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·14. August 2026

Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau zu Bayer 04 Leverkusen

Artikelbild:Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau zu Bayer 04 Leverkusen

Unsere nächste taktische Vorschau zur Get German Football News Bundesliga 2026/27 führt uns zurück in die Welt von Deutschlands rotem Werksteam. Im vergangenen Jahr bildete Bayer Leverkusen eine Hälfte der Bundesliga-Klubs mit „XXL-Umbruch“, die mit einem neuen Trainer und einem fast komplett umgebauten Kader das Ruder herumreißen wollten. Aus leistungsbezogener Sicht hat RB Leipzig sicherlich mehr erreicht als Leverkusen. Das bedeutet aber nicht, dass sich einer der beiden Klubs stabilisiert hätte. Bemerkenswert ist vielmehr, dass sowohl Leipzig als auch Leverkusen ihre Cheftrainer am Ende der vergangenen Saison entlassen haben und weiterhin mit mehr Personalfluktuation kämpfen als ein amerikanischer Fast-Food-Laden. Bei diesen beiden finanzstarken Klubs dreht sich die Tür unaufhörlich weiter.

Leverkusens Trainerwechsel haben dabei etwas von einem „Goldlöckchen-Gefühl“. Zugegeben, die Metapher passt nicht ganz exakt. Erik ten Hags offene Abrechnung mit der Vereinsführung steckt ihn klar in die Kategorie „zu kalt“. Kasper Hjulmand hingegen, dessen bisweilen beinahe komatöse Ausstrahlung viele fragen ließ, ob man beim dänischen Trainer nicht lieber mal den Puls prüfen sollte, war weit entfernt von allem, was man als „zu heiß“ bezeichnen würde. Nun kommt Carles Martinez Novell, ein Katalane, der bei Trainingseinheiten wild gestikuliert und deutlich sichtbare Anweisungen gibt. So beginnt also der nur dünn verschleierte Versuch, zum „Xabi-Alonso-Geist“ zurückzukehren.


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Wer ist Carles Martinez Novell? Sicherlich nicht der nächste Xabi Alonso. Zum Glück ist er auch nicht mit dem nächsten Albert Riera zu verwechseln. Das Leverkusener Management hat eine Figur geholt, die schon allein deshalb etwas mehr Begeisterung auslösen kann, weil tatsächlich heißes Blut durch seine Adern fließt. Hjulmand und ten Hag wirkten beinahe reptilienhaft, wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen. Innerhalb von 12 Monaten ging es vom Spanier zum Niederländer zum Dänen und wieder zurück zum Spanier, nur um diesem Klub wieder eine Identität zu geben. Martinez muss einen Weg finden, die Deutschen für diesen Verein zu begeistern. Das ist eine echte Aufgabe!


Bayer 04 Leverkusen


Martinez kommt ohne die ganz großen Erwartungen, diese Mannschaft sofort zu drehen. Der Kader ist weiterhin größtenteils für die Zukunft gebaut. Viele weitere Zu- und Abgänge im Laufe des Sommers unterstreichen, dass diese Übergangsphase noch lange nicht vorbei ist. Der Autor hinterfragt auch seine eigene Entscheidung, diesen Klub so früh zu behandeln. Die vielen personellen Bewegungen machen eine Projektion der Aufstellung extrem schwierig. Alejandro Grimaldo lässt sich nicht eins zu eins ersetzen. Der Umbau der Offensive hinterlässt mehr Fragen als Antworten. Und die absurde Menge an Reichtum, über die Leverkusen verfügt, bedeutet auch, dass man auf dem Transfermarkt jederzeit zuschlagen kann.

Wie bei Leverkusen fast immer gilt: Wir wissen nicht wirklich, wie all diese Zu- und Abgänge den endgültigen Kader formen werden. Zudem kann man praktisch davon ausgehen, dass die Werkself bis zum Ende des Sommerfensters mehr ausgeben wird als die meisten Bundesliga-Konkurrenten. Es ist fast garantiert, dass das kugelsichere Führungsduo Simon Rolfes und Fernando Carro im Januar noch einmal alle anderen aussticht. Der Autor muss hier etwas vorsichtig sein, damit seine „Bundesliga-Puristen-Stimme“ die Erzählung nicht zu sehr dominiert. Es ist gewiss kein Geheimnis, dass die meisten Deutschen Leverkusen trotz der treuen traditionellen Fanszene, die vollen Respekt verdient, nicht besonders aufmerksam verfolgen.

