City in Bestform, Tottenham im Chaos: So läuft die Premier-League-Saison bisher | OneFootball

City in Bestform, Tottenham im Chaos: So läuft die Premier-League-Saison bisher | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: 90PLUS

90PLUS

·21. September 2026

City in Bestform, Tottenham im Chaos: So läuft die Premier-League-Saison bisher

Artikelbild:City in Bestform, Tottenham im Chaos: So läuft die Premier-League-Saison bisher

Nach fünf Spieltagen zeichnet sich in der Premier League bereits ein differenziertes Bild ab. Manchester City führt die Tabelle mit einer makellosen Bilanz an, Titelverteidiger Arsenal hält dagegen, während ausgerechnet einer der Klubs mit dem größten Sommer-Umbruch ganz unten feststeckt. Zudem sorgte bereits der Sommer für erhebliche Unruhe auf mehreren Trainerbänken, noch bevor überhaupt der erste Ball rollte.

Manchester City legt einen makellosen Start hin

Manchester City hat die ersten fünf Saisonspiele allesamt gewonnen und steht mit 15 Punkten sowie einem Torverhältnis von 13:5 an der Tabellenspitze. Es ist damit der längste Siegeslauf aller Mannschaften zum Saisonstart. Zu den Höhepunkten zählte ein 1:0-Auswärtssieg im Derby bei Manchester United vor 74.161 Zuschauern, der höchsten Zuschauerzahl der bisherigen Saison, sowie zuletzt ein torreiches 5:3 gegen Aufsteiger Sunderland, das höchste Ergebnis der bisherigen Spielzeit. Angeführt wird die Offensive der Skyblues erneut von Erling Haaland, der mit fünf Saisontoren die Torschützenliste anführt.


OneFootball Videos


Arsenal verteidigt seinen Titel bislang solide

Der FC Arsenal, der die vergangene Saison 2025/26 als Meister abgeschlossen hatte, reagierte bereits im August mit einem klaren Statement, dem Sieg im Community Shield gegen genau jenen Manchester City, angetrieben von einem starken Auftritt Riccardo Calafioris. In der Liga steht der Titelverteidiger nach fünf Spielen bei zwölf Punkten aus vier Siegen und einer Niederlage, mit nur vier Gegentoren die zweitbeste Defensive der Liga. Der Rückstand auf Manchester City beträgt damit bislang drei Punkte, sodass sich früh ein Zweikampf an der Spitze andeutet. Die erste Niederlage kassierte Arsenal am fünften Spieltag beim 0:3 gegen Brighton.

Brighton und einige Aufsteiger sorgen für Furore

Für positive Überraschungen sorgt bislang vor allem Brighton & Hove Albion. Der Klub erzielte am ersten Spieltag mit einem 4:0 gegen Aston Villa den bis dahin höchsten Sieg der Saison, ehe man zuletzt sogar noch deutlicher nachlegte: Ein 5:0-Auswärtssieg bei Aufsteiger Coventry City ist aktuell der höchste Auswärtssieg der Spielzeit. Mit 16 erzielten Toren aus fünf Spielen stellt Brighton bislang die torgefährlichste Offensive der Liga. Auch von den drei Aufsteigern zeigt sich zumindest Leeds United bislang stabil und gehört mit einer bislang ungeschlagenen Bilanz zu den Mannschaften mit dem längsten Nichtniederlagen-Lauf der Liga, gemeinsam mit Brentford, Everton, Liverpool und eben Manchester City. Für Coventry City selbst läuft es dagegen bislang gar nicht: Der Aufsteiger verlor seine ersten vier Spiele, ehe am fünften Spieltag mit einem 1:0 bei Nottingham Forest der erste Sieg gelang.

Tottenham gibt Rekordsummen aus und steckt trotzdem ganz unten fest

Kaum ein Klub zeigt den Widerspruch zwischen Investition und sportlichem Ertrag derzeit so deutlich wie Tottenham Hotspur. Die Spurs gaben in diesem Sommer rund 366 Millionen Euro für neue Spieler aus, nur Manchester City und der FC Chelsea investierten in der Premier League mehr. Zu den Neuzugängen zählen unter anderem Sandro Tonali für rund 108 Millionen Euro von Newcastle United, Mateus Fernandes, Savinho, Jan Paul van Hecke und Tosin Adarabioyo. Tonali ist damit Tottenhams teuerster Transfer der Saison.

Im Gegenzug verließen mehrere Spieler den Klub, darunter der bisherige Kapitän Cristian Romero sowie Nachwuchstalent Luka Vušković, der für rund 54 Millionen Euro zu Brighton & Hove Albion wechselte.

Trotz dieser Ausgaben steht Tottenham nach fünf Spieltagen bei zwei Punkten und zählt gemeinsam mit Bournemouth und Fulham zu den Mannschaften mit der längsten sieglosen Serie der Liga. Bereits zum Saisonauftakt gab es eine Niederlage gegen Brentford, danach folgten ein 0:2 gegen Newcastle, zwei torlose Remis gegen Nottingham Forest und Everton sowie zuletzt eine 2:3-Niederlage gegen Aston Villa. Damit sind die Spurs nach fünf Spieltagen weiterhin ohne Sieg und stehen aktuell sogar am Tabellenende.

