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·22. August 2026
Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau zu Eintracht Frankfurt

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·22. August 2026

Unsere Serie der taktischen Vorschauen zur Bundesliga 2026/27 von Get German Football News geht mit einem Blick auf Eintracht Frankfurt weiter. Bevor wir weitermachen, schuldet der Autor den SGE-Anhängern ohne Zweifel einige Entschuldigungen. Im vergangenen Sommer hat er genau an dieser Stelle die SGE als Herausforderer von Bayern München im Titelkampf der Bundesliga auserkoren. Das beruhte auf dem, was damals wie durchaus solide Belege wirkte. Frankfurt reagierte auf diesen Vertrauensbeweis, indem man Gegentore mit der Begeisterung einer Wohltätigkeitsorganisation verteilte. Danach fiel alles auseinander. Anders als Dino Toppmöller möchte der Autor keine Ausreden suchen.
Bis zur Winterpause hatten die Defensivprobleme bereits einen Großteil des Optimismus verschlungen. Dino Toppmöllers zunehmend instabile Mannschaft machte schließlich dem kurzen Albert-Riera-Experiment Platz. Der Autor verbrachte ziemlich viel Zeit damit, laut darüber nachzudenken, ob die Verpflichtung eines Trainers mit praktisch keinen Deutschkenntnissen, ohne Bundesliga-Erfahrung und mit nur sehr geringer Vertrautheit mit der Fußballkultur des Landes nicht eher ein besonders ambitioniertes Kommunikations-Experiment darstellte. Als es nicht funktionierte, gönnte sich der Autor eine unverdiente Ehrenrunde, als er über Adi Hütters Wiedereinsetzung schrieb.
Vielleicht hätte Hütters verpatztes Handkäse-Ritual ihm schon verraten sollen, dass die Dinge womöglich nicht ganz so reibungslos laufen würden. Fünf Siege in der Vorbereitung brachten 18 Tore und genug Optimismus, um sich zu fragen, ob Frankfurt sich nicht erstaunlich schnell wiedergefunden hatte. Dann kam Brentford. Sieben Tore. Keines in die richtige Richtung. Fußball, der so schmerzhaft war, dass der Versuch des eigenen Magens, Handkäse zu verdauen, plötzlich wie eine attraktive Alternative wirkte. Der Autor verbrachte einen Großteil der vergangenen Saison damit, herauszufinden, was mit Eintracht Frankfurt passiert war.
Jetzt verspricht er, der Sache in Brentford verdammt noch mal auf den Grund zu gehen.
Das Personaltableau erklärt, warum Hütters frühe Arbeit gleichzeitig so vielversprechend und so fragil aussieht. Frankfurt hat nicht einfach nur den Trainer gewechselt; der Klub hat wichtige Bausteine in praktisch jeder Linie verändert, mehrere etablierte Stammspieler verloren, Spieler für sehr spezifische taktische Zwecke hinzugeholt und scheint dennoch weiterhin am Markt aktiv bleiben zu wollen. Das ist wichtig, wenn man sowohl die ermutigenden ersten fünf Testspiele als auch den Zusammenbruch gegen Brentford bewerten will. Bevor der Autor versucht zu entscheiden, ob Hütter tatsächlich irgendetwas repariert hat, sollte er wohl erst einmal klären, wer den neuen Plan überhaupt umsetzen soll.
Geschätzte Transferbilanz im Sommer = +49,75 Mio. Euro
Man kann Frankfurt in diesem Sommer wirklich nicht vorwerfen, untätig gewesen zu sein. Das Problem ist, dass ein Großteil der Bewegung in Bereichen stattgefunden hat, die Hütter nun fast perfekt zum Funktionieren bringen muss. Der schmerzhafteste Abgang war natürlich Nathaniel Brown. Bayern zahlte am Ende rund 50 Mio. Euro für den deutschen Nationalspieler. Browns Abschied ist aber nur ein Teil eines ziemlich bemerkenswerten defensiven Kahlschlags. Aurèle Amenda wechselte für rund 18 Mio. Euro zu Coventry City, und Rasmus Kristensen kehrte mit Midtjylland nach Dänemark zurück. Frankfurt hat damit beide etablierten Außenverteidiger der vergangenen Saison verloren, ebenso weitere Optionen für die Innenverteidigung. Keita Kosugi ist noch zu roh, um ihm sofort einen Stammplatz in der Bundesliga anzuvertrauen, während Arthur Theate weiterhin als wahrscheinlicher Abgang gilt.
