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·22. September 2026
Der Klopp-Plan für den DFB: Ein großer Kreis und viele neue Namen

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Klopp startet mit 44 Spielern beim DFB. Doch der Kandidatenkreis ist viel größer: Insgesamt mehr als 100 Namen, viele Debütanten, Rückkehrer und Talente im Überblick.
Jürgen Klopp hat für die ersten beiden Nations-League-Blöcke insgesamt 44 Spieler nominiert. Im Tor setzt der Bundestrainer zunächst auf Marc-André ter Stegen als Nummer eins. Auffällig ist die Mischung im ersten Aufgebot: 11 Spieler wurden erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert, 15 haben noch kein A-Länderspiel bestritten. Damit verschafft sich Klopp früh einen breiten Überblick über den Kandidatenkreis für die kommenden Länderspiele.
HERZOGENAURACH, DEUTSCHLAND – 21. September 2026: Bundestrainer Jürgen Klopp beim Training der deutschen Nationalmannschaft. (Foto: SPORT1/Facebook)
Klopp nutzt die ersten Spiele vor allem, um viele Spieler zu testen und sich einen breiten Eindruck vom neuen DFB-Kader zu verschaffen.
Mit 44 Spielern für vier Nations-League-Partien wählte Jürgen Klopp bewusst einen ungewöhnlich großen Kader. Die Aufteilung auf zwei Mannschaften ermöglicht ihm, innerhalb kurzer Zeit viele Spieler zu sehen und unterschiedliche Hierarchien sowie Kombinationen zu testen. Joshua Kimmich bleibt dabei Kapitän und gehört zu den Führungsspielern, um die herum Klopp seine neue Mannschaft aufbauen kann.
HERZOGENAURACH, DEUTSCHLAND – 21. September 2026: Karim Adeyemi trifft im Rahmen des ersten Lehrgangs unter Bundestrainer Jürgen Klopp bei der deutschen Nationalmannschaft ein. (Foto: SPORT1/Facebook)
Auffällig ist die Mischung aus etablierten Kräften und Spielern mit besonderem Entwicklungspotenzial. Marc-André ter Stegen kehrt als Nummer eins zurück, Kai Havertz hat sich nach einer starken WM erneut einen Platz im Aufgebot gesichert. Mit Karim Adeyemi, der inzwischen beim FC Barcelona spielt, oder Florian Wirtz setzt Klopp zudem auf Spieler, die für die offensive Zukunft der Nationalmannschaft stehen.
Gleichzeitig öffnet der Bundestrainer die Tür für neue Gesichter. Felix Keidel, Finn Jeltsch, Yannik Engelhardt und Younes Ebnoutalib gehören zu den Namen, die erstmals näher an die A-Nationalmannschaft herangeführt werden. Dazu kommen Rückkehrer wie ter Stegen und mehrere Spieler, die nach der WM zunächst nicht mehr zum engeren Kreis gehörten. Klopp nutzt die Nations League damit weniger für eine endgültige Stammelf als für eine breite Bestandsaufnahme.
HERZOGENAURACH, DEUTSCHLAND – 21. September 2026: Bundestrainer Jürgen Klopp und sein Trainerteam beim Training der deutschen Nationalmannschaft. (Foto: SPORT1/Facebook)
Kader A (Stand 22. September) Tor: Finn Dahmen, Alexander Nübel, Marc-André ter Stegen Abwehr: Hennes Behrens, Yann Aurel Bisseck, Nathaniel Brown, Max Rosenfelder, Nico Schlotterbeck, Jonathan Tah, Philipp Treu, Josha Vagnoman Mittelfeld: Nadiem Amiri, Bambasé Conté, Yannik Engelhardt, Chris Führich, Serge Gnabry, Karim Adeyemi, Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Felix Nmecha, Kevin Schade, Anton Stach Angriff: Younes Ebnoutalib, Kai Havertz
Kader B Tor: Noah Atubolu, Finn Dahmen, Jonas Urbig Abwehr: Waldemar Anton, Ridle Baku, Finn Jeltsch, Maximilian Mittelstädt, David Raum, Malick Thiaw Mittelfeld: Lennart Karl, Mika Baur, Tom Bischof, Said El Mala, Brajan Gruda, Vitaly Janelt, Felix Keidel, Aleksander Pavlovic, Derry Scherhant, Florian Wirtz Angriff: Jonathan Burkardt, Nick Woltemade
Younes Ebnoutalib bejubelt mit Jonathan Burkardt und Can Uzun seinen Treffer zum 1:0 für Eintracht Frankfurt gegen den SC Freiburg am 19. September 2026 im Deutsche Bank Park. (Alex Grimm / Getty Images Europe via Getty Images)
Jürgen Klopp hat gleich elf Spieler erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert. Vier kommen vom SC Freiburg, dazu finden sich mit Felix Keidel und Hennes Behrens auch einige Namen, die vor Klopps Amtsantritt kaum zum erweiterten DFB-Kreis gezählt wurden.
