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·14. September 2026

Brunner jubelt mit Kopf-ab-Geste – Traumtor und mögliche Sperre

Artikelbild:Brunner jubelt mit Kopf-ab-Geste – Traumtor und mögliche Sperre

Paris Brunner erzielt für Monaco den Ausgleich in Straßburg, provoziert dann die Heimfans mit einer Kehlenschnitt-Geste und beruft sich auf Beleidigungen gegen seine Familie. Der Schiedsrichter hat den Vorfall im Spielbericht vermerkt – die Disziplinarkommission tagt am 16. September.

LIVERPOOL, ENGLAND – 09. August 2026: Paris Brunner von der AS Monaco im Zweikampf mit Liverpools Luke Chambers während des Testspiels zwischen dem FC Liverpool und Monaco an der Anfield Road. (Foto: Naomi Baker/Getty Images)


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Ausgleich in der 71. Minute, dann der Eklat

Paris Brunner hat seine starke Frühform bei der AS Monaco mit einem sehenswerten Treffer untermauert – und anschließend für einen handfesten Eklat gesorgt. Beim 1:1 der Monegassen bei Racing Straßburg am 4. Spieltag der Ligue 1 hämmerte der 20-jährige Deutsche in der 71. Minute den Ball aus gut zwanzig Metern in den Winkel. Was als Jubel über einen wichtigen Ausgleich begann, kippte in Provokation: Brunner hielt sich zunächst die Hände an die Ohren – die klassische „Ich höre euch nicht“-Geste –, riss sich dann von seinen Mitspielern los und zog sich demonstrativ die Hand quer über den Hals. Ein Schnitt durch die Kehle, gerichtet auf die Tribüne der Gastgeber.

Das Straßburger Publikum reagierte mit einem gellenden Pfeifkonzert. Eine unmittelbare Strafe auf dem Platz blieb aus – Schiedsrichter Éric Wattellier ahndete die Szene nicht. Doch der Unparteiische soll den Vorfall in seinem Spielbericht erwähnt haben. Damit liegt der Fall nun bei der Disziplinarkommission der französischen Liga (LFP), die am 16. September zusammenkommt. Eine nachträgliche Sperre für Brunner ist möglich.

„Über meine Familie gesprochen“ – Brunners Erklärung

Nach dem Spiel stellte sich Brunner den Mikrofonen von „L’Équipe“ und schilderte die Hintergründe. „Sie haben über meine Familie gesprochen, über meine Mutter und meinen Vater. Ich konnte diejenigen sehen, die mich beleidigt haben“, sagte der Angreifer. Emotionen hätten nach einem solchen Tor hochgekocht. Respektlosigkeit habe er nicht beabsichtigt.

Gleichzeitig betonte Brunner, die Geste sei missverstanden worden: „Was ich sagen wollte, war: Was für ein Tor, das war’s.“ Er bereue den Jubel nicht, räumte aber ein, dass die Botschaft nicht so angekommen sei, wie gemeint. „Es war in der Hitze des Gefechts.“

Fünf Tore in sechs Spielen – der Durchbruch unter Filipe Luís

Sportlich läuft es für Brunner derzeit rund. Nach dem Wechsel von Borussia Dortmund zur AS Monaco 2024 und einer Leihsaison bei Cercle Brügge, in der er kaum Fuß fassen konnte, hat sich der Stürmer unter Neu-Trainer Filipe Luís einen Stammplatz erarbeitet. Fünf Tore in sechs Pflichtspielen stehen zu Buche, drei davon in der Ligue 1. Der frühere U17-Welt- und Europameister zeigt nun regelmäßig den Torriecher, der ihn in der Dortmunder Jugend (25 Tore in 26 U17-Spielen, 26 in 42 U19-Spielen) auszeichnete.

In Dortmund war Brunner nie über den Sprung in den Profikader hinausgekommen – einmal stand er im Bundesliga-Aufgebot, ohne eingesetzt zu werden. Disziplinarische Vorfälle abseits des Platzes und unterschiedliche Vorstellungen über den Entwicklungsweg führten 2024 zur Trennung. In Monaco scheint er nun angekommen zu sein.

Nächste Instanz: LFP-Disziplinarkommission

Ob die Kopf-ab-Geste Folgen hat, entscheidet sich am 16. September. Die LFP-Kommission kann Sperren von mehreren Spielen verhängen, wenn sie die Geste als grobe Unsportlichkeit oder Bedrohung einstuft. Brunners Verweis auf die Anfeindungen aus dem Publikum könnte mildernd gewertet werden – ein Automatismus ist es nicht. Für Monaco wäre ein Ausfall des formstarken Angreifers ein herber Rückschlag. Der Klub äußerte sich bislang nicht offiziell.

Einordnung: Emotion, Provokation, Konsequenz

Der Vorfall reiht sich ein in die Diskussion um Jubelrituale und deren Grenzen. Die Kehlenschnitt-Geste wird international überwiegend als Bedrohung gewertet – in Frankreich führte sie in der Vergangenheit wiederholt zu Sperren. Brunners Erklärung, er habe lediglich „Was für ein Tor, es ist vorbei“ signalisieren wollen, ist plausibel, ändert aber nichts an der visuellen Wirkung. In einem Stadion, in dem Spieler regelmäßig Zielscheibe persönlicher Beleidigungen sind, bleibt die Gratwanderung zwischen verständlicher Reaktion und disziplinarischer Ahndung eng. Die Kommission wird abwägen müssen: Provokation mit Vorsatz oder emotionale Entladung nach anhaltenden Anfeindungen.

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