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·18. August 2026
Das sind die Gewinner und Verlierer des Saisonstarts

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·18. August 2026

Nach zwei Spieltagen macht die 3. Liga ihre erste schöpferische Pause – und auch wenn viele Klubs im DFB-Pokal gefordert sind, kommt diese für manche Teams schon genau richtig. liga3-online.de benennt vier Vereine, die vollends überzeugend aus dem Startblock kamen, und vier Fehlstarter sowie die Gründe.

Keine Gewinnerliste wird den Tabellenführer auslassen. Und was der MSV Duisburg in den ersten 180 Saisonminuten erlebt hat, deckt die Ansprüche eines Spitzenteams schon ziemlich umfänglich ab: Zunächst der perfekte Auftakt mit einem in jeder Hinsicht souveränen 3:0 über den SV Meppen, das bereits einen Klassenunterschied andeutete. Dann das erwartet komplizierte Gastspiel beim SC Verl, das aber für die Zebras abermals nach einer 0:2-Niederlage noch positiv endete.
Auch wenn die Elf von Trainer Dietmar Hirsch schwer davon profitierte, dass sich die Verler zu Beginn der zweiten Halbzeit mit einer Ampelkarte selbst schwächten: In nicht einmal einer Viertelstunde von 0:2 auf 4:2 zu stellen, nötigt Respekt ab. Die starke Frühform vom Sturmduo Lex Tyger Lobinger und Florian Krüger nährt den Traum von der 2. Bundesliga weiter.

Vier Punkte gegen Ingolstadt (2:2) und Wiesbaden (4:0): Das gelang nicht nur Preußen Münster zum Auftakt, sondern auch den Würzburger Kickers – was die weitaus größere Überraschung ist. Der Liganeuling zeigte sich, obwohl in der Kadertiefe längst nicht so besetzt wie die genannten Gegner, optimal eingestellt und jeweils über die volle Spielzeit mindestens auf Augenhöhe. Was auch daran lag, dass sich die defensiven Neuzugänge aus höheren Ligen wie David Kinsombi und David Abrangao richtig gut einfügen.
Und Spielmacher Ivan Franjic einfach da weitermacht, wo er im Sommer 2024 aufhörte. Zu guter Letzt ist Michael Schiele, das weiß die 3. Liga genau, ein akribischer Trainer-Allrounder, der offenkundig perfekt zu den Rothosen passt. Wer jetzt darauf setzt, dass Würzburg als bester Aufsteiger eintrudelt, lehnt sich nicht sonderlich weit aus dem Fenster.

Die Fans des FCS hatten vor diesem Saisonstart ein schwer erklärbares, gutes Bauchgefühl. Und die Blau-Schwarzen um Coach Argirios Giannikis haben dies eindrucksvoll bestätigt: Angeführt von einem überragenden Kapitän Florian Pick walzten sie zunächst Rot-Weiss Essen nach 0:2-Rückstand noch mit 5:2 nieder, was erstmals zu ekstatischen Zuständen auf der Fantribüne führte. Der zweite folgte mit dem – regeltechnisch umstrittenen – goldenen Tor von Kai Brünker zum 1:0-Sieg bei Jahn Regensburg.
Nun weiß kaum ein Klub besser, wie ein starker Saisonstart tatsächlich einzuordnen ist: Im Vorjahr stand der 1. FC Saarbrücken bei 16 Zählern nach sieben Partien und stürzte anschließend bis haarscharf vor die Abstiegsplätze. Nun ist der Druck geringer, ein Übergangsjahr ist ausgerufen worden. Wenn daraus mal nicht das wird, was der Spanier Remontada nennt…

Vier Punkte aus dem Mega-Auftakt gegen die beiden Topfavoriten Fortuna Düsseldorf (2:1) sowie Hansa Rostock (3:3), und es hätten durchaus sechs sein dürfen – das hätte den Buwe mal ein Experte prognostizieren sollen! Doch wie auch immer die Waldhof-Verantwortlichen um Sportchef Gerhard Zuber auf den Portugiesen Rui Mota gekommen sind: Bislang hat er den trägen Drittliga-Alltag in der Kurpfalz mächtig auf den Kopf gestellt.
Nicht nur, weil vorherige Mitläufer wie Kushtrim Asallari oder Lovis Bierschenk plötzlich zu festen Größen werden, sondern weil er den Mut hat, etwa vor 25.000 Fans in Rostock die linke Hälfte der Viererkette mit den zwei 18-Jährigen Moritz Polte und Darnell Keumo zu besetzen. Dazu funktioniert Regionalliga-Torjäger Julian Ulbricht eine Etage höher tadellos. Tendenzen können trügerisch sein, doch der Waldhof ist auf bestem Wege, wieder sexy zu werden.