Bayer ist schlicht ein steinreicher Werksklub.

Mag irgendjemand die Nachbarn in der Villa, die in Sachen Wohlstand und Komfort den Standard in der Gegend setzen? Vielleicht hasst man sie nicht unbedingt, und vielleicht bestimmt auch kein Neid die eigenen Gedanken. Aber der Familienrundbrief, der jedes Weihnachten ankommt, nervt eben doch ein wenig. Niemand freut sich wirklich über die Erinnerung daran, dass der Vater beim Pharmariesen arbeitet und seine Kinder deshalb jedes Jahr mehr Geschenke bekommen. Ja, wir schauen uns an, was unter dem B04-Geschenkpapier liegt. Nein, das muss nicht die enthusiastischste Berichterstattung überhaupt sein.

Große personelle Veränderungen, Leverkusen

Geschätzte Transferbilanz im Sommer = +11,35 Mio. Euro

Ein deutscher Fußballjournalist, dessen Anonymität gewahrt bleiben soll, bezeichnete die Verpflichtung von Carles Martinez als „eine unspektakuläre, aber spannende Wahl“. Vor diesem Hintergrund werden wir… Moment mal… äh… was? Manchmal sind wir deutschen Journalisten so bemüht, denjenigen, die diesem Klub zugeteilt sind, den Vorteil des Zweifels zu geben, dass wir solche Formulierungen unbewusst durchwinken. In diesem Fall muss der Autor laut darüber nachdenken, was das eigentlich bedeuten soll. So unerquicklich es auch war, dieser Mannschaft unter ten Hag und Hjulmand beim Straucheln zuzusehen – das ist noch lange keine Entschuldigung dafür, die kreativen Synapsen im eigenen Kopf nicht wenigstens ein bisschen anzuschieben! Lasst Leverkusen euch nicht intellektuell einschläfern. Das passiert schneller, als man denkt.

Wir werden sehen, was für ein Trainer Martinez am Ende ist. Rolfes und das B04-Verwaltungsteam haben buchstäblich keine Kosten gescheut, um ihm eine großartige Gruppe von Akteuren zur Verfügung zu stellen. Facundo Medina und Miguel Gutierrez geben dem neuen Cheftrainer technisch gesehen zwei mögliche Grimaldo-Nachfolger. Afonso Moreira verstärkt die linke offensive Seite. Sollte der leicht ins Stocken geratene Deal um Moussa Diaby über die Bühne gehen, bekommt Martinez noch eine weitere fantastische Option auf rechts. Kerim Alajbegovics „leicht gekommen, leicht gegangen“-Nummer ist natürlich ziemlich irrelevant. Man könnte sagen, die Vereinsführung hat die Kassen gefüllt. Glaubt dem Autor in diesem Punkt aber: Ein „Auffüllen der Kassen“ ist hier wirklich nicht nötig.

Niemand wird Alajbegovic vermissen, denn er war ohnehin nie wirklich da. Dasselbe gilt für Piero Hincapie (verkauft nach seiner Leihe in der vergangenen Saison) und die lächerlich große Zahl an Talenten, die zur späteren Verwendung an Entwicklungsstandorten geparkt wurden. Da die verliehenen Spieler zu zahlreich sind, um sie in nur einem Absatz aufzuzählen, merkt der Autor einfach an, dass Francis Onyeka, Luca Erlein, Abdoulaye Faye, Noah Mbamba und Issa Traoré allesamt Top-Talente sind, die noch zu bekannten Namen werden könnten. Hat der Autor damit gerade seine eigene Regel gebrochen und sie doch alle aufgezählt? Nicht ganz. Es gibt noch mehr. Dieser Klub ist wirklich in mehr als einer Hinsicht „überreich gesegnet“.

Der Autor hat das Thema da definitiv überstrapaziert.

Machen wir weiter.

