Borussia Dortmund
·17. Januar 2026
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Abgesehen von einer Kopfballchance für Felix Nmecha aus kurzer Distanz an die Brust von St.-Pauli-Schlussmann Nikola Vasilj (81.) hatte der BVB nach den beiden Gegentoren zum 2:2-Ausgleich in der 63. bzw. 72. Minute bis zum Ablauf der regulären Spielzeit nicht mehr für Gefahr vor dem gegnerischen Tor sorgen können. Trotz 2,57 zu 0,57 sogenannter „xGoals“, also der aufgrund der Torchancen auf beiden Seiten erwartbaren Treffer, schien alles auf ein 2:2-Unentschieden hinauszulaufen.
Als Dr. Robin Braun, der 4. Offizielle, die Tafel mit der Nachspielzeit in den Händen hielt, sagte Norbert Dickel diese nicht an. Er schrie sie förmlich ins Stadion und weckte den SIGNAL IDUNA PARK auf. „Vier Minuten!“ Die freigesetzte Energie war förmlich spürbar. In Minute 91 zog Kapitän Emre Can halbrechts mit Elan in den Strafraum und gab dann flach nach innen. Im Getümmel verpasste Maximilian Beier knapp, Vasilj entschärfte den Ball.
Es ging nun ohne Atempause weiter in eine Eckballserie. St. Pauli klärte in Person von Hauke Wahl die insgesamt fünfte BVB-Ecke mit dem Kopf nach außen. Beier setzte dem Ball nach und wurde nach 92 Minuten und sechs Sekunden am rechten Strafraumeck von Ricky-Jade Jones gefoult. Schiedsrichter Harm Osmers entschied zunächst auf Freistoß. Dann meldete sich Video-Assistent Johann Pfeifer, der in der Anfangsphase des Spiels (16.) dafür gesorgt hatte, dass ein Handelfmeter (Fabio Silva) für die Gäste vom Kiez zurückgenommen wurde. Das Vergehen in der Schlussphase fand innerhalb des Strafraums statt. Nach knapp zweiminütigem Check verkündete der Unparteiische aus Hannover: „Ein möglicher Elfmeter für Dortmund wurde überprüft. Das Foulspiel war innerhalb des Strafraums.“
Statt Freistoß gab es Elfmeter. Und die ganze Last lag auf den Schultern von Emre Can. Der BVB-Kapitän trat zum elften Elfmeter in seiner Bundesliga-Karriere an – und bewahrte die Nerven. Die Stadionuhr zeigte 90 Minuten und fünf Sekunden, als Can den Schuss ins rechte Toreck abgab. Vasilj, der im Hinspiel (3:3) einen Strafstoß von Serhou Guirassy pariert hatte, flog in die richtige Ecke, kam an den harten und platzierten Schuss aber nicht mehr heran. 3:2! „Ich habe mir vor dem Elfmeter gedacht: Der geht jetzt rein, und ich jubel‘. Du musst es manifestieren, du darfst da nicht zweifeln.“
Spät und glücklich, wie schon vor einer Woche beim 3:3 in Frankfurt (da nicht glücklich, sondern hochverdient durch Carney Chukwuemeka), bejubelte der BVB in der sechsten Minute der Nachspielzeit einen wichtigen Treffer. „Was gibt es Schöneres, als in der letzten Minute, bei uns im Stadion, ein Tor zu schießen und dann hier die Emotionen zu erleben?“, fragte Can anschließend im Gespräch mit Sky rhetorisch und fügte hinzu: „Das ist unbeschreiblich.“Boris Rupert









































