VfL Osnabrück
·7. Januar 2026
Defensiv gefestigt, offensiv aktiv: Die Hinrunde des VfL in Zahlen

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·7. Januar 2026

Der VfL Osnabrück zeigte in der ersten Saisonhälfte eine hohe defensive Stabilität, mannschaftliche Geschlossenheit und eine aktive Offensive. Diese Aspekte schlugen sich sowohl in den Ergebnissen als auch in den Einzel- und Teamstatistiken nieder.
Eine der auffälligsten Stärken der Lila-Weißen im ersten Abschnitt der Saison war zweifelsohne die defensive Stabilität. Neunmal konnte Torwart Lukas Jonsson die weiße Weste halten. Damit führt er das ligainterne Ranking an. In 47,4 Prozent seiner Spiele blieb der Schwede ohne Gegentor. Aber auch seine Vordermänner brillierten in ihrem Defensivverhalten. Robin Fabinski zählte bei den Feldspielern mit mindestens zwei Dritteln der absolvierten Spielzeit zu den zweikampfstärksten Akteuren der Liga. Mit einer Zweikampfquote von 66 Prozent belegte er Rang zwei, hinzu kam die zweitbeste Luftzweikampfquote von 74,5 Prozent. Kapitän Jannik Müller reihte sich ebenfalls in die Spitzengruppe ein und erreichte mit einer Quote von 65,1 Prozent den drittbesten Wert in der Zweikampfführung.
Der Defensivverbund der Lila-Weißen überzeugte insgesamt mit Konstanz und Intensität. Lediglich 221 gegnerische Torschüsse ließ der VfL zu – der viertniedrigste Wert der Liga. Mit nur 21 Gegentoren stellte Osnabrück zudem die zweitbeste Defensive der Hinrunde. Auch Bjarke Jacobsen nahm dabei eine zentrale Rolle ein. Mit 418 geführten Zweikämpfen belegte der Däne ligaweit Rang sieben und zählte zu den aktivsten Defensivspielern. In der Luft war der 32-Jährige besonders präsent, erzielte 13 seiner Abschlüsse per Kopf und kam auf eine Luftzweikampfquote von 71,3 Prozent. Kein Wunder also, dass der 32-Jährige seine drei Saisontore allesamt per Kopf erzielte.
Aber auch im Offensivspiel überzeugten die Osnabrücker. Dort spiegeln die Statistiken eine hohe Aktivität und Beteiligung mehrerer Akteure wider. Lars Kehl zählte zu den auffälligsten Vorbereitern der Liga. Mit sechs Assists wies er die drittmeisten Vorlagen der Hinrunde auf, lediglich Tolcay Cigerci (8) und Berkan Taz (9) kamen auf höhere Werte. Mit seinen zusätzlich vier eigenen Treffern war der 23-Jährige für 38,5% der Osnabrücker Torerfolge verantwortlich. Darüber hinaus bereitete Kehl 39 Torschüsse vor und gehörte mit insgesamt 54 eigenen Abschlüssen zu den schussfreudigsten Spielern der Liga.
Robin Meißner nahm in dieser Kategorie sogar eine noch prominentere Position ein. Mit 57 Torschüssen belegte der Angreifer ligaweit Rang fünf und war mit seinen fünf Treffern der torgefährlichste Spieler im Kader der Lila-Weißen. Patrick Kammerbauer verband auf der rechten Außenbahn Laufstärke mit Spielgestaltung. Mit einer Gesamtlaufdistanz von 211,3 Kilometern erreichte er den fünftbesten Wert der Liga. Zusätzlich bereitete er 41 Torschüsse vor, was Rang sechs im Ligavergleich bedeutete, und verzeichnete mit 784 gespielten Pässen die höchste Anzahl beim VfL.
Für zusätzliche Impulse von der Bank sorgte Ismail Badjie. Der Offensivspieler wurde zehnmal eingewechselt und erzielte in diesen Einsätzen vier Treffer, womit er eine hohe Effizienz als Joker aufwies und regelmäßig für Entlastung sowie neue Dynamik im Angriffsspiel des VfL sorgte.
