Miasanrot
·8. Februar 2026
Buenos Díaz: FC Bayern schickert Hoffe heim

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·8. Februar 2026

Der FC Bayern hat das Spitzenspiel gegen die TSG Hoffenheim am Sonntagabend mit 5:1 gewonnen. Harry Kane und Luis Díaz überzeugten in der FCB-Offensive, dem Kolumbianer gelingt ein Hattrick.
Wenn der FC Bayern in der Bundesliga einmal ein Spiel nicht gewinnt, rauscht es bereits im Blätterwald. Wenn der Rekordmeister allerdings zwei Spiele in Folge nicht gewinnt, wird der nationale Notstand ausgerufen. So war es zumindest in der Vergangenheit.
Vor dem Duell mit den Tabellendritten aus Hoffenheim war es aber, trotz nur einem Punkt aus den letzten zwei Bundesligaspielen, erstaunlich ruhig an der Säbener Straße. Dabei war durchaus Vorsicht geboten. Die Nordbadener, die im Hinspiel mit 1:4 unterlagen, konnten die ersten fünf Bundesliga-Duelle im Jahr 2026 allesamt gewinnen und stellten eine große Hürde für den FC Bayern dar.
Umso wichtiger für den FC Bayern war, dass Kompany auf seine derzeit beste Elf bauen konnte. Der unter der Woche erkrankte Harry Kane konnte spielen. Vincent Kompany schickte im Vergleich zum 2:2 gegen den HSV Jonathan Tah für Min-jae Kim und Luis Díaz für Lennart Karl von Beginn aus Feld.
Die Bayern starteten gut in die Partie. Nach drei Minuten tauchte Josip Stanišić frei vor DFB-Torhüter Baumann auf, konnte das Leder aber nicht auf das Tor bringen. Serge Gnabry, der unter der Woche seinen Vertrag verlängerte, sorgte wenige Sekunden später für den ersten guten Abschluss.
Gefährlicher wurde es in der neunten Minute als Olise nach einem schönen Solo Baumann zu einer Glanzparade zwang, der folgende scharf von Kimmich auf das Tor geschlagene Eckball hatte beinahe die Führung zur Folge: TSG-Keeper Baumann konnte das Leder nicht klären, ein Pavlovic-Kopfball huschte knapp am rechten Pfosten vorbei.
Nach gut einer Viertelstunde eine spielentscheidende Szene in dieser Partie: Nach einem Schnittstellenpass gelang der Ball über Umwege zu Díaz, der von Akpoguma leicht zu Fall gebracht wurde. Ein Foul, das einen Platzverweis für den nigerianischen Nationalspieler und einen Strafstoß zu Folge hatte – Kane verwandelte sicher zur 1:0-Führung.
In der 27. Minute hätte der Engländer zwingend auf 2:0 stellen müssen. Einen Abschluss von Díaz ließ Baumann nach vorne prallen, Kane konnte das Spielgerät aus knappen elf Metern nicht im Tor unterbringen. Auf der Gegenseite hatte Asllani die große Chance zum Ausgleich: Nach einer Flanke von der rechten Seite setzte der Kosovare einen Kopfball-Aufsetzer an die Latte.
Schon wenige Minuten zuvor zeigte der Rekordmeister Probleme in der Luft als Kabak nach einem Flankenball relativ unbedrängt zum Kopfball kam und das Tor knapp verfehlte. Und die TSG spielte weiter mutig nach vorne, Asllani konnte sich am bayerischen Sechzehner gegen vier Gegenspieler durchsetzen und fand mit einem genialen Pass Kramaric, der vor Neuer allerdings scheiterte.
Der Weltmeister von 2014 lud die Hoffenheimer dann wenig später zum verdienten Ausgleich ein: Ein Passversuch zu Davies gerat viel zu kurz, Asllani konnte das Leder abfangen und fünf Meter vor dem Tor zu Kramaric spielen, der zum 1:1 einnetzte.
Ein wildes Spiel in Fröttmaning, das in der 45. Minute einen weiteren Höhepunkte hatte. Díaz zog auf der linken Seite in den Strafraum und wurde von Coufal zu Fall gebracht. Elfmeter, Kane, Tor. Und vor der Halbzeit wurde es noch besser: Kane kam im Mittelfeld an den Ball, trieb das Leder bis kurz an den Sechzehner und legte dann quer zu Díaz. Der Kolumbinaner vollstreckte ansatzlos und sammelte so, wie Kane, den dritten Scorerpunkt der Partie.
Ohne personelle Wechsel starteten beide Teams in den zweiten Abschnitt. Die Hoffenheimer waren gleich um eine Antwort bemüht, Kane hingegen scheiterte nach gut 50 Minuten per Kopf an Baumann und verpasste somit die endgültige Entscheidung.
Das Spiel hätte in der 57. Minute eine weitere Wendung nehmen können, als sich die Gäste auf der linken Außenbahn gut durchkombinierten und Asllani aus spitzem Winkel gegen Neuer scheiterte. In der 62. Minute machten die Bayern den Heimsieg dann perfekt: Kane fand auf dem rechten Flügel Olise, der in der Mitte Díaz fand – 4:1.
Unmittelbar darauf reagierte Kompany und brachte mit Ito, Karl und Musiala drei frische Kräfte in die Partie. Olise, Gnabry und Tah machten Platz für das Trio. Karl war es auch, der gleich auf sich aufmerksam machte: Der Youngster eroberte das Leder, der Ball prallte zu Díaz, der das Spielgerät direkt zu Kane weiterleitete. Der Brite scheiterte allerdings mit einem fulminanten Abschluss an Baumann. Nach dieser Szene hatte Kane dann Feierabend, Jackson ersetzte die Nummer 9.
