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·17. April 2026
Deshalb feuert Uli Hoeneß gegen Bundestrainer Nagelsmann

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Uli Hoeneß hat Julian Nagelsmann mit deutlicher Schärfe kritisiert. Der Ehrenpräsident des FC Bayern monierte fehlende Kontinuität im DFB-Team, einen falschen Umgang mit Manuel Neuer und zu viel öffentliche Kommunikation des Bundestrainers. Gleichzeitig machte er klar: Ein reines „Nagelsmann-Bashing“ wollte er zwar „nicht so“ betreiben – blieb dann aber doch selbst hart in der Sache.

Uli Hoeneß, Vorstandsmitglied und ehemaliger Präsident des FC Bayern München, spricht während der Präsentation einer Ausstellung des deutschen Fußballvereins FC Bayern München über dessen Stadion mit dem Titel „20 Jahre Allianz Arena – Luftschloss, Wohnzimmer, Opernbühne” am 30. Juli 2025 auf dem Stadiongelände in München. (Foto: Alexandra BEIER / AFP)
Im Podcast „Auf eine weiß-blaue Tasse“ mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder nahm Hoeneß vor allem die Personalie Neuer ins Visier. Das Thema sei aus seiner Sicht von Nagelsmann anders zu lösen gewesen. Hoeneß sagte: „Ich hätte ganz klar gesagt: Wir spielen jetzt mit Baumann oder Nübel und wir warten ab, wie die Entwicklung ist. Weil den Manuel Neuer hätte man ohne das Theater auch noch vier Wochen vor der WM nominieren können, und er hätte gespielt wie einst im Mai.“
Auch den Umgang mit der Öffentlichkeit störte den 74-Jährigen. Bei Nagelsmann bestehe „oft die Gefahr, dass viele Dinge in den Medien zerredet werden, dass er viel zu viele Dinge über die Medien macht“, erklärte Hoeneß. Als Beispiel nannte er den Stuttgarter Angreifer Deniz Undav, den der Bundestrainer öffentlich „diskreditiert“ habe. Seine Forderung fiel deutlich aus: „Du musst heute deine Probleme intern lösen. Die Medien sollen wieder selber arbeiten. Denen musst du nicht jeden Tag Futter geben.“
Als Gegenbeispiel führte Hoeneß Bayern-Coach Vincent Kompany an. Über den Belgier werde man „nie, nie über einen Spieler schlecht reden hören, selbst wenn er der Meinung ist, den kann er nicht gebrauchen“, sagte Hoeneß. Nagelsmann warf er dagegen vor, „dass er jetzt noch junge Spieler dazu holt und testet, um den Medien gerecht zu werden“.
Aus Hoeneß’ Sicht braucht die Nationalmannschaft vor allem Eingespieltheit. Deutschland habe „nicht die beste Mannschaft auf der Welt, aber es kann trotzdem ein erfolgreiches Team sein, wenn jeder für jeden rennt, wenn sie ein Team sind“. Genau das sei nur mit Stabilität zu erreichen. „Das fehlt mir im Moment: Kontinuität“, sagte er und sprach sich deshalb „selbstverständlich“ auch für das Münchner Duo Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic im DFB-Mittelfeld aus.
Für das Turnier selbst hält Hoeneß eine ordentliche Perspektive weiterhin für möglich. Noch sei es nicht zu spät. Wenn Nagelsmann bei der WM „von Anfang an sagt, das ist meine Mannschaft – plus, minus ein, zwei, drei Spieler“, könne es ein gutes Turnier werden. „Die Gruppe ist ja nicht so schwer, man kann sich einspielen. Dann haben wir immer die Chance, ins Halbfinale zu kommen. Alles andere ist abhängig von der Tagesform.“
Abseits des Sportlichen mahnt der Münchner im WM-Kontext außerdem zu Zurückhaltung bei politischen Debatten. Der Fußball müsse im „Mittelpunkt“ stehen; „Man darf nicht versuchen, die Politik hier reinzuspielen.“ Von Boykott-Rufen hält Hoeneß nichts. „Man kann den Trump mögen oder nicht, aber deswegen die WM da wegzutun, ist ein Witz.“


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