Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau | FC Bayern München | OneFootball

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Get German Football News

·23. August 2026

Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau | FC Bayern München

Artikelbild:Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau | FC Bayern München

Unsere Get German Football News-Serie mit den taktischen Vorschauen zur Bundesliga 2026/27 erreicht nun den deutschen Rekordmeister. Vor einem Jahr kam der Autor auf dieser jährlichen Bundesliga-Reise genau an dieser Station an und fand sich dabei wieder, etwas zutiefst Unangenehmes zu tun: den FC Bayern München zu verteidigen. Nicht den Fußballklub, wohlgemerkt. Dort brauchte niemand Verteidigung. Sondern die Verwaltungsetage. In der taktischen Bayern-Vorschau des letzten Sommers verwandelte sich eine ziemlich geradlinige Teamvorschau irgendwie in eine lange Untersuchung von Max Eberls angeblich katastrophalem Transferfenster, Bayerns angeblich gefährlich kleinem Kader und den diversen angeblich verheerenden Folgen, die einen Klub erwarten sollten, der es versäumt hatte, ungefähr drei Viertel der mit ihm in Verbindung gebrachten Spieler zu verpflichten.

Der Autor betrachtete das alles, merkte an, dass Bayern oft auch mit kleineren Kadern hervorragend funktioniert, wies darauf hin, dass Luis Díaz das Geld wert zu sein schien, und prognostizierte trotzdem Platz eins für den Rekordmeister. Wie mutig. Wie visionär. Wie außergewöhnlich schwierig es doch gewesen sein muss, Bayern München als Bundesliga-Sieger vorherzusagen. Wie soll sich der diesjährige Text bloß vom letzten unterscheiden? Der Autor ist, wie die meisten Bundesliga-Enthusiasten, genervt. Etwas anderes, das den Autor irritiert, ist die Tatsache, dass das übergeordnete Argument tatsächlich ziemlich gut gealtert ist.


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Als der Autor für Bayerns Transfer-Primer im Januar zurückkehrte, gab es nicht mehr viel zu verhandeln. Bayern war Erster. Bayern brach Rekorde. Bayerns angeblich unzureichender Kader zerlegte die Gegner. Wer im August den Zusammenbruch vorausgesagt hatte, verdiente wahrscheinlich einen Teil des Spotts, der ihm entgegenschlug. Der Text landete schließlich bei der alten Trainerweisheit, dass eigentlich nichts repariert werden musste, weil – ziemlich unerquicklich für alle, die nach Drama suchten – praktisch nichts kaputt war.

Dann machte Vincent Kompanys Team die ganze Übung absurd.

Sechzehn Punkte Vorsprung.122 Bundesliga-Tore.DFB-Pokal-Sieger.Champions-League-Halbfinalist.

Irgendwann fühlt sich taktische Analyse weniger nach intellektueller Untersuchung an und mehr danach, neben einer großen Industriemaschine mit einem Klemmbrett zu stehen. Die große Herausforderung für Bayern in diesem Sommer bestand daher nicht darin, den deutschen Meister neu aufzubauen. Sondern dem natürlichen menschlichen Drang zu widerstehen, an etwas herumzubasteln, das zehn Monate lang praktisch alles plattgewalzt hatte, was man ihm in den Weg gestellt hatte. Michael Olise bleibt lächerlich gut. Luis Díaz bleibt es auf der anderen Seite ebenfalls. Harry Kane erzielte in der vergangenen Saison (mein Gott) 61 Pflichtspieltore.

Alle können nach Hause gehen.

Außer Bayern gab trotzdem fast 107 Mio. Euro aus.

Natürlich taten sie das.


FC Bayern München


Und so kehren wir zu den „großen Jungs im Viertel“ zurück, nur dass dieses Mal deutlich weniger Bedarf besteht, mehrere tausend Worte darüber zu verlieren, ob die Leute in der Führungsetage wissen, was sie tun. Bayern gewann national alles, hielt fast die gesamte Achse zusammen, investierte viel Geld in zwei Spieler, die Kompanys Optionen erweitern, und räumte einige über Jahre angesammelte Kader-Möbelstücke weg. Die taktischen Fragen sind daher kleiner als fast überall sonst. Das fußballerische Problem für die anderen 17 Klubs bleibt riesig.

