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·18. Januar 2026

Buruk attackiert die MHK – Gündogan stellt Galatasaray nach dem 1:1 ein Ultimatum

Artikelbild:Buruk attackiert die MHK – Gündogan stellt Galatasaray nach dem 1:1 ein Ultimatum

Galatasaray ist im RAMS Park nicht über ein 1:1 gegen Gaziantep FK hinausgekommen – und der Ton nach dem Abpfiff wurde deutlich. Trainer Okan Buruk nahm nach dem Spiel die MHK ins Visier und kritisierte die Vielzahl der Unterbrechungen. Gleichzeitig richteten die Führungsspieler der Gelb-Roten klare Botschaften an die Mannschaft: Ilkay Gündogan forderte mehr Verantwortung, Ugurcan Cakir und Abdülkerim Bardakci lenkten den Blick auf das kommende Duell mit Atletico Madrid.

Buruks Analyse nach dem 1:1: „Wir hätten schneller und vertikaler spielen müssen“

Buruk gratulierte zunächst dem Gegner und betonte die defensive Stabilität von Gaziantep. „Wir hatten es mit einer sehr starken Abwehr zu tun. Es war wichtig, früh ein Tor zu erzielen. Mit Yunus Akgün hatten wir eine Torchance“, sagte er. Gleichzeitig bemängelte er, dass sein Team den Gegner nicht konstant in dessen Hälfte festsetzen konnte und insgesamt zu wenig Durchschlagskraft entwickelte.


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„Wir hatten Schwierigkeiten, Chancen zu kreieren. Wir hatten zu wenige Spieler im Strafraum, das haben wir in der zweiten Halbzeit geändert“, erklärte Buruk. Dennoch blieb die Effizienz aus: Er verwies auf eine Kopfballchance und eine Eins-gegen-eins-Situation von Mauro Icardi – Momente, die ein Angriffsteam wie Galatasaray nutzen müsse. Sein Fazit fiel entsprechend klar aus: „Wir hätten schneller und vertikaler spielen müssen. Das ist uns nicht gelungen.“

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„Sie unterbrechen das Spiel gerne“: Buruk greift die MHK an

Den entscheidenden Punkt sah der Coach jedoch auch im Spielfluss. Buruk kritisierte, dass die Partie „sehr oft unterbrochen“ worden sei und verwies auf Verletzungspausen des Gegners in der zweiten Halbzeit. Dann wurde er noch deutlicher: „Unsere Schiedsrichter unterbrechen das Spiel gerne. Der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses mag das wohl. Der FIFA-Schiedsrichter hat das Spiel immer wieder unterbrochen.“ Gleichzeitig räumte er ein, dass seine Mannschaft unabhängig davon mehr hätte liefern müssen.

Tiefe Defensive als Problem: „Mal mit 9, mal mit 10 Spielern haben sie verteidigt“

Auf der Pressekonferenz erklärte Buruk, dass Galatasaray eine andere Ausrichtung von Gaziantep erwartet habe. „Wir haben den Gegner weiter vorne erwartet, aber er hat uns weiter hinten empfangen“, sagte er. Der Gegner habe „mal mit neun mal mit zehnSpielern“ kompakt verteidigt, gut gekämpft und als Team konsequent auf die Absicherung gesetzt.

Buruk betonte, dass in solchen Spielen individuelle Qualität, die Einbindung der Außenverteidiger und schnelles, linienbrechendes Passspiel entscheidend seien. Genau daran habe es gefehlt: „Wir konnten keine vertikalen, die Linie durchbrechenden Pässe spielen. Es gab Momente, in denen wir mit dem Ball herumgespielt haben.“ Dazu sei der letzte Pass nicht präzise genug gewesen, um die Abwehr zu knacken.

Motivation, Ausfälle, Gerüchte: Buruk spricht über die schwierige Phase

Der Trainer widersprach der These, dass ihm oder der Mannschaft die Motivation abhandengekommen sei. „Die Motivation ist größer als am ersten Tag“, sagte Buruk – und verwies auf das anstehende, sehr wichtige Spiel, um in der Champions League unter die ersten 24 zu kommen. Gleichzeitig beschrieb er die Belastung durch Ausfälle und Rahmenbedingungen: Verletzungen, Sperren und der Afrikameisterschaft hätten die Kadertiefe spürbar beeinflusst.

Auch Transfergerüchte seien ein zusätzlicher Störfaktor gewesen. Buruk nannte dabei ausdrücklich die Spekulationen um Lucas Torreira und betonte, er nehme intern keine Unruhe wahr. Torreira sei „sehr glücklich“ und habe die Mannschaft sogar trotz Verletzung unterstützt.