Der junge Brasilianer Otávio kam von Estrela Amadora als athletisches, linksfüßiges Entwicklungsprojekt, doch seine Vorbereitung ließ stark zu wünschen übrig. Frankfurt wollte ohnehin noch einen weiteren erfahrenen Verteidiger. Die anhaltende und schmerzhafte Rückenentzündung von Nnamdi Collins hat das Problem nun deutlich dringlicher gemacht. Collins könnte noch mehrere Wochen fehlen, und seine Abwesenheit nimmt Hütter sowohl Qualität in der Innenverteidigung als auch eine weitere mögliche Lösung auf der Rechtsverteidigerposition. Robin Koch erholte sich rechtzeitig zum Pokalauftakt von der leichten Gehirnerschütterung aus dem Brentford-Spiel, doch selbst der Kapitän ist Teil des größeren strukturellen Dilemmas. Koch sah historisch am stärksten aus als zentraler Verteidiger in einer Dreierkette, wo sein Mangel an echter Endgeschwindigkeit besser aufgefangen wird.
Die überzeugendere Arbeit fand im Mittelfeld statt. Frankfurt verpflichtete endlich Wunschspieler Raphael Onyedika vom Club Brügge und investierte kräftig in Noël Aséko von Bayern. Rund 22 Mio. Euro für dieses Duo sind ein ziemlich deutliches Eingeständnis, dass die alte zentrale Struktur neu aufgebaut werden musste. Onyedika bringt das natürliche Sechserprofil mit, das Frankfurt schon seit geraumer Zeit fehlt, während Aséko die Athletik und die vertikalen Läufe mitbringt, die zu Hütters hochintensivem Mittelfeld passen. Natürlich, weil der Fußball nun mal einen Sinn für Humor besitzt, produzierte Onyedika in seinen ersten Einsätzen einige hochgefährliche Ballverluste, während Aséko die komplette Vorbereitung mit Knieproblemen verpasste.
Dann ist da noch die Torhüterposition, die Frankfurt irgendwie in eine Spätsommer-Fortsetzung verwandelt hat. Im vergangenen August kam Michael Zetterer aus Bremen als erfahrener Übergangsspieler, nachdem Kevin Trapp überraschend zu Paris FC gewechselt war und während Kauã Santos sich von seiner schweren Knieverletzung erholte. Diese Brücke führte nie ganz dorthin, wohin sie führen sollte. Santos kehrte zurück, ohne sich endgültig festzuspielen, Zetterer holte sich den Platz unter Dino Toppmöller zurück, und die Hierarchie blieb bis zum Saisonende ungeklärt. Ein Jahr später hat das 0:7-Debakel gegen Brentford Frankfurt dazu veranlasst, erneut hinzuschauen.
Die Umwälzungen in der Offensive sind etwas weniger dramatisch und – angesichts dessen, was dahinter passiert – deutlich weniger dringend. Die Eintracht verlor lediglich zwei Stürmer, Arnaud Kalimuendo und Michy Batshuayi, deren Produktionszahlen ersetzbar sind. Younes Ebnoutalib traf in der Vorbereitung und Hütter hält offenbar viel von ihm. Malik Pimpong wiederum wirkt nach seinem Wechsel aus der Jugend von Midtjylland wie ein besonders spannendes Langzeitinvestment. Eine späte Rückkehr Kalimuendos auf Leihbasis gilt Berichten zufolge als denkbar, doch das ist mittlerweile eine Position, auf der sich der Klub Geduld leisten kann. Burkardt steht fest. Die Defensive brennt.
Diese Führungsriege hat sich über Jahre enormes Ansehen erarbeitet, indem sie Talente identifiziert, entwickelt und für Summen verkauft hat, die gelegentlich schon fast obszön wirken. Der Autor hat selbst reichlich von diesem Lob verteilt. Diesmal reicht es allerdings nicht, bloß die Transfermarkt-Tabelle zu gewinnen. Frankfurt wurde in der vergangenen Saison Achter, verschliss zwei Trainer, kassierte in atemberaubendem Tempo Gegentore und verlangt nun von Hütter, ein aggressives System zu implementieren, während mehrere der wichtigsten Defensivpositionen weiterhin ungeklärt sind. Das Geld ist da. Der Ruf als Entwicklungsklub ist da. Die teuren Abgänge haben längst stattgefunden. Krösche, Hardung und Co. müssen diesmal einfach das fertige Produkt liefern.
Wahrscheinlich können sie das.