Das Transferfenster ist so geradlinig, wie es nur sein kann. Bayern musste eigentlich keine fast 107 Mio. Euro ausgeben, um einen Kader aufzuwerten, bei dem sich viele von uns fragen, ob die Saison überhaupt noch gespielt werden muss. Das Ergebnis ist weniger ein neues Bayern als vielmehr eine sauberere, tiefere und unendlich nervigere Version der vorherigen Mannschaft. Entschuldigung, Dortmund-Fans. Ihr habt euren eigenen vor Bewunderung triefenden Text bekommen. Es wird dieses Jahr trotzdem einfach nichts für euch. Falls jemand den „Warum“-Teil dieser Analyse überspringen möchte, hat der Autor vollstes Verständnis.

Wichtige personelle Veränderungen, Bayern

Geschätzte Sommer-Transferbilanz = -69,7 Mio. Euro

In der Vorschau des letzten Jahres erhielt Guerreiro die Bezeichnung „portugiesisches Schweizer Taschenmesser“, nachdem er in der Vorbereitung praktisch überall aufgetaucht war, wo Bayern ihn regelkonform hinstellen konnte. Guerreiro ist nun weg. Offenbar löste Bayern das Problem, indem man ein deutsch-amerikanisches Schweizer Taschenmesser mit jüngeren Beinen kaufte. Nathaniel Brown kam für 50 Mio. Euro von Eintracht Frankfurt. Weitere 50 Mio. Euro brachten Ismael Saibari von PSV in den Kader. Bayern gab dann ungefähr 7 Mio. Euro für alle anderen aus, was sich weniger nach Kaderplanung anfühlt als nach einer bewundernswert effizienten Buchhaltungsabteilung, die sich weigert, noch eine weitere Tabelle zu öffnen.

Brown stellt die einzige offensichtliche Veränderung in der stärksten Elf dar. Der deutsche Nationalspieler kommt als langfristige Lösung auf der linken Abwehrseite, wo Alphonso Davies weiter an seiner vollständigen Fitness arbeitet. Raphaël Guerreiros Abgang räumt den Weg zusätzlich frei. Browns Tempo, Intelligenz und Offensivdrang machen ihn schon jetzt zu einer hervorragenden Besetzung für Vincent Kompanys aggressive Defensivlinie. Der amüsante Teil ist, dass Kompany „Linksverteidiger“ offenbar als sehr lockeren vertraglichen Hinweis interpretiert. Wie Konrad Laimer bestätigen kann, ist das allerdings wirklich nichts Neues.

Saibari gibt Kompany eine weitere hochklassige Option, die auf der gesamten offensiven Mittelfeldlinie spielen kann. Seine Ablöse von 50 Mio. Euro deutet stark darauf hin, dass „Rotationsspieler“ die vorgesehene Rolle unterbewerten würde. Die Abgänge sind womöglich wichtiger, um den Rest des Kaders zu verstehen. Leon Goretzkas Abschied beseitigt endlich eine langjährige Variable im zentralen Mittelfeld. Bayern verfügt nun über eine deutlich klarere Hierarchie um Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlović, deren Partnerschaft das bevorzugte Kontrollzentrum bleibt. Direkt dahinter sollte der neue FCB-Achter Tom Bischof enorm profitieren.

An anderer Stelle gab es die jährliche Sortierung von Bayerns riesigem Entwicklungslager. Noël Aséko wechselte nach Frankfurt, Jonah Kusi-Asare zu Fulham, Maurice Krattenmacher nach Elversberg, Lovro Zvonarek zu Estrela Amadora und Armindo Sieb zu Los Angeles FC. In der überbesetzten Torwartabteilung wechselte Alexander Nübel zu Beşiktaş und Daniel Peretz nach Southampton. Gähn. Der Autor geht jetzt gern weiter.

Notizen aus der Vorbereitung, Bayern

Bayerns Vorbereitung begann in Wiesbaden, während 17 WM-Spieler noch im Urlaub waren und genug Akademiespieler dabei waren, um eine detaillierte taktische Analyse leicht unverantwortlich wirken zu lassen. Die erste Halbzeit war vor allem geprägt von nervösen Fehlern im Aufbau und einem allgemeinen Eindruck, dass einige Beteiligte sich erst vor Kurzem kennengelernt hatten. Die Einwechslung von João Palhinha und Tom Bischof nach der Pause brachte sofort ruhigere Ballzirkulation und erkennbare Struktur zurück. Bischof verwandelte den Ausgleich per Elfmeter, schien gleichzeitig die meisten verfügbaren Räume im Mittelfeld zu besetzen und leitete damit ein, was ein ausgezeichneter Sommer werden sollte. Vier Tage später folgte die traditionelle Übung in Rottach-Egern, bei der Bayern einen Kreisklassen-Gegner mit 15:0 besiegte und alle so taten, als seien dabei Erkenntnisse gewonnen worden. Bischof blieb auffällig. Nathaniel Brown gab sein Bayern-Debüt. Darüber hinaus wird verantwortungsvoller Taktikjournalismus nun wieder aufgenommen.