Weitere Akzente setzten David Kopacz und Tony Lesueur. Kopacz feierte beim 2:1-Auswärtssieg in Schweinfurt sein erstes Tor und seine erste Vorlage für den VfL. Lesueur erzielte in Ulm den Führungstreffer beim 5:3-Erfolg und bereitete später einen weiteren Treffer vor. Im letzten Heimspiel des Jahres gegen den VfB Stuttgart II führte seine Flanke zum 1:0 durch Kopacz, der damit auf drei Tore und eine Vorlage in seiner ersten VfL-Halbserie kam. Lesueur war einer von fünf Osnabrücker Debütanten in der 3. Liga. Auch Bern Riesselmann, Robin Fabinski, Frederik Christensen und Theo Janotta sammelten ihre ersten Erfahrungen im deutschen Profifußball und etablierten sich teilweise früh als Leistungsträger.
Auch in den Teamstatistiken unterstrich der VfL Osnabrück seine stabile Hinrunde. In der Fairnesstabelle belegten die Lila-Weißen mit 48 gelben Karten Rang drei und gehörten zu den lediglich drei Mannschaften der Liga, die bislang ohne Platzverweis auskamen. Im Offensivbereich erspielte sich der VfL insgesamt 279 Torschüssen, was ligaweit Rang sechs bedeutete. Besonders auffällig war zudem die Anzahl an Standardsituationen: Mit 117 Ecken belegten die Lila-Weißen den zweiten Platz im Ligavergleich. Die Erfolgsquote bei Flanken lag bei 27,1 Prozent und stellte den fünftbesten Wert der Liga dar. Nach eigener Führung zeigte sich die Mannschaft von Cheftrainer Timo Schultz weitgehend stabil und ließ lediglich zweimal noch Punkte gegen Rot-Weiss Essen (1:1) und VfB Stuttgart II (1:2) liegen.
Insgesamt schaut Schultz auch persönlich auf ein erfolgreiches halbes Jahr zurück. Mit einem Punkteschnitt von 1,6 Punkten liegt er momentan bei seinem persönlichen Rekord. Bei noch keiner seiner Trainerstationen im Herrenbereich konnte der 48-Jährige eine solche Quote an den Tag legen. Trotz dessen, dass der Cheftrainer nur zweimal keine Veränderungen in seiner Startelf vornahm, gehörte der VfL mit insgesamt 23 eingesetzten Spielern zu den Teams mit der geringsten Rotation in der Liga. Lediglich Havelse und der SC Verl setzten mit jeweils 22 Akteuren noch weniger Spieler ein.
Auf den 12. Mann war bei Spielen des VfL in der Hinrunde stets Verlass. Mit einer Heimbereichauslastung von 99 Prozent belegt man im Ligavergleich den zweiten Platz. Nur der TSV 1860 München kann auf eine hundertprozentige Auslastung zurückblicken. Und auch auswärts konnte der VfL auf den Support der lila-weißen Anhängerschaft zählen. Durchschnittlich 1.422 VfL-Fans reisten ihrer Mannschaft hinterher und sorgten somit auch auf fremden Plätzen für eine starke Atmosphäre.
Letztendlich belegt der VfL Osnabrück nach der ersten Hälfte der Saison mit 32 Punkten und einem Torverhältnis von 26:21 den sechsten Tabellenplatz. Dabei ist der Abstand zur Tabellenspitze, an der der FC Energie Cottbus mit 36 Punkten steht, spürbar gering. Damit die Lila-Weißen im neuen Jahr neben ihrer defensiven Stabilität auch in der Offensive noch effizienter werden, sicherte sich im Winter leihweise die Dienste von Stürmer Julian Kania. Mit der drittligaerfahrenden Offensivkraft (14 Tore in 34 Drittligaeinsätzen) möchte der VfL auch in der Rückrunde oben angreifen. Der Start ins neue Jahr erfolgt am 17. Januar mit dem Auswärtsspiel bei Alemannia Aachen.
Text: Jendrik Greiwe Fotos: Jonas Jürgens & Fabian Frommeyer









