Über weite Strecken des Sommers sah Adi Hütters Rückkehr zu Eintracht Frankfurt fast schon verdächtig gut aus. Der Autor übernimmt die volle Verantwortung für seine Rolle dabei, etwaige Leser in die Irre geführt zu haben. Der Österreicher stellte sofort viele der Prinzipien wieder her, die mit seiner ersten Amtszeit verbunden waren: Intensität, aggressives Pressing und den Wunsch, den Ball nach vorne zu bewegen, statt ihn harmlos zirkulieren zu lassen. Hütter legte sich schnell auf ein 4-2-2-2 fest, in dem die nominellen offensiven Außenbahnspieler nach innen rückten und die Außenverteidiger für Breite sorgten. Frankfurt wollte das Feld verdichten, den Ball hoch jagen und angreifen, bevor der Gegner wieder in seine Ordnung findet.
Gegen den FC Gießen, zugegeben ein Fünftligist, sahen die ersten Skizzen hervorragend aus. Frankfurt presste hoch, rotierte frei im Angriff und schob die Außenverteidiger beim 7:1-Sieg konsequent nach vorn. Younes Ebnoutalib eröffnete den Torreigen, Jonathan Burkardt traf doppelt – darunter mit einem absurden Rabona-Abschluss – und Neuzugang Malik Pimpong steuerte nach der Pause einen Doppelpack bei. Die aussagekräftigeren Hinweise kamen gegen Trabzonspor.
Noch keine zwei Wochen nach Beginn der neuen Ära waren Hütters Fingerabdrücke bereits klar zu erkennen. Frankfurts 4-2-2-2 erstickte die Türken früh, wobei Robin Koch und Nnamdi Collins aus der Innenverteidigung heraus außergewöhnlich hoch vorschoben, um den Druck in der gegnerischen Hälfte festzunageln. Trabzonspor, in der Vorsaison Dritter der Süper Lig, wurde völlig überrollt. Hugo Larsson verwertete eine Vorlage von Ritsu Dōan zum 1:0, bevor Can Uzun den Elfmeter herausholte, den Burkardt verwandelte.
Frankfurt gewann am Ende 3:0 und zeigte vor allem, wie verheerend Hütters risikoreiche Struktur aussehen kann, wenn das erste Pressing greift. Es gab gute Gründe für Begeisterung. Burkardt traf am Fließband. Uzun wirkte kreativ zwischen den Linien. Collins glänzte beim Aufräumen hinter dem Pressing. Die Mannschaft wirkte lebendiger und deutlich vertikaler. Die erste kleine Delle kam nach dem Trainingslager.
Frankfurt wirkte beim 1:0-Sieg in Mannheim gegen Waldhof schwerbeinig. Das Pressing hatte nicht mehr dieselbe Schärfe, und das 4-2-2-2 wurde gelegentlich zu eng, weil Dōan und Uzun nach innen zogen, ohne genug Unterstützung durch überlappende Läufe zu erhalten. Waldhof war über weite Phasen der ersten Halbzeit ebenbürtig. Uzun blieb mit Ball dennoch einer der kreativsten Frankfurter, leitete immer wieder Angriffe ein und fand gute Positionen.
Sein Problem lag anderswo. Schon damals wurden Fragen zu seiner Defensivarbeit aus dem linken Halbraum laut, wo jede Zurückhaltung beim Verfolgen von Läufen zusätzlichen Druck auf den Außenverteidiger hinter ihm ausübte. Burkardt entschied die Partie schließlich. Jeremiaha Maluze spielte einen feinen Ball hinter die Abwehrlinie, Elias Baum griff den Raum an und legte quer, damit Frankfurts Stürmer erneut treffen konnte. Baum gehörte offensiv zu den auffälligeren Spielern, während anschließend sowohl Kauã Santos als auch Michael Zetterer mit starken Paraden die Null festhielten.
Die Ergebnisse schmeichelten dem Gesamtbild weiterhin.
Premier-League-Aufsteiger Hull City wurde in 120 Minuten mit 2:0 geschlagen. Frankfurt kontrollierte weite Teile der Partie, und Burkardt traf im vierten Testspiel in Folge, als er einen riesigen Ball von Santos brillant verarbeitete und verwandelte. Love Arrhov erzielte nach einem Pass von Farès Chaïbi das zweite Tor. Santos war herausragend, doch an anderer Stelle zeichneten sich neue Probleme ab. Raphael Onyedika gab sein Debüt als lang ersehnter Sechser und verlor prompt in einer Position den Ball, aus der Hull eigentlich hätte treffen müssen. Vier Tage später wiederholte Onyedika denselben Fehler.
