90PLUS
·6. August 2026
Der teuerste Stehplatz der Liga steht in Paderborn

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158 Euro in Sinsheim, 265,60 Euro in Paderborn: Über 100 Euro liegen zwischen der günstigsten und der teuersten Stehplatz-Dauerkarte der Bundesliga. Der reichste Klub der Liga steht dabei ziemlich weit unten.
Der FC Bayern verlangt für eine Stehplatz-Jahreskarte 180 Euro. Nur die TSG Hoffenheim ist mit 158 Euro günstiger. Angehoben hat München trotzdem: um durchschnittlich 2,2 Prozent, was exakt der Inflationsrate entspricht – fünf Euro mehr auf dem Stehplatz, zehn auf dem günstigsten Sitzplatz.
Dass die Münchner damit als Preisbrecher durchgehen, gilt allerdings nur für eine Kategorie. Beim günstigsten Sitzplatz-Tagesticket liegt der FC Bayern mit 40 Euro ligaweit an letzter Stelle. Wer sitzt, zahlt in München am meisten. Wer steht, fast am wenigsten.
Genau hier bricht das Empörungsmuster zusammen. Hoffenheim hat die Dauerkarten um rund zehn Prozent verteuert – und stellt trotzdem die billigsten Jahreskarten der Liga, im Steh- wie im Sitzbereich. Der 1. FC Köln hat die günstigste Stehplatzkarte um sieben Euro angehoben und im selben Atemzug die teuerste Sitzplatz-Dauerkarte um 48 Euro gesenkt.
Am kräftigsten dreht Aufsteiger Paderborn: im Sitzplatzbereich im Schnitt 36 Prozent, in Einzelfällen bis zu 60. Auf dem Stehplatz sind es rund 15 Prozent. Das hat wenig mit Gier zu tun und viel mit Buchhaltung – die Zweitliga-Reduzierung fällt weg, die Spieltagskosten steigen, die Nachfrage nach dem Aufstieg auch.
Wer die Liste von oben nach unten liest, findet kein Reichtums-Ranking. Ganz oben stehen Stuttgart, Dortmund und Paderborn. Ganz unten Hoffenheim, Bayern und Frankfurt – zwei davon Klubs, die praktisch jedes Heimspiel ausverkaufen und den Preis trotzdem niedrig halten. Was die Spanne erklärt, ist eher der bauliche Zuschnitt: Union Berlin bringt über 83 Prozent Stehplätze in die Alte Försterei und verkauft das billigste Tagesticket der Liga für 14 Euro, während in Leverkusen nur knapp 16 Prozent der Plätze Stehplätze sind.
Preiserhöhungen gab es in dieser Saison bei deutlich mehr als der Hälfte der Klubs. Nur sagt die Erhöhung wenig darüber, was am Ende auf der Karte steht.
Teuer wird eine Dauerkarte selten dort, wo das meiste Geld verdient wird. Sie wird teuer, wo die wenigsten stehen.







