Wenn es am Sommer-Transferfenster überhaupt etwas zu kritisieren gibt, dann, dass Rolfes und die Kaderplaner sich nicht wirklich intensiv um die rechte Wingback-Position gekümmert haben. Der Brasilianer Arthur und der erfahrene Lucas Vasquez machten im vergangenen Jahr deutlich, dass es in diesem Bereich einiges an Verbesserung braucht. Statt das personell anzugehen, sieht es momentan eher so aus, als würde das neue Trainerteam das Problem taktisch lösen. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass Martinez mit einer Viererkette spielen lässt.

Notizen aus der Vorbereitung, Leverkusen

Eine Rio-Reise gab es für die Werkself in diesem Jahr leider nicht. Stattdessen begann alles in Baumberg südlich von Düsseldorf. Schon wenige Tage nach Trainingsstart machte eine recht behäbig wirkende Version der Werkself mit dem Fünftligisten kurzen Prozess. Ein 4-2-3-1 mit Christian Kofane an vorderster Front brachte schon vor der Pause eine 3:0-Führung. Moreira schnürte vor dem Seitenwechsel einen Doppelpack. Robin Andrich und Nathan Tella trugen sich nach Wiederanpfiff ebenfalls ein. Genauso übrigens – und ganz im Ernst – der sonst ständig gescholtene Stürmer Victor Boniface. Besonders im Gedächtnis blieben Moreiras Abschlüsse (ein eiskalter Kopfball und ein beeindruckender Sololauf mit Abschluss).

Im zweiten Test gegen Kickers Offenbach begannen sich einige Köpfe zu drehen, als Boniface beim 3:1-Sieg erneut überzeugte. Zahlreiche Zuschauer sahen eine äußerst unterhaltsame Partie, in der der Bundesliga-Favorit sogar früh in Rückstand geriet, bevor drei unbeantwortete Tore von Christian Kofane, Jonas Hofmann und Afonso Moreira folgten. Kofane wirkte in mehreren Szenen extrem geschmeidig. Boniface dribbelte elegant und agil und war im Zusammenspiel mit seinen Mitspielern uneigennützig. Moreira und Mittelfeldspieler Ezequiel Fernandez hätten spät beinahe noch nachgelegt. Am Ende griff in einem 4-1-4-1/4-2-3-1-Hybrid alles nahtlos ineinander.

Noch vor Ende Juli empfing die Werkself Genk zu einem sehr frühen Heimtest direkt an der BayArena und gewann 4:0. Bemerkenswert war vor allem, dass Bayer noch auf die meisten seiner WM-Stars verzichten musste. Das hinderte den zurückgekehrten Leihspieler Jeanuël Belocian nicht daran, in der 9. Minute einen herrlichen Steckpass von Edmond Tapsoba zu veredeln, und Nathan Tella legte kurz vor der Pause nach. Moreira (in diesem Spiel brutal stark) belohnte sich selbst mit einem hochverdienten Treffer und bereitete in der zweiten Halbzeit auch Kofanes 4:0 vor. Dieses Mal stellte Martinez sie ganz klar in einem 4-1-4-1 auf.

Eine Sache machte Martinez durchgehend, was der Autor neuartig und cool findet: Er ließ seine mutmaßliche beste Elf auch nach dem Seitenwechsel auf dem Platz. Solches Wissen hilft dabei, den ganzen heißen Dunst rund um diesen neuen Trainer beiseitezuschieben. Martinez will ganz offensichtlich sofort loslegen und seine beste Elf finden, sobald es ernst wird. Das war auch beim 3:0 gegen Rot-Weiss Essen zu sehen. Die WM-Spieler Patrik Schick und Ibrahim Maza wurden direkt nach ihrer Rückkehr in die Elf geworfen. Beide trafen innerhalb von 23 Minuten.

Gegenpressing und Spielaufbau durchs Zentrum sahen auch im Test gegen RWE wieder stark aus. Das aufregende B04-Talent Montrell Culbreath erzielte in der 79. Minute den dritten Treffer, nachdem sich bei Bayer langsam Ungenauigkeiten und schwere Beine eingeschlichen hatten. Dennoch war es erneut ein sehr starker Auftritt. Hofmann, Fernandez und Moreira stachen wieder heraus, auch wenn sie selbst nicht trafen. Dieses Mal blieb das 4-2-3-1 durchgehend bestehen, auch wenn es zeitweise eher wie ein 4-3-3 wirkte.