Was für ein Drama. Der verirrte Riese Düsseldorf erwischt den Null-Punkte-Start und erweist sich in diesen knapp anderthalb Wochen bereits als internes Zerwürfnis: Der halbe Aufsichtsrat revoltiert angeblich bereits gegen Trainer Alexander Ende, dieser verzweifelt wiederum an Spielern, die auf dem Platz Fehler jener Sorte produzieren, die man schwer abtrainieren kann.
Gleichwohl liefert Ende mit merkwürdigen Personalentscheidungen Angriffsfläche und auch Samir Arabi hatte mit dem Schwerpunkt, auf eine erfahrene Achse zu setzen, bislang kein nachgewiesen glückliches Händchen. Eine explosive Mischung ist das am Rhein, die Konsequenz ist der Tabellenkeller. Nicht ausgeschlossen, dass Fortuna einer jener Klubs wird, die mindestens bis zum Winter Zeit brauchen, wieder zu einer echten Einheit zu werden. Und sich dann erstmal aus dem Abstiegskampf befreien müssen.

Auch wenn Coach Daniel Scherning sich nach der 0:4-Schmach bei Aufsteiger Würzburg noch drehte und wendete, um die Einordnung "Fehlstart" nicht zu bestätigen, so hatte er diese Deutung der Lage ziemlich exklusiv. Ausgerechnet die Mannschaft, die nicht einmal eine Handvoll Neuzugänge zu integrieren hatte und mit ihren eingespielten Kern das zumindest zwischenzeitig ausgerufene Aufstiegsziel von Beginn an ernsthaft verfolgen wollte, präsentiert sich fahrig und ohne Rhythmus.
Ja, das 1:3 gegen Absteiger Münster war in der Entstehung unglücklich. Die Pleite bei den Kickers hingegen war mit zunehmender Spieldauer nahe einer Peinlichkeit, und es passte ins Bild, dass mit Ivan Franjic – mal wieder – ein Ex-Wiesbadener außerhalb der Brita-Arena prompt zur Höchstform auflief. Scherning steht bereits unter Druck und muss liefern. Sonst kann der SVWW seine hehren Ambitionen erst mal einstampfen.

Auch der Sportclub steht noch ohne jeden Punkt da. Kuriose Anekdote: In der Tabelle der 1. Halbzeit wären die Ostwestfalen noch ohne Punktverlust. Doch weder die 1:0-Führung bei Alemannia Aachen (1:4) noch der 2:0-Vorsprung daheim gegen den MSV Duisburg (2:4) hatte Bestand. Zweimal kippte das Spiel in Unterzahl, in Aachen nur kurzzeitig und verletzungsbedingt, was aber zum bitteren 1:1-Ausgleich führte, gegen die Zebras aufgrund der Gelb-Roten-Karte für Paul Lehmann.
Orest Shala durfte dennoch nicht gefallen, wie seine junge Mannschaft anschließend im Verteidigungsmodus agierte. Insgesamt aber wirkt der SCV ähnlich spielfreudig wie in den Vorjahren, weshalb die Unruhe an der Poststraße ausbleibt. Zumal: Schwache Saisonstarts ist man in Verl seit Jahren gewöhnt.

Im Rahmen der Möglichkeiten sah die Kaderplanung der TSV bislang gar nicht so schlecht aus. Doch die punktuell hervorzuhebende Qualität, etwa mit Spielern wie Kwasi Wriedt und Kevin Schumacher, besteht den Praxistest bis dato nicht. Havelse verlor trotz eines 11-Sekunden-Blitztors gegen Stuttgart II (2:3), igelte sich danach als krasser Außenseiter bei RW Essen ein und durfte als beste Nachricht mit auf den Heimweg nehmen, dass es nur ein Gegentor setzte (0:1).
Nebenher schwelt der Stadionkonflikt mit dem DFB, wo die weiteren Heimspiele ausgetragen werden sollen, ist immer noch unklar. Professionell lässt sich dies sportlich wie außersportlich nur mit zwei zugekniffenen Augen nennen – drum ist nicht verwunderlich, dass der Abstiegskandidat Nummer eins diese Rolle bis dato bestätigt.







































