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FC Bayern München

·4. Februar 2026

Das erwartet den FC Bayern gegen die beste TSG aller Zeiten

Artikelbild:Das erwartet den FC Bayern gegen die beste TSG aller Zeiten

Acht Tage hatten die Spieler des FC Bayern Zeit, das 2:2 beim Hamburger SV zu verdauen beziehungsweise sich auf das Topspiel der Fußball-Bundesliga vorzubereiten. Am Sonntag empfängt der Tabellenführer aus München den Tabellendritten in der Allianz Arena: das Überraschungsteam der TSG Hoffenheim. Warum die Kraichgauer aktuell vieles richtig machen und in der Spitzengruppe der Tabelle stehen, erfahrt Ihr in unserem Gegnercheck vor dem Spiel.

Die TSG Hoffenheim erlebt in der Bundesliga-Saison 2025/26 einen historischen Höhenflug: Nach 20 Spieltagen rangiert das Team von Cheftrainer Christian Ilzer nach 13 Siegen mit 42 Punkten auf Platz drei – so viele Zähler hatte die TSG zu diesem Zeitpunkt noch nie in ihrer Bundesliga-Geschichte. In der Drei-Punkte-Ära hatte ein Tabellendritter nach 20 Spielen auch noch nie mehr Punkte. Insbesondere der Januar 2026 geriet zum goldenen Monat: Fünf Spiele, fünf Siege, dazu ein Torverhältnis von plus 20, das ebenfalls einen neuen Vereinsrekord markiert. Kein Bundesligist außer Hoffenheim gewann seit dem Jahreswechsel alle Partien, seit Anfang Dezember und sieben Pflichtspielen ist die TSG ungeschlagen. Obwohl es beim Gastspiel bei Borussia Dortmund (0:2) die bislang letzte Niederlage setzte, bewies Hoffenheim bei den Siegen in Frankfurt (3:1), gegen Leverkusen (1:0) und RB Leipzig (3:1) seit November Topspiel-Qualitäten. 


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Die Hoffenheimer überzeugen nicht nur offensiv, sondern auch defensiv und stehen ligaweit in zahlreichen Statistiken ganz oben – nur der FC Bayern hat mehr Tore erzielt. Die stabile Abwehr, nach Jahren mit teilweise über 60 Gegentoren, symbolisiert den Aufschwung der TSG und sorgt für Lob aus der Presse: Vom „besten Hoffenheim aller Zeiten“ ist die Rede, und Trainer Ilzer wird bereits mit Julian Nagelsmann verglichen.

So spielt Hoffenheim

Hoffenheim und sein jetziger Erfolgstrainer Christian Ilzer, der nach Platz 15 in der Vorsaison um seinen Platz bangen musste, hat jetzt bereits deutlich mehr Punkte (42) auf dem Konto als im letzten Jahr nach 34 Spieltagen (32). Der Österreicher formiert sein Team häufig in einem 4-3-3-System. Vor dem deutschen Nationaltorhüter Oliver Baumann verteidigt einen Viererkette, die häufig so aufgestellt wird: Bernardo verteidigt links, Albian Hajdari oder Robin Hranac links und der wiedergenesene Abwehrchef Ozan Kabak rechts. Als rechter Außenverteidger hat sich Vladimir Coufal nach starken Leistungen festgespielt. Der tschechische Routinier kam vor Saisonbeginn als Ersatz für den langzeitverletzten Valentin Gendrey, ist mittlerweile aber nicht mehr aus der Startelf wegzudenken. Nun ist Gendrey wiedergenesen, muss sich jedoch erstmal hinter Coufal anstellen.

Im Mittelfeldzentrum zieht der 21-jährige Shootingstar Leon Avdullahu die Fäden und hält den beiden Achtern den Rücken frei. Auf diesen beiden Postionen wird häufig rotiert, meistens spielen dort die aktive Hoffenheimer Vereinslegende Andrej Kramarić und Top-Neuzugang Wouter Burger. Der 24-jährige Niederländer steht nach 20 Spieltagen für die TSG bei herausragenden fünf Treffern und neun Vorlagen - doch der offensiv ausgerichtete Mittelfeldakteur fehlt gegen die Bayern rotgesperrt. Als hochkarätige Alternative bietet sich Grischa Prömel an, der in der Vergangenheit häufig von Verletzungen ausgebremst wurde, sein gehobenes Bundesliga-Niveau als Box-to-Box-Spieler aber schon mehrfach nachgewiesen hat.

Dann wäre da noch das Prunkstück der Hoffenheimer Formation - der Dreiersturm. 43 Treffer nach 20 Spielen sind herausragend und bedeuten Platz zwei in der Bundesliga - vor Dortmund (41) und Frankfurt (40) – aber hinter dem FC Bayern (74). Der spielstarke Mittelstürmer Fisnik Asllani (23 Jahre) wird häufig ergänzt durch die beiden schnellen und quirligen Flügelstürmer Tim Lemperle (23) und Bazoumana Touré (19). Das Trio kommt zusammen auf 24 Scorerpunkte in der laufenden Bundesliga-Saison. Weitere Offensivoptionen wie Allrounder Alexander Prass, der in der vergangenen Saison noch Außenverteidiger spielte, nun aber immer wieder als Außenstürmer eingesetzt wird und beim Auswärtssieg in Bremen zuletzt sein erstes Saisontor per Sonntagsschuss erzielte, sowie Max Moerstedt. Der 20-jährige, 1,94 Meter große Mittelstürmer lief in der Saison 2020/2021 auch kurzzeitig für den FC Bayern Campus auf.