Die Asien-Tour lieferte etwas mehr brauchbare Informationen. Gegen Jeju SK dominierte Bayern den Ballbesitz, stellte aber wiederholt fest, dass Ballbesitz und Kontrolle darüber, was nach Ballverlust passiert, nicht zwangsläufig dasselbe sind. Felipe Chávez traf früh. Bastian Assomo (16) erzielte das 2:1-Siegtor. Jeju fand immer wieder Umschalträume, sobald Bayerns junge Struktur auseinandergezogen wurde. Erst die spätere Einwechslung von Kimmich, Pavlović, Tah, Brown und Díaz brachte wieder mehr Kontrolle, wobei Temperaturen über 30 Grad und brutale Luftfeuchtigkeit dafür sorgten, dass das Tempo zeitweise wirkte, als würde unter Wasser Fußball gespielt. Die Asien-Tour ging weiter. Bayern traf auf den ebenfalls im Fernen Osten reisenden Aston Villa.

Villa lieferte schließlich die erste wirklich Kompany-förmige Vorstellung. Bayern presste den Europa-League-Sieger hoch und schob zeitweise vier Angreifer auf Villas letzte Linie. Arijon Ibrahimović driftete nach links, statt als Mittelstürmer fest zu bleiben, und führte zusammen mit Konrad Laimer das Pressing an. Bischofs hervorragender Freistoß leitete Kims Führung ein, bevor Ibrahimovićs Diagonalball Luis Díaz zu einem spektakulären zweiten Treffer verhalf. Am interessantesten war aber, dass Brown als Linksverteidiger begann und nach Laimers Abgang einfach in dessen offensive Position rückte. Bayern hatte einen Verteidiger für 50 Mio. Euro gekauft und experimentierte bereits damit, wie viele Etagen der Formation er regelkonform besetzen durfte.

Dieses Thema setzte sich gegen Leipzig im „Telekom Cup“ fort. Das erfahrenere Mittelfeld aus Kimmich und Pavlović stellte die vertraute zentrale Plattform wieder her. Luis Díaz traf in der 13. Minute zur Führung. Leipzig kam mit deutlich mehr Tempo aus der Pause, traf den Pfosten, zwang Neuer zu Paraden und glich verdient aus. Bayerns Antwort war wunderbar direkt: Pavlović spaltete die Abwehr mit einem vertikalen Pass, Brown startete hinein und vollendete dann ruhig durch die Beine von Maarten Vandevoordt. Ismael Saibari setzte später bei seinem Debüt noch den dritten Treffer von Musiala auf. Ein 3:1-Sieg brachte Bayern eine symbolische Trophäe.

Heidenheim lieferte dann noch eine letzte Warnung, bevor der Pflichtspielbetrieb begann. Bayern geriet gegen den Bundesliga-Absteiger zweimal in Rückstand. Chávez brauchte einen direkten Freistoß für den ersten Ausgleich, Ibrahimović erzielte den zweiten vom Punkt. Dann brachte Kompany nach einer Stunde Kane, Olise, Díaz, Pavlović und einige weitere Mitglieder der tatsächlichen Aristokratie. Das Spiel veränderte sich sofort. Olise bereitete Díaz’ 3:2 vor, bevor Brown von rechts nach innen zog, erneut traf und den 4:2-Sieg perfekt machte. Zu diesem Zeitpunkt war es zunehmend eine aggressive Form von Desinformation, Brown einfach nur als Linksverteidiger zu bezeichnen.

Das taktische Bild blieb dennoch wunderbar vertraut. Bayern suchte nie wirklich nach einem neuen System. Man wartete darauf, dass die alte Maschine wieder vollständig besetzt wurde. Bischof untermauerte seinen Anspruch als echte Mittelfeld-Alternative. Díaz wirkte sofort gefährlich. Saibari fand langsam seinen Weg in die offensive Rotation. Und Brown entwickelte sich in der Vorbereitung so schnell vom Linksverteidiger zum frei umherziehenden Angreifer, dass sein Start im Supercup auf der Zehn am Ende gar nicht mehr besonders seltsam wirkte.