Max Rosenfelder, Philipp Treu und Yannik Engelhardt stehen für den starken Freiburger Saisonstart. Derry Scherhant komplettiert den SCF-Block. Dazu kommen Hennes Behrens (FC Augsburg), Bambasé Conté (TSG Hoffenheim), Younes Ebnoutalib (Eintracht Frankfurt), Finn Jeltsch (VfB Stuttgart), Felix Keidel (SV Elversberg), Vitaly Janelt (FC Brentford) und Mika Baur (Celtic Glasgow).
Jürgen Klopp setzt bei der Nationalmannschaft auf mehrere Spieler, die noch auf ihr erstes A-Länderspiel warten. Noah Atubolu, Finn Dahmen, Jonas Urbig und Saïd El Mala warten ebenfalls noch auf den ersten Einsatz im Deutschlandtrikot. Unter den Nominierten ohne Länderspielerfahrung befand sich auch Brajan Gruda, der verletzt ausfällt.
Die ursprünglich 16 möglichen Debütanten kommen aus der Bundesliga, dem Ausland und den DFB-Nachwuchsteams. Einen Überblick über diese Spieler bietet die Fotostrecke.

Im ersten Aufgebot von Jürgen Klopp fehlen auch 11 Spieler aus dem deutschen WM-Kader 2026. Die aktuelle Nicht-Nominierung bedeutet für einige keine endgültige Entscheidung, während Neuer, Rüdiger und Groß ihr Karriereende in der Nationalmannschaft erklärt haben. Klopp hat mit den beiden Nations-League-Blöcken zunächst einen großen Kandidatenkreis zusammengestellt, weitere Spieler können bei kommenden Lehrgängen wieder hinzukommen.
Die 8 weiteren Nicht-Nominierten sind:
Maximilian Beier (keine individuelle Begründung genannt), Oliver Baumann (von Klopp nicht nominiert), Deniz Undav (noch nicht richtig in die Saison gefunden), Leroy Sané (durchwachsener Saisonstart), Angelo Stiller (Knieprellung), Jamie Leweling (Folgen seiner WM-Verletzung), Leon Goretzka (verletzt), Assan Ouédraogo (verletzt)
Neben den 44 Nominierten gibt es einen deutlich größeren Kreis an Spielern, die beim DFB unter Jürgen Klopp beobachtet werden. Unsere 57er-Liste umfasst folgende Teile:
Dabei reicht das Spektrum von erfahrenen Profis bis zu jungen Spielern mit hohem Entwicklungspotenzial. Einige Kandidaten waren bereits für Deutschland im Einsatz, andere warten noch auf ihr A-Länderspiel oder haben bislang ausschließlich die Juniorenteams durchlaufen.
HERZOGENAURACH, DEUTSCHLAND – 21. September 2026: Bundestrainer Jürgen Klopp beim Training der deutschen Nationalmannschaft in Seitenansicht. (Foto: SPORT1/Facebook)
Neben den genannten Kandidaten gibt es auch eine Reihe ehemaliger Nationalspieler, die weiterhin im Profifußball aktiv sind. Dazu gehören Oliver Baumann, Marius Wolf, Julian Weigl, Suat Serdar, Niklas Stark, Luca Waldschmidt und Mërgim Berisha. Sie gehören derzeit zwar nicht zum engeren Kreis um Jürgen Klopp, könnten sich mit entsprechenden Leistungen aber zumindest wieder für eine Beobachtung empfehlen.
Auch Marvin Ducksch, Kevin Behrens, Mahmoud Dahoud und Julian Draxler sind noch im Profifußball aktiv. Bei ihnen ist der Abstand zum aktuellen DFB-Kader allerdings größer. Alter, Vereinssituation und die bisherige Entwicklung unter Klopp sprechen derzeit eher gegen eine kurzfristige Rückkehr.