Eine Woche später waren Martinez’ Männer schließlich für einen echten Härtetest zurück in der BayArena, als Sevilla zu Gast war. Über 25.000 Fans kamen live zum Spiel. Ein Schick-Doppelpack half der Heimelf, einen Rückstand in einen 2:1-Sieg zu drehen. Ein 4-1-4-1 (mit Fernandez und Aleix Garcia, die sich auf der tiefen alleinigen Sechserposition abwechselten) brauchte etwas, um ins Rollen zu kommen, fand dann aber seinen Rhythmus. Das Offensivspiel wirkte optisch insgesamt ordentlich. Moreira hatte sein erstes „schwächeres Spiel“, war aber trotzdem an vielen vielversprechenden Vorstößen beteiligt.

Der neu verpflichtete Miguel Gutierrez half kurz nach seiner Einwechslung in der 63. Minute bei der Vorbereitung von Schicks Tor. Martin Terrier legte Schicks zweiten Treffer elf Minuten vor Schluss auf. Trotz einiger Abstimmungsprobleme (und reichlich Synchronisationsbedarf) wirkte das Spiel wie ein echter Selbstvertrauensschub für das Team. Im absoluten Gegenentwurf zu dem, was wir bei Union Berlin gesehen haben, zeigte die Leverkusener Führungsetage, wie man einen Vorbereitungsplan vernünftig staffelt. Zumindest sah es so aus, bis wir beim Forest-Spiel ankamen.

Unter der Woche verlor eine stark rotierte Mannschaft bei Forest am City Ground mit 1:2. Martinez begann mit Spielern wie Terrier, Ernest Poku und Malik Tillman – vielleicht auch, um einige für mögliche Abgänge ins Schaufenster zu stellen. Ein Comeback-Sieg blieb dieses Mal aus. Fernandez gefiel erneut und bereitete Schicks Ausgleich vor. Einige Spieler, auf die Martinez in der Vorbereitung regelmäßig setzte (vor allem Lucas Vasquez und Jeanuël Belocian, beide Transferkandidaten), lieferten keine guten Leistungen. Leider könnte ihr Einsatz Leverkusens Chancen auf einen Verkauf sogar verschlechtert haben.

Auch Maza, Tillman und der zuvor makellose Fernandez hatten bei der Niederlage gegen Forest ihre Probleme. Moreira (der definitiv von Beginn an hätte spielen sollen) erlebte ebenfalls einen Dämpfer. Hofmann, Aleix Garcia, Tapsoba und Kofane blieben nach ihren Einwechslungen allesamt wirkungslos. Martinez’ Elf ergab nicht ganz Sinn, besonders nachdem es zuvor so ausgesehen hatte, als wolle er möglichst schnell seine beste Formation finden. Man geht davon aus, dass am Wochenende gegen Newcastle wieder die beste Mannschaft von Anfang an spielt. Neuzugang Medina wird dabei auf jeden Fall interessant zu beobachten sein.

Gewinner des Trainingslagers, Leverkusen

Victor Boniface, MS

Einige der aufmerksameren Leser haben vielleicht bemerkt, wie sparsam der Autor im obigen Abschnitt mit Witzen war. Zu seiner Verteidigung: Er musste sich ein paar davon für den ersten hier behandelten Spieler aufsparen. Victor Boniface. Ernsthaft. Kein Tippfehler. Victor Boniface?!? Der Stürmer, der über „Mond und Brot, die sich nicht dasselbe WIFI teilen“ philosophierte?! Offenbar hat sich der 25-Jährige entschieden, den „Wortsalat“ gegen echten Salat einzutauschen. Gut so. Es wartet noch viel Arbeit auf ihn, um den Bauchansatz loszuwerden und sein Gefühl wiederzufinden, aber nur wenige – wenn überhaupt jemand – hätten vor ein paar Monaten ernsthaft damit gerechnet, dass wir ihn auf Basis dessen, wo wir damals standen, noch einmal in irgendeiner fußballbezogenen Diskussion ernsthaft berücksichtigen würden.