Danach plätscherte das Spiel etwas dem Ende entgegen. Die TSG Hoffenheim hatte nun Mut und Kraft verloren und der FCB verlor durch die Spielerwechsel etwas den Rhythmus. Erfreuliche Randnotiz: In der 80. Minute kam Konrad Laimer nach Muskelverletzung zum Comeback im rot-weißen Trikot.
In der 89. Minute belohnte sich Díaz für seine bärenstarke Leistung und erzielte seinen dritten Treffer an dem Abend, seinen ersten Hattrick im Bayern-Trikot. Musiala konnte den Ball am TSG-Sechzehner festmachen und legte ab zum Sommerneuzugang, der Baumann keine Chance ließ.
Tief in der Nachspielzeit hatte Jackson noch die Chance zum 6:1, als er nach einem Karl-Abschluss und Parade von Baumann an das Leder kam aber noch im letzten Moment geblockt wurde. Danach war Schluss, der FCB gewinnt mit 5:1 gegen Hoffenheim, offenbarte aber erneut einige Probleme in der Defensive. Für den FC Bayern geht es bereits am Mittwoch in der Allianz Arena weiter. Im DFB-Pokal treffen die Münchner im Viertelfinale auf RB Leipzig.
Heimspiel,1:0 in Führung, ein Mann mehr, das 2:0 verpasst – eigentlich sprach am Sonntag alles für einen lockeren Bayern-Sieg. Doch der FCB schaffte es in der Folge nicht, das Spiel zu kontrollieren und lieferte sich – gegen zehn Mann – einen wahren Schlagabtausch.
Es ist nicht das erste Mal in den vergangenen Wochen, dass dem FC Bayern das Selbstverständnis während der 90 Minuten abhanden kommt und er die Kontrolle über das Spiel verliert. Die Zahlen belegen dies: Nur 52 Prozent Ballbesitz für den FC Bayern zur Halbzeitpause, 1,66 Expected Goals für Hoffenheim, ein Verhältnis von 5:5 Großchancen (alle Daten Fotmob) sprechen nicht für eine Überzahl der Heimmannschaft.
Doch womit kann man diesen Dominanzverlust begründen? Ein wichtiger Faktor ist das Pressing des FC Bayern, das Hoffenheim und zuletzt auch andere Teams relativ einfach überspielen konnten und so dank geschickten Seitenverlagerungen zu Freiräumen im bayerischen Abwehrverbund gelangten.
Ein weiterer Punkt könnte die Rotation in der Defensive sein. Auch verletzungsbedingt wurde die Abwehrreihe zuletzt etwas durcheinander gewirbelt, mit Ito und Davies musste ein Duo nach Verletzungen integriert werden. Punkte, die der FC Bayern schnellsmöglich in den Griff kriegen muss.
19 Spiele, 10 Tore, 10 Vorlagen – das waren die beeindruckenden Zahlen von Luis Díaz vor dem Spiel gegen die Hoffenheimer. Und der Kolumbianer konnte seine Statistiken im Spitzenspiel noch weiter ausbessern. Der 29-Jährige brillierte gegen die Sinsheimer mit drei Toren und zwei Vorlagen und war ein ständiger Unruheherd für die TSG-Defensive.
Anders als Olise, der nach einem guten Start etwas abbaute, beschäftigte der Sommer-Neuzugang die Hoffenheimer die kompletten 45 Minuten lang: Flink, technisch stark und mit der nötigen Energie drang Díaz immer wieder in den Strafraum ein. Mit dieser Dynamik provozierte der Ex-Liverpooler zwei Foulelfmeter und legte den Grundstein für den wichtigen Heimsieg des FC Bayern.
Und auch abgesehen von den drei Treffern war Díaz im ersten Spielabschnitt an vielen Aktionen beteiligt: zwei eigene Torschüsse, zwei Torschussvorlagen belegen den Stellenwert des Flügelspielers. Zum Vergleich: Michael Olise verzeichnete einen Torschuss (in der 9. Minute) und drei Torschussvorlagen.
In der zweiten Halbzeit legte Díaz nach: Zwei weitere Treffer, viele eigene Abschlüsse sind der Beleg für eine grandiose Leistung des Südamerikaners.
Die defensive Anfälligkeit des FC Bayern sollte Vincent Kompany weiter Kopfzerbrechen bereiten. Die Münchner schaffen es zuletzt nicht nur, nicht mehr zu Null zu spielen, nein, sie lassen auch deutlich zuviele Großchancen zu – gegen die TSG waren es alleine fünf Großchancen in Halbzeit eins, inklusive dem Geschenk von Manuel Neuer, der in der Vergangenheit schon ähnlich gegen Hoffenheim patzte.
Doch Neuer zeigte gegen Hoffenheim in einigen Szenen sein Können. Denn seit der Verletzung von Konrad Laimer fehlt dem FCB defensive Qualität auf der Rechtsverteidiger-Position. Auch Davies auf links wirkt nach seiner langen Verletzung noch längst nicht auf Normalniveau.
Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Kompany freiwillig auf den Min-jae Kim verzichtete. Der Südkoreaner hätte aus sportlichen Gründen nicht in den Kader geschaffen, so Kompany vor dem Spiel.









