Die Form hatte den Sommer überlebt.

Nur das Personal weigerte sich hartnäckig, darin zu bleiben.

Gewinner des Trainingslagers, Bayern

Nathaniel Brown, LV/OM

Herrgott nochmal! Müssen wir wirklich noch eine weitere Ode an Nathaniel Brown schreiben? Leider verlangt das, was oben behandelt wurde, zumindest nach einer Kurzfassung. Wie die meisten Autoren kann es der Autor allerdings kaum ertragen, sich zu wiederholen. Sagen wir einfach, dass er aus vielen verschiedenen Zonen des Platzes oft traf. Der neue Linksverteidiger der deutschen Nationalmannschaft sorgt in der Bundesrepublik für ordentlich Aufsehen. Er wirkt sowohl als Fußballer als auch als Mensch einfach genau richtig. Unsere pazifistische Bundesrepublik der Nachkriegszeit wird erneut stolz durch den Sohn eines US-Soldaten repräsentiert. Obwohl er erst ein Pflichtspiel absolviert hat, hat Brown seinen Wert für den Verein bereits bewiesen. Der Ruhm fürs Land kommt als Nächstes.

Positionsbezogen war der beeindruckende Teil seines Sommers, dass er zeigte, dass Kompany ihn mehrere Positionslinien nach vorne schieben kann, ohne dass der Fußball dafür sofort ein erklärendes Faltblatt bräuchte. Tempo, intelligente Bewegungen und ein hervorragendes Gespür für freie Räume machten ihn besonders effektiv, wenn er in Räume hineinkam, statt stillzustehen. Drei Scorer-Auftritte in Folge wirkten irgendwann nicht mehr wie ein Zufall. Bayern kaufte sich einen Linksverteidiger und scheint mehrere weitere Positionen gratis dazubekommen zu haben. Gut für sie. Diejenigen unter uns, die sich von Bayerns nächstem perfektem Transfer-Coup gelangweilt fühlen, können sich einfach vorstellen, wie er der DFB-Elf dabei hilft, zur alten Größe zurückzufinden.

Tom Bischof, ZM

Bischof verbrachte einen Großteil der vergangenen Saison als Aushilfe auf der linken Abwehrseite. Browns Ankunft könnte endlich dafür sorgen, dass alle Beteiligten damit aufhören können. Die 21-jährige Hälfte des berühmten „Aschaffenburger Zwillings-Tandems“ wirkte im Mittelfeld deutlich mehr zuhause. Er kam im chaotischen Auftakt in Wiesbaden hinein und half Bayern, sich zu stabilisieren, verwandelte den Ausgleich per Elfmeter und blieb dann in der frühen Vorbereitungsphase einer der konstant sichtbarsten Spieler. Gegen Aston Villa leitete sein starker Freistoß Kims Führung ein, bevor ein weiterer ruhender Ball eine starke Parade erzwang.

Bischof lieferte wiederholt Struktur, während Bayerns WM-Fraktion nach und nach zurückkehrte. Sein Sommer hing nie wirklich an einer spektakulären Einzelvorstellung. Er wirkte einfach immer wieder wie jemand, der in die zentrale Rotation gehört. Kimmich und Pavlović stehen weiterhin vor ihm. Der Abstand hinter ihnen wirkt allerdings deutlich weniger komfortabel als noch im Juni. Vergessen wir nicht, dass Bischof als Achter, Zehner, Außenverteidiger und … okay, das reicht. Jeder hat hiermit die volle Erlaubnis des Autors, in seiner Freizeit mit der FCB-Elf herumzuspielen.

Aleksandar Pavlović, ZM

Pavlović brauchte die Vorbereitung nicht, um sich zu etablieren, aber die Wochen lieferten weitere Belege dafür, dass Bayerns Mittelfeld zunehmend am besten funktioniert, wenn er beteiligt ist. Dass er nicht wie im letzten Sommer durch Verletzungen gebremst wurde, war schon für sich genommen ein Fortschritt. Der 22-Jährige lieferte immer wieder progressive Aktionen „aus der Tiefe“. Beispiele dafür gab es in der Vorbereitung reichlich. Bis zum Supercup war Pavlović Bayerns aktivster zentraler Mittelfeldspieler, sammelte mehr Ballkontakte als jeder andere und trieb die Zirkulation des Teams immer wieder an.