Boniface sieht wieder wie Victor Boniface aus, oder zumindest wie eine erkennbare Annäherung an ihn. Die Leistung gegen Offenbach war die interessantere. Boniface wirkte leichtfüßig, bewegte sich mit seiner alten Eleganz durch enge Räume, arbeitete defensiv mit zurück und versuchte – vielleicht am ermutigendsten – nicht verzweifelt zu beweisen, dass Victor Boniface immer noch wichtig ist. Stattdessen band er seine Mitspieler ein und half dabei, beide Tore der zweiten Halbzeit mit vorzubereiten. Zugegeben: Nach den ersten beiden Testspielen tauchte er wieder etwas ab. Immerhin scheint er sich nicht – soweit dem Autor bekannt – erneut in irgendeinen mentalen Irrweg zu verabschieden.

Der Punkt mit dem Bewusstsein für seine Mitspieler bleibt wichtig. Die Bremer Version von Boniface wirkte oft so, als wolle sie alles im Alleingang lösen. Horst Steffen kritisierte ihn bekanntlich dafür, überall auf dem Platz herumzudriften, anstatt einfach die Stürmerposition zu besetzen. Ein echtes Bundesliga-Comeback? Wahrscheinlich nicht. Der Autor kann sich nicht vorstellen, dass Boniface Schick und Kofane verdrängt. Außerdem dürfte derzeit kein vernünftiger Bundesliga-Klub ernsthaft dazu zu bewegen sein, ihn auf Leihbasis zu nehmen. Vielleicht bekommen wir am Ende nichts weiter als wochenlange Geschichten über gescheiterte Medizinchecks in der Serie A. Selbst das wäre allerdings noch eine Verbesserung gegenüber der erzwungenen Berichterstattung der vergangenen Saison. Meine Güte!

Afonso Moreira, LA

Phänomenal. Punkt. Na gut, vielleicht nicht ganz. Moreira sah in weiten Teilen der Vorbereitung wie genau die Art von Spieler aus, die Leverkusen einfach aus dem Kader eines anderen reichen Klubs pflücken und sofort in eine Bundesliga-Plage verwandeln kann. Der 21-Jährige eröffnete sein Konto mit zwei sehr unterschiedlichen Abschlüssen gegen Baumberg, traf auch gegen Offenbach und terrorisierte anschließend Genk mit womöglich seiner besten Leistung des Sommers. Ein Tor und eine Vorlage erzählten dabei nur einen Teil der Geschichte. Moreira attackierte Räume aggressiv, wechselte die Richtung ohne Geschwindigkeitsverlust und ließ die linke Seite insgesamt wie die einfachste Position auf dem Platz aussehen.

Die Spiele gegen Sevilla und Forest brachten dann die nötige Portion Realität. Gegen die Spanier wirkte Moreira erstmals menschlich, und nach seiner Einwechslung gegen Forest baute er erneut ab. Gut. Bundesliga-Fans nehmen das mit. Das größere Fazit bleibt unverändert: Leverkusen scheint einen Flügelspieler geholt zu haben, der Martinez sofort echte Breite, Direktheit und Eins-gegen-eins-Gefahr geben kann. Angesichts all des taktischen Durcheinanders in diesem Kader ist es ein Segen, einen Angreifer zu haben, dessen Anweisungen im Wesentlichen lauten können: „Geh nach links und mach Probleme.“ Der Autor mag ihn ziemlich gern.

Nathan Tella, RA

Der frühere Notlösungs-Rechtsverteidiger auf der Wingback-Position könnte sich dank einer starken Vorbereitung endlich seine bevorzugte Rolle sichern, auch wenn ein Wechsel wahrscheinlicher scheint. Er traf gegen Baumberg, legte gegen Genk nach und erinnerte insgesamt daran, dass sein bester Fußball dann kommt, wenn er direkt auf Verteidiger zulaufen kann, statt sich um Wingback-Aufgaben hinter ihnen kümmern zu müssen. Das Tempo ist weiterhin offensichtlich. Genauso die Vertikalität. Tella sieht wieder wie ein nützlicher Bundesliga-Angreifer aus und nicht wie eine taktische Notlösung. Ob er bleiben kann, ist allerdings alles andere als sicher.