Was bei einem Blick auf den Kader auffällt: In Coufal, Bernardo, Hajdari in der Verteidigung, Avdullahu und Burger im Mittelfeld, Lemperle, Asllani und Touré (kam schon vergangenes Jahr im Februar) im Angriff, stehen gleich acht Neuzugänge regelmäßig in der Startelf und etablieren sich gerade in der Bundesliga-Spitze. Das spricht für ein funktionierendes Duo in der sportlichen Leitung, bestehend aus Trainer Ilzer und Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker, die bereits bei Sturm Graz in der Vergangenheit erfolgreich zusammengearbeitet hatten. „Wir wollten Spieler, die in beide Richtungen denken. Nach vorne und nach hinten“, so Ilzer zum erfolgreichen Transfersommer.

Das Geheimnis des TSG-Erfolgs

All diese Optionen geben Ilzer viele Möglichkeiten, um die ganz großen Ziele anzugreifen. „Ich will in drei Jahren die TSG Hoffenheim ins internationale Geschäft zurückbringen“, hatte der 48-Jährige Ende März in einem kicker-Interview gesagt. Aktuell liegt die TSG sogar auf Kurs Champions League, zum zweiten Mal nach der Nagelsmann-Ära könnte man im beschaulichen badischen Kraichgau die Königsklasse erreichen - doch bereits ein anderer europäischer Wettbewerb wäre ein großer Erfolg. Man habe aktuell zwar „viel Momentum“, sagte der TSG-Coach zuletzt zur aktuellen Formstärke, „das kreiert man aber auch nur, wenn man einen guten Teamspirit hat und viel für das Ziel opfert.“

Das tut sein Team, das nicht nur attraktiv Fußball spielt, sondern auch läuferisch überzeugt: „Wir sind eine extrem hungrige Mannschaft“, bestätigt Grischa Prömel, „wir kreieren viele Torchancen, die Abläufe stimmen, das macht extrem viel Spaß auf dem Platz.“ Nur der FC Bayern hat nach 20 Spieltagen mehr Kilometer abgespult (2.477) als Hoffenheim (2.467), außerdem ist TSG-Schienenspieler Coufal der laufstärkste Spieler der deutschen Beletage (11,95 Kilometer pro Spiel).

Coufal ist ein wichtiges Prunkstück der stabilen TSG-Defensive, die nach jeweils mehr als 60 Gegentreffern in den letzten beiden Spielzeiten in dieser Runde die drittbeste Defensive der Liga hat. Die neuformierte Abwehr ist das Grundgerüst für das gesamte Team und Keeper Oliver Baumann - gestärkt als deutsche Nummer eins - spielt eine seiner besten Saisons seiner Karriere.

Die Lehren aus dem Hinspiel

Im Hinspiel gegen den FC Bayern zeigte die TSG, wie man dem Rekordmeister mit taktischer Raffinesse das Leben schwer machen kann. Mit einem variablen 4-4-2-Pressing legte Hoffenheim den Fokus darauf, Spielgestalter Aleksandar Pavlović aus dem Zentrum zu nehmen und durch aggressives Anlaufen im Mittelfeld Ballgewinne zu erzwingen. Die Bayern wurden gezielt auf die Außenbahnen gelockt, wo Hoffenheim die Münchner Außenverteidiger unter Druck setzte und mit einer breiten Viererkette sowie enger Staffelung im Mittelfeld flexibel verschob. Die Münchner taten sich zunächst schwer, echten Raumgewinn über die Flügel zu erzielen und agierten oft mit Querpässen, während die TSG kollektiv und schnell auf die Außen verschob.

Auch im eigenen Ballbesitz setzte Hoffenheim auf clevere Mittel: Die Stürmer ließen sich im Aufbau fallen, um mit langen Bällen die nachrückenden Flügelspieler in Szene zu setzen, und Torhüter Oliver Baumann überzeugte als spielstarker Rückhalt unter Pressingdruck. Trotz einer starken ersten Halbzeit (0:1) und einer taktisch klugen Herangehensweise fehlte es Hoffenheim im Angriffsdrittel letztlich an Präzision und Durchschlagskraft. Am Ende setzte sich der FC Bayern - auch wegen Schwung von der Bank - deutlich mit 4:1 durch – ein Beleg dafür, wie entscheidend individuelle Klasse und Effizienz auf höchstem Niveau sind. Harry Kane war mit einem Dreierpack erfolgreich, außerdem traf Serge Gnabry. Coufal sorgte für den Hoffenheimer Ehrentreffer. 

Am Sonntag möchten die Kraichgauer den Rückenwind aus den vergangenen Wochen mitnehmen, um die Partie bis zum Ende spannend zu halten und mindestens einen Punkt aus der Allianz Arena zu entführen.

Die Fakten zum Topspiel gegen Hoffenheim:

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