Die Unterscheidung zu Kimmich wird immer hilfreicher. Kimmich diktiert und verteilt. Pavlović bewegt sich, bietet sich an, trägt den Rhythmus nach vorne und gibt Bayern einen weiteren Weg durchs Mittelfeld. Also nicht gerade ein überraschender Gewinner. Eher eine Bestätigung aus der Vorbereitung, dass der Platz des einstigen Balljungen in der stärksten Elf längst nicht mehr besonders sentimental ist. Der Autor möchte, seinen sarkastischen Ton vom Beginn des Textes wieder aufgreifend, dem ehemaligen Bundestrainer Julian Nagelsmann persönlich dafür danken, die beiden bei der WM nicht gemeinsam im zentralen Mittelfeld eingesetzt zu haben.

Der Vorteil eines dominanten FCB soll sich schließlich auf die Nationalmannschaft übertragen.

Arijon Ibrahimović, MS/LA

Ibrahimović ging als weiterer zurückgekehrter Leihspieler in die Vorbereitung, dessen genauer Platz in Bayerns Plänen unklar war. Er verließ sie, nachdem er es deutlich schwieriger gemacht hatte, ihn zu ignorieren. Der 20-Jährige führte gegen Aston Villa die Spitze an, driftete intelligent nach links, statt starr als klassischer Mittelstürmer zu bleiben, und bereitete Díaz’ zweiten Treffer mit einem hervorragenden Diagonalpass vor. Später verwandelte er gegen Heidenheim vom Punkt und wirkte immer wieder wohl dabei, sich zwischen zentralen und breiten Offensivräumen zu bewegen. Natürlich verwechselt ihn niemand mit Kane. Ibrahimovićs Sommer deutete aber an, dass er Kompany ein anderes Angriffsprofil bieten kann, ohne dabei die gleiche fluide Struktur zu verlassen.

Luis Díaz, LA

Díaz brauchte keinen Durchbruch-Sommer. Er verbrachte die Vorbereitung einfach damit, alle daran zu erinnern, warum Bayerns etablierte Offensivhierarchie außerordentlich schwer zu erschüttern bleiben wird. Der Kolumbianer erzielte gegen Aston Villa einen wunderschönen Treffer, reagierte gegen Leipzig schnell zum Tor und kombinierte dann mit Olise für den Siegtreffer gegen Heidenheim. Sein Einfluss wurde besonders deutlich, wann immer Kompany von Entwicklungs-Aufstellungen auf die erfahrene Offensivgruppe umschaltete. Ballbesitz, der zuvor harmlos ausgesehen hatte, kam plötzlich irgendwo Sinnvollem an. Manchmal machen Elite-Angreifer Taktik deutlich leichter erklärbar.

Verlierer des Trainingslagers, Bayern

João Palhinha, DM

Palhinha leistete in der frühen Vorbereitungsphase tatsächlich nützliche Arbeit. Er half, die zweite Halbzeit gegen Wiesbaden zu beruhigen, traf gegen Rottach-Egern und bereitete Assomos Siegtreffer gegen Jeju vor. Das Problem waren nie wirklich die Leistungen. Max Eberl und Vincent Kompany machten nie ein Geheimnis daraus, dass Palhinha zu den zurückgekehrten Leihspielern ohne FCB-Zukunft gehörte. Der arme Palhinha bekam nie die Chance, als Thomas Tuchels missratene „Holding Six“ zu funktionieren, was ohnehin als wirklich dumme Idee durchging. Gott sei Dank ist dieses Kapitel nun beendet.

Sacha Boey, RV

Boey bekam in einer Vorbereitung, die stark von fehlenden Nationalspielern geprägt war, Einsatzminuten, darunter auch Startelfeinsätze, als Bayern noch dabei war, überhaupt etwas zusammenzubauen, das einer Profimannschaft ähnelte. Was sich nicht materialisierte, war ein überzeugender Weg zurück in die erste Elf. Boey gehörte zur gleichen Gruppe wie Palhinha. Ein wenig beschwichtigendes Lob von Kompany bedeutete exakt gar nichts. Dieses spezielle Relikt aus der Tuchel-Ära profitiert am wenigsten davon, dass Tuchel Konrad Laimer in einen Rechtsverteidiger verwandelte. Auch dieses Kapitel schließt man gern.

