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·16. September 2026

Der Abgeschriebene steht wieder in der Startelf: Andrich und Leverkusens Europa-League-Rückkehr

Artikelbild:Der Abgeschriebene steht wieder in der Startelf: Andrich und Leverkusens Europa-League-Rückkehr

Vor wenigen Wochen hatte Carles Martínez öffentlich erklärt, Robert Andrich nicht mehr zu benötigen, und ihm die Kapitänsbinde abgenommen. Am Mittwochabend stand Andrich beim 2:0 gegen NK Celje in der Startelf. Zum ersten Mal in dieser Saison, ausgerechnet bei Leverkusens Rückkehr in die Europa League. Ein Comeback, das mehr über den Trainer verrät als über den Spieler.

Sechs Wechsel, eine Überraschung

Martínez rotierte im Vergleich zum 2:2 in Augsburg auf sechs Positionen, Ibrahim Maza fehlte erkrankt, Top-Transfer Guéla Doué fiel 90 Minuten vor Anpfiff mit einer Wadenverletzung länger aus. Dass unter den Neuen im Team auch Andrich war, hatte sich in der Vorberichterstattung angedeutet, überraschte aber trotzdem. Der 31-Jährige galt nach dem Trainerwechsel als Auslaufmodell, Wechselgerüchte begleiteten ihn durch den Sommer. Erst am zweiten Spieltag beim 4:0 gegen Union Berlin, seinem 200. Pflichtspiel für Bayer, hatte Martínez ihn wieder eingewechselt, und die BayArena feierte ihn mit Sprechchören.


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Wie Andrich die Degradierung annahm

Bemerkenswert war, wie Andrich mit dem Verlust der Binde umging. Bei Sky sagte er damals, die Sache sei für ihn nicht so negativ, wie sie dargestellt werde, ein Kapitän sollte nun einmal die meiste Zeit auf dem Platz stehen. Keine Klage, kein Grummeln, stattdessen der Hinweis, dass er sich seinen Platz zurückholen wolle. Genau diese Haltung scheint Martínez umgestimmt zu haben. Nach dem Union-Spiel hatte der Trainer bereits angedeutet, dass Andrich wieder eine Rolle spielen könne. Gegen Celje ließ er Taten folgen.

Das Spiel: dominant, aber ungenau

847 Tage nach dem 0:3 im Finale gegen Atalanta, dem letzten Auftritt in diesem Wettbewerb unter Xabi Alonso, übernahm Leverkusen vor 27.945 Zuschauern sofort das Kommando. Patrik Schick zielte knapp vorbei (9.), Edmond Tapsoba prüfte Celje-Keeper Zan-Luk Leban per Kopf, dann half der Gegner: Nach einer Ecke flankte Aleix Garcia in den Strafraum, Svit Seslar wollte klären und lenkte den Ball unkontrolliert am eigenen Torwart vorbei ins Netz (15.).

Danach ließ die Werkself die Präzision vermissen. Benjamin Verbič scheiterte zweimal an Mark Flekken, der kurz vor der Pause auch einen Kopfball am Pfosten vorbeilenkte. Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild: viel Ballbesitz, wenig Ertrag, eine Großchance von Facundo Medina hielt Leban (52.). Erst eine weitere Garcia-Ecke brachte die Entscheidung. Die Hereingabe landete am zweiten Pfosten, wo Medina den Ball mit der Innenseite über die Linie drückte (74.). Gegen einen Gegner, der zwei Tage zuvor seinen Trainer freigestellt hatte und erstmals unter Zoran Zeljkovic spielte, reichte das. Für den erwähnten slowenischen Meister war es das erste Duell mit einem Bundesligisten überhaupt.

Was das für die Werkself bedeutet

Sportlich war der Abend ein Pflichtsieg mit Luft nach oben, drei Punkte zum Start in die achtteilige Ligaphase, weiter geht es am 15. Oktober bei Lech Posen. Die eigentliche Nachricht ist personell. Ein Trainer, der einen Spieler öffentlich abschreibt und ihn sechs Wochen später von Beginn an bringt, korrigiert sich. Das spricht für Martínez, der sich nach dem holprigen Start mit der Auftaktpleite in Elversberg offenbar nicht zu schade ist, auf Erfahrung zu setzen. Und es spricht für Andrich, der sich nicht als Opfer inszeniert hat, sondern schlicht weitergearbeitet hat. Ob daraus wieder ein Stammplatz wird, entscheidet die Bundesliga. Die Tür, die zugeschlagen schien, steht jedenfalls wieder offen.

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