Leider verfügt Leverkusen über genug Flügelangreifer, um damit ungefähr einen Kleinstaat zu bevölkern. Moreira ist durchgestartet, Diaby könnte noch kommen, und mehrere andere teure Optionen stehen ebenfalls noch im Kader. Gute Vorbereitung vom Nigerianer. Sehr ordentliche Arbeit von ihm. Trotzdem gibt es wohl weiterhin keinen klaren Weg zu regelmäßigen Startelfeinsätzen. Manchmal bedeutet ein Sieg in der Vorbereitung einfach nur, der Transferabteilung bessere Argumente dafür zu liefern, dass jemand anderes für dich zahlen sollte. Leverkusen muss nicht wirklich verkaufen, wird es aber wahrscheinlich trotzdem tun.

Jonas Hofmann, RA

Hat Jonas Hofmann endlich wieder einen Trainer gefunden, der ihn richtig einzusetzen weiß? Drei Trainerperioden in Folge ließen den Routinier immer mehr wie ein teures Relikt wirken, doch Martinez setzte ihn wiederholt in offensiveren Mittelfeldrollen ein, in denen seine Spielintelligenz wichtiger ist als das bisschen Tempo, das noch in den Beinen steckt. Hofmann ließ den Ball schnell laufen und half in Leverkusens besseren Vorbereitungsspielen konstant dabei, das Mittelfeld mit der letzten Linie zu verbinden. Mit 34 sollte niemand eine Renaissance im Gladbach-Stil erwarten, aber hier steckt weiterhin ein sehr brauchbarer Bundesliga-Spieler drin.

Ezequiel Fernandez, DM

Ist es zu früh, darauf zu hoffen, dass Exequiel Palacios und dieses Juwel der Vorbereitung gemeinsam eine Mittelfeldachse bilden? Schon die beiden Namen nebeneinander klingen unglaublich cool. Die „Ezequiel/Exequiel-Doppelsechs“? Verkauft! Fernández hat den Großteil des Sommers damit verbracht, sportlich für einen Platz in der Startelf zu argumentieren. Palacios’ Rückkehr wird die Sache natürlich komplizierter machen, aber Fernández hat mehr als genug getan, um sicherzustellen, dass der etablierte Argentinier nicht einfach konkurrenzlos in seine Rolle zurückspaziert. In einem Kader voller teurer Offensiv-Spielzeuge könnte der vergleichsweise unaufgeregte Fernández am Ende eine der wichtigeren Entdeckungen dieses Sommers sein.

Die Namenskombination funktioniert.

Das Mittelfeld-Duo vielleicht sogar noch besser.

Verlierer des Trainingslagers, Leverkusen

Malik Tillman, OM

Ähem. Das Interview. Eigentlich schon genug gesagt in diesem Link. Tillman verbrachte einen Großteil der letzten Saison damit, diesen Autor eines Besseren zu belehren, nachdem er in der vorherigen Vorschaukolumne etwas vorschnelle Kritik eingesteckt hatte. Im Winter wirkte der Deutsch-Amerikaner deutlich selbstbewusster, taktisch vielseitiger und viel eher in der Lage, Bundesliga-Spielen seinen Stempel aufzudrücken als der schüchterne Junge, an den man sich aus Bayern-Zeiten erinnerte. Es gab Tore, einige wirklich starke Auftritte und am Ende sogar eine Entschuldigung dieses Chronisten. Gut. Ehre, wem Ehre gebührt.

Das Problem ist nur, dass dieser Sommer den Fall für eine weitere lobende Neubewertung nicht gerade gestärkt hat. Tillman wirkte gegen Forest zerfahren und sieht sich derzeit mit genug Konkurrenz in der Offensive konfrontiert, um das Interview noch unklüger erscheinen zu lassen. Tillman hat bereits gezeigt, dass er auf dieses Niveau gehört. Jetzt folgt die weniger glamouröse Aufgabe, das unter einem weiteren Trainer, mitten in einem weiteren taktischen Neustart und während mehrere Mitspieler einen deutlich besseren Sommer erleben, noch einmal zu beweisen. Der Autor hatte übrigens großen Spaß daran, USMNT-Fans während der WM daran zu erinnern, dass Tillman deutscher kaum sein könnte.

Hoffentlich bleibt er der Bundesliga erhalten!