Eine besondere Rolle nehmen Marco Reus und Thomas Müller ein. Beide gehören zu den erfahrensten deutschen Nationalspielern ihrer Generation und sind trotz ihres Alters beziehungsweise ihrer aktuellen Situation weiterhin im Profifußball aktiv. Ihre Einordnung unterscheidet sich damit von Spielern, die lediglich zuletzt nicht nominiert wurden. Eine mögliche Rückkehr wäre bei beiden ein Sonderfall und keine gewöhnliche Nachnominierung aus dem erweiterten Kandidatenkreis.
Loris Karius zeigt seine Reaktion in der WWK Arena. Der Torhüter des FC Schalke 04 stand am 30. August 2026 im Bundesliga Spiel beim FC Augsburg zwischen den Pfosten. (Adam Pretty / Getty Images Europe via Getty Images)
Mit Spielern wie Maximilian Eggestein, Bright Arrey-Mbi, Nicolai Remberg, Ragnar Ache, Eric Martel, Benedict Hollerbach, Noel Futkeu, Diant Ramaj, Robin Hack, Lukas Ullrich und Keven Schlotterbeck gibt es eine Reihe etablierter Spieler, die unter Jürgen Klopp ebenfalls interessant bleiben können.
Dabei geht es nicht nur um die Namen, die bereits seit Jahren als mögliche Nationalspieler gehandelt werden. Klopps Ansatz eröffnet auch Spielern eine Chance, die bislang kaum jemand auf dem Radar hatte. Wer sich über längere Zeit auf gutem Niveau zeigt, kann dadurch in den erweiterten Kreis rücken.
Dass ein später Einstieg in die Nationalmannschaft möglich ist, zeigen Beispiele aus der jüngeren DFB-Geschichte. Pascal Groß debütierte erst mit 32 Jahren für Deutschland, auch Niklas Füllkrug schaffte seinen ersten Einsatz für die A-Nationalmannschaft vergleichsweise spät. Beide waren zuvor keine klassischen Frühstarter auf dem Weg zum DFB-Stammspieler.
MANCHESTER, ENGLAND – 17. September 2026: Floyd Samba von Manchester City jubelt über sein Tor zum 4:0 im Carabao Cup gegen Norwich City im Etihad Stadium. (Foto: Carl Recine/Getty Images)
Noch größer ist der Kreis bei den jungen Spielern. Mit Elias Baum, Fabio Torsiello, Mick Schmetgens, Louis Lemke, Otto Stange, Shafiq Nandja, Mikael Baza, Wisdom Mike, David Odogu, Taylan Bulut, Mirza Catovic und Floyd Samba gibt es zahlreiche Talente, deren weitere Entwicklung für die langfristige Kaderplanung interessant sein kann.
Dabei ist diese Auswahl ausdrücklich als Momentaufnahme zu verstehen. Gerade bei jungen Spielern können sich die Voraussetzungen innerhalb von wenigen Monaten grundlegend verändern. Ein Stammplatz, ein starkes Spiel, ein entscheidendes Tor, eine präzise Flanke oder eine überzeugende Leistung gegen einen starken Gegner können reichen, um einen Spieler plötzlich deutlich stärker in den Fokus zu rücken.
Umgekehrt kann eine Verletzung oder eine Phase mit weniger Spielzeit die Entwicklung vorübergehend bremsen. Was heute noch nach einem Kandidaten für die U21 aussieht, kann im Frühjahr bereits ein Thema für die A-Nationalmannschaft sein. Genauso kann ein hoch gehandeltes Talent zunächst wieder etwas aus dem Blickfeld verschwinden.
Besonders interessant ist deshalb, wie sich die Talente auf Vereinsebene und in den Lehrgängen weiterentwickeln.
Jürgen Klopp, Global Director of Football der Red-Bull-Gruppe, verfolgt das Brasileirao-Spiel zwischen Red Bull Bragantino und Palmeiras von der Tribüne des Estádio Cícero de Souza Marques in Bragança Paulista, Brasilien, am 26. April 2026. Ricardo Moreira / Getty Images
Für Klopp und den DFB bedeutet das: Der Kandidatenkreis für die kommenden Jahre lässt kaum endgültig festlegen. Die aktuelle Auswahl zeigt lediglich, welche deutschen Spieler derzeit besonders interessant sind. Bis zum nächsten Lehrgang, zur nächsten Saison oder zur nächsten großen DFB-Auswahl kann sich bereits wieder einiges verschieben. Im Fußball liegen zwischen „interessant“ und „Nationalspieler“ manchmal tatsächlich nur ein halbes Jahr und ein paar richtig gute Spiele.