Bryan Zaragoza, LA

Erkennt ihr ein Muster? Eberl ordnete Zaragoza öffentlich zusammen mit Palhinha und Boey in die Gruppe der Spieler ein, für die der Verein keine Zukunft sieht, und der Spanier wurde anschließend gar nicht erst mit auf Bayerns Asien-Tour genommen. Dieses Kapitel dauert inzwischen lang genug, um leicht absurd zu wirken. Der Autor bittet freundlich darum, nicht noch einmal einen weiteren komplizierten Transfertext über ihn schreiben zu müssen. Anders als Palhinha und Boey bekam Zaragoza nicht einmal die Höflichkeit, in der Vorbereitung zeigen zu dürfen, dass sich nichts geändert hatte.

Taktischer Supercup-Scout, Bayern

Bayerns erstes Pflichtspiel lieferte die vertraute Kompany-Erinnerung, dass die auf dem Spielberichtsbogen notierte Formation deutlich leichter zu verstehen ist als der Fußball, der darin tatsächlich stattfindet. Bevor wir weitergehen, wird der Autor kurz das Thema Jamal Musiala ansprechen, da es eine gewisse Relevanz für die Frage hat, warum Nathaniel Brown auf der Zehn getestet wurde. Verständlicherweise ist das Vernünftigste hier, einfach den letzten Satz für sich selbst sprechen zu lassen. Kein echter Liebhaber des deutschen Fußballs wünscht Jamal etwas anderes als Sicherheit und Schutz. Seine Fußballkarriere ist nicht das, woran wir denken.

Der amtierende Doublesieger begann den Franz-Beckenbauer-Supercup in seinem vertrauten 4-2-3-1. Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlović bildeten die Doppelsechs, Luis Díaz und Michael Olise besetzten die Flügel und Harry Kane führte den Sturm an. Da Musiala, Serge Gnabry und Lennart Karl fehlten und Ismael Saibari noch nicht bereit für die Startelf war, begann Brown auf der Zehn. Brown als Zehner zu bezeichnen, braucht allerdings eines dieser riesigen taktischen Sternchen, die am besten noch aus dem Weltall sichtbar sind.

Aufstellung–FCB (Supercup)

Artikelbild:Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau | FC Bayern München

Brown interpretierte die Position nicht, indem er hinter Kane blieb und den Ball zwischen den Linien forderte. Er bewegte sich nach dem, was um ihn herum geschah. Wenn Kane sich zur Beteiligung am Aufbau ins Mittelfeld fallen ließ, konnte Brown auf den Flügel ausweichen oder das Zentrum räumen. Wenn Bayern den Ball zurückeroberte und sich Räume vor ihm öffneten, griff er sie sofort an. Das passte besonders gut zu Kanes eigener Interpretation der Mittelstürmerrolle. Der England-Kapitän ließ sich in der ersten halben Stunde häufig ins Mittelfeld fallen, um Bälle abzuholen. Dortmunds Innenverteidiger Waldemar Anton folgte ihm erstaunlich tief, teils bis weit in Bayerns Hälfte.

Die theoretische Bayern-Offensivvier wirkte in der Praxis also deutlich weniger starr. Kane kam entgegen. Brown stieß in die von Kane geräumten Räume. Díaz und Olise streckten und trugen das Spiel um sie herum. Browns Führungstreffer war der Lohn dafür. Olise erhielt den Ball in der Nähe des Dortmunder Strafraums, sicherte ihn und legte ihn in den Lauf des nachrückenden Brown. Der angebliche Linksverteidiger brauchte nicht viel Einladung und vollendete sauber aus rund 16 Metern. Kurz vor der Pause hätte Brown fast noch einmal getroffen.

Die Anfangsphase war nicht komplett komfortabel. Dortmund presste aggressiv genug, um Kimmich in wiederholte Zweikämpfe zu verwickeln, und fand gelegentlich selbst die Flügel. Kimmich gab später zu, dass er Bayerns Ballbesitz für zu wenig aktiv hielt und fand, dass die Spieler sich am Ball nicht konstant gut genug unterstützten. Dortmund erzeugte über Flanken außerdem mehr Gefahr, als ihm lieb war. Die wichtigere Entwicklung kam, als Bayern nach und nach die Kontrolle durchs Mittelfeld übernahm. Die zentrale Figur war dabei nicht zwingend Kimmich.

