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·6. August 2026

Der FC Bayern muss mit Jonas Urbig den nächsten Schritt wagen – ein Kommentar

Artikelbild:Der FC Bayern muss mit Jonas Urbig den nächsten Schritt wagen – ein Kommentar

Manuel Neuer bleibt beim FC Bayern wenig überraschend die Nummer eins. Für Jonas Urbig braucht es jetzt aber einen mutigen Ansatz. Ein Kommentar.

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Auf keiner anderen Position ist es normalerweise so schwer, als Backup relevante Spielzeit zu bekommen, wie auf der Torhüterposition. Beim FC Bayern lief es mit Manuel Neuer und Jonas Urbig zuletzt dennoch fast ideal.


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Konzepte gab es bei verschiedenen Vereinen in der Vergangenheit einige. Das bekannteste dürfte das Pokaltorhüter-Konzept gewesen sein. Nicht immer ging das so auf, wie es sich die jeweils Verantwortlichen gewünscht hätten. Zu groß ist oft der Anspruch der klaren Nummer eins.

Mit Manuel Neuer wäre ein Teilzeitkonzept vor einigen Monaten oder Jahren ebenfalls noch undenkbar gewesen. Er knirschte bereits mit den Zähnen, wenn er nur ein schnödes Bundesliga-Spiel gegen den FC Augsburg verpasste.

Im Jahr 2026 ist die Situation etwas anders. Neuers Ruf ist angeschlagen. Mit 40 Jahren auf dem Buckel häufen sich die schlechteren Tage des einstigen Welttorhüters, wenngleich es immer noch einzelne Leistungsspitzen gibt. In München wollte man davon lange nichts wissen. Mit Urbig kam dann aber ein junger, aufstrebender Torwart, der den Fans gezeigt hat: Er kann mindestens mithalten.

Und genau das führt dazu, dass viele rund um den FC Bayern schon diesen Sommer gern eine Wachablösung gesehen hätten.

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FC Bayern klärt die Frage rund um Jonas Urbig

Eine solche schloss Vincent Kompany nun aus. „Manu ist unsere Nummer eins“, stellte er vor dem Testspiel gegen Aston Villa klar: „Bei Torhütern ist Klarheit wichtig.“ Ein Konzept für die Spielzeitverteilung? Da ließ sich der Belgier nicht in die Karten schauen. Auch Urbig sagte jüngst, als er darauf angesprochen wurde: „Ein Modell habe ich jetzt nicht ausgearbeitet.“

„Er wird auch in dieser Saison Spielzeit bekommen“, so Kompany über den Ersatzkeeper: „Wann und wie, wird sich im Laufe der Saison zeigen.“ Alles deutet also wieder auf einen spontanen Ansatz hin. Spielzeit, wenn Rotation sinnvoll erscheint oder Punktverluste keine allzu große Bedeutung haben und Spielzeit, wenn Neuer verletzt ausfällt.

Aus der heutigen Perspektive heraus lässt sich daran nicht viel kritisieren. Unter der Prämisse, dass Neuer nun mal seinen Vertrag um eine weitere Saison verlängert hat, ist dieser Ansatz sinnvoll. Zumal das Torhüterteam untereinander auch sehr gut miteinander harmoniert und Urbig keine lautstarken Ansprüche auf mehr stellt. Es ist ein gesundes Lernumfeld ohne riesigen Druck für den baldigen Thronfolger.

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Urbig hätte zur Nummer eins aufsteigen sollen

Man kann den Ansatz aber auch kritisch sehen, wenn man ihn nicht aus dem „Jetzt“ heraus beurteilt, sondern die Entscheidung für ein weiteres Jahr mit Neuer problematisiert. Die Macht des Weltmeisters von 2014 in München ist enorm. Mit dem dramatischen Schauspiel, das er einst im SZ-Interview darbot, als es Julian Nagelsmann wagte, etwas am Torhütertrainerteam zu verändern, machte er das auch öffentlich sehr deutlich.

Neuer konnte über viele Jahre schalten und walten, wie er wollte. Das hat er sich mit herausragenden Verdiensten erarbeitet. So nachvollziehbar es emotional von allen Seiten aus ist, dass man ein weiteres Jahr mit ihm vereinbart hat, so richtig wäre es aber auch aus rationalen Gründen heraus gewesen, Urbig jetzt zur Nummer eins zu machen. Ob nun mit Neuer im Kader oder eben ohne ihn.

Sportlich hat er bewiesen, dass er das jetzige Niveau von Neuer hat und vielleicht sogar einen Tick stabiler ist. Für den FC Bayern wäre es vor allem wichtig zu sehen, wie sich Urbig schlägt, wenn der Druck ein anderer ist. In dem Moment, in dem er Stammtorwart ist, wird dieser nämlich enorm steigen. Erst dann wird sich wirklich zeigen, ob er das Zeug dazu hat, Neuer zu beerben.

FC Bayern muss 2027 wichtige Torwart-Frage beantworten

Mit dem aktuellen Ansatz geht man kein sonderliches Risiko, aber es wird auch schwieriger, herauszufinden, ob Urbig das Niveau hat, das es bei einem Top-5-Klub der Welt braucht. Unmöglich ist es natürlich dennoch nicht. Es wird vieles davon abhängen, welche Spiele Urbig bekommt. In der Champions League durfte er in der vergangenen Saison am letzten Spieltag gegen Eindhoven sowie in den Achtelfinals gegen Atalanta ran.

Gegen die Italiener spielte er nur, weil Neuer sich einen Muskelfaserriss zuzog. Eigentlich müsste Urbig unabhängig von Neuers Fitnesszustand schon in dieser Saison K.-o.-Spiele bekommen, um Erkenntnisse für den Sommer 2027 gewinnen zu können. Denn sollte das tatsächlich die letzte Saison von Neuer werden, muss man dann eine wichtige Frage beantworten.

Ist das Vertrauen in Urbig so groß, dass eine eindeutige Nummer zwei verpflichtet wird – oder geht man mit einem hochkarätigen Neuzugang weiterhin den Weg zweier fast gleichwertiger Torhüter? Die Antwort auf diese Frage ist einfacher, wenn der 22-Jährige in dieser Saison nicht nur ein paar Rotationsspiele bekommt, sondern bewusst auch dann eingesetzt wird, wenn es um viel geht.

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