Transfermarkt im Winter: Buruk warnt vor falschen Namen und Erwartungsdruck

Im Zusammenhang mit der Winterperiode zeichnete Buruk ein komplexes Bild. „In der Wintertransferperiode ist es nicht einfach, Spieler aus ihren Teams zu holen“, sagte er und erklärte, dass oft der Verein oder der Spieler blockiere. Er betonte außerdem, dass viele Namen in der Öffentlichkeit kursierten, die nichts mit Galatasaray zu tun hätten. Das sorge zwangsläufig für Verwirrung über Profile, Prioritäten und die tatsächlichen Gespräche.

Die Kritik der Fans nahm Buruk an: „Wir geben unseren Fans zu 100 Prozent Recht.“ Er bestätigte, dass die Transferarbeiten weitergingen und dass Galatasaray Verstärkungen brauche. Gleichzeitig machte er klar, warum es dauern könne: Vereine geben gute Spieler ungern ab, und wenn Galatasaray nach „den Besten“ suche, vergehe Zeit. Der Anspruch bleibe dennoch: „Wir möchten den Transfer so schnell wie möglich abschließen, um die Fragezeichen zu beseitigen und uns ganz auf das Spielfeld zu konzentrieren.“

„Komisch und absurd“: Buruk reagiert auf Social-Media-Aufregung

Ein weiteres Thema waren Beiträge in sozialen Medien, die Buruk als „komisch und absurd“ bezeichnete. Er schilderte, wie selbst ein Foto von ihm beim Verlassen eines Obst- und Gemüseladens in Istanbul zum Thema gemacht worden sei. Buruk sagte, er habe sogar den Einkaufsbeleg gezeigt und beschrieb, was er gekauft habe. Entscheidend sei für ihn, nicht auf solche Dinge zu reagieren: „Ich lache darüber und denke nicht weiter darüber nach. Ich konzentriere mich nur auf meine Arbeit und mein Team.“

Muslera und Mertens fehlen: Buruk spürt die Lücke der Führungsspieler

Buruk erklärte außerdem, dass sich die Abgänge von Fernando Muslera und Dries Mertens bemerkbar machten. Beide seien nicht nur sportlich, sondern vor allem wegen „Führungsqualitäten und Persönlichkeit“ wichtig gewesen. Er zeigte sich dennoch zufrieden mit der Einstellung der verbleibenden Spieler und hob die Energie der türkischen Akteure in der Kabine hervor.

Gündogan mit Klartext: „Es gibt keine Ausrede, wir sind alle Profis“

Nach dem 1:1 meldeten sich auch die Stars zu Wort. Ilkay Gündogan sprach bei beIN SPORTS von einem enttäuschenden Ergebnis und stellte die Erwartungshaltung in den Mittelpunkt: „Dieser Verein, diese Gemeinschaft, diese Fans haben Erwartungen. Wir haben Erwartungen. Wir wollen Meisterschaften gewinnen und guten Fußball spielen. Jeder muss diese Verantwortung übernehmen.“

Der Führungsspieler wurde noch deutlicher, als es um Belastung und Professionalität ging: „Wenn man auf diesem Niveau Fußball spielt, muss man physisch und mental bereit sein, alle drei, vier Tage ein Spiel zu bestreiten. Es gibt keine Ausrede, wir sind alle Profis. Ob es ein Spiel pro Woche ist oder drei, das spielt keine Rolle!“ Für ihn sei klar, dass das Team sich selbst, den Mitspielern und dem Verein etwas beweisen müsse.

Fokus Atletico Madrid: „Wir wollen einen besonderen Abend“

Gündogan blickte bereits auf das kommende Spiel gegen Atletico Madrid und formulierte ein Zielbild für den Abend im eigenen Stadion. Man habe selbstbewusst in diese Partie gehen wollen – sie solle „ein besonderer Abend“ werden, ähnlich wie das Spiel gegen den FC Liverpool. „Hoffentlich zeigen wir unsere beste Leistung und gewinnen das Spiel mit einem guten Ergebnis. Diese Fans, diese Gemeinschaft haben das verdient“, sagte er.

Ugurcan Cakir kündigte an, den Punktverlust schnell abzuhaken und den Fokus konsequent auf Atletico zu richten. Er erklärte, Galatasaray habe die Partie über 90 Minuten dominiert und klare Chancen gehabt, während Gaziantep vor allem über Konter und Standards gefährlich geworden sei. „Wir sind immer noch Tabellenführer“, betonte er, und gab als Ziel aus, gegen Atletico „einen oder mehrere Punkte“ zu holen.

Auch Abdulkerim Bardakci sprach von großer Enttäuschung über den Punktverlust, stellte aber ebenfalls heraus, dass Galatasaray weiterhin Tabellenführer sei und „noch nichts entschieden“ sei. Die Mannschaft wolle sich schnell wieder aufrappeln.

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