Aleksandar Pavlović sammelte mehr Ballkontakte als jeder andere und wurde zum wichtigsten Antreiber von Bayerns Zirkulation. Er forderte immer wieder zentral den Ball, trug ihn nach vorne und half Bayern, sich nach Dortmunds energiegeladenem Beginn zu beruhigen. Kimmich blieb ein wichtiger Verteiler, wurde zunächst aber in deutlich mehr körperliche Arbeit gezogen als sonst. Erst später, besonders nach einer Stunde, bekam er den Ball häufiger frei im letzten Defensivdrittel Dortmunds. Diese Mittelfeldkontrolle schuf die Plattform dafür, dass Bayerns individuelle Qualität im Angriff zur Geltung kommen konnte.

Olise war der offensichtliche Nutznießer. Dortmunds eingerückter linker Schienenspieler Julian Ryerson begann aggressiv genug, aber der Franzose fand zunehmend Wege, ihn zu isolieren und aus dem Gleichgewicht zu bringen. Auf seine Beteiligung an Browns Führung folgte eine weitere gefährliche Aktion und schließlich Bayerns zweites Tor. Nachdem Jobe Bellingham kurz vor der Pause den Ball verloren hatte, beschleunigte Olise durch Dortmunds Defensivstruktur und traf an Kobel vorbei.

Es gibt die Versuchung, Bayerns erste Halbzeit als totale Dominanz zu beschreiben. Kompany tat das praktisch auch, nannte sie nah am „perfekten Bild“ und lobte den Druck auf den Ball, die Dominanz im Ballbesitz und die Chancenproduktion seines Teams. Kimmich war anderer Meinung. Diese Meinungsverschiedenheit ist interessant. Bayern war zweifellos die bessere Mannschaft und verdiente sich die 2:0-Führung. Dennoch identifizierte Kimmich zu Recht Momente, in denen Dortmund dem Druck entkam, um Flanken herum zu wenig Widerstand bekam und Bayerns Ballbesitzstruktur weniger Unterstützung bot, als das Ergebnis vermuten ließ.

Es gab außerdem ein nützliches Defensivdetail in Bayerns Außenverteidiger-Anordnung. Konrad Laimer begann rechts und Josip Stanišić links, auch wenn die beiden zeitweise die Seiten tauschten. Keiner von beiden lieferte gewaltiges Offensivvolumen. Ein Großteil von Laimers Abend bestand aus Läufen ohne Ball, während Stanišićs schärfster offensiver Beitrag ein hervorragender hoher Ball auf Olise kurz vor der Pause war. Die zweite Halbzeit erzählte eine andere Geschichte.

Eine sofortige Formationsänderung bei Bayern war nicht nötig. Dortmund änderte zuerst etwas, brachte Konstantelias, stellte die Wing-Backs auf ihre natürlichen Seiten zurück und akzeptierte deutlich mehr offensives Risiko. Bayern musste plötzlich eine Version von Kovačs 3-4-2-1 verteidigen, in der zwei echte dribbelstarke Kreativspieler statt nur eines agierten. Und das zuvor komfortable Defensivbild bekam Risse.

Konstantelias trieb sofort den Ball auf Gegenspieler zu. Karetsas wurde neben ihm lebendiger. Neuer zeigte eine überragende Reflexparade. Jonathan Tah, zunächst der ruhigere Teil von Bayerns Innenverteidigerduo, musste einen Volley von Konstantelias blocken und verlor nach und nach etwas von seiner anfänglichen Sicherheit. Diese Verschlechterung in Halbzeit zwei ist wichtig, weil sie eine mögliche Verwundbarkeit in Kompanys Ansatz zeigt.

Bayerns Struktur funktioniert wunderbar, wenn der Druck um den Ball herum synchron bleibt. Wenn Gegner die erste Herausforderung überspielen und mit Läufen die letzte Linie attackieren, werden die riesigen Räume, die durch Bayerns aggressive Positionierung entstehen, deutlich unangenehmer. Der Rekordmeister ließ sich in den zweiten 45 Minuten des Supercups durchaus verunsichern.

Kimmichs Kritik nach dem Spiel konzentrierte sich konkret auf Bayerns Unfähigkeit, die Partie zu beruhigen und zu kontrollieren. Dortmund machte weiterhin Fehler, die hätten bestraft werden können, doch Bayern nutzte zu wenige davon. Statt das Spiel beim Stand von 2:0 zu ersticken, erlaubte der Meister, dass es zunehmend zum Umschaltspiel wurde. Das führte schließlich zum 1:2.