Gegen den Regionalliga-Nachbarn FSV Frankfurt wurden die Gastgeber in einer exzellenten ersten Halbzeit überrollt. Uzun bereitete Otávios Kopfballtor bei dessen Debüt per Freistoß vor und half auch beim zweiten Treffer von Ebnoutalib, bevor Burkardt das dritte einköpfte. Pimpong und Dōan machten nach der Pause den ungefährdeten 5:1-Sieg komplett. Doch in diesem erneut überzeugenden Ergebnis steckten zwei alarmierende Momente. Otávio leistete sich bei seinem Frankfurt-Debüt einen katastrophalen Ballverlust als letzter Mann und blieb unbestraft. Danach spielte Onyedika erneut einen gefährlichen Fehlpass, der dem FSV eine klare Chance schenkte.
Hütter experimentierte zudem weiterhin auf der Rechtsverteidigerposition. Ansgar Knauff, eigentlich ein Offensivspieler, aber aus früheren Frankfurter Tagen mit der Wingback-Rolle vertraut, erhielt wiederholt Probeeinsätze in der Viererkette. Die Logik dahinter war offensichtlich. Da es im 4-2-2-2 keine klassischen Flügelspieler gibt, braucht Hütter Außenverteidiger, die riesige Räume attackieren – und dafür hat Knauff das Tempo. Ob dieselbe Lösung auch gegen Angreifer auf Bundesliga-Niveau überleben kann, war eine andere Frage.
Trotzdem sahen die Zahlen prächtig aus.
Fünf Testspiele. Fünf Siege. 18 Tore. Drei Zu-Null-Spiele in Folge mitten in dieser Serie.
Dann fuhr Frankfurt nach Brentford.
Das Spiel, das Deutsche als „Generalprobe“ bezeichnen, pulverisierte alles.
Der frühere Freiburg-Stürmer Kevin Schade traf nach zwei Minuten. Nach zwölf Minuten rutschte ein eigentlich harmloser Versuch durch Santos’ Hände zum 2:0. Kurz vor der Pause presste Schade Koch in dessen eigenem Strafraum zu einem Ballverlust und legte für Igor Thiago zum dritten Treffer auf. Danach musste Koch verletzt raus.
Irgendwie wurde es sogar noch schlimmer.
Frankfurt hatte den ganzen Sommer über seine Abwehrlinie aggressiv weit nach vorne geschoben, um das Pressing zu unterstützen. Gegen Trabzonspor verdichtete das die Partie so sehr, dass der Gegner kaum Luft bekam. Brentford griff einfach den Raum dahinter an. Es war wirklich schmerzhaft anzusehen, ungefähr so schmerzhaft wie dem eigenen Magen dabei zuzuhören, wie er versucht, Handkäse zu verstoffwechseln.
Die Premier-League-Mannschaft beschleunigte immer wieder hinter Frankfurts Abwehrlinie, während die Gäste kaum Druck auf den Ball erzeugten. Nach der Pause wurden die Abstände riesig. Personelle Wechsel brachten keinerlei Stabilität. Arthur Theate ersetzte Otávio, Amaimouni kam für Dōan, und später rückte Knauff auf rechts hinten, während Baum auf die linke Seite wechselte. Nichts funktionierte.
Brentford traf in der 52. und 57. Minute. Mit einem einzigen weiteren Pass hebelte Brentford dann praktisch die komplette Frankfurter Abwehr für das sechste Tor aus. Schade legte kurz darauf das siebte nach. Ein Sommer, der aus fünf Siegen in Serie aufgebaut worden war, endete mit sieben unbeantworteten Gegentreffern in der Generalprobe.
Das Ergebnis sollte nicht alles auslöschen, was davor passiert war. Hütters Ideen führten in Teilen der Vorbereitung klar zu gutem Fußball. Burkardt wirkt so, als könne er im Zwei-Stürmer-System aufblühen, Uzun bleibt ein gefährlicher Kreativspieler, und mehrere jüngere Akteure lieferten starke Argumente für größere Rollen.
Doch Brentford zeigte die Kosten von Frankfurts Aggressivität, wenn der erste Druck verpufft. Dann wird die hohe Linie plötzlich zu einem riesigen Raum, der verteidigt werden muss, die engen offensiven Mittelfeldspieler müssen defensiv deutlich mehr arbeiten, als Uzun bisher gezeigt hat, und eine Viererkette mit unerfahrenen oder ungeklärten Bausteinen kann nicht dauerhaft gebeten werden, offene Feldsituationen zu verteidigen.
