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·25. August 2026

Calmund und Hertha: Gestoppt hat ihn nur der eigene Konzern

Artikelbild:Calmund und Hertha: Gestoppt hat ihn nur der eigene Konzern

Im Podcast "Wie war das damals?" des Deutschen Fußballmuseums enthüllt XXL-Manager Reiner Calmund, wie man ihn aus Leverkusen weglocken wollte. Einmal ist er sogar schwach geworden

Reiner Calmund und Bayer 04 Leverkusen, das gilt im deutschen Fußball als eine dieser Verbindungen, über die niemand mehr nachdenkt. 1976 holte ihn der Werksklub, am 8. Juni 2004 trat er als Geschäftsführer zurück, dazwischen liegen der Uefa-Cup 1988 und der DFB-Pokalsieg 1993, das verlorene Champions-League-Finale 2002 und die deutsche Meisterschaft, die er nie geholt hat. Jetzt hat er im Legenden-Podcast „Wie war das damals?“ enthüllt, wie knapp er daran war, seinen Herzensklub zu verlassen.


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Drei Vereine haben es in dieser Zeit ernsthaft versucht, und Calmund zählt sie auf der Bühne des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund einzeln auf, bei Pit Gottschalk und Christian Pfennig. Der 1. FC Köln kam zuerst, der Klub seiner Kindheit. Calmund trinkt nach eigener Auskunft kaum Alkohol; nach der Absage an den FC trank er drei Flaschen Wein. Der FC Schalke 04 folgte 1990, Präsident Günter Eichberg warb während der WM in Italien persönlich um ihn — doch mit dem „Sonnenkönig“, wie sie den Klinikbesitzer damals nannten, wurde Calmund nicht warm. Aber das war noch nicht alles.

Das dritte Angebot kam aus Berlin, und dort lag der Fall anders. „Ich hatte immer einen Koffer in Berlin“, sagt Calmund; er sei ohnehin gern in die Stadt gefahren. Angebahnt hat die Sache nach seiner Darstellung die Vermarktungsseite von Hertha BSC, hinter der Bertelsmann stand. Und diesmal blieb es nicht beim Abwägen: „Da hab ich gesagt, ich mach es.“

Was danach passierte, spielte sich über ihm ab. Jürgen von Einem, Sportbeauftragter des Bayer-Vorstands und Calmunds wichtigster Mann im Konzern, ging zum Vorstandsvorsitzenden Manfred Schneider, der mit dem Bertelsmann-Chef in demselben kleinen Kreis deutscher Konzernlenker saß. Die Botschaft, wie Calmund sie wiedergibt: Ihr Kollege holt uns hier den Mann weg, und zwar hinter Ihrem Rücken. „Und da wurde da schön Dampf gemacht“, sagt Calmund, „und dann blieb ich in Leverkusen.“

Und dann folgt der Satz, der diesen Abend trägt: „Dampf auf einer Ebene, wo ich nichts zu sagen hatte.“ Der Mann, der Rudi Völler während der WM 1994 im Hotelzimmer des Bundestrainers aushandelte und Andreas Thom am ersten Abend in dessen Ost-Berliner Wohnung überzeugte, wurde im eigenen Fall nicht einmal gefragt.

Wann das war, sagt Calmund nicht. Manfred Schneider führte den Bayer-Vorstand von 1992 bis 2002, und Calmund verortet den Vorgang in der Zeit des Stadionneubaus, den von Einem ab 1996 betrieb. Fällt die Sache in diese Jahre, dann warb um ihn ein Zweitligist: Hertha BSC war 1991 abgestiegen und kehrte erst mit dem Aufstieg am 22. Mai 1997 in die Bundesliga zurück.

Gewechselt ist Calmund nie, geblieben ist er bis 2004, und Bitterkeit klingt bei ihm nicht an. „Ich habe auch andere Angebote, da haben wir ja eben drüber gesprochen, ich bin trotzdem da geblieben“, sagt er an anderer Stelle über dieselbe Zeit. Im Fußball wird ja viel angebahnt und wenig vollzogen — und ein Gast auf einer Bühne erzählt seine Karriere naturgemäß anders als ein Manager im Amt.

Nur hat er das Bleiben eben nicht selbst beschlossen. Er hatte zugesagt, und abgeräumt wurde die Zusage in einem Gespräch, an dem er nicht beteiligt war. Reiner Calmund gilt als die Treue in Person. Entschieden hat darüber ein anderer.

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