Laimer verlor auf seiner Seite an Sicherheit. Tah verlor dann im Aufbau den Ball. Konstantelias zog nach innen, Svensson hinterlief außen und Fábio Silva verwertete die resultierende Hereingabe. Es war ein Dortmunder Tor, legte aber auch Bayerns Problem der zweiten Halbzeit ziemlich sauber offen: Sobald ihr Gegenpressing versagte, konnte Dortmund mit Tempo auf eine ungeordnete Defensivstruktur zulaufen.

Alphonso Davies ersetzte kurz zuvor Stanišić und gab Bayern auf dem Flügel eine frischere und deutlich schnellere Defensivpräsenz. Strukturell änderte sich wenig. Der Wechsel war weniger eine Systemänderung als vielmehr der Versuch, denselben Rahmen mit anderen physischen Eigenschaften zu erhalten. Davies verteidigte seine Seite zuverlässig genug und hatte Pech, dass er Silvas Abschluss noch an Neuer vorbei abfälschte.

Browns spätere Auswechslung zugunsten von Saibari war ähnlich gelagert. Der Marokkaner kam für die letzten zehn Minuten und übernahm die zentrale offensive Rolle, anstatt Bayern in eine neue Formation zu zwingen. Der Autor liefert gern noch eine weitere Skizze, einfach um zu verdeutlichen, dass Bayern in dieser Saison noch einen weiteren Weg hat, Spiele gründlich zu dominieren.

Aufstellung–FCB (82. Minute)

Artikelbild:Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau | FC Bayern München

Browns Einsatz wirkte auf dem Papier exotisch, aber Kompany musste nie ein spezielles System um ihn herum bauen. Der 23-Jährige besetzte einfach eine der bestehenden Rollen in Bayerns fluider Offensivstruktur und interpretierte sie entsprechend seiner eigenen Stärken.

Selbst spät im Spiel erzeugte Bayern noch Chancen. Kane verpasste nach Dortmunds Treffer nur knapp, Olise trug den Ball weiter in gefährliche Räume, und Saibari prüfte Kobel in der Nachspielzeit. Doch auch Dortmund blieb in der Lage, ihnen weh zu tun. Silva gewann ein Luftduell gegen Tah, Neuer verursachte mit dem Ball beinahe seine eigene Katastrophe, und Anton steckte Beier schließlich sauber durch, was eigentlich der Ausgleich hätte sein müssen.

So viel zum „Game Management“.

Der Supercup lieferte trotzdem deutlich mehr Beruhigung als Alarm.

Das 4-2-3-1 bleibt Bayerns Referenzstruktur, aber – wie unter Kompany üblich – sind Positionsbezeichnungen lediglich Startadressen. Kane lässt sich fallen. Brown rotiert. Olise zieht nach innen. Die Außenverteidiger tauschen Zuständigkeiten. Pavlović treibt den Ballbesitz, während Kimmich seinen Einfluss den verfügbaren Räumen anpasst.

Browns Leistung brachte die interessanteste Ergänzung des Sommers für diese Maschine. Seine Fähigkeit, vom Außenverteidiger in die Zehnerrolle zu wechseln, gibt Kompany ein weiteres guerreiro-artiges Puzzlestück, das die Prinzipien des Teams bewahren kann, ohne konventionelle Positionslogik zu bewahren. Die größere Warnung kam nach der Pause.

Wenn Bayern gut presste, schnell zirkulieren ließ und den Ball ordentlich unterstützte, hatte Dortmund Mühe zu entkommen. Als diese Abstände größer wurden und das Gegenpressing schwächer wurde, wurde das Spiel deutlich chaotischer, als es eine 2:0-Führung hätte zulassen sollen.

Kompany sah etwas, das nahe an Perfektion lag. Kimmich sah vieles, das noch repariert werden musste. Beide Einschätzungen passen ziemlich bequem zu den Belegen. Bayern sieht schon wieder wie Bayern aus. Das Problem für alle anderen ist, dass das selbst dann noch gilt, wenn sie selbst noch gar nicht besonders zufrieden damit sind, wie bayernhaft sie aussehen.

Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz ins Deutsche übersetzt. Die Originalversion auf 🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 kannst du hier lesen.

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