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·11. Februar 2026
Brunnenmeier wäre heute 85 geworden: "Wir waren Versuchskaninchen für den Profifußball"

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·11. Februar 2026

Bis heute hält Rudi Brunnenmeier einen Rekord - und wahrscheinlich wird dies eine Bestmarke für die Ewigkeit sein. 66 Tore hat er für die Löwen in der Bundesliga erzielt. Der Rudi, wie ihn alle nannten, war ein Phänomen - auf und neben dem Platz.
Heute an diesem 11. Februar wäre der gebürtige Olchinger, der am Münchner Ostfriedhof begraben ist, 85 Jahre alt geworden. 2003 erlag der frühere DFB-Kapitän einem Krebsleiden. Zu seiner Beerdigung kamen 3.000 Trauergäste, darunter auch Franz Beckenbauer, Petar Radenkovic und Karl-Heinz Wildmoser. Auf Brunnenmeiers Grabstein steht: “Kapitän der Fußballnationalmannschaft, Europacup-Finalist im Wembleystadion und Torjäger der Münchner Löwen.” Das Grab wird heute noch gepflegt.
Schön hatte es Brunnenmeier nicht mehr in seinen letzten Jahren. Er war dem Alkohol verfallen und ist auch an die falschen “Freunde” geraten. Oft wurde der frühere Löwen-Torjäger am Viktualienmarkt angetroffen - und ab und zu kam er hoch ans Trainingsgelände. Sein Wunsch war: Hausmeister von 1860. Doch lieber steckte ihm der damalige Präsident Wildmoser den ein oder anderen Hunderter zu, dass sich Brunnenmeier wieder über Wasser halten konnte. Er jobbte auch als Hilfsarbeiter am Bau, an einem Imbissstandl oder in der Münchner Großmarkthalle. Auch als Trainer versuchte er sein Glück - beim FC Garmisch-Partenkirchen. Aber auch dieser Versuch scheiterte wieder schnell.
Meister-Löwe Fredi Heiß erinnert sich gegenüber db24 an einen großartigen Fußballer: “Wir hatten wirklich eine gemeinsame tolle Zeit, aber beim Rudi hat sich leider viel in die falsche Richtung entwickelt. Wie das Leben eben so spielt. Er ist falsche Verbindungen eingegangen. So Schicksale wie von ihm gab es leider viele. Er hatte keine Vorsorge fürs Alter und rutschte in ein Leben, das man keinem wünscht. Ich kenne viele Menschen, die ihn unterstützt haben - auch ich habe ihm geholfen.”
Schuld an Brunnenmeiers Absturz war auch das damalige Gehaltssystem: “Wir waren zwar alle Profis, aber haben verdient wie Amateure. Wir waren Versuchskaninchen für den Profifußball in Deutschland. Leider Gottes hat der Rudi für die schöne Zeit, die wir zusammen erlebt haben, am Ende büßen müssen.”
In der heutigen Zeit, sagt Heiß, wäre Brunnenmeier bei einem Spitzenklub in der Bundesliga für “20 bis 25 Tore pro Saison” gut. “Der Rudi hatte einfach alles: Er war schnell, hatte ein gutes Durchsetzungsvermögen und wusste, wo das Tor steht. Er hatte auch die richtige Statur. Er hat Spiele oft im Alleingang entschieden. Hätte er nicht Uwe Seeler vor sich gehabt, hätte er viel mehr Länderspiele absolviert.” Fünfmal lief er mit dem Bundesadler-Trikot auf - seine Bilanz: Drei Tore.
Schlusssatz Heiß: “Wir sind ja nur noch vier aus der Meister-Mannschaft. Ich denke oft an den Rudi, wie auch an alle anderen. Rudis schwierige Zeiten würde ich aber am liebsten streichen.”









