Montrell Culbreath, RA

Verdammt schade mit der Verletzung. Montrell Culbreath wirkte bereit, diese Vorbereitung als Sprungbrett für eine deutlich größere Rolle bei den Profis zu nutzen. Der Teenager brachte Tempo, Direktheit und die Bereitschaft mit, Verteidiger jedes Mal anzugreifen, wenn Martinez ihn brachte, und erzielte nach seiner späten Einwechslung gegen Rot-Weiss Essen auch noch das dritte Tor. Dieser Treffer fühlte sich weniger wie ein zufälliges Vorbereitungstor an als vielmehr wie eine Bestätigung dafür, dass Culbreath begann, sich unmöglich übersehen zu lassen. Leider ist es in Leverkusen nur die halbe Miete, überhaupt aufzufallen.

Dieser Kader ist weiterhin überladen mit Flügelspielern, erfahrenen Optionen und Entwicklungsprojekten, die alle um dieselben wenigen Minuten kämpfen. Culbreath brauchte also jede gesunde Woche, die er bekommen konnte. Die Verletzung unterbricht genau die Art von Momentum, die ihn in Martinez’ unmittelbare Rotation hätte bringen können, und bei einem so tief besetzten Klub kann selbst eine kurze Pause einen jungen Spieler in der Warteschlange gleich mehrere Plätze zurückwerfen. Zum Glück hat dieser 18-jährige Deutsch-Amerikaner noch mehr als genug Zeit. Hoffentlich wird er nicht im Rahmen des „reichen Leverkusen-Investitionsplans“ verliehen.

Lasst ihn auch in der Bundesliga.

Kennet Eichhorn, ZM

Es gab einige beunruhigende medizinische Nachrichten rund um dieses 17-jährige Mega-Talent. Sogar der Autor hat in diesem Sommer ein neues deutsches Wort gelernt, als er gezwungen war, „Stoffwechselstörung“ nachzuschlagen. Nachdem er die Übersetzungen aus verschiedenen Online-Medizinwörterbüchern verglichen hat, weiß er immer noch nicht genau, was da los ist. Wie auch immer: Das klingt nach etwas sehr Belastendem und Unangenehmem für eines der größten jungen Talente Deutschlands. Absolut niemand sollte ihn vorschnell wieder auf den Platz drängen.

Gute Besserung, Kennet!

Lucas Vasquez, RWB

Zeit für den Ruhestand? Nicht unbedingt. Der 35-Jährige zeigte immer noch, dass noch genug Feuer in ihm steckt, auch wenn seine Dynamik und sein Defensiv-Return etwas nachgelassen haben. Es wirkt nur nicht so, als gäbe es noch Platz für ihn. Wenn Bayer die Flügelproblematik offenbar lieber strukturell mit einer Viererkette lösen will, statt weiter ein improvisiertes Wingback-Experiment zu erzwingen, sieht Vasquez zunehmend wie ein Relikt einer taktischen Idee aus, die der Klub bereits aufgegeben hat. Es bleibt aber dabei, dass die meisten von uns froh sind, ihn in der Bundesliga zu haben.

Robert Andrich, ZM

Oh Captain, armer Captain. Andrich zog wirklich die Niete, als Erik ten Hag ihn zum Mannschaftskapitän ernannte. Die Binde kam genau in dem Moment, als Leverkusen in die nächste Umbruchssaison ging, und der 31-Jährige trägt nun symbolische Verantwortung, ohne auch nur annähernd einen garantierten Platz in Martinez’ Mittelfeld zu haben. Ezequiel Fernández spielte eine hervorragende Vorbereitung, Aleix García bietet die sauberere Ballzirkulation, Ezequiel Palacios wird irgendwann zurückkehren, und Andrich tat bei der Niederlage gegen Forest wenig, um sich vor sie zu schieben. Und jetzt scheinen ihn weder Frankfurt noch Union zu wollen.

Uff.

Traurige Sache.

Taktik-Scout, Leverkusen

Um Jeffrey Lebowski höchstpersönlich zu zitieren: Wir haben es hier mit einem komplizierten Fall zu tun, mit „vielen Rein und vielen Raus“. Nach dem Testspiel gegen Newcastle an diesem Wochenende wird vieles klarer sein. Der Autor gesteht, dass er diesen Abschnitt auch deshalb hinter sich bringen möchte, weil er in den nächsten Tagen andere Mannschaften spielen sehen will. Nein, das ist vielleicht nicht die verantwortungsvollste Herangehensweise, wenn es um den zweitwertvollsten Kader der Liga nach Bayern geht. Aber wir machen es trotzdem. Wir müssen einfach weitermachen.