Auch personell gibt es Probleme. Onyedika braucht nach einem wackligen Start Zeit. Otávio ist noch roh. Noel Aseko verlor die komplette Vorbereitung wegen Knieproblemen. Die Position neben Burkardt im Sturm ist weiter offen, und weder die Torwartsituation noch die defensive Tiefe machen besonders viel Hoffnung. Hütter kehrte nach Frankfurt zurück und versprach mehr Intensität und schnelleren Fußball. Fünf Spiele lang sorgte die Veränderung für echte Aufregung.
Das sechste zeigte, wie weit das fertige Produkt noch entfernt ist.
Jonathan Burkardt verbrachte praktisch den gesamten Sommer damit, Tore zu schießen und so auszusehen, als habe Hütter das 4-2-2-2 eigens für ihn entworfen. Er traf doppelt gegen Gießen, verwandelte gegen Trabzonspor vom Punkt, entschied den Test in Mannheim, zeigte gegen Hull eine hervorragende Ballannahme nach langem Ball samt Abschluss und köpfte auch gegen den FSV Frankfurt erneut ein. Sechs Tore in fünf Testspielen vor dem Brentford-Desaster sind eine ziemlich überzeugende Vorbereitung. Burkardt hat richtig Spaß an Hütter-Fußball.
Wichtiger als die Zahlen ist die Passform. Burkardt presst, attackiert die Tiefe, lässt sich klug fallen und hat genug technische Qualität, um die beiden engen Kreativspieler hinter ihm mit demjenigen zu verbinden, der am Ende den zweiten Stürmerposten gewinnt. Seine Bereitschaft, den Druck auszulösen, macht ihn zudem zentral für die Defensivseite von Hütters offensiver Struktur. Frankfurt geht mit vielen ungelösten Fragen in den Pflichtspielbetrieb. Die Identität des offensiven Bezugspunkts gehört nicht dazu. Burkardt war nicht bloß der Gewinner des Trainingslagers. Er kam daraus hervor wie der Spieler, um den Hütter die komplette vordere Reihe organisieren kann.
Can Uzuns Arbeit mit dem Ball war in der gesamten Vorbereitung ausgezeichnet. Er holte den Elfmeter gegen Trabzonspor heraus, leitete gegen Mannheim wiederholt Frankfurts bessere Angriffe ein und bereitete gegen den FSV Frankfurt die ersten beiden Tore direkt vor. Hütters enge offensive Rolle auf der linken Seite passt fast perfekt zur Intelligenz des 20-Jährigen zwischen den Linien. Er kann in engen Räumen angespielt werden, Angriffe schnell nach vorn drehen und in genau jene Zwischenräume driften, die Hütter von seinen nominellen Außenspielern besetzt sehen will. Dennoch muss eine große Schwäche angesprochen werden.
Das Problem beginnt, wenn der Ballbesitz wechselt. Uzuns Zögern beim konsequenten Verfolgen von Läufen lässt den hinter ihm aufrückenden Außenverteidiger regelmäßig offen, was noch viel gefährlicher wird, wenn Frankfurts erstes Pressing scheitert und die halbe Mannschaft bereits irgendwo in der Nähe des gegnerischen Strafraums steht. Brentford lieferte die denkbar hässlichste Demonstration dessen, was aus diesen strukturellen Lücken gegen bessere Gegner werden kann. Trotzdem ist das Hütters Problem. Die Herausforderung besteht jetzt nicht darin, einen Platz für sein Talent zu finden. Sie besteht darin, genug Schutz darum herum zu bauen.
Malik Pimpong, der Sohn von Razak Pimpong, ist im deutschen Oberhaus! In Deutschland herrscht weiterhin Begeisterung darüber, den Sprössling eines der denkwürdigsten Spieler der WM 2006 im Gastgeberland begrüßen zu dürfen. Niemand muss jetzt schon anfangen, seinen Namen in die stärkste Elf zu meißeln. Burkardt bleibt unantastbar, und Frankfurt ist weiterhin offen dafür, noch einen weiteren erfahrenen Stürmer zu holen, falls sich spät im Transferfenster die richtige Gelegenheit ergibt. Zwei Tore gegen Gießen und ein weiteres gegen den FSV Frankfurt haben die Distanz zwischen „Talent“ und „echter Option“ aber definitiv verkürzt. Hier sollte man den „Fanboy“-Bias des Autors im Hinterkopf behalten.
