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·9. März 2026

Der DFB-Kontrollausschuss leitet ein Verfahren wegen Spruch von Stadionsprecher Michael Trippel ein

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Der DFB-Kontrollausschuss leitet ein Verfahren wegen Spruch von Stadionsprecher Michael Trippel ein

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Simon Hense

9 März, 2026

Auch zwei Tage nach dem Spiel beschäftigt der nicht gegebene Elfmeter in der Nachspielzeit gegen den BVB beim Handspiel von Yan Couto den 1. FC Köln: DFB leitet Verfahren wegen Trippel-Aussagen ein.

Nach dem Handspiel von Yan Couto entschied Schiedsrichter Daniel Siebert nicht auf Elfmeter. Auch der Videoschiedsrichter griff nicht ein. Daraufhin ließ sich Stadionsprecher Michael Trippel zu einer Aussage hinreißen, die Konsequenzen haben könnte für den 1. FC Köln: DFB leitet Verfahren wegen Trippel-Aussagen ein.

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Stadionsprecher Michael Trippel mit Geschäftsführer Thomas Kessler

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Auch zwei Tage nach der Niederlage lässt das Spiel vom Samstagabend den 1. FC Köln nicht los. Nicht nur, dass der FC mal wieder ein Topspiel trotz einer engagierten Leistung verloren hat und der Verein tiefer in den Abstiegsstrudel rutscht. Der DFB-Kontrollausschuss hat nun zusätzlich ein Ermittlungsverfahren gegen Kölns Stadionsprecher Michael Trippel eröffnet, wie der „EXPRESS“ berichtet. Anlass sind die Aussagen Trippels nach dem nicht gegebenen Elfmeter in der Nachspielzeit. Dortmunds Yan Couto hatte den Ball nach einem Kölner Freistoß klar mit der Hand berührt. Schiedsrichter Daniel Siebert ließ die Partie jedoch weiterlaufen und auch Videoschiedsrichter Benjamin Cortus griff nicht ein. Darauf meldete sich Trippel noch einmal zur Szene zu Wort. „Pfui, widerlich.“ Nach dem Schlusspfiff gab es dann noch eine weitere Aussage des Sprechers. „Sicher bekomme ich morgen dafür Ärger, aber: Es gab in der 95. Minute ein klares Handspiel eines Dortmunders im Strafraum – und das schaut sich nicht einmal jemand an.“

Kritik auch von Kessler an Trippels Aussagen

Den Ärger, den der Stadionsprecher schon vorhergesehen hatte, gibt es jetzt. Auf Anfrage des „EXPRESS“ teilte der DFB mit: „Der Kontrollausschuss leitet ein Ermittlungsverfahren ein. Angeschrieben wird hier zunächst die 1. FC Köln GmbH & Co. KGaA, da diese gemäß § 9a Nr. 1 DFB-Rechts- und Verfahrensordnung für das Verhalten ihrer Mitarbeiter, Erfüllungsgehilfen, Mitglieder, Anhänger, Zuschauer und weiterer Personen, die im Auftrag des Vereins eine Funktion während des Spiels ausüben, verantwortlich ist.“ Grund für das Verfahren ist, dass Stadionsprecher zur Neutralität aufgefordert sind.

Bereits direkt nach dem Spiel hatte Sportdirektor Thomas Kessler deutliche Worte für das Verhalten Trippels, der seit 1999 FC-Stadionsprecher ist, gefunden: „Das ist eine Thematik, die gefällt mir nicht. Wir wollen nicht über den Stadionsprecher den Schiedsrichter bewerten. Dafür gibt es Menschen im Club, dazu gehört er nicht. Bei aller Emotionalität, und die darf Michael Trippel haben, weil er lange in diesem Club ist, ist es nicht richtig, dass ein Stadionsprecher über das Mikrofon seinen Emotionen freien Lauf lässt.“ So muss der Stadionsprecher auch intern zum Rapport antreten.

„Intervention wäre angebracht gewesen“

Auch die Sportliche Leitung der DFB Schiri GmbH hatte die Aussagen des Stadionsprechers bereits kritisiert: „Wir missbilligen die Äußerungen entschieden und halten sie für inakzeptabel. Unabhängig davon, ob eine Entscheidung des Schiedsrichters richtig, strittig oder falsch ist, kann und darf es nicht sein, dass ein Stadionsprecher sie negativ kommentiert und das Publikum so gegen den Unparteiischen aufbringt. Bei allem Verständnis für Emotionalität wurde hier eindeutig eine Grenze überschritten.“ Tatsächlich räumte die Schiri GmbH mittlerweile auch einen Fehler bei der Bewertung des Handspiels ein, das überhaupt erst zur Diskussion führte. Yan Couto hatte den Ball in der Nachspielzeit an den Arm bekommen. Damit hatte der Verteidiger sicher den bereit stehenden Linton Maina in seinem Rücken behindert. Beim möglichen Handspiel von Couto spreche aus Sicht der Schiri GmbH „deutlich mehr“ für eine strafbare Bewertung, eine Intervention wäre daher angebracht gewesen, hieß es in einer Stellungnahme gegenüber dem SID.  

Den Geißböcken und Trippel droht jetzt eine Geldstrafe. Die härteste mögliche Bestrafung, dass der Stadionsprecher von seinen Aufgaben entbunden werden könnte, ist aber sehr unwahrscheinlich. Strafmildernd könnte neben Kesslers Ermahnung auch sein, dass sich Trippel bereits reumütig gezeigt hat. „Ich entschuldige mich bei denjenigen, die sich auf dem Schlips getreten gefühlt haben. Die Aussagen tun mir leid. Meine Sätze kamen aus der Emotion heraus und über den Frust über den VAR, der uns in dieser Saison wiederholt benachteiligt hat“, so der Stadionsprecher gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Trotzdem dürfte das Verfahren ein Nebenschauplatz sein, den der FC im Kampf gegen den Abstieg gerade nicht gebrauchen kann.


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