Um zu zeigen, wie schwierig eine Prognose in dieser Phase ist, reicht der Hinweis, dass einer der voraussichtlichen Starter (Jarell Quansah) noch keine einzige Minute in der Vorbereitung gespielt hat. Außerdem bleibt völlig offen, wer aktuell auf der rechten Seite beginnt. Vermutlich ist Martinez’ nächste Wahl auf dieser Position ohnehin nur ein Platzhalter für Moussa Diaby. Insofern ist es fast egal, wen der Autor dort einträgt. Schon bald werden wir über diese Mannschaft deutlich mehr wissen.

Für den Moment können wir aber wohl zumindest die Newcastle-Aufstellung einigermaßen projizieren.

30 Minuten am Whiteboard in der örtlichen Bibliothek, um das möglich zu machen:

Aufstellung–B04 (PROGNOSE)

Artikelbild:Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau zu Bayer 04 Leverkusen

So verlockend es auch war, ein geradlinigeres 4-3-3 oder 4-1-4-1 zu bauen, schien dieses einfache 4-2-3-1 die sicherere Wette zu sein. Hofmann ist tatsächlich der sicherste Platzhalter für Diaby. Eine der größten Überraschungen der Vorbereitung war, dass Aleix Garcia häufig so weit vorne wie auf der Achterposition eingesetzt wurde. Irgendwie sagt dem Autor seine Intuition, dass er wieder in vertrautere Zonen zurückrücken wird, um Ibrahim Maza mehr Raum zu geben.

Hinten rechts führen Vasquez’ offensivere Einsätze in den Testspielen – kombiniert mit einigen enttäuschenden Auftritten von Arthur – dazu, dass Tim Oermann neben dem offensiver ausgerichteten Gutierrez eine Chance bekommt. Wenn diese beiden lernen sollen, sich abzustimmen, wäre jetzt ein hervorragender Zeitpunkt dafür. In dieser Anordnung behält die Mannschaft eine saubere Achse durchs Zentrum und lässt gleichzeitig reichlich Improvisation auf den Flügeln zu.

Martinez bekommt den Vorteil eines „kontrollierten Neustarts“, den seine beiden Vorgänger ganz sicher nicht hatten. Zu seinem großen Verdienst nutzte der neue Trainer die Sommerzeit auch außergewöhnlich gut, fand einen Weg, mit ein paar neuen Ideen frischen Wind hineinzubringen, bevor die (vergleichsweise) ältere Garde zurückkehrte. Das alles sollte ziemlich gut funktionieren, solange alle Namen gegen den Ball in ihren Bahnen bleiben und ihre Zuordnungen im Blick behalten.

Wir könnten sehen, wie Martinez ein altmodisches englisches 4-3-3 mit seinem eigenen bekämpft, doch die Offensive wird auf dieselben Probleme stoßen wie gegen Forest, wenn das Verbindungsspiel nicht unterstützt wird. Außerdem zeigte das Fernandez-Mittelfeldexperiment die Grenzen auf, wenn nur eine einzige Sechs vorhanden ist, um die Fäden zu ziehen. So etwas hier gibt zusätzliche Absicherung in den Mittelfeldduellen, ohne das Konterpotenzial allzu sehr zu opfern.

Ein Vizemeister-Platz für Deutschlands rotes Werksteam? Überhaupt nicht ausgeschlossen. Darin sind diese Rheinländer schließlich spezialisiert. Die Deutschen wiederum sind meist darauf spezialisiert, diesem Klub die kalte Schulter zu zeigen. Das änderte sich dramatisch, als Xabi dieser Mannschaft etwas gab, das man nicht kaufen konnte: ein Gefühl von Identität.

Diese Aufgabe liegt jetzt bei Carles Martinez.

Mach Leverkusen interessant. Das ist die Aufgabe.

Sie müssen nicht einmal unbedingt überragend sein, nur interessant – wenn möglich.

Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz ins Deutsche übersetzt. Die Originalversion auf 🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 kannst du hier lesen.

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