Das schwedische Talent und seine großartige Haarpracht sind womöglich ebenfalls noch ein Stück entfernt, doch der Youngster nutzte die Testspiele genau für das, wofür sie gedacht sind. Love Arrhov traf gegen Gießen und, deutlich bedeutsamer, auch gegen Hull City nach einer Kombination mit Farès Chaïbi. Zwei Tore in der Vorbereitung machen einen 18-Jährigen nicht plötzlich zum Bundesliga-Stammspieler. Sie sorgen aber sehr wohl dafür, dass Hütter und alle anderen nun deutlich mehr über ihn wissen als noch vor sechs Wochen. Vielleicht kann auch er, wie sein Landsmann Hugo Larsson, früher durchbrechen als erwartet.
Raphael Onyedika kam als lang ersehnte Antwort auf ein Problem, das der Klub seit mehreren Transferphasen zu lösen versuchte: ein echter Sechser, der Räume absichern kann. Seine ersten Eindrücke lieferten stattdessen genau jene Momente, die sich Frankfurt auf dieser Position nicht leisten kann. Gegen Hull verlor er in einer Zone den Ball, aus der der Premier-League-Klub eigentlich hätte treffen müssen. Vier Tage später gegen den FSV Frankfurt führte ein weiterer Fehlpass zu einer ähnlich gefährlichen Gelegenheit. Natürlich macht all das Onyedika nicht plötzlich zu einer schlechten Verpflichtung.
Es macht seine Eingewöhnungszeit aber deutlich wichtiger, als Frankfurt es sich erhofft hatte. Die ganze Logik hinter seiner Verpflichtung war, dass Hütters Fußball jemanden braucht, der die riesigen Räume schützt, die durch das Pressing, die aufrückenden Außenverteidiger und die engen offensiven Mittelfeldspieler entstehen. Brentford zeigte später, was passiert, wenn dieser Schutz komplett verschwindet. Onyedika wurde geholt, um genau einen solchen strukturellen Kollaps zu verhindern. Im Moment sieht die Lösung für eines der wichtigsten Probleme Frankfurts noch wie ein Spieler aus, der erst lernen muss, wie er es löst.
Otavio erzielte bei seinem Debüt gegen den FSV Frankfurt ein Tor, was normalerweise ein angenehmer erster Eintrag im Notizbuch wäre. Leider beinhaltete dieselbe Partie auch einen furchtbaren Ballverlust als letzter Mann, der eigentlich hätte bestraft werden müssen. Das brachte seinen Sommer ziemlich treffend auf den Punkt. Die Werkzeuge sind offensichtlich, und Frankfurt sieht klar genug in ihm, um in dieses Entwicklungsprojekt zu investieren, doch nichts in der Vorbereitung deutete darauf hin, dass ein roher junger Verteidiger sofort damit betraut werden sollte, die Defensivprobleme aufzuräumen, die Hütter geerbt hat.
Das wiegt jetzt noch schwerer. Collins’ längerer Ausfall, Theates ungewisse Zukunft und Frankfurts bisheriges Scheitern, einen erfahrenen Verteidiger hinzuzufügen, könnten Otavio schon früh zu wichtigen Pflichtspielminuten zwingen, bevor er dafür bereit aussieht. Der 20-Jährige hat noch viel aufzuholen, während er sich an das höhere Niveau anpasst. Hütter verlangt von seinen Innenverteidigern, aggressiv nach vorn zu verteidigen und nach überspieltem ersten Druck riesige Räume abzusichern. Entsprechend begann Otávio im Pokal neben Koch, weil Frankfurt vorübergehend die Alternativen fehlen. Das ist nicht dasselbe, wie sich den Platz verdient zu haben.
Noël Aséko hat den Sommer schlicht verloren. Knieprobleme verhinderten, dass der 20-Jährige auch nur eine Minute in der Vorbereitung spielte, obwohl er als eine der wichtigsten Mittelfeld-Verpflichtungen Frankfurts gekommen war. Das ist besonders unglücklich, wenn man bedenkt, wie viel Anpassung Hütters Fußball von den zentralen Spielern verlangt und wie ungeklärt die Struktur um sie herum weiterhin ist.
Frankfurt ist klar davon überzeugt, dass Aseko ein wichtiger Teil des Mittelfelds werden kann, und in der geplanten Hierarchie ist er neben Onyedika weiterhin prominent vorgesehen. Das Problem ist nur, dass alle anderen sechs Wochen lang Hütters Abstände, Pressing-Auslöser und Umschaltmuster gelernt haben, während Aséko zusah. Niemand verliert ein Trainingslager wörtlicher als der Spieler, der gar nicht daran teilnehmen kann.
