anspruch, in der Champions League zu bestehen, darf sich nicht von fehlenden Gesängen aus der Kurve destabilisieren lassen.
Was mich an diesem Abend am meisten irritiert: Die Rückkehr von Emre Can in die Startelf sollte Stabilität bringen. Stattdessen wirkte der Kapitän nicht dynamisch, wurde mehrfach überlaufen. Ramy Bensebaini, früh verwarnt, musste fortan gemäßigt in die Zweikämpfe gehen und war am Ende der tragische Protagonist. Sein Foul an Nikola Krstovic führte zum entscheidenden Elfmeter, seine Gelb-Rote Karte besiegelte das Debakel. Auf der Bank sah Nico Schlotterbeck zudem glatt Rot. Das ist kein Pech, das ist Kontrollverlust.
Karim Adeyemi traf zwar sehenswert zum 1:3, und für einen Moment schien die Verlängerung möglich. Doch dieser Hoffnungsschimmer macht die Sache nur schlimmer. Dortmund hatte die Chance, sich zurückzukämpfen, und scheiterte an sich selbst.
Jetzt steht am Samstag Bayern München auf dem Programm. Acht Punkte Rückstand in der Liga, im Pokal war ebenfalls früh Schluss. Die Champions League ist vorbei. Was bleibt dieser Saison noch an Perspektive?
Die Frage, die sich die Verantwortlichen in Dortmund stellen müssen, ist nicht, ob diese Mannschaft Talent hat. Die Frage ist, ob sie den Charakter besitzt, unter Druck zu bestehen. Bergamo hat diese Frage beantwortet. Die Antwort gefällt niemandem beim BVB.









































