Treffpunkt Betze
·3. Dezember 2025
Der FCK schlägt sich selbst

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Es steht 3:1 im Olympiastadion, die Spieler von Hertha BSC platzieren sich zum Anstoß um den Mittelkreis. Die zweite Halbzeit wird angepfiffen, woraufhin Luca Schuler den Ball nahe der Eckfahne sehr kompromisslos ins Seitenaus hämmert. Ja, man könnte nach dem Anstoß aufbauen. Aber warum? Man könnte dem FCK einfach immer wieder den Ball geben und darauf warten, dass sie ihn ein viertes Mal vertändeln. Und dieser Plan ging auf. Der 1. FC Kaiserslautern spielte am Dienstagabend nämlich nicht nur gegen Berlin und deren Taktik, sondern auch gegen die Erwartungen der Fans und das eigene Unvermögen.
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Nach der verdienten Niederlage gegen Eintracht Braunschweig sagte Heiner Backhaus, Trainer der Löwen, dass man auch zu acht gegen Lautern gewonnen hätte. Am Dienstag hätten wahrscheinlich fünf, vielleicht sechs Herthaner gereicht, denn die völlig überforderten Roten Teufel besiegten sich einfach selbst.
Hier ein Fehlpass von Maxwell Gyamfi, da einer von Simon Simoni. Stellungsfehler um Stellungsfehler und Konter um Konter der Hertha schlugen im Tor des Ersatzkeepers ein. Die Antwort des FCK darauf war toter Ballbesitz im Mittelfeld. In der zweiten Halbzeit versuchten die Pfälzer immerhin, die Herthaner Abwehr mit hohen Diagonalpässen auf Semih Sahin zu überlisten. Doch dieser prallte in jedem Kopfballduell an den Berliner Innenverteidigern ab, als wäre er ein E-Jugend-Spieler. Ob die Hausherren nach dem Spiel überhaupt duschen mussten, ist fraglich.
Doch bei all der berechtigten Häme muss man Stefan Leitl jedoch gratulieren. So mutig, dem FCK den Ball zu überlassen, war noch kein Trainer. Es war die perfekte Taktik, um die in den Seilen hängenden Teufel in die Schranken zu weisen. Am Ende hatte der FCK 57 Prozent Ballbesitz, von dem er sich genau gar nichts kaufen konnte. Ein ums andere Mal flogen die Bälle einfach zu den Lautrer Feldspielern – wo wären sie aus Berliner Sicht besser aufgehoben gewesen?
Torsten Lieberknecht ist anzukreiden, dass er in der zweiten Halbzeit keine Antwort auf die Taktik der Herthaner hatte, mit der man eigentlich schon vor Spielbeginn hätte rechnen können oder sogar müssen. Wobei hier ebenfalls erwähnt werden muss, dass das mit einem Kader, dem jegliche Tiefe fehlt, auch durchaus schwer ist. Zudem befinden sich nahezu alle Spieler in einem winterlichen Formtief. Anders war dieser Auftritt nicht zu erklären. Der gediegene FCK-Fan fragt sich nun, wie der FCK gegen Dynamo Dresden und den FC Magdeburg bestehen soll. Denn die haben von Eintracht Braunschweig und der Hertha die perfekte Blaupause bekommen.
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Nach dem Spiel sprach der Trainer von einem kollektiven und unentschuldbaren Versagen. Er wolle dabei jedoch nicht die einzelnen individuellen Fehler herauspicken. Diese Einsicht ist zwar löblich, entbehrt jedoch einer wichtigen Tatsache: Selbst ohne die vielen individuellen Fehler am gestrigen Abend hätte der FCK dieses Spiel chancenlos verloren. Schließlich ist die Hertha in Topform, wie seit 2008 nicht mehr. Nichtsdestotrotz war es eine Nichtleistung, die sogar das Spiel gegen Braunschweig in den Schatten stellt.
Torsten Lieberknecht wurde offiziell noch nicht angezählt. Doch wenn Stagnation Rückschritt bedeutet, was bedeutet dann Rückschritt? Auf die Roten Teufel warten vor der Winterpause drei Endspiele, die über die Zukunft von Lieberknecht entscheiden dürften. Denn eines ist klar: Die Winterpause muss genutzt werden, um den Kader und vor allem die Bank zu verbessern. Ob auch der Trainer darunter fällt, wird sich zeigen.









