Kaua Santos und Michael Zetterer sicherten gemeinsam das Zu-Null gegen Mannheim, während der Brasilianer gegen Hull stark hielt und Burkardts Tor sogar mit einem gewaltigen langen Ball vorbereitete. Dann kam Brentford. Zwölf Minuten in die Generalprobe rutschte ein relativ harmloser Versuch durch Santos’ Hände zum zweiten Gegentor, und sofort waren all die Fragen wieder da, auf die Frankfurt gehofft hatte, in der Vorbereitung erste Antworten zu finden.
Noch schlimmer: Der Fehler half dabei, eine Torwartdebatte neu zu entfachen, die Frankfurt nun offenbar ernsthaft mit jemand anderem beenden will. Noah Atubolu hat sich als bevorzugte neue Nummer eins herauskristallisiert, was bedeutet, dass Santos aus dem Trainingslager kam, während das Trikot technisch gesehen noch ihm gehörte und der Klub aktiv daran arbeitete, es einem anderen Torhüter zu geben. Keine guten Zeiten!
Es gibt eine offensichtliche Grenze dafür, was man aus einem 11:0-Sieg gegen Oberliga-Gegner auf einem Platz mit klar sichtbaren Markierungen für American Football lernen sollte. Der Autor lernte einige interessante Dinge, nachdem Eintracht die Partie innerhalb weniger Minuten komplett außer Konkurrenz gesetzt hatte – vor allem Dinge über die örtlichen Apfelplantagen und das lokale Football-Team Krefeld Ravens. Der deutsche Sender, der das Spiel kommentierte, musste schließlich über irgendetwas sprechen. Fußball wurde eigentlich nicht mehr angeboten. Nun gut. Immerhin standen noch andere interessante Themen auf der Tagesordnung.
Man kann nicht sechs Wochen lang Hütters aggressive Struktur studieren, dann zusehen, wie Brentford sie zu Konfetti zerreißt, und anschließend alles für repariert erklären, nur weil ein Fünftligist rechtzeitig vor dem Gang in den Tunnel mal eben zehn Gegentore kassierte. Das wäre albern. Wie der Eröffnungsabsatz zeigt, ist der Autor ein großer Freund der Albernheit. Nur lässt sie sich nicht wirklich in die taktische Diskussion einweben – falls wir überhaupt noch eine taktische Diskussion führen.
Aufstellung – SGE (DFB-Pokal)

Aus dem Trainingslager wurde nichts über Bord geworfen. Frankfurt agierte erneut im 4-2-2-2, mit Burkardt und Ebnoutalib zusammen im Sturm, Uzun im linken Halbraum, Amaimouni-Echghouyab in der entsprechenden rechten Rolle und Götze neben Onyedika im Zentrum. Baum und Kosugi sollten außen für Breite sorgen. Vor allem nach Brentford entscheidend: Frankfurt zog sich nicht in einen sichereren Block zurück und verbrachte 90 Minuten damit, über die Vorzüge defensiver Bescheidenheit nachzudenken. Man schob wieder nach vorn, jagte den Ball und versuchte sofort, das Spiel zu verdichten.
Die ersten Tore fielen tatsächlich durch etwas deutlich weniger Glamouröses. Can Uzuns Standards waren hervorragend. Seine erste Ecke fand Burkardt zum Führungstor in der vierten Minute, eine weitere zehn Minuten später Koch. Diese frühen Treffer nach ruhenden Bällen zerstörten praktisch jede Chance darauf, dass der Nachmittag unangenehm werden könnte. Zugleich unterstrichen sie, wie breit Uzuns kreative Bedeutung noch werden könnte. Gut zu hören, dass es so aussieht, als habe er das Interesse von Galatasaray abgelehnt und werde in dieser Saison wohl in der Bundesliga bleiben.
Als St. Tönis die Kontrolle verlor, wurden die Mechanismen aus der Vorbereitung deutlicher. Beide Außenverteidiger schoben aggressiv nach vorn. Kosugi spielte trotz aller berechtigten Fragen, ob er bereit ist, als Stammkraft in eine Bundesliga-Saison zu gehen, extrem hoch und sorgte für echte offensive Breite. Der japanische U23-Nationalspieler sammelte an diesem Nachmittag drei Assists. Baum attackierte die gegenüberliegende Seite mit derselben Begeisterung und tauchte später sogar im Strafraumbereich auf, um nach Ablage von Burkardt Frankfurts achtes Tor in die Maschen zu jagen.