Trainer Roberto De Zerbi äußerte sich nach dem schwachen Saisonstart selbstkritisch und verwies auf die vielen Neuzugänge in der Startelf, die noch Zeit bräuchten, um richtig anzukommen. Der Italiener hatte den Klub bereits Ende März übernommen und soll nun nach der turbulenten Vorsaison langfristig für Stabilität sorgen.

Der aktuelle sportliche Rückstand ist dabei auch Symptom einer chaotischen vergangenen Spielzeit. Nachdem Ange Postecoglou die Spurs 2025 zum Gewinn der Europa League geführt hatte, wurde er trotzdem entlassen. Nachfolger Thomas Frank hielt sich bis Februar 2026, ehe er nach einer schwierigen Saison seinen Posten räumen musste. Als Nothelfer kam der Kroate Igor Tudor, verließ den Klub aber bereits nach 44 Tagen wieder. Erst mit der Verpflichtung von Roberto De Zerbi Ende März 2026, dem damit bereits dritten Cheftrainer der Saison, kehrte etwas Kontinuität ein. Dass der große Umbruch im Kader nun ausgerechnet unter dem inzwischen längerfristig etablierten De Zerbi so wenig Wirkung zeigt, sorgt bei den Spurs-Fans entsprechend für Frust.

Auch Manchester United sucht noch seinen Rhythmus

Neben Tottenham tut sich auch Manchester United bislang schwer und musste sich im vielbeachteten Stadtderby vor Rekordkulisse dem Erzrivalen Manchester City geschlagen geben. Verglichen mit der Krise bei den Spurs bleibt die Lage bei United aber deutlich überschaubarer. Nach fünf Spieltagen steht United bei fünf Punkten, nachdem am Sonntag ein spätes 1:1 bei Fulham zumindest einen weiteren Punkt brachte.

Schon vor dem ersten Spieltag gab es einen Trainer-Umbruch

Bemerkenswert an dieser Saison ist zudem, wie viel sich bereits im Sommer auf den Trainerbänken tat. Beim FC Fulham musste Marco Silva nach Vertragsende gehen, Nachfolger wurde der Spanier Álvaro Arbeloa. Bei Ipswich Town trat Kieran McKenna zurück, für ihn übernahm der Engländer Gary O’Neil. Nottingham Forest trennte sich von Vítor Pereira und verpflichtete stattdessen den Österreicher Oliver Glasner.

Für die größte Überraschung sorgte aber Newcastle United. Eddie Howe, unter dem der Klub 2025 mit dem League-Cup-Gewinn die erste große Trophäe seit 1969 geholt hatte, teilte dem Verein Ende Juli überraschend seinen Rückzug mit, nur wenige Wochen vor Saisonstart. Als Nachfolger wurde rasch der bislang in Europa kaum bekannte deutsche Trainer Matthias Jaissle vorgestellt, der zuvor mit RB Salzburg österreichischer Meister geworden war und zuletzt beim saudischen Klub Al-Ahli zwei AFC-Champions-League-Titel in Folge gewonnen hatte. Jaissle unterschrieb bei den Magpies einen Vertrag bis 2030.

Erschwert wurde sein Einstand dadurch, dass der Klub in den vergangenen anderthalb Jahren mit Alexander Isak, Anthony Gordon und Sandro Tonali gleich drei Leistungsträger verkauft hat. Kapitän Bruno Guimarães, der im selben Zuge ebenfalls mit einem Abgang zum großen Rivalen Arsenal in Verbindung gebracht wurde, ist inzwischen tatsächlich nach London gewechselt. Arsenal zahlte für den Brasilianer laut Reuters rund 75 Millionen Pfund. Newcastle-Sportdirektor Ross Wilson erklärte später zudem, dass der Verein den Verkauf Guimarães‘ eigentlich nicht gewollt habe.

Alles nur Momementaufnahme

Fünf Spieltage sind naturgemäß nur eine Momentaufnahme, doch schon jetzt zeichnen sich einige Linien ab. Manchester City und Arsenal liefern sich früh ein enges Rennen an der Spitze, während sich mit Brighton eine torhungrige Mannschaft in den europäischen Rängen festsetzen will. Der Fall Tottenham zeigt zugleich eindrücklich, dass hohe Transferausgaben allein in dieser Liga keine Garantie für sportlichen Erfolg sind, zumal wenn dem Umbruch im Kader bereits ein Umbruch auf der Trainerbank vorausgegangen ist. Und der Wechsel bei Newcastle macht deutlich, dass sportliche Entscheidungen selbst kurz vor Saisonbeginn noch für erhebliche Unruhe sorgen können.

Impressum des Publishers ansehen