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·8. September 2026
Der Club der 100 Spiele wird dünner: Wer sind die neuen Identifikationsfiguren?

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Tim Schmermbeck
8 September, 2026
Mit weit über 100 Pflichtspielen für den FC hat unter anderem Eric Martel die Kölner diesem Sommer verlassen. Auch weitere Lücken wurden gerissen. Doch wer füllt diese und wird zur neuen Identifikationsfigur der Geißböcke?

Nach dem Abgang von unter anderem Eric Martel sucht der FC eine neue Identifikationsfigur
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Im aktuellen Kader befinden sich nur sechs Spieler, die seit mehr als drei Saisons ununterbrochen beim 1. FC Köln spielen. Das sind Jan Thielmann, Marvin Schwäbe, Timo Hübers, Linton Maina, Luca Waldschmidt und Matthias Köbbing. Letztgenannter ist zwar bei Mitspielern und Fans gleichermaßen beliebt und stellt sich wie kaum ein anderer jedes Jahr aufs Neue in den Dienst der Mannschaft, hat allerdings auch noch kein Pflichtspiel für den FC absolviert. Als richtige Identifikationsfigur scheidet er somit aus. Torwartkollege Marvin Schwäbe ist hingegen der Inbegriff von Identifikationsfigur und das nicht nur aufgrund seines Kapitänsamts.
Als Herausforderer von Urgestein Timo Horn hat er sich den Platz im Tor mit Leistung erobert. Hat auch gegenüber Jonas Urbig am Ende nicht den Kürzeren gezogen. Auch in den eher schwierigen Saisons hat man seine Leistung immer ausgeklammert, wenn es darum ging, die Schuldigen auszumachen: „An ihm lag es nicht“. Der Vertrag läuft allerdings im kommenden Sommer aus. In der zurückliegenden Transferperiode vernahm man auch vereinzelt Meldungen, der FC wäre auch bereit, Schwäbe bei einem guten Angebot abgeben zu wollen. Der Transfermarkt ist aber jetzt geschlossen, Marvin Schwäbe weiterhin die Nummer 1 im Kölner Tor und zumindest noch in der kommenden Saison eine Identifikationsfigur des FC.
Thielmann, Maina und Waldschmidt teilen alle ein ähnliches Schicksal. Die Leistungen schwanken zwischen Genie und Wahnsinn. Von allen erhofft man sich Jahr für Jahr, dass der Knoten doch endlich platzen muss. Gerade Thielmann, Eigengewächs, Deutscher B-Jugend-Meister, Kabinen-DJ, wäre als Kölsche Identifikationsfigur prädestiniert. Man hat bei ihm aber eher das Gefühl, dass er den Status des ewigen Talents nicht mehr loswird. In keiner Saison hat er mehr als drei Tore geschossen. Auch bei ihm vernahm man, dass man ihm bei einem möglichen Wechsel keine Steine in den Weg gelegthätte.
Timo Hübers schwere Verletzung war auch ein Grund, warum der FC in der vergangenen Saison ins Straucheln geraten ist. Der Mannschaft fehlte ihr Abwehrchef spürbar. Hübers Qualitäten als Führungsspieler und Identifikationsfigur sind unbestritten. Nicht umsonst hat er die Mannschaft eine Saison lang als Kapitän auf den Platz geführt. Trotzdem muss man sich, so weh es auch tut, fragen, ob Hübers nach der schweren Verletzung überhaupt noch einmal zu seinem alten Niveau zurückfinden, im schlimmsten Fall sogar, ob er überhaupt noch einmal spielen kann. Aber auch neben dem Platz ist Hübers eng mit der Mannschaft verbunden, ist mit ins Trainingslager gefahren und arbeitet kontinuierlich an seinem Comeback. Den Traum, ihn nochmal im FC-Trikot auf dem Platz zu sehen, teilt er mit den Fans.
Bei seiner Entscheidung, zum 1. FC Köln zurückzukehren, dürfte Ellyes Skhiri sicherlich auch der 27. Mai 2023 in Erinnerung gekommen sein. Beim emotionalen Abschied von Timo Horn und Jonas Hector wurde plötzlich auch er von den Fans zur Südkurve geordert und lautstark gefeiert. Flaco hatte sich das Standing in den vier Jahren im FC-Dress aber auch reichlich verdient. Nicht als Lautsprecher, sondern mit seinen Leistungen. Keiner ist so viel gelaufen wie er, Einsatzwille von der ersten bis zur letzten Minute und mit sieben Toren in seiner letzten Bundesligasaison war er plötzlich auch torgefährlich. Ihn nicht adäquat ersetzt bekommen zu haben, war auch einer der Gründe für den Abstieg in der darauffolgenden Saison.
Umso größer ist jetzt die Freude über seine Rückkehr. Auch wenn diese nicht allein auf seine sportliche Leistung in der jüngeren Vergangenheit zurückzuführen ist. Bei Eintracht Frankfurt war er in der letzten Saison eher als Rotationsspieler unterwegs, dazu hat er mit Tunesien eine WM zum Vergessen gespielt. Aber genau das macht ihn zu einem Topkandidaten als alte neue Identifikationsfigur. Der verlorene Sohn, der genau da zu alter Stärke findet, wo seine Karriere erst so richtig Fahrt genommen hat. Das ist genau das, was die Fans sehen wollen. Und spätestens, wenn er dann noch einmal ein Tor im Stil seines allerersten Bundesligators gegen Freiburg erzielt, ist er auch beim letzten Fan zurück im Herzen.
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In diesen Herzen hat er bereits einen sehr großen Platz eingenommen. Und würde man unter FC-Fans eine Umfrage nach der größten Identifikationsfigur machen, fiele sein Name wohl am häufigsten – Saïd El Mala. Und dafür hat er nur eine Saison gebraucht. Wobei, wenn man ehrlich ist, haben seine ersten 44 Minuten dafür ausgereicht. So lange hat es nämlich gedauert, bis er sein erstes Tor für den FC erzielt hat. Und nicht nur irgendwie, sondern mit einem Strahl genau in den Knick. Eine Art von Tor, das wir nicht zum letzten Mal bestaunen durften. El Mala erfüllt die Sehnsucht, die FC-Fans seit Lukas Podolski hegen.
Einen Spieler in den eigenen Reihen zu sehen, der Dinge kann, die kaum ein anderer kann. Ein Spieler, der, wenn er am Ball ist, immer und aus jeder Situation ein Tor erzielen könnte. Ein Spieler, der einfach zu gut für diesen Verein ist, der dennoch dessen Trikot trägt. Und dass dieses Trikot jetzt die Nummer 10 ziert, ist kein Affront gegenüber Podolski, sondern im Gegenteil – die Bestätigung, dass dieser Spieler genau das mitbringt und auslöst, was einst Podolski ausmachte. An El Malas Rolle als Identifikationsfigur gibt es also keine Zweifel. Das Problem: Selbst die größten Optimisten müssen sich wohl eingestehen, dass dies die letzte Saison der neuen Nummer 10 in Köln sein wird. Aber bis dahin heißt es einfach: Genießen und bestaunen. Und wer weiß, vielleicht spielt sich ja schon in dieser Saison eine neue Identifikationsfigur in die Herzen der FC-Fans.
Skhiri spielte von 2019 bis 2023 für den FC und bestritt in dieser Zeit 118 Spiele für den Club. Zudem erzielte er 17 Tore unter anderem in der UEFA Conference League.
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