Es gab sogar eine kleine Erinnerung daran, was schiefgehen kann. Baum verstolperte früh eine diagonale Verlagerung und musste Omorou sofort festhalten, um den daraus entstehenden Konter zu stoppen, wofür er in der siebten Minute Gelb sah. Gegen St. Tönis war das kaum mehr als eine verwaltungstechnische Unannehmlichkeit. Gegen die Art von Flügelspieler, die in der Bundesliga wartet, kann ein Ballverlust bei gleichzeitig hochgeschobenen Außenverteidigern deutlich teurer werden.
Die klarste Bestätigung für Hütter-Fußball kam mit dem sechsten Tor. Frankfurt presste einen kurzen Abstoß von St. Tönis hoch an, gewann den Ball zurück und kombinierte sich wunderschön hinter die Abwehrlinie, bevor Uzun ins leere Tor einschob. Das ist die Version des Systems, die Hütter will: den Gegner zusammendrücken, den Ball gewinnen, bevor er entkommen kann, vertikal spielen und angreifen, bevor sich die Defensivstruktur neu ordnen kann. Brentford zeigte, was passiert, wenn der erste Teil misslingt. St. Tönis lieferte ein deutlich sanfteres Beispiel dafür, was passiert, wenn er gelingt.
Auch das Sturmduo verdient Aufmerksamkeit. Burkardts Hattrick war nach seiner absurden Vorbereitung kaum überraschend, doch die Art und Weise seiner Beteiligung am Angriff war fast ebenso wichtig wie die Tore. Ebnoutalib traf derweil selbst und legte in der Hochpressing-Szene uneigennützig für Uzun quer. Gegen zugegeben überforderte Verteidiger zeigte das Duo, dass Hütters zweiter Stürmer nicht einfach nur neben Burkardt stehen und auf Zuspiele warten muss. Beide Angreifer sollen sich bewegen, kombinieren und Räume für die nachstoßenden engen offensiven Mittelfeldspieler schaffen.
Uzun profitierte naturgemäß enorm von diesen Bewegungen. Onyedika bekam ebenfalls genau den ruhigen Abend, den Frankfurt sich vermutlich gewünscht hatte. Es gab keine Neuauflage seiner Ballverlust-Katastrophen. Unauffällige Solidität bedeutete in seinem Fall Fortschritt. Defensiv wurde praktisch nichts ernsthaft getestet. Eine Ausnahme gab es. Früh in der zweiten Halbzeit schob Frankfurt hoch, St. Tönis schickte Castrop in den riesigen Raum dahinter, und Koch musste zurücksprinten, um die Situation zu bereinigen. Es war nur ein langer Ball in einem 11:0-Spiel. Brentford erzeugte diese Situation immer wieder. St. Tönis schaffte es einmal. Die zugrunde liegende Geometrie verschwand nicht einfach, nur weil das Ergebnis lächerliche Ausmaße annahm.
Frankfurt verbrachte keine 45 Minuten damit, auf 23:0 zu spielen. Als das Weiterkommen entschieden war und mehrere Spieler bereits behandelt werden mussten, nahm man das Tempo heraus, ließ den Ball gegen den tieferen Block laufen und verzichtete weitgehend auf unnötige Risiken. Knauff ersetzte Baum auf der Rechtsverteidigerposition, womit Hütter seinem Umfunktionierungs-Experiment aus der Vorbereitung sogar die ersten Pflichtspielminuten gab, doch der kollektive Fokus verschob sich dahin, alle sicher durch den Abend zu bringen. Chaïbi erzielte schließlich das einzige Tor der zweiten Halbzeit. Vernünftiges Verhalten einer Fußballmannschaft sollte eigentlich nicht bemerkenswert wirken. Nach Brentford tat es das.
Also: Hat der Pokal bewiesen, dass Frankfurt gelöst hat, was in Brentford schiefging?
Absolut nicht.
Er zeigte aber, dass Hütter deswegen nicht in Panik geraten ist. Das 4-2-2-2 blieb, ebenso die aggressiven Außenverteidiger, das hohe Pressing, die engen Kreativspieler und die Bereitschaft, vertikal anzugreifen. Jetzt kommt der Teil, der zählt. Elf Tore beantworteten die leichten Fragen.
Die Bundesliga darf die schwierigen stellen.
Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz ins Deutsche übersetzt. Die Originalversion auf 🏴 kannst du hier lesen.
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