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·22. Februar 2026
Borussia Dortmund hat das Recht verwirkt, von Titeljagd zu sprechen

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·22. Februar 2026

Borussia Dortmund rettet gegen RB Leipzig erst in der Nachspielzeit ein 2:2. Acht Punkte Rückstand auf Bayern München eine Woche vor dem direkten Duell.
Acht Punkte Rückstand, eine Woche vor dem direkten Duell in München. Man fragt sich, ob Borussia Dortmund überhaupt noch versteht, was es bedeutet, Bayern-Jäger zu sein. In Leipzig lag der BVB 0:2 zurück, brauchte ein Eigentor und einen Treffer in der 90.+5 Minute, um wenigstens einen Punkt zu retten.
Das ist keine Titeljagd, das ist Schadensbegrenzung.
Die Selbstbezeichnung als Bayern-Jäger wirkt nach diesem Abend wie eine leere Behauptung. Wer jagen will, muss Tempo machen. Wer Tempo machen will, braucht Konstanz. Und wer Konstanz liefern will, darf nicht in Leipzig derart auseinandergenommen werden, wie es Dortmund im ersten Durchgang passiert ist.
Die Flügel waren offen wie Scheunentore, besonders die rechte Seite um den erst 18-jährigen Luca Reggiani wurde zum Einfallstor für Leipzigs Angriffe. Yan Diomande dribbelte sich durch, Christoph Baumgartner vollendete zweimal. Das war kein Pech, das war ein strukturelles Problem.
Die Abwesenheit von Emre Can, Nico Schlotterbeck und Niklas Süle offenbart, wie dünn die Dortmunder Personaldecke in entscheidenden Momenten ist. Trainer Niko Kovac musste improvisieren, und die Improvisation scheiterte. Serhou Guirassy, der Torjäger, fand im ersten Durchgang nicht statt. Die beste Chance vor der Pause vergab Marcel Sabitzer per Freistoß. Das ist zu wenig für einen Klub, der sich anschickt, Bayern München herauszufordern.
Was mich irritiert: Dortmund hatte nach dem Anschlusstreffer durch Romulos Eigentor alle Möglichkeiten, das Spiel zu drehen. Stattdessen blieb der BVB harmlos, Leipzig machte weiter das Spiel. Ramy Bensebaini rettete auf der Linie, Antonio Nusa verzog. Erst in der Nachspielzeit schob Fabio Silva zum Ausgleich ein, Julian Brandt vergab danach sogar noch die Siegchance. Das ist keine Mentalität eines Titelanwärters, das ist die Mentalität eines Teams, das froh ist, nicht verloren zu haben.
Am Samstag in München kann Bayern eine Vorentscheidung herbeiführen. Ein Sieg des Rekordmeisters würde den Abstand auf elf Punkte vergrößern, bei dann noch ausstehenden Spielen wäre das Rennen faktisch gelaufen. Dortmund steht unter Druck, aber dieser Druck ist selbst verschuldet. Wer in Leipzig so auftritt, wer defensive Löcher nicht stopft, wer offensive Durchschlagskraft vermissen lässt, der hat sich das Recht verwirkt, von Titeljagd zu sprechen.









































