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·20. September 2026
Brobbey trifft dreimal und verliert, Haaland einmal und schreibt Geschichte: Das Chaos-Spiel von Manchester

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Manchester. „Um ehrlich zu sein, gewinne ich lieber 1:0 als 5:3.“ Enzo Maresca stand nach 98 Minuten im Etihad Stadium und klang wie jemand, der gerade eine Achterbahnfahrt hinter sich hat, auf die er nicht gebucht hatte. Acht Tore, drei Führungswechsel, ein Dreierpack des Gegners, ein zunächst aberkanntes Tor – und am Ende die Tabellenführung. Manchester City schlug den AFC Sunderland 5:3 und zog am FC Arsenal vorbei, der am Samstag 0:3 in Brighton verloren hatte. Drei Punkte Vorsprung, siebter Pflichtspielsieg in Folge.
Der Moment, der bleiben wird, kam in der 81. Minute. Josko Gvardiol flankte, Erling Haaland stand am zweiten Pfosten und schob ein. Die Fahne ging hoch, der Videoassistent griff ein, das Tor zählte. Es war Haalands 117. Premier-League-Treffer – und der erste gegen Sunderland.
Damit ist die Sammlung komplett: Haaland hat gegen alle 25 Gegner getroffen, gegen die er in der Premier League gespielt hat. Sunderland war der letzte Klub auf der Liste; in zwei Partien in der Vorsaison war er leer ausgegangen. Nur ein Spieler hat das vor ihm geschafft: Harry Kane, heute beim FC Bayern. Es ist eine kuriose Bestmarke, aber eine, die etwas über Beständigkeit sagt – und über eine Karriere, in der es keine Angstgegner gibt.
Mit fünf Saisontoren führt Haaland zudem die Torjägerliste an, vor Alexander Isak, der beim 1:0 in Bournemouth Liverpools Siegtreffer erzielte und bei vier steht.
Die tragische Figur des Nachmittags war ein früherer Bundesliga-Profi. Brian Brobbey, 2024/25 bei RB Leipzig, erzielte in 33 Minuten einen Dreierpack und verlor trotzdem. Sein erstes Tor fiel in der 12. Minute, das zweite in der 33. nach einem Kombinationszug über Le Fée und Thomas Meunier, das dritte in der 59. – nach einem Steilpass von Granit Xhaka über Citys Abwehrlinie, den Nilson Angulo verlängerte.
Sky schreibt, Brobbey habe Rúben Dias „bullied“ – den Kapitän physisch überfordert. Die Zahlen dahinter: Es war der erste Dreierpack eines Spielers in der Premier League seit Jamie Vardy vor sechs Jahren gegen City, der erste eines Sunderland-Profis seit Jermain Defoe vor einem Jahrzehnt. Und Brobbey ist der erste Spieler seit Roque Santa Cruz 2007, der in der Premier League dreifach trifft und am Ende verliert.
Der eigentliche Matchwinner war Antoine Semenyo. Der Ghanaer traf in der 43. Minute, nachdem ein Schuss von Marc Guéhi an Daniel Ballard abgefälscht war, und in der 57. Minute erneut, nachdem Kevin Danso und Nordi Mukiele zusammengestoßen waren und den Ball unfreiwillig in seinen Lauf gelenkt hatten. Zuvor hatten Enzo Fernández mit einem cleveren Freistoß (9.) und Rayan Cherki (29.) getroffen.
Die Statistik liest sich ruhiger als das Spiel: 57 Prozent Ballbesitz, 16 Schüsse, 2,76 Expected Goals. Was sie nicht zeigt, ist die Defensive. Sky formulierte es so: Das Spiel habe sich „nicht weiter entfernen können von dem Bild der Kontrolle“, das man mit Pep Guardiolas City verbindet. Citys Abwehr war bei jedem Umschaltmoment anfällig.
Maresca sah es pragmatisch: „Ich habe ein sehr schwieriges Spiel erwartet. Ich weiß, wie gut sie sind. Wir haben einen Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen. Diese sieben Pflichtspiele waren alle unterschiedlich. Wir haben die Chance, aus jedem Spiel zu lernen.“ Der Italiener ist erst der sechste Trainer der Premier-League-Geschichte, der seine ersten fünf Ligaspiele bei einem Klub gewinnt – nach Ancelotti, Guardiola, Shakespeare, Sarri und Solskjær.
Liverpool gewann 1:0 in Bournemouth, Isak traf. Florian Wirtz stand in der Startelf und wurde in der 71. Minute ausgewechselt. Manchester United kam beim FC Fulham nur zu einem 1:1 – Matheus Cunha rettete in der 89. Minute einen Punkt, der Rekordmeister steht auf Platz zwölf. Es ist eine Woche nach dem Derby, das United durch Haalands umstrittenes Tor verloren hatte und für das sich der Schiedsrichterverband anschließend entschuldigte.
City geht damit als Tabellenführer in die verlängerte Länderspielpause. Mit einer Offensive, die alles schießt, und einer Abwehr, die Maresca noch beschäftigen wird. „Ich gewinne lieber 1:0“ war keine Koketterie.

































